Das fünfte Gebot

Mildred Speet
Das fünfte Gebot

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Eine Frage des Motivs

Klappentext:
Moral und Verrat
Kommissar August Lehmann wird zu einem Tatort gerufen. Ein Bild des Grauens bietet sich ihm. Nackt und mit fünfzehn Stichen im Unterleib übersät liegt die Frau blutverschmiert im eigenen Bett. Schon bald bemerkt er, dass das Opfer ein Leben jenseits von Moral und Anstand führte.

Rezension:
Als der kürzlich von seiner Frau verlassene Kommissar Lehmann die blutüberströmte Leiche der Ermordeten sieht, hat er sofort das Gefühl, dass die Tochter des Opfers jetzt Trost braucht. Diese scheint etwas Abwechslung auch nicht abgeneigt zu sein. Und der vermeintliche Täter ist auch schnell gefunden …
Mildred Speet beweist mit dieser Kurzgeschichte, dass auch eine solche eine abgeschlossene Handlung bieten kann. Dabei gelingt es der Autorin, auf den wenigen Seiten, die die Geschichte einnimmt, alle Elemente eines klassischen Krimis wie falsche Spuren und schlussendliche Überführung des Täters unterzubringen. Sogar für die Gefühlswelt des Kommissars bleibt dabei noch Raum. Daumen hoch!

Fazit:
Ein überzeugender Kurzkrimi.

 

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Jack

Thomas Kowa
Jack

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Der Kofferraum

Klappentext:
Roadtrip mit Jack
Ein einsamer Mann kämpft im Delirium Tremens mit sich selbst, mit seiner Hassliebe Alkohol und den Frauen, die er glaubt, im Kofferraum seines Autos gefangen zu halten.
Jack von Thomas Kowa gewann den 2. Preis im Krimi-Wettbewerb Süddeutsche Zeitung.

Rezension:
Er fährt auf einer einsamen Straße und erinnert sich an all die Frauen, die er mitnahm. Und er erinnert sich daran, wie er sie nach und nach aus unterschiedlichen Gründen in den Kofferraum verfrachtete. Doch dann gerät er unerwartet in eine Polizeikontrolle.
Diese Kurzgeschichte aus der booksnacks-Reihe unterscheidet sich stilistisch erheblich von Thomas Kowas anderen Beiträgen zu dieser eBook-Reihe, was natürlich daran liegen könnte, dass sie laut Hinweis des Autors im Vorwort eines seiner Frühwerke darstellt. Bei einer so kurzen Geschichte möchte ich nicht viel zum Inhalt sagen. Nur soviel: Bei der Auflösung muss der Leser erst einen Moment nachdenken, bevor ihm klar wird, was die Polizisten eigentlich finden.

Fazit:
Der eher leise Humor dieser Story fällt etwas aus dem, was der Leser sonst von Thomas Kowa gewohnt ist.

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Der letzte Turm vor dem Niemandsland

Micahel Schmidt (Hrsg.)
Der letzte Turm vor dem Niemandsland

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Ein bunter Phantastik-Mix

Klappentext:
Fantasyguide – das Crossoverzine – steht für Abwechslung. Die dritte Anthologie bietet sechzehn Geschichten aus sechs Genres. Ob humorvoll oder spannend, düster oder sozialkritisch, in jedem Fall unterhaltsam.
Nur die Geschichte zählt.
Das Titelbild stammt von Detlef Klewer.
Herausgeber und Verleger haben sich gemeinschaftlich entschieden, die Veröffentlichung dieser Anthologie dem Gedenken an Christian Weis (1966-2017), der mit einer seiner letzten Geschichtenveröffentlichungen vertreten ist, zu widmen.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Uwe Hermann: Der letzte Turm vor dem Niemandsland
Andreas Fieberg: Ein begründeter Verdacht
Susanne Schnitzler: Unkenrufe
Ralf Steinberg: Verführerische Düfte. Eine Saramee-Geschichte
Lisanne Surborg: Die Puppe mit dem blauen Kleid
Achim Hildebrand: Froschzauber
Diane Dirt: Meister Shini
Andreas Flögel: Im Dienst des Wardens
Christel Scheja: Der Mitternachtsstern
Xander Morus: Das Grab am Canyon
Christian Weis: Neu-Eden
Ellen Norten: Der Sieg der Couch-Potatos
Torsten Scheib: Erntezeit
Michael Schmidt: Aton
Sven Klöpping: Der Mehrwert der Erinnerungen
Karin Reddemann: Marthe stirbt nicht
Fantasy, Horror und SciFi – in dieser unter dem Dach von Fantasyguide.de herausgegebenen Anthologie sind alle Teilgebiete der Phantastik vertreten. Die Bandbreite ist auffallend weit gedehnt und reicht von Horror im Western-Ambiente („Das Grab am Canyon“) über klassische Fantasy (z.B. „Der Mitternachtsstern“), welche zum Teil eine typische Heldenreise beinhaltet („Der letzte Turm vor dem Niemandsland“), und einen Superhelden („Im Dienst des Wardens“) bis hin zu SciFi mit einem Hauch Gesellschaftskritik („Neu-Eden“, „Ein begründeter Verdacht“). Die Grundstimmung variiert von locker-flockig bis düster. Allerdings ist das Qualitätsniveau ähnlich weit gefächert, wobei es meinem persönlichen Geschmack geschuldet sein könnte, dass mich insbesondere mehrere Fantasy-Geschichten überzeugen konnten.
Zu den Stories, die mich besonders in ihren Bann ziehen konnten, gehören beispielsweise „Froschzauber“ und „Der Mitternachtsstern“. Bei beiden handelt es sich um Fantasy-Stoffe klassischer Prägung, die trotz ihres Kurzgeschichten-Charakters jeweils eine (weitgehend) abgeschlossene Geschichte erzählen. Doch auch das Fantasy-SciFi-Crossover „Meister Shini“ (das durchaus den Epilog einer deutlich umfangreicheren Geschichte darstellen könnte) und die reine SciFi-Story „Der Sieg der Couch-Potatos“ gehören zu den Höhepunkten dieser Anthologie.

Fazit:
Eine bunte Mischung aller Bereiche der Phantastik mit leider auch recht durchmischtem Qualitätsniveau.

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Die Savanten – 2 – Drachenstimme

Uwe Eckardt
Die Savanten – 2 – Drachenstimme

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Die Macht der Drachen

Klappentext:
Als Finn und seine Freunde die Hauptstadt der Yangri erreichen, erleben sie eine böse Überraschung: Der machtgierige Magier Krotrok ist bereits dort und empfängt das Luftschiff mit einer Übermacht seiner geflügelten Krieger. Die Drachenhaut fällt und im Chaos der Schlacht werden die Savanten voneinander getrennt. Während jeder auf seine Weise versucht, mit der aussichtslosen Situation klarzukommen, bereitet Krotrok den entscheidenden Schachzug zur Vernichtung der gesamten Menschheit vor. Alles scheint verloren, als Hilfe von einer unerwarteten Seite erscheint: Die Drachenstimme tritt aus den Schatten der Vergangenheit hervor und offenbart die wahre Natur der Drachen.

Rezension:
Nachdem den Savanten am Ende des 1. Bandes „Heimkehr“ eben diese nicht gelungen war und sie von der Drachenhaut aufgenommen wurden, hat das Luftschiff die Hauptstadt der Yangri erreicht. Doch bevor sie überhaupt dazu kommen, Kontakt aufzunehmen, werden sie angegriffen. Das Luftschiff wird zerstört und die Freunde getrennt. Gibt es in dieser ausweglosen Situation überhaupt noch eine Möglichkeit, die zerstörerischen Entwicklungen aufzuhalten? Und welche Rolle spielen die Drachen in dem ganzen Durcheinander?
Während der 1. Band der „Die Savanten“-Reihe noch als SciFi-Thriller in unserer realen Welt begann und erst nach dem Übertritt der Protagonisten in ein Paralleluniversum zum Fantasy-Abenteuer umschlug, handelt diese Geschichte komplett in dieser anderen Welt, in der Elektrizität (auch natürliche) nicht existiert. Dafür sind in dieser Welt Magie und diverse Sagenwesen real. Somit spielen auch SciFi- und Thriller-Elemente in diesem Buch keine Rolle mehr. Im Gegensatz zum Vorgänger, in dem Uwe Eckardt den Fokus ganz auf Finn konzentrierte, wird dem Leser das Geschehen diesmal aus der Sicht wechselnder Protagonisten erzählt.
Da dem Leser die wichtigen Protagonisten bereits bekannt sind, kann sich die Geschichte überwiegend auf die eigentliche Handlung, einen drohenden Krieg abzuwenden, konzentrieren. Damit wird der Abenteuercharakter des Buches zusätzlich unterstrichen. Durch den Trick, die Teilhandlungen aus wechselnder Perspektive zu betrachten, fällt das Geschehen recht komplex aus, führt aber erwartungsgemäß zu einem Finale, in dem sich alle Handlungsstränge wieder vereinen. Leider kommt das Ende dann relativ abrupt daher, und die Handlung der Reihe wird mit einem in der Zukunft angesiedelten Epilog abgeschlossen.

Fazit:
Das Finale der abenteuerlichen Erlebnisse der Savanten kommt als reines Fantasy-Abenteuer daher.

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Erbin der Zeit – 1 – Die Schlacht von Pyrinas

Xenia Blake
Erbin der Zeit – 1 – Die Schlacht von Pyrinas

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Miss Anti-Percy

Klappentext:
Xaenym Davine führt ein perfektes Leben. Aber an ihrem 16. Geburtstag erfährt sie, dass alles eine Lüge war. Denn Xaenym ist keine normale Sterbliche. Ihr Vater ist der Titan Chronos. Und an den Sagen aus der griechischen Antike ist mehr dran, als sie je gedacht hätte.
Bevor sie sich versieht, gerät sie in eine Welt voller Gefahren, wo Halbgötter gegen Monster kämpfen und schwierige Missionen antreten. Schon bald machen sie und ihre neuen Freunde sich auf den Weg zu einer sagenumwobenen Insel und müssen dabei zahlreichen Gefahren trotzen.

Rezension:
Erst an ihrem 16. Geburtstag erfährt Xaenym, wer ihr Vater ist, nämlich der Titan Chronos, der sich bei einem Besuch auf der Erde in ihre Mutter verliebte. Mit dem Erreichen des 16. Geburtstags wird ihr Status als Demititanin allerdings auch für die Götter erkennbar. Und die kämpfen mit allen Mitteln. Bewusstlos wird Xae nach Titansvillage gebracht, wo sie zusammen mit anderen Gegnern der Götter für den Kampf trainiert. Schneller als erwartet muss sie mit einigen ihrer neuen Freunde auf eine lebensgefährliche Mission gehen.
Bereits die Kurzfassung seines Anfangs verrät, worum es in diesem Buch grundsätzlich geht. Man kann es im Prinzip als Gegenstück zur Percy-Jackson-Reihe betrachten: Die halb-menschliche Jugendliche ist hier weiblich, und zur Abwechslung sind hier die olympischen Götter die Bösen. Ähnliche (Anti-)Parallelen ziehen sich auch durch den Rest der Handlung.
Vom erzählerischen Stil her reicht „Erbin der Zeit“ allerdings nicht ganz an das Vorbild heran – was bei einer Newcomer-Autorin wohl auch etwas viel verlangt wäre. Speziell der Anfang und das Ende wirken ziemlich gehetzt. Der Leser könnte beinahe das Gefühl bekommen, alles bis zum Aufbruch zur Mission wäre nur ein ausführlicher Prolog. Analog verhält es sich mir dem Ende, in dem (fast) alle offenen Fragen im Schnelldurchgang aufgeklärt werden. Dazwischen liegt ein Action-reiches Abenteuer, das unzählige Kämpfe mit zahlreichen Toten aneinanderreiht. Für eine tiefergehende Figurenzeichnung bleibt da nicht viel Raum. Außer der Hauptprotagonistin lernt man kaum eine der handelnden Personen wirklich kennen. Allerdings kann die interessante Handlung über einige der Schwächen hinwegtrösten. Somit bleibt abzuwarten, ob die Handlung in den zu erwartenden weiteren Bänden mehr Tiefe und Charakterzeichnung erhält.

Fazit:
Ein Urban-Fantasy-Abenteuer rund um die griechische Götterwelt, dem alle Percy-Jackson-Fans einen Blick gönnen sollten.

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Picknick im Zoo

Rainer Güllich
Picknick im Zoo

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Elefantastisch

Klappentext:
Dickhäuter unter sich
Drei etwas resolute Damen wollen im Zoo ein Picknick veranstalten. Als sie ihre Zelte in der Nähe des Elefantengeheges aufschlagen, will sie der pflichtbewusste Tierpfleger von dort verjagen, da er befürchtet, die schwangere Elefantendame Sieglinde könnte eine Fehlgeburt erleiden. Doch die drei Damen wollen sich nicht eingestehen, dass ausgerechnet eine Elefantendame sensibler sein könnte als sie.

Rezension:
3 Frauen bewegen sich durch den Zoo wie die sprichwörtlichen Elefanten im Porzellanladen. Dabei sind sie so laut, dass der Elefantenpfleger befürchtet, die hochschwangere Elefantenkuh könnte deshalb eine Frühgeburt erleiden.
Rainer Güllich gelingt es in dieser Kurzgeschichte aus der booksnacks-Reihe, einen wohl jedem Leser bekannten Frauentyp humorvoll zu karikieren. Dabei entwickelt die Story ihren ganz speziellen Humorstil. Was mir für das 5. Sternchen noch fehlt, wäre eine kleine Pointe.

Fazit:
Ein kurzer Zoobesuch für zwischendurch. Humorvoll und auf den Punkt getroffen.

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Die Elementarsturm-Chroniken – 3 – Die Wächter

Kieran L. McLeod
Die Elementarsturm-Chroniken – 3 – Die Wächter

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Gaetanische Konflikte

Klappentext:
Ein 600 Jahre altes Geheimnis wird gelüftet und der junge Waliser Stuart wird zum Mittelpunkt eines magischen Krieges. In Gaetan erwacht eine uralte Gefahr und eine Prophezeiung aus der Zeit der zweiten großen Verheerung bringt ein vergessenes Volk wieder ans Tageslicht – um dann Stuart vor die Entscheidung seines Lebens zu stellen.
Der spannende Höhepunkt eines rasanten Fortsetzungsromans, ein High-Fantasy-Abenteuer mit jeder Menge Magie, faszinierenden, fremden Kulturen und Landschaften. Diese Episode schließt die erste Staffel ab, Stuart und Martens Abenteuer wird in der nächsten Staffel fortgesetzt.

Rezension:
Stuart und Merton gelangen nach passieren des Druidentores nach Gaetan. Dort, wo sie zunächst herauskommen, gibt es praktisch nichts – zumindest nichts Lebendiges. Im wahren Gaetan spitzen sich in der Zwischenzeit die politischen Konflikte zu. Die Graue Kirche will ihre Macht mit allen Mitteln verteidigen. Doch Stuart und Merton wecken mit ihrer Torpassage ungeahnte Mächte.
Im 3. Band seiner „Die Elementarsturm-Chroniken“-Reihe führt Kieran L. McLeod die verschiedenen Handlungsstränge zusammen. Nachdem am Anfang dieses Bandes die aus dem Versuch, die Zusammenhänge zu erkennen, entstehende Verwirrung des Lesers nochmals zu wahren Höhepunkten getrieben wird, greifen die erzählerischen Zahnräder dann zunehmend ineinander. Zusammen mit dem Leser erkennt Stuart seine eigene Bedeutung im rätselhaften Geschehen um das Druidentor.
Mit „Die Wächter“ wird der 1. Zyklus der Reihe abgeschlossen. Die Fronten zwischen den Handelnden sich weitgehend klar. Alles deutet auf einen Machtkampf in Gaetan hin. Dafür, dass die Rätsel nicht ausgehen, ist trotzdem gesorgt, sodass auch in der kommenden 2. Staffel reichlich magische Spannung zu erwarten ist.

Fazit:
Die Fäden laufen zusammen. Endlich kann der Leser die Zusammenhänge weitgehend überblicken. Empfehlung: die Bände 1, 2 und 3 am Stück lesen!

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Immortal – Der Unsterbliche

Krishna Udayasankar
Immortal – Der Unsterbliche

Übersetzung: Sebastian Gruner

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Der indische Stein der Weisen

Klappentext:
Alle Lebenden eint der Tod. Alle, bis auf einen.
Professor Bharadvaj ist weit mehr als nur ein Historiker mit einer Schwäche für Whisky und Schusswaffen. Denn hinter der Fassade des zynischen Akademikers steckt ein Mann, der seit Jahrtausenden auf Erden wandelt. Er ist Asvatthama – der Verfluchte. Der Mann, der nicht sterben kann.
Eines Tages bittet ihn die so rätselhafte wie schöne Maya Jervois, ihr bei der Suche nach einem ganz besonderen Artefakt behilflich zu sein. Jenes sagenumwobene Objekt, die Vajra, soll über unglaubliche alchemistische Kräfte verfügen. Der Professor glaubt jedoch nicht an dessen Existenz – hat er doch selbst viele Leben unter verschiedenen Identitäten damit zugebracht, dieses Artefakt zu finden und damit das Geheimnis hinter seiner Unsterblichkeit lüften zu können.
Aber die Möglichkeit, dass die Vajra doch existieren könnte, ist einfach zu verlockend, um ihr nicht nachzugehen, und so finden sich die beiden schnell in einem Abenteuer wieder, dessen uralte Puzzleteile sie von den labyrinthischen Gängen unter dem Somnath-Tempel bis in die Wüsten Pakistans führen.
Wer aber steckt hinter den unerschrockenen Söldnern, die ihnen ständig dicht auf den Fersen sind? Und ist der Professor, der in einem früheren Leben ein legendärer Krieger war, dazu verdammt, auf ewig ein Leben aus Tod und Blutvergießen führen zu müssen?

Rezension:
Professor Bharadvaj ist ein professioneller Schatzsucher, der sich selbst als Historiker sieht. Doch er hat ein Geheimnis; er ist ein 4000 Jahre alter Unsterblicher. Im Laufe dieser Zeit hat er unter unzähligen Identitäten gelebt. Und obwohl er Vergleiche mit einem gewissen Indiana Jones ablehnt, ähnelt seine Arbeitsweise der des Filmhelden doch auffallend. Gerade als er sich entschließt, dass es wieder mal an der Zeit ist, seine Identität zu wechseln – das übliche Schicksal aller Unsterblichen, die nicht auffallen wollen –, meldet sich eine junge Frau bei ihm und will ihn damit beauftragen, den legendären Vajra zu finden, dessen Spur sie angeblich entdeckt hat. Natürlich kann Professor Bharadvaj dieser Versuchung nicht widerstehen, könnte ihm dieses Artefakt doch auch das Rätsel seiner eigenen Unsterblichkeit offenbaren. Doch kaum zieht er die Annahme des Auftrags ernsthaft in Erwägung, treten auch schon skrupellose Verfolger auf den Plan. Eine Jagd kreuz und quer durch Indien, die schließlich bis nach Pakistan führt, beginnt.
Gewohnheitsmäßigen Fantasy-Lesern fallen sicher die Namen unzähliger US-amerikanischer und britischer Autoren ein. Deutsche Autoren sind (zumindest hierzulande) in dem Genre natürlich auch reichlich vertreten. Aber dann wird es schon sehr eng. Selbst aus dem europäischen Ausland (außer UK) fallen einem da nur sehr wenige Namen ein. Südamerika, Afrika, Asien? Zumindest bei mir klafft da Fantasy-mäßig ein großes Loch. Mit Krishna Udayasankar aus Singapur taucht jetzt zumindest im asiatischen Teil dieses Loches erstmals eine Autorin auf meinem Fantasy-Radar auf.
Da wundert es natürlich auch nicht, dass die Handlung dieses Urban-Fantasy-Werks in einem ungewohnten Kulturkreis, genau gesagt dem indischen, angesiedelt ist. Das führt allerdings auch dazu, dass man als europäischer Leser in eine weitgehend fremde Kultur entführt wird. An sich ist das gerade im Fantasy-Genre natürlich nichts Ungewöhnliches. Allerdings handelt es sich dabei in der Regel natürlich um erfundene Kulturen, während es hier die reale indische Viel-Götter-Kultur ist. Das ist einerseits interessant, macht andererseits das Lesen des Buches aber nicht einfacher. Unzählige Götter, Kultorte und historische Begebenheiten ziehen an einem vorbei, die der durchschnittliche Mitteleuropäer kaum zuordnen kann. Immer wieder ist man versucht, das Lesen zu unterbrechen, um Wikipedia & Co. zum gerade aufgetauchten Begriff zu befragen. Früher oder später wird man das, um im Lesefluss zu bleiben, jedoch unterlassen – und damit riskieren, dass einem etwas Handlungsrelevantes entgeht. Zumindest dass es sich beim handlungstragenden Vajra um das indische Gegenstück des uns geläufigen Steins der Weisen handelt, wird direkt im Text erwähnt.
Die flotte und Action-reiche Handlung wird dem Leser in einem flüssigen Stil serviert, der die Geschichte – abgesehen von den erwähnten kulturellen Elementen – nur so an ihm vorbeirauschen lässt. Lässt man ein paar kleinere Logikprobleme außer Acht, kann dieses Urban-Fantasy-Abenteuer mit Tendenz zum Thriller den Leser in seinen Bann ziehen. Und ein paar Einblicke in die indische Alltagskultur bekommt er dabei natürlich auch.

Fazit:
Urban-Fantasy-Fans, die den Mut haben, sich in eine unbekannte Kultur zu stürzen, kann dieses außergewöhnliche Buch empfohlen werden.

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Im Zeichen des Lotus – 9 – Beugen und Brechen

Valerie Loe
Im Zeichen des Lotus – 9 – Beugen und Brechen

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Nells Vergangenheit

Klappentext:
Jede Nacht, ungesehen, unbemerkt von den Menschen, wird ein Krieg gefochten. Seit mehr als tausend Jahren treffen sich in den Schatten zwei Mächte, Chaos und Ruhe, Feuer und Eis, die ihre Schlachten schlagen bis zum Ende aller Zeit.
Im Auge des Sturms ist es gefährlich ruhig. Es ist das Aufatmen, vor dem Knall. Die älteren Silver haben es schon einmal erlebt und damals ging es nicht gut aus.
Der Einzige, der sie vor dem Untergang bewahren kann, muss sich seinen Erinnerungen stellen. Erinnerungen, zu lange verdrängt und verleugnet, dass sie zu Biestern wurden, die sich auf Titus stürzen.
Während der König sein Innerstes neu zusammen baut, in der Hoffnung, wieder der zu werden, der er einst war, droht Penelope durch Berylls Spiel zu zersplittern.
Wahrheit und Lüge, was sie dachte zu sein und zu hassen, beginnen sich zu verschieben, bis sie erkennen muss, dass sie mehr ist. Nur will sie das auch sein?

Rezension:
Während sich Nell auf ihrer erzwungenen Europareise befindet und dabei auch noch einen unerwünschten Begleiter bekommt, versucht Titus in einer beinahe vergessenen Solani-Bibliothek in Praha Hinweise zu finden. Doch es sind die zurückgebliebenen Silver, die schließlich dem Rätsel um Nells Identität näher kommen.
Nachdem Valerie Loe ihren Lesern seit einer Reihe von Bänden neue Erkenntnisse weitgehend verweigert hat, bekommen diese diesmal endlich fassbare Fakten serviert. Nicht nur zu Penelopes Vergangenheit gibt es endlich brauchbare Anhaltspunkte, auch Titusʼ Vergangenheit wird jetzt näher beleuchtet. Beide Charaktere werden in ihren Handlungen damit greifbarer. Damit dürften bei allen, die dieses Urban-Fantasy-Abenteuer nun schon seit 9 Bänden verfolgen, der Drang weiterzulesen erneut gestärkt werden. Genug andere Fragen sind schließlich noch offen.

Fazit:
Mit diesem Band gewinnt diese Reihe wieder deutlich an Fahrt.

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Eathelyn Falls – 1 – Rückkehr

Tina Littlemoon
Eathelyn Falls – 1 – Rückkehr

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Ins Reich der Mare

Klappentext:
Eathelyn wäre lieber in der Heimat ihres Vaters, einer beschaulichen Ortschaft an der australischen Goldküste, aufgewachsen als in einer hektischen Großstadt, wie Prag es ist.
Denn dort lebt sie zusammen mit ihrer Mutter, seitdem ihr Vater eines Tages spurlos im Meer verschwindet und sie kurze Zeit später einen Teil ihres Gehörs verliert.
Nach 15 Jahren beschließt Eathelyn auf eigene Faust nach Nambucca Heads zurückzukehren, um ihre einzige Verwandte, Oma Vic, wiederzusehen. Wenngleich sie es nicht erwarten kann, Ferien im Paradies zu machen, geht das wahre Motiv ihrer Reise viel tiefer. Sie möchte herausfinden, was damals tatsächlich mit ihrem Vater geschehen ist, und wer er wirklich war.
Callan ist kein Vorzeige-Cascade und das möchte er auch gar nicht sein. Er wünscht sich zu wissen, wer seine Eltern sind und wie es sich anfühlt, jemanden zu lieben. Wenn der Hauch einer Chance besteht, den verabscheuungswürdigen Gesetzen von Circle-Falls zu entfliehen, wird er alles daran setzen, seinen Teil des Beitrags einzulösen.
Entdecke die magische Welt der Circen und Cascaden.
Für alle, die von Wassergeschöpfen und Australien nicht genug lesen können.

Rezension:
Als ihr Vater ohne erkennbaren Grund ins Meer geht, ist Eathelyn erst 3. Ihre Mutter beschließt daraufhin, mit Eathelyn in ihre tschechische Heimat zurückzukehren. Während Eathelyns Kindheit und Jugend verhindert ihre Mutter jeden Kontakt zu den in Australien zurückgebliebenen Verwandten ihres Vaters und ihren Kindheitsfreunden. Unmittelbar nach ihrem Schulabschluss entschließt sich die mittlerweile fast Volljährige jedoch, der Heimat ihres Vaters und ihrer eigenen frühen Kindheit einen Besuch abzustatten. Ihrer Mutter erzählt sie, sie würde nur in ein Camp für begabte junge Musiker nach Ungarn fahren. Doch auch Eathelyns Großmutter in Australien scheint ihr nicht alles zu erzählen, was sie weiß. Erst nach und nach erfährt sie von den dort lebenden, verfeindeten Wasservölkern der Circen und Cascaden. Und genau mit denen scheint ihr eigenes Schicksal und das ihres Vaters verwoben zu sein. Dass sie sich mit Callan, einem jungen Cascaden, gut versteht, macht die Sache nicht einfacher, zumal sie nicht ahnt, dass dieser kein Mensch ist.
Mit „Rückkehr“ präsentiert Tina Littlemoon den 1. Band ihrer Urban-Fantasy-Reihe „Eathelyn Falls“, mit der sie den Leser in den Süden Australiens führt. Somit verwundert es natürlich nicht allzu sehr, dass am Ende dieses Bandes so gut wie keine der zahlreichen Fragen zufriedenstellend beantwortet ist. Genau wie die Hauptprotagonistin hat auch der Leser gerade erst die Oberfläche des alles verbindenden Rätsels angekratzt.
Ein paar kleine Abstriche an der inhaltlich sehr interessanten Story müssen leider bezüglich einiger schriftstellerischen Patzer gemacht werden. So hält es die Autorin beispielsweise für nötig, manche Sachverhalte und Zusammenhänge mehrfach zu erklären. Auch einige Formulierungen sind nicht besonders glücklich gewählt. Ein gutes Lektorat würde hier bei den kommenden Bänden sicher Wunder wirken. Verdient hätte es dieses einfallsreiche Fantasy-Abenteuer sicher, denn hier werden Elemente miteinander verknüpft, die mir so, insbesondere in dieser Kombination, noch nicht begegnet sind. Die weitere Entwicklung verspricht jedenfalls, interessant zu werden.

Fazit:
Dieser Reihen-Auftakt ist ein einfallsreiches Urban-Fantasy-Abenteuer mit leichten schriftstellerischen Mängeln.

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