Eine Peter-Grant-Story – 2 – Schwarzer Mond über Soho

Ben Aaronovitch
Eine Peter-Grant-Story – 2 – Schwarzer Mond über Soho

Übersetzung: Christine Blum

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Peter unter Jazz-Vampiren

Klappentext:
Constable Peter Grant ist ein ganz normaler Londoner Bobby. Die Abteilung, in der er arbeitet, ist allerdings alles andere als normal: ihr Spezialgebiet ist – die Magie. Eines Abends wird Peter zu der Leiche eines Jazzmusikers gerufen und findet heraus, dass in den Jazzclubs in Soho, im Herzen Londons, verdächtig viele Musiker sterben. Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu. Oder wie soll man es sonst nennen, wenn eine Leiche unüberhörbar und mit viel Swing Body and Soul spielt?

Rezension:
Die Handlung dieses Buches schließt unmittelbar da an, wo der Vorgänger „Die Flüsse von London“ endet. Und da Peters Vorgesetzter und einziger anderer Mitarbeiter der Sondereinheit für magische Straftaten, Detective Chief Inspector Nightingale, nach seiner Schussverletzung noch dienstunfähig ist, muss Peter die Aufgaben der Abteilung weitestgehend alleine wahrnehmen. Da seine magische Ausbildung gerade erst bei den Grundlagen angelangt und er als Constable noch weit vom üblichen Rang eines Abteilungsleiters entfernt ist, gestaltet sich das nicht ganz einfach. Als dem Kryptopathologen Dr. Walid dann auffällt, dass Jazzmusiker auffallend häufig kurz nach einem Auftritt in Soho eines anscheinend natürlichen Todes sterben, muss sich Peter alleine auf die Suche nach einer Ursache, die in seine Zuständigkeit fallen könnte, machen. Dass er sich dabei Hals über Kopf in die Exfreundin eines kürzlich verstorbenen Musikers verliebt, macht die Sache für ihn nicht einfacher.
Ben Aaronovitch schafft es auch hier wieder, den Leser innerhalb weniger Seiten zu fesseln – sofern das nach der unbedingt zu empfehlenden vorherigen Lektüre des 1. Bandes überhaupt noch erforderlich ist. Ohne Letztere könnte es dem Leser schwerfallen, alle Zusammenhänge zu erfassen. Trotz aller Verwicklungen kommt auch diesmal der Humor nicht zu kurz. Wenn Peter zum Beispiel darüber sinniert, dass sein Vater durch die Evakuierung seiner Großmutter im 2. Weltkrieg beinahe in Wales zur Welt gekommen wäre, was dessen Meinung nach fast so schlimm wäre, wie ein Schotte zu sein, kann man sich als Leser nur vor Lachen schütteln. So vergeht kaum ein Kapitel, ohne dass sich irgendwelche Anspielungen auf die traditionelle englische Denk- und Lebensart finden. Auch wenn der Autor laut Verlagsinfo gebürtiger Londoner ist, lässt sein Name vermuten, dass er – genau wie sein Romanheld – nicht-britische Wurzeln und damit einen etwas anderen Blickwinkel auf die diversen Großbritannien-Clichés hat. Der Erfolg dieser Romanreihe lässt jedoch darauf schließen, dass die Briten wohl durchaus bereit sind, über ihre eigenen Macken zu lachen.

Fazit:
Allen, die sowohl Urban Fantasy als auch eine Portion Humor zu schätzen wissen, kann „Schwarzer Mond über Soho“ nur empfohlen werden.

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Verwandlung

Mari März
Verwandlung

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Was bin ich?

Klappentext:
Stellen wir uns dem, was wir sind … in all seiner Schönheit – auch wenn diese dunkel ist wie der sternenlose Himmel einer klaren Neumondnacht.
Lyra wohnt in einer kleinen Stadt am Rande Berlins und ist 17. Genau genommen ist sie 17 Jahre und 25 Wochen alt. In 191 Tagen ist sie endlich volljährig und schon jetzt fest davon überzeugt, dass ab diesem Tag alles anders wird. Doch wie definiert man „anders“?
Seltsame Dinge geschehen in der Zeit bis zu ihrem 18. Geburtstag. Lyra entwickelt Fähigkeiten und Kräfte, die sie so nur aus Fantasy-Romanen kennt. Warum kann sie plötzlich besser riechen, schmecken, hören … warum verwandelt sie sich von einem kleinen pummligen Mädchen in eine athletische Schönheit? Was hat es mit der Liebe und dem Feuer auf sich … und warum muss sie Hals über Kopf fliehen?
Zwar ist Lyra ein großer Fan geheimnisvoller Geschichten, doch hinterlassen die Veränderungen in ihrem Leben, die von ziemlich super über bösartig bis furchterregend reichen, ein Gefühl der Einsamkeit und Angst. Hilflos strebt sie ihrem Schicksal entgegen, während ihre Großmutter alles fest im Griff hat. Der alten Matriarchin ist jedes Mittel recht, die scheinbare Idylle und den guten Ruf der Familie Hertzberg zu bewahren. Sie alle sind wahre Meister der Verhüllung. Vor allem Lyras Mutter hütet seit langer Zeit ein dunkles Geheimnis, das sich nun endlich offenbart.
Denn nichts lässt sich für ewig unter den Teppich kehren. Niemand vermag es, den schicksalhaften Lauf der Dinge aufzuhalten …

Rezension:
Lyra ist ein eher unangepasstes Mädchen, das sich schon darauf freut, bald volljährig zu werden. In ihrer Abiturklasse ist sie eine Außenseiterin, die Jungen beachten sie kaum, für die Einstellungen ihrer Eltern sowie ihrer Großmutter – alles angesehene Ärzte – hat sie nicht viel übrig. Um ihre Individualität zu betonen, entschließt sie sich eines Tages sogar spontan, sich eine Glatze zu schneiden. Am liebsten sieht sie sich zusammen mit ihrer einzigen Freundin Horrorfilme an. Doch plötzlich stellt Lyra unerwartete Veränderung an sich fest. Ihr Seh- und Gehörsinn verbessert sich deutlich, ihre Ernährungsvorlieben wechseln, sogar ihre Augenfarbe verändert sich. Was geht da mit ihr vor? Lediglich ihre Mutter scheint einen Verdacht zu haben, weigert sich jedoch, darüber zu sprechen.
Wie es für derartige Werke fast schon üblich ist, ahnt die ‚Heldin‘ zunächst nicht im Geringsten, dass sie über irgendwelche Besonderheiten verfügt. Obwohl sie kein besonders gutes Verhältnis zu ihrer eher gefühlskalten Familie hat, wundert es Lyra doch, wie extrem ihre Verwandten auf ihre Veränderungen reagieren. Einzig ihrer Freundin Emily kann sie vertrauen und diese an allen ihren neuen Geheimnissen teilhaben lassen.
Bei „Verwandlung“ handelt es sich um den Auftaktband zu Mari März’ „MondZauber“-Tetralogie, in der auch die folgenden Bände Lyras Lebensweg verfolgen sollen. Der Autorin gelingt es, im Leser Verständnis für Lyras ablehnende Haltung gegenüber ihrer Familie zu wecken. Bei allen körperlichen und auch seelischen Veränderungen der Protagonistin bleibt es für den Leser genau wie für diese selbst lange ein Geheimnis, was eigentlich wirklich mit ihr geschieht. Recht überraschend sind dann auch die wahren Hintergründe, als Lyra schließlich die Wahrheit erfährt. Beinahe alles ist anders, als sie bisher dachte. Dieser Weg zur Erkenntnis, wer beziehungsweise was sie eigentlich ist, bildet eindeutig den Schwerpunkt der Handlung dieses Buches. Lyras (zugegebenermaßen) kurzes Liebesabenteuer wäre auf diesem Weg jedoch durchaus verzichtbar gewesen.

Fazit:
Die magische Selbstfindung eines Mädchens, die den Auftakt zu einer Urban-Fantasy-Tetralogie darstellt.

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Zwischen den Welten – Tagebuch einer Hexe

Ela Feyh
Zwischen den Welten – Tagebuch einer Hexe

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Hex, Hex in Templin

Klappentext:
Seltsame Begegnungen kommen manchmal vor. Die erste, beinahe furchteinflößende, passierte zu Beginn meines Schulwechsels, als ich Aaron kennenlernte, und die nächste, als ich mit einigen Freunden an den See fuhr. Bislang hatte ich nie an andere Wesen und übernatürliche Phänomene geglaubt, aber seitdem ich dieses Blickduell zwischen Aaron und Leander beobachtet hatte, zweifelte ich mein Weltbild ernsthaft an. Es gab doch keine Wesen, deren Haut plötzlich zu glühen begann, deren Augen auf einmal finsteren Löchern glichen und die einem eine Gänsehaut einjagten, weil einem das Gefühl überkam, zwischen zwei kollidierende Welten geraten zu sein. Oder doch?

Rezension:
Die 17-jährige Lucy lebt in Österreich, doch ihre Welt gerät aus den Fugen, als eines Tages Polizisten an der Wohnungstür klingeln und ihr mitteilen, dass ihre Eltern und ihr Bruder bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzt wurden. Sie ist die einzige Überlebende ihrer Familie. Zum Glück erklärt sich ihre Tante aus Deutschland bereit, sie aufzunehmen. In Brandenburg angekommen, kommt Lucy jedoch so einiges merkwürdig vor. Zuerst verdrängt sie ihre eigenartigen Beobachtungen noch, weil die Trauer sie vollkommen gefangen nimmt, aber schon bald wird ihr bewusst, dass sowohl mit ihrer Tante als auch mit verschiedenen Mitschülern etwas nicht stimmt. Alle ihre diesbezüglichen Fragen werden von denen jedoch abgeblockt.
Die Autorin Ela Feyh führt ihre Leser relativ schnell zum eigentlichen Ort der Handlung, sodass Lucys Vorgeschichte nur angerissen wird. Worüber sie ihre Heldin jedoch bis fast zum Ende des Buches rätseln lässt, wird dem Leser bereits im Titel verraten: Lucy ist eine Hexe. Somit hält sich die Überraschung für diesen natürlich in Grenzen. Leider werden einige andere interessante Fragen bis zum Ende des Buches weder für Lucy noch für den Leser beantwortet. Obwohl das aus Lucys Sicht verfasste Buch in einem angenehm zu lesenden Stil verfasst ist und einige interessante Handlungsdetails enthält, hinterlässt es deshalb als Ganzes gesehen einen unbefriedigenden Gesamteindruck. Auch wenn „Zwischen den Welten – Tagebuch einer Hexe“ als Bestandteil der (mir ansonsten unbekannten) „Nepyhlen“-Reihe genannt wird, ist aufgrund des Epilogs davon auszugehen, dass es keine direkte Fortsetzung, die die offenen Fragen klären könnte, geben wird.

Fazit:
Diese Urban-Fantasy-Geschichte bietet zwar einige interessante Details, bleibt am Ende für den Leser jedoch relativ unbefriedigend.

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eBook

Eine Peter-Grant-Story – 1 – Die Flüsse von London

Ben Aaronovitch
Eine Peter-Grant-Story – 1 – Die Flüsse von London

Übersetzung: Karlheinz Dürr

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Klappentext:
Peter Grant ist frischgebackener Police Constable, als man ihm einen unerwarteten Karrierevorschlag macht: Er soll Zauberlehrling werden, der erste in England seit fünfzig Jahren. Jetzt muss er sich mit einem Nest von Vampiren in Purley herumschlagen, einen Waffenstillstand zwischen Themsegott und Themsegöttin aushandeln, Leichen in Covent Garden ausgraben … Alles ziemlich anstrengend. Und der Papierkram!

Rezension:
Nach dem Abschluss der Polizeischule geht für Peter und seine Kollegin Lesley, mit der er gut befreundet ist, auch die 2-jährige Probezeit zu ende. In wenigen Tagen werden sie endlich ihre Tätigkeit als vollwertige Polizisten aufnehmen können. Während Lesley jedoch eine Stelle bei der Mordkommission angeboten bekommt, soll Peter einen Schreibtischjob übernehmen. Doch alles kommt anders. Als eines Nachts einem Mann auf offener Straße der Kopf abgeschlagen wird, müssen Peter und Lesley den Tatort absichern. Während Lesley ihnen einen Kaffee besorgt, meldet sich bei Peter ein Zeuge. Doch dieser Zeuge ist ein Geist. Wenig später lernt Peter Detective Chief Inspector Nightingale kennen, Chef und derzeit einziger Mitarbeiter der Abteilung für übersinnliche Vorfälle. Seine Wohnung und Dienststelle in einem ist The Folly, ein großes, altes Anwesen, welches Nightingale alleine mit seiner Haushälterin Molly bewohnt. Mit seiner offensichtlichen Begabung fürs Übersinnliche wird Peter Assistent und Zauberlehrling Nighingales – und damit Bewohner Nummer 3 im Folly.
Ben Aaronovitch schafft es, den Leser schnell in die magische Unterwelt Londons eintauchen zu lassen. Der Handlungsstrang um die diversen Flussgötter der größtenteils überbauten Flüsse Londons, die dem Buch den Namen geben, ist jedoch eher eine Nebenhandlung, die mit den mysteriösen Todesfällen, die Peter und sein neuer Chef untersuchen, fast nichts zu tun hat. Das alles sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Buch einen humorvollen Grundton hat. Wenn die schönen Töchter von Mama Themse – alles selbst echte Göttinnen – Peters Hormone im Wallung bringen, spielen die Morde nur noch eine Nebenrolle. Und wer hätte gedacht, dass sich die Flussgöttin der Themse mit einer LKW-Ladung Bier bestechen lässt? Das ist Urban Fantasy vom Feinsten!
Der Autor schafft es, seinen Lesern die Zusammenhänge seiner magischen Welt verständlich zu machen, was in anderen Werken dieses Genres leider nicht immer der Fall ist. Für mich bleiben am Ende des Buches eigentlich nur 2 (nicht übermäßig wichtige) Fragen offen: Was ist Molly? Vieles in ihrer Beschreibung würde zu einem klassischen Vampir passen, doch die Vampire, mit denen Peter es zu tun bekommt, werden ganz anders als die Haushälterin beschrieben. Und waren Peters Eindrücke während seiner U-Bahn-Fahrt real oder nur Einbildung? Aber wie gesagt sind beide Fragen für den Lesespaß nicht essentiell. Einziger wirklicher Kritikpunkt ist in meinen Augen die Schlichtung des Streits zwischen Themsegott und Themsegöttin ganz am Ende des Buches. Die wirkt auf mich doch etwas konstruiert, um das Buch schnell abzuschließen.

Fazit:
Für alle Urban-Fantasy-Fans ist „Die Flüsse von London“ eine Empfehlung wert. Da bleibt einem wohl nichts anderes übrig, als sich schnell die (bisher 5) Fortsetzungen zu beschaffen.

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With Love, Mary Sue – Das Phänomen Fanfiction

Stefanie Zurek, Bettina Petrik
With Love, Mary Sue – Das Phänomen Fanfiction

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Die Kultur der FanFiction

Klappentext:
Es gibt eine Welt, da lebt Professor Snape glücklich verheiratet mit Lily Potter, Thorin Eichenschild ist nie gestorben, und Anakin Skywalker hat sich nie auf die böse Seite der Macht geschlagen. Eine Welt, wo Sherlock Holmes zusammen mit einem geheimnisvollen Timelord merkwürdige Fälle untersucht, Dean Winchester mit der Crew der Serenity fliegt und Loki und Thor mehr als nur Brüder sind.
Fanfiction, argumentieren manche, gab es schon immer. Schließlich bedienten sich nicht wenige große Autoren an populären Stoffen und verpassten ihnen ein neues Gewand. Andere hingegen sehen Fanfiction kritisch und werfen den Autoren vor, die Ideen anderer zu verfremden.
Und es soll vorkommen, dass das Schreiben von Fanfiction zum Durchbruch verhilft, wie u.a. „Shades of Grey“ zuletzt bewies.
Aber was ist Fanfiction wirklich? Aus welchem Bedürfnis entsteht sie, und wie weit zurück geht das Phänomen? Welche Genres gibt es, und was sollte man als Fanfiction-Neuling auf jeden Fall wissen, bevor man sich in die zahllosen Archive stürzt?
Bettina Petrik und Stefanie Zurek nehmen Sie mit auf eine turbulente, augenöffnende, manchmal aufwühlende, aber immer emotionale Reise durch die großartige Welt der Fanfiction.
Sie werden Ihren Augen nicht trauen.

Rezension:
Jeder, der schon einmal eine FanFiction gelesen oder vielleicht sogar selbst verfasst hat, ist den Besonderheiten dieses Literaturzweigs – wenn man es so nennen kann – begegnet. Aber nur Wenigen ist wohl die enorme Bandbreite sowohl in inhaltlicher Hinsicht als auch in den Hintergründen bewusst. Für jeden, der an (mindestens) einem der großen Fandoms interessiert ist, dürfte es demzufolge interessant sein, mehr über dieses Phänomen zu erfahren. Deshalb kann man durchaus davon ausgehen, dass der vorliegende Versuch der beiden (selbst FanFiction-erfahrenen) Autorinnen, die FanFiction-Szene allumfassend zu beleuchten, eine Marktlücke trifft.
Leider ist das Ergebnis nicht ganz so gelungen, wie man es bei diesem Thema erhoffen könnte. Während die durchaus interessante Betrachtung der geschichtlichen Entwicklung eher (zu) kurz gehalten wird, kehrt der Text alle paar Seiten zur rechtlichen Frage zurück – um immer aufs neue zum Ergebnis zu kommen, dass diese nicht wirklich geklärt ist. Verschiedene FanFiction-Archive im Internet werden sehr ausführlich vorgestellt, was teilweise so sehr ins Detail geht, dass die Menüstruktur des Archivs Punkt für Punkt abgehandelt wird. Ob das dem Leser wirklich hilft, „das Phänomen Fanfiction“ zu verstehen, sei dahingestellt. Ergänzt wird das alles durch Meinungen verschiedener Prominenter – naheliegenderweise überwiegend Autoren – zum Thema und zahlreiche Kommentare FanFiction-Begeisterter.
Eine stärkere Konzentration auf die Entwicklung der FanFiction-Kultur hätte diesem Buch zweifellos gutgetan.

Fazit:
Ein interessanter Einblick in die Weitläufigkeit der FanFiction-Kultur, der leider oft zu Randthemen abschweift.

Taschenbuch
eBook

Die Tagdiebin

Monika Detering
Die Tagdiebin

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Abtauchen in eine Welt aus Gerüchen

Klappentext:
Ein Kurzgeschichte über Sehnsucht und Wünsche
Sofia hat nur einen Wunsch: Sich einen Tag zu stehlen, einen Tag der Vollkommenheit, Die Suche nach Gerüchen und Düften, so lange, bis die Stimmung des Tages und die Düfte verblassen.
Über booksnacks
Kennst du das auch? Die Straßenbahn kommt mal wieder nicht, du stehst gerade an oder sitzt im Wartezimmer und langweilst dich? Wie toll wäre es, da etwas Kurzweiliges lesen zu können. booksnacks liefert dir die Lösung: Knackige Kurzgeschichten für unterwegs und zuhause!

Rezension:
Sofia schwärmt für die Gerüche der Welt. Doch leider ist es gar nicht einfach, einen perfekten Tag ohne störende schlechte Gerüche zu erleben.
Das soll die gesamte Inhaltsbeschreibung eines ganzen Buches sein? Ja, denn bei einer Kurzgeschichte, deren eigentlicher Text im Reader (je nach Modell) nur etwa 4 Seiten lang ist, kann man nicht mehr schreiben, ohne gleich alles zu verraten. Titel, Impressum, Kurzbiographie der Autorin und dergleichen füllen mehr Seiten als die Geschichte selbst. Der Herausgeber „booksnacks“ hat es sich offenbar zur Aufgabe gemacht, Kurzgeschichten für die Langeweile zwischendurch zu veröffentlichen. Daran gibt es natürlich prinzipiell nichts auszusetzen. Der Preis von (derzeit) 1,49 € für eine so kurze Geschichte erscheint allerdings doch reichlich hoch.
Sofias Geschichte beginnt sehr poetisch mit der Beschreibung der Düfte des Morgens. Im weiteren Verlauf der Handlung wird ihre Suche nach dem perfekten (Duft-)Tag dann eher skurril. Im Gegensatz zum Untertitel „Urban Fantasy, Kurzgeschichte“ sind jedoch kein Fantasy-Elemente erkennbar.

Fazit:
„Die Tagdiebin“ ist eine schnelle Zwischendurch-Lektüre für unterwegs. Allerdings ist die Geschichte zum derzeitigen Preis total überteuert.

eBook

Die Prophezeiung

Yvonne Pioch
Die Prophezeiung

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Die Farbe macht den Unterschied

Klappentext:
Die dreizehnjaehrige Anne fuehrt das bescheidene Leben einer Bauerntochter – bis sie eines Tages erkennt, dass sie in einer magischen Welt lebt und selbst ein Teil davon ist. Doch hinter all dem Zauber lauern auch Gefahren und politische Raenke, denen sich Anne allein ausgesetzt sieht. Auf ihren Bruder Henri ist kein Verlass, sein Lehrer Miraj ist schwer zu durchschauen. Wird Anne sich in dieser neuen Welt behaupten koennen und herausfinden, was es mit ihren raetselhaften Traeumen auf sich hat? Und welche Rolle spielt die geheimnisvolle Prophezeiung von Altraterra?

Rezension:
Anne lebt mit ihrem Vater auf einem Bauernhof. Ihre Mutter ist schon vor Jahren gestorben, ihr Bruder studiert in einer weit entfernten Stadt, worauf ihr Vater, ein einfacher Bauer, sehr stolz ist. Doch immer wieder hat sie einen Traum, in dem sie einen ihr fremden, aber offensichtlich reichen Mann heiratet. Als Annes Bruder nach längerer Zeit mal wieder zu Besuch kommt, wird er von einem seiner Lehrer begleitet. Und dieser ist genau der Mann, den Anne in ihren Träumen schon unzählige Male geheiratet hat. Zu ihrer noch größeren Überraschung erfährt sie dann noch, was ihr Bruder eigentlich studiert: Magie!
Yvonne Piochs „Die Prophezeiung“ stellt den Auftakt zur „Altraterra“-Reihe (nicht zu verwechseln mit der „Alterra“-Reihe von Maxime Chattam) dar. Am Anfang des Buches nimmt sich die Autorin Zeit. dem Leser Anne und ihr einfaches, bäuerliches Leben vorzustellen. Erst beim Besuch ihres Bruders wird das Mädchen in eine faszinierende, aber auch nicht ungefährliche Welt der Magie hineingezogen, in der grüne, gelbe, rote und schwarze Magier jeweils ihre eigenen Prioritäten haben und durchsetzen wollen. Anders als man vielleicht befürchten könnte, steht Annes Liebesleben dabei nicht im Fokus der Handlung.
Die Autorin benutzt eine gut lesbare Sprache, die stellenweise allerdings etwas mehr schriftstellerische Raffinesse vertragen könnte. Im Gegensatz zum Klappentext werden die Umlaute im Buch selbst übrigens korrekt dargestellt.

Fazit:
Ein mittelalterlich geprägtes Fantasy-Abenteuer für junge und junggebliebene Leser.

Taschenbuch
eBook

Ein Fall für Wells & Wong – 1 – Mord ist nichts für junge Damen

Robin Stevens
Ein Fall für Wells & Wong – 1 – Mord ist nichts für junge Damen

 

Übersetzung: Nadine Mannchen

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Das Rätsel um Miss Bells Leiche

Klappentext:
Deepdean-Mädchenschule, 1934. Als Daisy Wells und Hazel Wong ihr eigenes, streng geheimes Detektivbüro gründen, gibt es zuerst gar kein wirklich aufregendes Verbrechen zum Ermitteln. Doch dann entdeckt Hazel die Lehrerin Miss Bell tot in der Turnhalle. Zuerst denkt sie, es sei ein schrecklicher Unfall gewesen. Aber als Daisy und sie fünf Minuten später zurückkommen, ist die Leiche verschwunden. Jetzt sind die Mädchen sicher: Hier ist ein Mord geschehen! Und nicht nur eine Person in Deepdean hätte ein Motiv gehabt.
Nun haben Daisy und Hazel nicht nur einen Mordfall aufzuklären zuerst müssen sie beweisen, dass es überhaupt ein Mord war. Fest entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen, bevor der Mörder wieder zuschlagen kann (und bevor die Polizei eingeschaltet wird, natürlich), müssen Hazel und Daisy nach Beweisen suchen, Verdächtige ausspionieren und all ihre Intuition einsetzen. Doch werden sie Erfolg haben? Und wird ihre Freundschaft diese Herausforderung bestehen?
Ein spannender Mädchen-Krimi ganz im Stil Agatha Christies, mit viel Internatsflair und zwei Heldinnen, die jeder gern zur Freundin hätte!

Rezension:
Bisher haben die Freundinnen Daisy und Hazel nur verschwundenem Naschwerk und aus Rache verstecken Kleidungsstücken nachgespürt. Mit irgendetwas muss man sich im Internat schließlich die Zeit vertreiben. Als Hazel eines Abends jedoch nochmal schnell in die Turnhalle läuft, um ihre vergessene Jacke zu suchen, liegt dort Miss Bell, eine ihrer Lehrerinnen, tot auf dem Boden. Panisch läuft sie zu ihrer Freundin Daisy, um dieser von ihrem Fund zu berichten. Als Hazel und Daisy mit einer schlecht gelaunten älteren Aufsichtsschülerin im Schlepptau nur wenige Minuten später wieder in der Turnhall ankommen, ist von einer Leiche jedoch nichts mehr zu sehen. Wütend leitet die Aufsichtsschülerin Strafmaßnamen gegen die beiden Freundinnen ein, weil sie davon ausgeht, von ihnen bewusst getäuscht worden zu sein. Eigenartigerweise taucht jedoch am kommenden Tag bei der Direktorin ein Kündigungsschreiben Miss Bells auf. Doch Hazel und Daisy sind sich sicher, dass dieses nur vom Mörder gefälscht worden sein kann, um das Verschwinden der Lehrerin zu vertuschen. So bleibt den Freundinnen nichts anderes übrig, als den Fall selbst aufzuklären. Schnell stellt sich heraus, dass fast alle verbliebenen Lehrkräfte mehr oder wenige gute Motive für die Tat gehabt hätten.
Was die Autorin mit diesem Buch präsentiert, ist in gewisser Weise ein Spagat zwischen einem Jugend- und einem klassischen Detektivroman, wobei man den Agatha-Christie-Vergleich des Klappentextes durchaus ernst nehmen kann. Der grundsätzliche Aufbau der Geschichte erinnert nämlich sehr an diverse Miss-Marble-Stories, was in besonderem Maße für die schlussendliche Überführung des Täters in einer Runde aller Verdächtiger zutrifft. Allerdings sind die Hobbydetektivinnen Daisy und Hazel erheblich jünger als eine gewisse Miss Marble, wodurch der Leser nebenbei auch einen Einblick in das (fiktive) Leben eines englischen Internats in den 1930ern erhält. Von modernen pädagogischen Strukturen ist das noch weit entfernt.
Da die Schülerinnen zu Anfang (wie es auch in der Realität normal seien dürfte) kaum Einblick in das Privatleben ihrer Lehrerinnen haben, bauen sich die entsprechenden Zusammenhänge erst nach und nach vor dem Leser auf. Während dieser im Laufe der Geschichte auch viel über Hazels (aus deren Perspektive das Buch berichtet) und nicht ganz so viel über Daisys Hintergrund erfährt, bleiben die übrigen Schülerinnen eher blass. Von denen gerät während der ganzen Spurensuche auch keine auch nur Ansatzweise in Verdacht.
Das gesamte Buch ist interessant geschrieben. Die wenigen, für den eigentlichen Plot jedoch unbedeutenden, Logiklücken stören das Lesevergnügen nicht. (Zum Beispiel sind bei der oben erwähnten Runde aller Verdächtiger sämtliche Lehrkräfte anwesend, die Schüler haben zu dieser Zeit aber Unterricht. Wer unterrichtet sie da wohl?) „Mord ist nichts für junge Damen“ macht definitiv Lust auf die zu erwartenden Fortsetzungen. Im englischen Original umfasst die Reihe um Hazels und Daisys Detektivabenteuer bereits 5 Bände und 2 Kurzgeschichten.

Fazit:
Für Freunde von Internatsgeschichten und auch für ältere Fans von Detektivgeschichten à la Miss Marple ist dieses Buch beinahe ein Muss!

Hardcover

Das Talar-Universum – Welt der Begabten

CD Sanders
Das Talar-Universum – Welt der Begabten

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Diplomat, Krieger und Sklavin

Klappentext:
Wenn CD Sanders in das Talar-Universum eintaucht, dann ändern sich die uns bekannten Gesetze der Physik. Die Welt Talar ist wie viele andere auch, so wie die Erde beschaffen. Aber nur sie bietet einer großen Anzahl von paranormalen Wesen eine Zufluchtsstätte. Der Begründer ihrer Gemeinschaft ist Hork. Er rekrutiert ein ganz besonderes Team, das sich um den so gar nicht gewöhnlichen Jungen Dominic Keller von der Erde des Jahres 2016 formiert. An seine Seite stellt ihm Hork drei außergewöhnliche junge Wesen. Alle vier kommen im Alter von 12 Jahren nach Talar. Um ihre Fähigkeiten zu perfektionieren, durchlaufen sie in den nächsten vier Jahren eine harte Ausbildung. Ihre Aufgabe besteht darin, jedem notbedürftigen Wesen mit ihren telepathischen Fähigkeiten in Katastrophenzeiten zur Seite zu stehen. Außerdem stoßen noch die lebhafte Elfe Tiri und der grimmige Kobold Cass zu ihnen. So wird im ersten Teil dieser All Age Fantasy-Reihe aus dem ursprünglichen Viererteam ein fantastisches Sechsergespann. Zusammen bilden sie das stärkste Team, das Talar jemals hervorgebracht hat.

Rezension:
Talar ist eine Welt auf der die übersinnlich Begabten vieler anderer Welten eine Zuflucht vor dem Unverständnis ihrer heimischen Mitwesen oder sogar deren Verfolgung finden. Hork hat diese Welt einst gefunden und zu dem gemacht, was sie jetzt ist. Paranormale Wesen aller Welten sind jederzeit eingeladen, hier friedlich zusammenzuleben und zu lernen. Auch Dominic, ein Junge aus Berlin, und dessen Eltern, die ebenfalls über besondere Begabungen verfügen, werden eingeladen. Zusammen mit Gleichaltrigen aus anderen Welten könnte Dominic auf Talar seine besonderen Begabungen trainieren. Doch auch Talar hat Feinde …
Nach einer relativ langen Einleitung lernt der Leser dieses Fantasy-Buches Dominic kennen. Kurz darauf werden ihm auch die anderen 12-jährigen vorgestellt, mit denen Dominic ein Team bilden soll. Da wäre zunächst Tasschel, die auf ihrer Heimatwelt wegen ihrer Andersartigkeit schon mit 6 Jahren zur Sklavin gemacht wurde. Arrir dagegen war zuhause ein echter Prinz, der später der Herrscher seiner Welt geworden wäre. Als seine Eltern jedoch seine Besonderheit bemerkten, wurde er verstoßen, wie es bei seinem Volk in solchen Fällen Sitte ist. Vervollständigt wird die Gruppe durch Tessa, ein Waisenmädchen aus dem London des 18. Jahrhunderts, das von Hork sogar durch die Zeit nach Talar geholt wurde. Ab hier wird die Handlung richtig interessant und im weiteren Verlauf auch spannend.
Leider erreicht die schriftstellerische Qualität nicht ganz das Niveau der Handlung. Bei den zahlreichen Wechseln der Zeitebene und Erzählperspektive kann der Leser schon manchmal vorübergehend den Überblick verlieren. Auch die Kommasetzung könnte teilweise eine Überarbeitung gebrauchen. Allerdings handelt es sich bei „Welt der Begabten“ erst um den Auftaktband der „Das Talar-Universum“-Reihe, sodass man bei den Folgebänden in diesen Punkten auf Besserung hoffen kann. Verdient hätte es die Reihe, denn die Handlung verspricht gut zu werden.

Fazit:
Ein vielversprechender Einstieg in eine neue Welt, der aber noch Verbesserungspotential bietet.

eBook

Skizzen aus Slawonien

Damir Rajle
Skizzen aus Slawonien

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Reise in ein unbekanntes Land

Klappentext:
Im Osten Kroatiens liegt eine uralte Kulturregion, in der sich bis heute viele Spuren donauschwäbischer Kultur finden lassen: Slawonien.
Die Region ist die Kornkammer Kroatiens und hat eindrucksvolle Landschaften zu bieten von den Tiefebenen bis zum Feuchtgebiet des Naturparks Naturpark Kopački rit. Größte Städte in Slawonien sind Osijek, Slavonski Brod, Vincovcki und Vukovar.
Der Fotograf Damir Rajle aus Osijek zeichnet mit eindrucksvollen Aufnahmen ein ganz persönliches Bild seiner Heimatregion Slawonien, ergänzt durch poetische Texte in kroatischer, deutscher und englischer Sprache.

Rezension:
Slawonien – wer oder was soll das denn sein? Diese Frage wird sich hierzulande wohl so mancher stellen. Ist eventuell von Slowenien die Rede und das ganze nur ein Druckfehler? Nein, ist es nicht! Slawonien ist eine Landschaft in Kroatien. Während die Adriaküste Kroatiens Jahr für Jahr von Touristen überschwemmt wird, verirren sich in diesen Winkel des Landes wohl nur wenige deutsche Urlauber.
Dieser Bildband des kroatischen Fotografen Damir Rajle zeigt, dass diese kaum bekannte Gegend manch sehenswerte Landschaft zu bieten hat. Neben diesen werden aber auch die Dörfer und Menschen der Region nicht vergessen, auch wenn der Schwerpunkt eindeutig auf der Natur liegt. Der gute Druckqualität und das hochwertige Papier unterstützen dabei die Wirkung des guten und überwiegend interessanten Bildmaterials. Die optische Wirkung wird auch dadurch unterstützt, dass die Bilder oft eine Doppelseite für sich alleine haben. Der mehrsprachige Text erläutert auch im Bild nicht erkennbare Hintergründe. Als einzigen Negativpunkt kann man diesem gelungenen Bildband das Softcover anlasten, das die Betrachtung des durch Format und Papierqualität relativ gewichtigen Buches etwas erschwert.

Fazit:
„Skizzen aus Slawonien“ ist ein eindrucksvoller Bildband, der den Leser in eine hierzulande kaum bekannte Gegend entführt.

Softcover