Drachenwelt – 1 – Die Piratin

Annemarie Nikolaus
Drachenwelt – 1 – Die Piratin

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Pferde für die Dracheninsel

Klappentext:
Drachenwelt
Nanja, die Piratin von den Schwimmenden Inseln, stiehlt ein Dutzend Pferde vom nächstgelegenen Kontinent. Ein Adliger der Dracheninsel will sie gegen die einheimischen Drachen antreten lassen und mit dem Spektakel seine Macht festigen.
Doch erst eine Flaute, dann ein Erdbeben und schließlich ein Angriff von Dämonen drohen Nanjas Geschäft mit dem Adligen zu ruinieren. Es scheint, als sollten die Pferde die Dracheninsel nicht erreichen.
Dann wird Nanjas Auftraggeber selbst zu ihrem Feind, denn er braucht den einen der Seefahrer, der mit den Pferden umgehen kann. Er bringt Ron in seine Gewalt und nimmt Nanja als Geisel, damit er das Rennen für ihn gewinnt.
Aber als Ron dann wieder frei ist, ist er keineswegs in Sicherheit …
Jeder Roman der Reihe ist eine abgeschlossene Geschichte.

Rezension:
Im Auftrag des Ratsherrn Margoro haben die Piratin Nanja und ihre Mannschaft auf dem Festland Pferde gestohlen. Beim jährlichen Drachenrennen auf der Dracheninsel sollen diese die hier noch nie gesehene Sensation werden. Doch der Transport der Tiere verläuft alles andere als gut. Zuerst wird das Wasser knapp, weil das Schiff in eine langandauernde Flaute gerät. Kaum ist diese überwunden, stehen die nächsten Probleme Schlange. Außerdem ist Besatzungsmitglied Ron der einzige, der sich mit Pferden auskennt. Das merkt, als sie endlich ihr Ziel erreicht haben, auch Margoro, und so muss er einen Weg finden, Ron dazu zu bringen, für ihn beim Rennen anzutreten.
Mit diesem Buch startet die Autorin Annemarie Nikolaus eine Fantasy-Reihe rund um die Dracheninsel. Doch auch wenn wir es hier mit Drachen, Dämonen und Zauberei zu tun bekommen, liegt der Schwerpunkt der Handlung doch eindeutig bei den menschlichen Machenschaften und Intrigen. Wird es dem dubiosen Ratsherrn gelingen, seine Ziele zu erreichen? Kann Nanja Ron dazu bewegen, Teil ihrer Besatzung zu bleiben? Und welche Ziele verfolgen die Rebellen?
Bei all den spanenden Abenteuern bleiben die Hintergründe jedoch recht schwammig und werden kaum beleuchtet. Selbst über die der Hauptprotagonistin Nanja erfährt der Leser nur wenig, bei Ron sind es lediglich Andeutungen – und alle anderen Personen haben schlichtweg keinen Hintergrund. So fehlt der Geschichte leider die Tiefe, um sich als Leser wirklich in das Abenteuer hineinversetzen zu können. Natürlich ist es möglich, dass einige der fehlenden Informationen in späteren Bänden noch offenbart werden, diesem Buch für sich genommen fehlt jedoch manches, was für ein vollständiges Verständnis wünschenswert wäre.

Fazit:
Dem interessanten Ansatz für ein Fantasy-Abenteuer fehlt etwas Tiefe. Es bleibt zu hoffen, dass diese in späteren Bänden ausgebaut wird.

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Der Hexenjäger

Michael Sullivan
Der Hexenjäger

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Die Hexen müssen weg – koste es, was es wolle

Klappentext:
Werden Sie von Hexen verflucht, von Vampiren, Werwölfen, Zombies oder anderem üblen Gelichter geplagt? Schreiben Sie an Sepp O’Brien, postlagernd. Der Hexenjäger rückt mit detaillierten Beschreibungen aller existierenden Ungeheuer der Welt sowie ihrer Stärken und Schwächen an und hat die nötigen Mittel, diesen Störenfrieden den Garaus zu machen. Allerdings ist Vorsicht geboten: Kollateralschäden sind bei seinen Einsätzen eher die Regel als die Ausnahme!
Die Figur des Hexenjägers Sepp O’Brien, basierend auf einem Onkel des Autors, trieb in einem Roman und vier Kurzgeschichten noch vor den ungleich berühmteren Ghostbusters ihr Unwesen. Die Texte liegen mit einer eigens für diese Gelegenheit geschriebenen Einführung hier erstmals gesammelt vor.

Rezension:
Der irischstämmige Bayer Sepp OʼBrien hat einen nicht ganz alltäglichen Beruf; er ist Hexenjäger. Andere übernatürliche Schädlinge entsorgt er bei Bedarf aber auch. Das Problem für seine Auftraggeber besteht nur darin, dass so ein heimgesuchtes Schloss danach zwar mit Sicherheit frei von Geistern und anderen ungebetenen Mitbewohnern, eventuell aber auch für die menschlichen Besitzer nicht mehr bewohnbar ist. Höflichkeit und gute Umgangsformen sind auch nicht seine Stärke. Obwohl Sepps Auftragslage nicht schlecht ist – schließlich gibt es in dem Job nicht allzu viel Konkurrenz –, wird er mit seiner Arbeit deshalb auch nicht reich.
Der Autor Michael Sullivan (eigentlich Klaus-Michael Vent) veröffentlichte seine Kurzgeschichten um den Hexenjäger Sepp OʼBrien ursprünglich in der 70er und 80er Jahren in Fanmagazinen. Später kam auch ein ganzer Roman dazu. Mit der aufkommenden Möglichkeit des Selfpublishing entschied er sich schließlich, Sepps Abenteuer überarbeitet als Sammelband neu zu veröffentlichen. Die einzelnen Geschichten werden dabei von wechselnden Beobachtern erzählt, die im Laufe der Säuberungsaktion meist auch die eine oder andere Beule (oder schlimmeres) abbekommen. Mit seiner Dampfhammer-Mentalität sorgt der Hauptprotagonist dabei immer wieder für eine große Portion Humor. Für den Leser, versteht sich. Sepps Mitmenschen finden das alles wohl erheblich weniger lustig.
Magische ‚Schädlingsbekämpfer‘ trifft man in der (komischerweise meist Trivial-)Literatur ja relativ häufig an. Ein Mitglied dieser Zunft, das für so viel Chaos sorgt, ist mir aber bisher noch nicht untergekommen.

Fazit:
Diese humorvolle Hexenjagd kann Fantasy-Freunden mit einem Gespür für derben Humor sehr empfohlen werden.

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Baker Street Tales – 5 – Sherlock Holmes und die gefallenen Mädchen

Astrid Pfister

Baker Street Tales – 5 – Sherlock Holmes und die gefallenen Mädchen

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Spur ins East End

Klappentext:
Jack the Ripper ist zurück … davon ist zumindest Inspector Lestrade fest überzeugt.
Und die gefallenen Mädchen, die bestialisch verstümmelt im Londoner East End gefunden werden, lassen ebenfalls kaum einen anderen Schluss zu.
Aber Holmes wäre nicht Holmes, wenn er nicht sofort einen neuen Fall wittern würde.

Rezension:
Holmes und Watson sitzen in der Wohnung in der Baker Street und langweilen sich. Seit dem letzten Fall ist schon einige Zeit vergangen, was sich besonders auf Holmes Laune nicht gerade positiv auswirkt. Da kommt ein überraschender Besuch Inspector Lestrades gerade recht. Unter dem Mantel strengster Verschwiegenheit berichtet dieser, dass Jack the Ripper offenbar zurück ist. Im East End wurden bereits wieder mehrere übel zugerichtete Frauenleichen aufgefunden. Natürlich bricht Holmes unverzüglich zum neuesten Tatort auf.
In der Reihe „Baker Street Tales“ veröffentlicht der Arunya Verlag derzeit inhaltlich nicht näher zusammenhängende Neo-Holmes-Romane verschiedener Autoren, darunter auch das hier besprochene Buch. Astrid Pfister gelingt es darin recht gut, die Stimmung der Originalgeschichten zu treffen, auch wenn Dr. Watson, aus dessen Aufzeichnungen auch dieses Abenteuer geschildert wird, deutlich selbstbewusster und aktiver als bei Doyle auftritt.
Leider wirkt die Lösung des Falls etwas überhastet, was allerdings zumindest teilweise daran liegen könnte, dass die Länge der Geschichten vom Verlag limitiert ist. Allerdings erreicht die Konstruktion des kriminalistischen Rätsels auch nicht ganz die intellektuelle Tiefe des Originals. Somit kommt die Enthüllung des Täters für den Leser nicht wirklich überraschend. Seine detektivischen Meisterleistungen muss der berühmte Detektiv hier nicht voll ausspielen.

Fazit:
Ein unterhaltsamer Sherlock-Holmes-Fall, in dem sein detektivische Spürsinn jedoch nicht in gewohntem Maße gefordert wird.

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Rost auf dem Fahrrad

Saskia Louis
Rost auf dem Fahrrad

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Das Altern macht nicht schöner

Klappentext:
Was haben ein alter Mann und ein rostiges Fahrrad gemeinsam? Sie haben beide eine Geschichte zu erzählen.

Rezension:
Bei einer Fahrt mit seinem Fahrrad stellt ein Witwer fest, dass zwischen seinen Alterserscheinungen und denen seines Fahrrads eigentlich kein grundlegender Unterschied besteht.
Saskia Louis präsentiert in dieser Kurzgeschichte aus der booksnacks-Reihe ein paar kurze philosophische Gedanken über das Altern. Auch wenn diese durchaus das Nachdenken lohnen, gelangt am Ende weder der Protagonist noch der Leser zu einer wirklichen Erkenntnis. Auch der Grund, wieso der Mann eine – wie er weiß – defekte Telefonzelle aufsucht, erschließt sich dem Leser leider nicht. Mit einer besseren Rahmenhandlung könnten die Gedanken über das Altern deutlich gewinnen.

Fazit:
Ein paar philosophische Gedanken über das Altern – leider nicht mehr.

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Auflösung des Gewinnspiels

Auflösung des Gewinnspiels

Wie angekündigt endete um Mitternacht das Gewinnspiel. Und nun bin ich – ehrlich gesagt – etwas verwirrt. Es gab im Laufe dieses Zeitraums zwar ein paar neue Abonnenten des Eisenacher Rezi-Center, soweit ich es verfolgen konnte, hat aber niemand den Beitrag zum Gewinnspiel geteilt und damit an diesem teilgenommen. Sollte doch jemand den Beitrag geteilt und ich es nur aus irgendwelchen Gründen nicht gesehen haben, bitte ich um eine kurze Mitteilung. (Die Chancen stehen dann ausgesprochen gut!)

Curiosity Book – 1 – The Curious Tale of Gabrielle

Zachary Chopchinski
Curiosity Book – 1 – The Curious Tale of Gabrielle

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Abenteuer in Schottland

Klappentext:
Thirteen-year-old Gabrielle was given a mysterious bracelet for her birthday. She went to bed as a normal teen but woke up in another time, as another person.
When demons appear, Gabrielle’s dream adventure turns into a nightmare. But is a nightmare adventure better than just existing in your mundane life?
Gabrielle is driven by her will to explore and see new things. When she moves to the small town of Envisage, she is drawn to a hidden antique shop and its mysterious owner. When Gabrielle is given a strange gift, she suddenly finds herself in the middle of an epic battle between good and evil. Follow Gabrielle as she ventures through the lives of many with the experience of only her own. It’s a journey through history, life, and love unlike anything that could be imagined—except perhaps by a curious young girl.

Rezension:
Die 13-jährige Gabrielle lebt seit kurzem an einem neuen Wohnort. Seit dem Tod des Vaters muss die Mutter ständig Überstunden machen, um sich und ihre Tochter zu ernähren. Eines Tages, gerade an ihrem Geburtstag, beschließt Gabrielle, sich einen der letzten Läden der kleinen Stadt, den sie noch nicht kennt, anzusehen. In dem düsteren und etwas unheimlichen Antiquariat stehen so viele alte Sachen herum, dass man dazwischen kaum durchkommt. Erst nach einigem Herumstöbern trifft Gabrielle auf die alte Inhaberin des Ladens, welche sie sogar auf eine Tasse Tee einlädt. Weil sie ein Andenken an ihren Vater vergisst, kehrt Gabirelle gleich am nächsten Tag zurück – und findet die schon teilweise verweste Leiche der Eigentümerin. Laut Polizei muss sie schon einige Zeit tot sein. Aber Gabrielle hat doch erst gestern mit der alten Frau gesprochen! Noch dazu liegt ein Armreif, über den sie gestern sprachen, zusammen mit einem Brief bereit, in welchem die Tote Gabriell diesen Armreif schenkt. Als das Mädchen schließlich völlig verstört einschläft, wird es in einem schottischen Dorf längst vergangener Zeiten wach …
Ein Jugend-Zeitreise-Fantasy-Abenteuer mit Horrorelementen – so könnte man Zachary Chopchinskis Auftaktband der Reihe um Gabirells Abenteuer wohl am ehesten beschreiben. Im Gegensatz zu dem, was man nach Lesen des Klappentextes vermuten könnte, erwartet den Leser im diesem Band jedoch als einzige die Zeitreise ins alte Schottland. Weitere werden wohl erst in den kommenden Bänden folgen.
Auch wenn die Protagonistin erst 13 Jahre alt ist, dürfte die Handlung für Leser im gleichen Alter wohl noch etwas zu hart sein. Das beginnt mit dem Fund der Leiche und setzt sich über verschiedene Erlebnisse während der Zeitreise fort. Diejenigen, die sich auf das Buch einlassen, bekommen jedoch eine sehr spannende Story geboten, die so gekonnt in Szene gesetzt wurde, dass der Leser den nächsten Twist wohl nie vorausahnen wird.
Etwas verwundert war ich zunächst von den Fußnoten, deren Inhalt sich mir nicht erschloss. Erst nach mehreren kam die Erkenntnis, dass dies Anmerkungen des Lektors sind, die zu entfernen vergessen wurde, obwohl die darin enthaltenen Hinweise zumindest teilweise in den Text eingearbeitet zu sein scheinen. Man kann diese Fußnoten beim Lesen also getrost ignorieren.

Fazit:
Nicht ganz so jungen Lesern, die vor etwas Horror sowie teilweise grober Gewalt nicht zurückschrecken, kann dieses Buch empfohlen werden.

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Verhexte Westwick-Krimis – 1 – Verhext und zugebaut

Colleen Cross
Verhexte Westwick-Krimis – 1 – Verhext und zugebaut

Übersetzung: Daniela Maizner

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Rätsel um den Ehrengast

Klappentext:
Ein verhexter Krimi aus Westwick Corners!
Cendrine West hat ein Geheimnis – sie will eigentlich gar keine Hexe sein. Ihre Zauberkunst ist auch nicht besonders gut, eine Tatsache, an die sie ihre Tante Pearl ständig erinnert. Aber sie kann sich der Hexenwelt nicht so einfach verschließen, schon gar nicht in dem kleinen Westwick Corners, wo die Hexen der Familie West schon seit Generationen für Chaos sorgen.
Weitere Schwierigkeiten bahnen sich an, als kurz vor Cendrines Hochzeit eine Leiche auftaucht. Sie erkennt die magischen Verwicklungen in diesem Fall und entdeckt eine Seite an ihrem Verlobten, die ihr so gar nicht gefällt. Cendrine wird gezwungen, sich mit ihren eigenen Kräften auseinanderzusetzen. Werden sie ausreichen, um ihre Familie und die Stadt zu retten?
Am Tatort zeigen alle Beweise auf ihre Tante Pearl, die unbedingt verhindern will, dass Touristen den Weg nach Westwick Corners finden. Dann will sie auch noch unbedingt Tyler Gates, den gutaussehenden neuen Sheriff, aus der Stadt jagen, so wie sie es bereits mit seinen Vorgängern getan hatte. Schlussendlich mischt sich auch noch der Geist von Oma Vi ein und das Chaos nimmt seinen Lauf.
Zwischen Sheriff Gates und Cendrine fliegen Funken, während die Beweise gegen Tante Pearl immer belastender werden. Kann Cendrine den Fall – und ihr Herz – in die richtige Richtung lenken?
Wenn Ihnen unterhaltsame Krimis mit einem Schuss Humor und etwas Zauberkraft gefallen, dann wird es Ihnen in Westwick Corners gefallen.

Rezension:
Cendrine betreibt die einzige Zeitung der Kleinstadt Westwick Corners, eines Städtchens, das seit der Verlegung des Highways langsam am Aussterben ist. Ihre Familie hat kürzlich den Familiensitz in ein Hotel umgebaut und hofft, damit Touristen anzulocken. Lediglich ihre Tante Pearl versucht, genau dies zu verhindern, obwohl auch die meisten anderen Bürger des Städtchens darin die einzige Überlebenschance ihrer Heimatstadt sehen. Was ihre Mitbürger und selbst ihr Verlobter, der Bürgermeister, jedoch nicht wissen: Cendrine und ihre Verwandten sind Hexen. Als der steinreiche Besitzer eines Reiseunternehmens die Einladung zur Hoteleröffnung akzeptiert, scheinen die Chancen auf Erfolg gut zu stehen, doch wenige Stunden vor der geplanten Eröffnungsfeier liegt gerade der Ehrengast übel zugerichtet tot im Gartenpavillon. Und verschiedene Indizien weisen auf Tante Pearl als Täterin. Wird der Zwischenfall alles ruinieren?
Der Anfang von Colleen Crossʼ Fantasy-Krimi erweckt beinahe den Eindruck, als würde die Geschichte auf eine kitschige Lovestory zwischen der Hauptprotagonistin und dem neuen Sheriff hinauslaufen. Dies bewahrheitet sich zum Glück – zumindest in diesem Band – nicht. Allerdings vergeht einige Zeit, bis die eigentliche Haupthandlung in Schwung kommt.
Ein Problem der Geschichte ist es vielleicht, dass sich die Autorin nicht so ganz entscheiden kann, wo der Schwerpunkt liegen soll; auf Cendrines Familienverhältnissen, ihrem Gefühlsleben, dem Mordfall oder der Magie. Manches wird einfach als gegeben vorausgesetzt, ohne dass es aus der Handlung heraus begründet wird. So taucht mitten in der Handlung plötzlich der Gedanke auf, dass eine gerade hinzugekommene Hexe, wenn sie einmal da ist, doch gleich Cendrines Bruder, den sie (irgendwann) in einen Hund verwandelt hat, wieder zurückverwandeln könnte. Weder vom Bruder noch dem derzeitigen Hund war bis zu diesem Zeitpunkt jemals die Rede gewesen. Das wirkt auf den Leser nicht wirklich rund.
Da der Titel allerdings andeutet, dass wohl noch weitere Abenteuer um diese Hexenfamilie geplant sind, könnte sich die Geschichte in den kommenden Bänden eventuell noch einlaufen. Wenn die Grundlagen erst einmal gelegt sind, konzentriert sich die Handlung dann vielleicht mehr auf die magische Lösung der Kriminalfälle.

Fazit:
Die Idee hinter diesem Fantasy-Krimi ist ausbaufähig. Der vorliegende 1. Band schöpft das Potential jedoch nicht annähernd aus.

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Nehmen Sie am Saturnring die dritte Ausfahrt

Thomas Kowa
Nehmen Sie am Saturnring die dritte Ausfahrt

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Ein Schweizer führt durchs Weltall

Klappentext:
Was wäre wenn
Wollten Sie nicht schon immer die Welt fremder Planeten erkunden, aber ohne siebenjährigen Permanentschlaf, ohne schießwütige Aliens und ohne die nervige Schwerelosigkeit? Was, Sie finden Schwerelosigkeit toll? Haben Sie schon mal versucht, im All in eine reife Tomate zu beißen? Ich sag Ihnen, das ist eine Riesensauerei! Also bleiben Sie besser daheim und lesen meinen kleinen Reiseführer für andere Welten … Und nicht vergessen, nehmen Sie am Saturnring die dritte Ausfahrt links.

Rezension:
Enthaltene Kurzgeschichten:
Wer beamen kann, ist klar im Vorteil
Schweizer im Weltall
Paarinstabilitätssupernova
Nahezu unendliches Leben
Der Zeitreisende
Das putzige Land
Die oberen Zehntausend
Tierliebe
Im Frauengefängnis
1954
Ungewöhnlich für die booksnacks-Reihe sind hier gleich 10 recht unterschiedliche Kurzgeschichten Thomas Kowas in einer persönlichen Anthologie vereint. Anders als der Titel vermuten lassen könnte, handelt es sich dabei keinesfalls ausschließlich um SciFi. Was jedoch alle eint, ist der Sarkasmus, mit dem die Themen angegangen werden. Auch satirische Elemente sind nicht abstreitbar.
Ein paar der Geschichten kannte ich bereits von ihrer Solo-Veröffentlichung als booksnack. Daher wunderte es mich auch bei den anderen Beiträgen nicht, dass sie ausnahmslos ganz anders enden, als man am Anfang vermuten könnte. Gerade dieser Überraschungseffekt macht jedoch zusammen mit dem Humor das Besondere an den Kurzgeschichten des Autors aus. Gewisse Anspielungen auf Missstände des realen Lebens sind dabei mit Sicherheit nicht unbeabsichtigt.

Fazit:
Freunden des skurrilen Humors kann man diese kleine Kurzgeschichtensammlung empfehlen.

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An Tagen wie diesen

Nadin Hardwiger
An Tagen wie diesen

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Die Ereignisse des Tages

Klappentext:
Wenn euch das Glück auf die Schulter tippt
Liebe Mütter, kennt auch ihr diese ganz speziellen Tage, an denen das Glück euch nicht einfach nur so auf die Schulter tippt, sondern euch nach allen Regeln der Kunst umarmt?

Rezension:
1 Frau, 2 kleine Kinder, Mann auf Reise – so kann man diese Kurzgeschichte zusammenfassen. Und außer dass die Geschehnisse eines Tages (der zufällig der Muttertag ist) in mehreren kurzen Schnipseln aus wechselnder Perspektive erzählt werden, passiert eigentlich nichts. Wenn man die überwiegend belanglosen Vorkommnisse, wie sie beim Aufwachsen kleiner Kinder wohl an der Tagesordnung sind, betrachtet, fragt man sich als Leser, wieso sich die Frau am Ende der Geschichte als vom Glück umarmt vorkommt. Nur weil ihre beiden Kinder mal gerade ein paar Minuten friedlich im Gras liegen?
Nadin Hardwigers Kurzgeschichte aus der booksnack-Reihe ist vom handwerklichen Aspekt her zwar solide verfasst, irgendwie fehlt mir aber eine Aussage irgendeiner Art. Eine Auflistung belangloser Alltagsepisoden ist mir auch für eine Kurzgeschichte zu wenig. Schade, denn von den booksnacks bin ich eigentlich mehr gewohnt.

Fazit:
Alltagserlebnisse einer Mutter kleiner Kinder – nicht mehr und nicht weniger bietet diese Episoden-Kurzgeschichte.

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12 – Die Akademie der Zeit

J. F. Sebastian
12 – Die Akademie der Zeit

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Flucht aus der 7

Klappentext:
„Du bist nicht hier geboren. Nicht hier in dieser Stadt, nicht hier in diesem Land, nicht hier in dieser Welt.“
Das musste Daniel erst einmal verdauen.
Von einer Sekunde auf die andere ändert sich das Leben des 13-jährigen Daniel. Er lernt ein Mädchen kennen, wird von einem mysteriösen Fremden verfolgt, erfährt ein unglaubliches Geheimnis über seine Familie und muss schmerzhaft feststellen, dass es mehr als nur eine Welt gibt.
Mit „12 – Die Akademie der Zeit“ liefert Autor J. F. Sebastian den Auftakt zu einer fantasievollen Jugendbuch-Trilogie rund um Familie, Freundschaft und die Zeit.

Rezension:
Seit dem Tod seiner Eltern, an die er sich kaum erinnern kann, lebt Daniel bei seinem Großvater. In der Schule ist er nicht sonderlich beliebt, und wirkliche Freunde hat er nicht. Um so überraschender ist es für ihn, als unerwartet ein Mädchen Kontakt zu ihm sucht. Noch während er mit diesem spricht, fällt ihm jedoch auf, dass ein mysteriöser Fremder ihn zu beobachten scheint. Auf dem Heimweg bestätigt sich diese Feststellung, denn der Fremde verfolgt ihn. Mit Mühe schafft er es zu seinem Großvater, aber was er dort erfährt, stellt alles, was Daniel bisher zu wissen glaubte, auf den Kopf. Sein Opa und er selbst stammen nicht von der Erde – und sie sind in ernster Gefahr. Daniel muss eilig von der Erde, der 7. der 12 bewohnten Welten, fliehen.
Fantasy oder eher SciFi – diese Frage ist bei J. F. Sebastians Jugend-Abenteuer nicht so leicht zu beantworten. Auch wenn das Reisen zwischen verschiedenen Planeten eher an SciFi erinnert und es auf Daniels Heimatwelt, der 12, dem Entwicklungsstand der Erde weit überlegene Energienutzungsformen gibt, steht zumindest in diesem Band doch das Fantasy-Element im Vordergrund. So reist man zwischen den Welten nicht etwa mit Raumschiffen oder anderer Technologie, sondern per Magie. Und genau diese soll auch Daniel an der Akademie der Zeit erlernen, denn er ist – wie er erst jetzt erfährt – der Nachkomme einer traditionellen Salier-Dynastie.
Der Autor kombiniert in diesem Jugend-Fantasy-Abenteuer verschiedene Elemente, die dem Genre-erfahrenem Leser in ähnlicher Form schon hier und da begegnet sind, geschickt zu einem überzeugenden neuen Mix. Zusammen mit dem Protagonisten muss der Leser die andere Welt und das Leben an der Akademie erst kennenlernen. Leider wird das Umfeld dabei etwas stiefmütterlich behandelt, lernt man außer Daniels neuem Freund Abay doch keinen einzigen seiner Mitschüler kennen. Trotz derartiger kleinerer Schwächen nimmt das Buch den Leser gefangen. Nach dem Cliffhanger am Ende kann man nur hoffen, bald zu erfahren, wie es weitergeht.

Fazit:
Dieses jugendliche Fantasy-Abenteuer mit SciFi-Touch eröffnet genügend Potential für den Rest der Trilogie.

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