Thot – Spuren aus Stein

Sven Schmidt
Thot – Spuren aus Stein

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Der große Plan

Klappentext:
Der erste Arbeitstag der Archäologin Sarah Kroeger im Tal der Könige verläuft ereignisreicher, als ihr lieb ist. In einer geheimen Höhle werden uralte Papyrusschriften gefunden, die viel älter sein müssen, als die bisher bekannte ägyptische Geschichte. Sarah und das Archäologenteam um Tom Tustra erkennen jedoch schnell, dass das Militär sowie eine unbekannte Gruppe ebenfalls Interesse an dem Fund haben. Die Ereignisse überstürzen sich und sie fliehen in die Wüste.
In einem Versteck übersetzen sie die Texte und erfahren, dass Thot der eigentliche Erbauer der Pyramiden ist. Sarah und Tom folgen den Spuren aus Stein, die vor unendlicher Zeit von den sogenannten Himmelmenschen gelegt worden sind. Sie dringen in die Geheimkammern der Pyramiden ein, wo weitere Rätsel auf sie warten.
Doch schließlich erfahren sie endlich die wahre Menschheitsgeschichte… und wie das Schicksal des Königsplaneten eine riesige Katastrophe heraufbeschwor.

Rezension:
Kaum hat Sarah ihre Promotion hinter sich, bekommt sie auch schon eine der begehrten Stellen in einem Ausgrabungsteam im ägyptischen Tal der Könige. Ihr alter Professor bringt sie sogar höchstpersönlich zum Flughafen – und gibt ihr heimlich einen dicken Umschlag mit. Kurz darauf wird er ermordet. Unmittelbar vor Sarahs Eintreffen macht ihr zukünftiges Team einen Fund, den es eigentlich nicht geben dürfte. Und plötzlich stehen Militär und andere ‚Beobachter‘ auf der Matte. Als schließlich auf das Team geschossen wird, bleibt ihnen nur noch die Flucht in die Wüste, wo zu ihrem Glück ein Waffenhändler sein Versteck hat, der dem Ausgrabungsleiter Tom noch einen Gefallen schuldig ist. Dort übersetzen sie ihren Fund – und erfahren die Wahrheit über die alte Geschichte der Menschheit. Doch damit ist das Abenteuer noch lange nicht beendet.
Was als Ausgrabungsabenteuer und Verschwörungsthriller beginnt, entwickelt sich im Laufe der Seiten zu einer ausgewachsenen SciFi-Story. Große Teile der Handlung nehmen dabei Rückblicke in eine Zeit 12500 Jahre vor dem Heute ein. Die wirklichen Zusammenhänge offenbaren sich dabei erst nach und nach. Sven Schmidt schafft es in seinem Roman, zahlreiche bekannte Forschungsergebnisse und Verschwörungstheorien zu einem überraschenden Ganzen zu verbinden. Die Pyramiden von Gizeh, die in Amerika, Atlantis, das Marsgesicht – alles spielt hier eine Rolle und steht in einem engen Zusammenhang, den Sarah, Tom und der Rest des Teams aufdecken müssen. Da verwundert es natürlich nicht, dass das Buch den Leser so sehr fesselt, dass er am liebsten bis zum Ende weiterlesen würde, ohne es aus der Hand zu legen – was er bei über 400 Seiten natürlich kaum schaffen wird. Allerdings scheinen nicht alle Leser mit dieser Mischung zurechtzukommen, wie die Bewertungen auf Amazon zeigen, wo die Meinungen zwischen 1 und 5 Sternen recht gleichmäßig verteilt sind.
Auch wenn die Rückblicke in die alte Zeit teilweise etwas gestrafft werden könnten, kann diesem Buch meiner Meinung nach eine uneingeschränkte Leseempfehlung ausgesprochen werden.

Fazit:
Dieser SciFi-Thriller fesselt ungemein. Thematisch Interessierte sollten sich dieses Buch unbedingt ansehen!

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Ein Fall für Amy Laszlo – 1 – Schattenbiest

Wolf Heichele
Ein Fall für Amy Laszlo – 1 – Schattenbiest

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Auf der Spur des Mantikors

Klappentext:
Erfrischende Frauenpower und außergewöhnliche Fälle!
Die erfahrene Agentin Amy Laszlo und ihre junge Kollegin Alice Pepper arbeiten für eine Spezialeinheit der amerikanischen Polizei, die sich mit außergewöhnlichen Fällen beschäftigt.
Zu ihren Aufgaben gehört die Aufklärung rätselhafter bis esoterischer Fälle, aber auch das Überprüfen von Alien-Sichtungen oder das Einfangen geklonter Mischwesen aus Mensch und Tier.
In atmosphärisch dichten Abenteuern sorgt die geballte Frauenpower der zwei Detektivinnen in jeder Folge für ein spannendes erfrischendes Leseerlebnis – und natürlich für jede Menge Gänsehaut!

Rezension:
Amy ist eine sehr sportliche, junge, aber bereits erfolgreiche Mitarbeiterin einer Polizei-Spezialeinheit für übernatürliche und von Außerirdischen verübte Verbrachen. Meist bildet sie mit der älteren Alice ein Team. Nachdem sie sich mit der Festnahme eines schon lange gesuchten, telepathisch begabten Verbrechers eigentlich ein paar freie Tage verdient hätte, wird sie von Alice zu Hilfe gerufen, denn die ist fast vor der eigenen Haustür über einen Mantikor ‚gestolpert‘.
Wolf Heicheles kurzes Fantasy-Krimi-Abenteuer erinnert von Aufbau und Länge an einen ‚Groschenroman‘, was auch der im Titel angedeutete Reihencharakter unterstreicht.
Die der Reihe zugrunde liegende Idee ist natürlich nicht gerade als neu zu bezeichnen, kann aber – wie die Erfahrung lehrt – durchaus tragfähig sein. Bekanntermaßen gibt es nicht wenige Fans derartiger phantastischer Krimi-Abenteuer. Amy, Alice und die wenigen Kollegen, die der Leser in dieser Geschichte kennenlernt, bleiben bisher zwar noch sehr ‚Hintergrund-los‘, doch das könnte sich in kommenden Bänden natürlich ändern. Unter diesem Blickwinkel betrachtet, kommt diesem Band wohl eher der Charakter eines Trailers zu, der den (zukünftigen) Leser an die Protagonisten und den grundsätzlichen Charakter der zu erwartenden Handlungen heranführt. Auch wenn die Handlung dieses Auftaktbandes noch etwas ‚dünn‘ ausfällt (was sich nicht auf die Länge der Story bezieht), bietet die Idee doch durchaus Potential.

Fazit:
Der Auftakt dieser Fantasy-Krimi-Abenteuer-Reihe zeigt noch Schwächen, bietet aber durchaus tragfähige Grundlagen für zukünftige Handlungen.

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Legenden aus Mornefey – 1 – Der geheime Prinz

Megan E. Moll
Legenden aus Mornefey – Der geheime Prinz

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Der geheimnisvolle Prinz

Klappentext:
Die Zauberin Runa bedroht das Königreich. Als die Situation zu eskalieren scheint, gibt das Mädchen Deliah der Königin ein sonderbares Versprechen: Sie soll den Prinzen, den es offiziell gar nicht gibt, in Sicherheit bringen. Die beiden treten eine nicht ungefährliche Reise durch das Land an, um ihre Heimat aus den Fängen der Zauberin zu befreien. Was verbirgt der unbekannte Prinz hinter seiner Maske? Und warum wurde seine Existenz verschwiegen?
Mit dem ersten Band der »Legenden aus Mornefey« für junge Erwachsene ab zwölf Jahren geht unsere »Schwarzer Drachen Kids« – Reihe pünktlich vor Weihnachten in die zweite Runde.

Rezension:
Als Deliah an ihrem 7. Geburtstag einen Platz sucht, an dem sie ihre Ruhe hat, landet sie auf einen verlassenen Hof auf der Rückseite des Königsschlosses. Doch plötzlich hört sie durch einen Steinschlitz eine Stimme. In einem Kellerraum des Schlosses lebt ein Junge, der – wie er ihr erzählt – wegen einer Sonnenallergie nie ins Freie kann. Obwohl sie sich nie sehen können, besucht Deliah den Jungen über die Jahre hin täglich. Doch erst als sie beide schon Jugendliche sind, lernen sie sich von Angesicht zu Angesicht kennen – und müssen sich auf eine abenteuerliche Reise begeben, um das Königreich zu retten.
Die Handlungsidee dieses Buches bietet durchaus Potential, verbindet es doch Fantasy mit Abenteuer, Jugendbuch und der Botschaft, sich nicht von Äußerlichkeiten leiten zu lassen. Etwas problematisch ist dabei lediglich die Zielgruppe. Der Klappentext nennt hier „junge Erwachsene ab zwölf Jahren“. Am Anfang hat die Geschichte gewisse märchenhafte Züge. Hier macht der Text von der Satz- und Handlungsgestaltung her eher den Eindruck, für (deutlich) jüngere Leser als 12-Jährige verfasst zu sein. Im Kontrast dazu stehen die Gespräche, die die beiden Hauptprotagonisten als 7- beziehungsweise 7½-Jährige miteinander führen und die für das Alter viel zu erwachsen wirken. Erst als die Haupthandlung mit der gemeinsamen Reise beginnt, passen Handlung und Stil zur Altersempfehlung. Hier macht das Buch dann auch erwachsenen Lesern durchaus Spaß. Die Handlung bleibt dabei stets sehr geradlinig, Abschweifungen zu Nebenhandlungen kommen nicht vor. Die Charaktere der Jugendlichen wirken glaubhaft.
Auch wenn die Autorin Megan E. Moll und der Verlag keine Angaben machen, wohin sich die weiteren Bände der „Legenden aus Mornefey“ entwickeln könnten, kann man wohl davon ausgehen, dass diese Reihe für den interessierten Leser interessant werden (beziehungsweise bleiben) könnte – vorausgesetzt es gelingt, einen altersgerecht einheitlichen Stil durchzuhalten, denn das ist beim vorliegenden Buch eigentlich der einzige wirkliche Kritikpunkt.

Fazit:
Ein unterhaltsames Fantasy-Abenteuer primär für junge Leser, das stellenweise leichte Schwierigkeiten mit der Zielgruppen-Ansprache hat.

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Winterstern

C.M. Spoerri (Hrsg.)
Winterstern

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Winterstern-Deutungen

Klappentext:
Was ist ein Winterstern? Ein magisches Artefakt? Ein verwunschener Ort? Eine verzauberte Person? Oder etwas, das gar nicht greifbar ist? Lasst euch in fremde Welten entführen, lernt fantastische Legenden kennen, kämpft für die Gerechtigkeit, Liebe oder Freiheit, erlangt Ruhm und Ehre, erfahrt, was wirklich zählt im Leben. Dies ist eine Fantasy-Anthologie, die euch zum Lachen, Lieben, Gruseln, Träumen, Hoffen und Bangen einlädt.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Jasmin Aurel – Gewispert
Jamie L. Farley – Verloren
Tara Florents – Entflammt
Christina Krüger – Schneeweiß
Juliane Maibach – Windstill
Regina Meißner – Vergangen
Anne Neuschwander – Allein
Janine Prediger – Bleich
Madeleine Puljic – Erwählt
Miriam Rademacher – Ahnungslos
Veronika Rothe – Ganz
Maya Shepherd – Vereist
Nele Sickel – Getäuscht
C. M. Spoerri – Selbstlos
Henrik Sturmbluth – Ruhmreich
Sabrina Weisensee – Hölzern
Alle Geschichten dieser Anthologie haben einen Winterstern zum Thema, was sich die einzelnen Autoren jedoch darunter vorstellen, unterscheidet sich grundlegend. Mal ist es ein Mensch, mal ein Tier, ein magischer Gegenstand und manchmal sogar ein wirklicher Stern. Genauso unterschiedlich sind auch die Themen. Hier erstreckt sich die Palette von High Fantasy über Urban Fantasy bis hin zu Mystery und sogar SciFi. Auffallend ist, dass von den (laut Vorwort) über 160 Einreichungen relativ viele mit einem eher traurigen Grundtenor beziehungsweise ohne Happy End ausgewählt wurden. Als Highlights kann man sicher die Kurzgeschichten „Allein“ über eine einsame Gardistin, „Getäuscht“, die beinahe ausschließlich aus einem Dialog besteht, sowie „Entflammt“ über die Abenteuer einer königlichen Kurierin bezeichnen. Leider erreichen nicht alle 16 enthaltenen Kurzgeschichten dieses Niveau, doch das ist bei Anthologien wohl unvermeidbar. Manches liegt natürlich auch im Geschmack des jeweiligen Lesers. Mich konnten beispielsweise sehr sentimentale Beiträge und Romanzen nicht überzeugen. Im Ganzen betrachtet kann man „Winterstern“ jedoch als lesenswerte Fantasy-Anthologie betrachten, in der jeder Fantasy-Begeisterte etwas für seinen Geschmack finden dürfte.

Fazit:
„Winterstern“ ist eine Fantasy-Anthologie mit einer thematisch sehr breiten Auswahl an Kurzgeschichten.

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Keine Millionen für meine Töchter

Maria Appenzeller
Keine Millionen für meine Töchter

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Wohin mit dem Geld?

Klappentext:
Eine liebevolle Familien-Kurzgeschichte
Maria Appenzeller schrieb diese Geschichte für ihre Mutter. Die hat zwar keine Millionen, aber vier Töchter. Da gerät eine Mitfünfzigerin schon mal zwischen die Fronten. Genau wie Ulrike. Als sie im Lotto gewinnt, halten ihre Töchter die Hand auf – autsch!

Rezension:
Als Ulrike Lottomillionärin wird, stehen ihre erwachsenen Töchter Schlange, um ihr Stück vom großen Kuchen abzubekommen. Natürlich hat jede gute Gründe, wieso gerade sie unbedingt Geld braucht. Doch Mama Ulrike hat andere Pläne …
Wohl jeder hat sich schon mal Gedanken darüber gemacht, was er machen würde, wenn er plötzlich so richtig viel Geld hätte. Da fällt es schon etwas schwer, sich vorzustellen, dass Ulrike keine sinnvolle Idee kommt, was sie sich mit dem Geld für sich selbst leisten könnte. Was man davon hält, den Großteil der Millionen für den Zweck, den die Protagonistin wählt und der hier – um nicht zu spoilern – nicht genannt werden soll, zu verwenden statt den Angehörigen ihre Wünsche zumindest teilweise zu erfüllen, muss wohl jeder Leser für sich selbst entscheiden.
Bei diesem booksnack geht es jedenfalls für die Reihe ungewohnt ernsthaft zu. Ein gewisses Augenzwinkern (wie von anderen booksnacks gewohnt) fehlt hier leider völlig.

Fazit:
Eine in sich sinnvoll abgeschlossene Kurzgeschichte mit einem für diese Reihe ungewohnt ernsten Thema.

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Sternenfeuer

Burkhard P. Bierschenck (Hrsg.), Petra Mattfeldt (Hrsg.)
Sternenfeuer

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Der DrachenStern-Fantastik-Preis

Klappentext:
Völlig neue Welten und das lockende Unbekannte.
Eine unstillbare Neugier treibt zahlreiche Schriftsteller seit Jules Verne dazu, technische Innovationen aufzugreifen, die fesselnde Frage nach Leben auf fremden Planeten zu stellen und über interstellare Transportmöglichkeiten zu spekulieren. Dabei unterliegen diese Ideen einem stetigen Wandel, denn wenn sich die Gegenwart ändert, ändert sich die Vorstellung von der Zukunft mit ihr.
Den neuesten Versuch, sich dem lockenden Unbekannten zu nähern, unternimmt die vorliegende Anthologie. Die hier veröffentlichten Geschichten haben es auf die Shortlist eines Kurzgeschichten-Wettbewerbs geschafft und zeugen von der Originalität und Qualität zeitgenössischer Science-Fiction-Autoren.
„Sternenfeuer“ – die gelungensten Science-Fiction-Kurzgeschichten von heute! In einer Anthologie zusammengestellt von Petra Mattfeldt und Burkhard P. Bierschenck.

Rezension:
Enthaltene Kurzgeschichten:
Planetenasche – Stefan Barth
Falsche Flammen – Jana Becherer
Chronik eines Weltuntergangs – Moritz Greenman
Seelenfeuer – Anke Höhl-Kayser
Die Herrenrasse – Bernhard Horwatitsch
Feuerflammen Tropfen nicht – Annabelle Kahmann
Pandemonium – The Future ist you – Simon Käßheimer
Was passiert, wenn sie kommen – Philipp Karn
Amygdala – Gerd Kramer
Sternenfeuer – 3745-A007 – Stefan Lochner
Die Wächter – Uli Lucas
Der Krieg der Kinder – Dietmar W. Pritzlaf
Der letzte Marsflug des 19. Jahrhunderts – Martin Riesen
Smoke in your eyes oder Armer toter Einstein – Fritz J. Schmidhäusler
Was man nicht erwarten konnte – Michael Schultheis
AD-2600 – Alexander Sülzle
Zwickmühle – Dieter Symma
Exoten – Oliver Trompeter
Die dritte Erde – Britta Voß
Notwehr – Ute Walenski
Im Jahr 2015 schrieb der DrachenStern Verlag den DrachenStern-Fantastik-Preis in den Kategorien Fantasy und SciFi aus. Die Stories, die es auf die jeweilige Shortlist schafften, wurden in Form von Anthologien veröffentlicht – in beiden Fällen vom selben Herausgeber-Duo betreut. Nachdem ich die Anthologie des Fantasy-Bereichs, „Schattenfeuer“, bereits vor einigen Wochen gelesen und hier besprochen habe, wollte ich nun auch die SciFi-Anthologie nicht links liegen lassen. Genau wie beim Fantasy-Pendant (und fast allen Anthologien überhaupt) ist auch hier die Bandbreite sehr groß – sowohl was die Themen als auch was die Qualität betrifft. Was die thematische Bandbreite betrifft, reicht diese von klassischen Weltraumabenteuern wie „Planetenasche“, wo interstellare Schatzsucher in das Planetensystem eines Sterns geraden, der unmittelbar vor einer Supernova steht, über einen Steampunk-Raumflug in „Der letzte Marsflug des 19. Jahrhunderts“ bis hin zur Apokalypse in „Chronik eines Weltuntergangs“. Während bei der Fantasy-Anthologie jedoch zumindest ein Teil der enthaltenen Kurzgeschichten qualitativ überzeugen konnte, fehlen wirklich überzeugende Beiträge in dieser SciFi-Anthologie fast gänzlich. Was nicht heißen soll, dass diese 20 Geschichten durchweg schlecht wären. Geschichten wie beispielsweise „Planetenasche“, „Feuerflammen tropfen nicht“ oder „Die dritte Erde“ haben durchaus ihren Reiz.

Fazit:
Diese Kurzgeschichtensammlung beinhaltet zwar einige durchaus lesenswerte Beiträge, wirkliche Highlights sucht man jedoch vergeblich.

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Fitzmorton und der reisende Tote

Peter Hardcastle
Fitzmorton und der reisende Tote

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Der 3-fache Tod des Compte

Klappentext:
Der Medienmagnat Lord Buford kreuzt mit seiner Yacht im Mittelmeer, da geschieht ein Mord. Weil sich auch ein Mitglied des Königshauses an Bord befindet, wird Chefinspektor Sir Phileas Fitzmorton auf ausdrücklichen Wunsch des Premierministers zusammen mit seiner Freundin Lady Judith Crimpleby und seinem Assistenten Detective Sergeant John Miller per Hubschrauber an Bord gebracht.
Dort treffen sie auf eine berühmt-berüchtigte Gästeschar – darunter eine koksende Prinzessin, hübsche Bodyguards, schweigsame Geheimdienstler und ein mausetoter Mafioso.
Fitzmorton hat das Zeug zur schrulligen Kultfigur – sein dritter Fall: humorvoll, schnörkellos und spannend erzählt!

Rezension:
Inspektor Fitzmortons Chef ist sauer: Auf persönlichen Wunsch des Premierministers soll ausgerechnet Fitzmorton einen Mord auf einer Yacht im Mittelmeer untersuchen. Nicht nur dass der wie ein VIP von der Armee dorthin geflogen wird, nein, er wird auch noch schnell zum Chefinspektor befördert, um unter den ganzen VIPs an Bord nicht allzu sehr aufzufallen. Doch Fitzmorton ahnt schon, dass der ‚Ausflug‘ alles andere als Erholung wird. Und damit behält er natürlich recht, denn die an Bord befindlichen Geheimdienstler haben wenig Interesse an einer Zusammenarbeit.
Im Gegensatz zu den beiden vorhergehenden Bänden „Fitzmorton und der lächelnde Tote“ und „Fitzmorton und der sprechende Tote“ kommt Band 3 etwas ernsthafter daher. Trotzdem geht der Humor auch hier nicht verloren. Wie schon gewohnt erzählt der Autor Peter Hardcastle die Geschichte in einem ruhigen Stil, der praktisch komplett ohne Action auskommt und damit an klassische Krimis erinnert. Schnell wird dem Leser klar, dass sich Fitzmorton trotz des eigenen kürzliche geerbten Adelstitels im Kreis der Adligen und Geldadligen nicht besonders wohlfühlt. Doch obwohl weder die anderen Gäste an Bord der Yacht noch die anwesenden Geheimdienstler allzu großen Interesse an der Aufklärung des ‚Unfalls‘ zu haben scheinen, gelingt es ihm natürlich schlussendlich, den Fall zu lösen.
Da die „Fitzmorton“-Bücher bereits mehrere Jahre auf dem Markt sind und es sich bei den aktuellen eBooks nur um eine Neuveröffentlichung handelt, ist es wohl unwahrscheinlich, dass die Reihe mit weiteren Bänden fortgesetzt wird. Schade, denn an (Chef)Inspektor Fitzmorton kann man sich gewöhnen.

Fazit:
Ein interessanter Krimi der klassischen Art, der mit einer nicht zu kleinen Prise Humor gewürzt ist.

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Flavia de Luce – Das Geheimnis des kupferroten Toten

Alan Bradley
Flavia de Luce – Das Geheimnis des kupferroten Toten

Übersetzung Gerald Jung und Katharina Orgaß

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Die vielfältigen Anwendungen von CuSO₄

Klappentext:
Ein Fall für Flavia de Luce – die bezauberndste Detektivin Englands!
»Mord! Komm sofort her«, steht in dem Brief, der Flavia an einem Sonntagmorgen in ihrem Zuhause Buckshaw zugestellt wird. Wie könnte die elfjährige Hobbydetektivin einer derart dringlichen Bitte widerstehen? Mit ihrem treuen Fahrrad Gladys macht sie sich auf zum Internat Greyminster, das schon ihr Vater besuchte. Nebelumwabert ragt das altehrwürdige Gemäuer vor ihr auf, doch der Fund, der sie in einem der Badezimmer erwartet, ist noch unheimlicher: In der Wanne liegt ein nackter toter Mann, der Körper überzogen mit einer Kupferschicht … Chemikerin Flavia ist in ihrem Element!

Rezension:
Flavia macht, was ein 11-jähriges Mädchen an einem Sonntagvormittag so macht: Sie sitzt in ihrem Labor und untersucht den Giftzahn einer Kreuzotter unterm Mikroskop. Dabei wird sie jedoch vom Butler der Familie gestört, der ihr einen Brief überbringt. Darin ruft sie ein Schüler des nahegelegenen Jungeninternats zu Hilfe, denn er hat einen Mord entdeckt. Natürlich zögert Flavia keinen Augenblick, denn was gibt es schöneres, als Leichen zu untersuchen und einen Mord aufzuklären?
Gut, spätestens jetzt ist wohl jedem klar, dass Flavia nicht unbedingt das normale 11-jährige Durchschnittsmädchen von nebenan ist. Mit Sicherheit war das auch im England um 1950, wo die Geschichte angesiedelt ist, nicht anders. Aber gerade darin liegt wohl der Reiz dieser Krimireihe um das chemiebegeisterte Mädchen. In diesem Fall liegen sowohl Rätsel als auch Lösung in der Formel CuSO₄ verborgen.
Nachdem ich schon einige Zeit mit der „Flavia de Luce“-Reihe liebäugelte, bot mir diese kostenlose Kurzgeschichte die passende Gelegenheit, Flavia endlich einmal kennenzulernen. Auch wenn einem manche Informationen ohne Kenntnis der vorausgegangenen Bücher fehlen (Wieso nennt sie ihr Fahrrad beispielsweise „Gladys“?), reicht diese Kurzgeschichte doch aus, Lust auf mehr zu machen. Diese Detektiv-Story sollte man jedenfalls trotz des geringen Alters der Hauptprotagonistin keinesfalls als ausschließliches Jugend- oder gar Kinderbuch abtun.

Fazit:
Diese Kurzgeschichte bietet allen bisher Nichtinfizierten einen geeigneten Einstieg in Flavia de Luce’ Welt.

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DrachenSchimmer: Das Amulett des Lichts

K.C. Kornwall
DrachenSchimmer: Das Amulett des Lichts

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Trugdrachen und Zauberer

Klappentext:
Sam wäre gern einfach ein ganz normales fünfzehnjähriges Mädchen, doch seit sie bei ihrem Bruder lebt, muss sie mit ihm ständig von einem Ort zum nächsten reisen, nur damit er immer wieder neuen Mythen und Legenden rund um das Thema Drachen hinterherjagen kann. Doch bei ihrer neuen Reise aufs englische Land läuft plötzlich alles anders als sonst. Diese Reise soll ihr ganzes Leben verändern, denn sie bekommt Einblick in eine Welt, von der sie vorher nicht zu träumen gewagt hätte. Eine fantastische Welt, die allgegenwärtig und doch unsichtbar ist – eine Welt, parallel zu unserer, in der Drachen und Magie erst der Anfang eines großen Abenteuers sind…

Rezension:
Sam lebt bei ihrem erwachsenen Bruder, der nach Drachen forscht – bisher jedoch vergeblich. Auch wenn es ihr nicht gefällt, ständig umherzureisen und doch nichts zu finden, findet sie sich damit ab. Diesmal geht es zu einer abgelegenen Burg im Südwesten Englands. Anders als an den bisherigen Forschungsstätten ihres Bruders scheint es hier wirklich Sachen zu geben, die nicht mit rechten Dingen zu gehen. Doch um Drachen scheinen es sich dabei anscheinend nicht zu handeln.
Wie der Titel schon erahnen lässt, handelt es sich bei diesem derzeit nur als eBook erhältlichen Werk um den Anfang eines Mehrteilers. So verwundert es nicht, dass Sam(antha)s Abenteuer am Ende dieses Bandes gerade erst richtig beginnt.
Während die Handlung der Geschichte durchaus interessant ist, bleiben die handelnden Personen dabei jedoch recht blass. Über die Hintergründe der Geschwister erfährt der Leser nur wenig, und auch sonst entwickeln beide leider nur wenig Persönlichkeit. Für die wenigen Nebencharaktere gilt dies sogar in noch stärkerem Maße. Obwohl der Schreibstil der Autorin gut lesbar ist, fällt es dem Leser deshalb schwerer als nötig, eine geistige Beziehung zur Hauptprotagonistin aufzubauen. Aber vielleicht bessert sich da in den Fortsetzungen ja noch? Band 2 ist unter dem Titel „DrachenSchimmer: Zwischen Schatten und Licht“ bereits verfügbar.

Fazit:
Der Auftakt der „DrachenSchimmer“-Reihe bietet eine interessante Handlungsidee, die etwas unter einer schwachen Charakterzeichnung leidet.

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