Die Tagdiebin

Monika Detering
Die Tagdiebin

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Abtauchen in eine Welt aus Gerüchen

Klappentext:
Ein Kurzgeschichte über Sehnsucht und Wünsche
Sofia hat nur einen Wunsch: Sich einen Tag zu stehlen, einen Tag der Vollkommenheit, Die Suche nach Gerüchen und Düften, so lange, bis die Stimmung des Tages und die Düfte verblassen.
Über booksnacks
Kennst du das auch? Die Straßenbahn kommt mal wieder nicht, du stehst gerade an oder sitzt im Wartezimmer und langweilst dich? Wie toll wäre es, da etwas Kurzweiliges lesen zu können. booksnacks liefert dir die Lösung: Knackige Kurzgeschichten für unterwegs und zuhause!

Rezension:
Sofia schwärmt für die Gerüche der Welt. Doch leider ist es gar nicht einfach, einen perfekten Tag ohne störende schlechte Gerüche zu erleben.
Das soll die gesamte Inhaltsbeschreibung eines ganzen Buches sein? Ja, denn bei einer Kurzgeschichte, deren eigentlicher Text im Reader (je nach Modell) nur etwa 4 Seiten lang ist, kann man nicht mehr schreiben, ohne gleich alles zu verraten. Titel, Impressum, Kurzbiographie der Autorin und dergleichen füllen mehr Seiten als die Geschichte selbst. Der Herausgeber „booksnacks“ hat es sich offenbar zur Aufgabe gemacht, Kurzgeschichten für die Langeweile zwischendurch zu veröffentlichen. Daran gibt es natürlich prinzipiell nichts auszusetzen. Der Preis von (derzeit) 1,49 € für eine so kurze Geschichte erscheint allerdings doch reichlich hoch.
Sofias Geschichte beginnt sehr poetisch mit der Beschreibung der Düfte des Morgens. Im weiteren Verlauf der Handlung wird ihre Suche nach dem perfekten (Duft-)Tag dann eher skurril. Im Gegensatz zum Untertitel „Urban Fantasy, Kurzgeschichte“ sind jedoch kein Fantasy-Elemente erkennbar.

Fazit:
„Die Tagdiebin“ ist eine schnelle Zwischendurch-Lektüre für unterwegs. Allerdings ist die Geschichte zum derzeitigen Preis total überteuert.

eBook

Vanishing Point – Fluchtpunkt

Jonathan Green
Vanishing Point – Fluchtpunkt

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Der ‚Geist‘ des Erfinders

Klappentext:
Begleiten Sie Ulysses Quicksilver bei einem mysteriös-spannendem Abenteuer und lernen Sie die fantastische Welt von PAX BRITANNIA kennen.
VANISHING POINT ist eine Kurzgeschichte aus dem PAX-BRITANNIA-Zyklus von Jonathan Green, von welchem bisher die Titel UNNATURAL HISTORY und LEVIATHAN RISING auf deutsch erschienen sind.

Rezension:
Lady Oddfellow lädt einige Bekannte zur Séance nach Hardewick Hall, ihrem Familiensitz. Dabei beabsichtigt sie, Kontakt zum Geist ihres verstorbenen Vaters aufzunehmen, eines Erfinders, der sich bei einem seiner verrückten Experimente vor den Augen mehrere Zeugen einfach in Luft auflöste. Unter den Gästen ist auch der alte Freund der Familie Ulysses Quicksilver, der allerdings nicht an derartigen Spuk glaubt. Doch zu seiner Überraschung gelingt es dem Medium, Madame Garside, tatsächlich, Kontakt zu Alexander Oddfellow herzustellen.
Leider schafft es diese kostenlose Kurzgeschichte nicht ganz, das Niveau des 1. Bandes der „Pax Britannia“-Reihe, „Unnaturial History“ zu erreichen. Allerdings ist zu vermuten, dass sie von Autor und Verlag auch eher als Appetithäppchen für die kostenpflichtigen Bücher vorgesehen ist. Trotzdem bietet „Vanishing Point – Fluchtpunkt“ dem Leser eine spannende und interessante Zwischendurch-Lektüre. Ob der Grund, dass diese Geschichte den Leser nicht in dem Maße in ihren Bann zu ziehen vermag, wie es beim (weitaus umfangreicheren) „Unnaturial History“ der Fall ist, in der Kürze der Geschichte liegt, oder ob eventuell die ausgetauschte Übersetzerin die Steam-Punk-Atmosphäre nicht ganz so gut herüberbringen konnte, wie es dort der Fall ist, kann ich nicht beurteilen, da ich in beiden Fällen das Original nicht kenne.

Fazit:
Diese kurze Geschichte stellt primär ein Appetithäppchen für die erheblich umfassendere „Pax Britannia“-Reihe dar.

eBook

Von Büchern und Inseln

Louise Erdrich
Von Büchern und Inseln

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Unterwegs im Ojibwe-Land

Klappentext:
Louise Erdrich begibt sich auf eine Reise ins Land der Ojibwe, aus dem ihre indianische Großmutter stammt. Diese Region aus Seen und Wäldern an der Grenze von Minnesota und Ontario durchstreift sie auf der Suche nach dem Geist ihrer Vorfahren – und auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, warum sie sich von Büchern so unwiderstehlich angezogen fühlt. Ihre Romane, u.a. »Liebeszauber«, »Die Rübenkönigin« oder »Die Antilopenfrau« sind bei namhaften deutschen Verlagen erschienen und wurden allesamt Bestseller.

Rezension:
Die US-amerikanische Autorin Louise Erdrich, Tochter eines deutschen Einwanderers und einer Indianerin, begibt sich auf Spurensuche ins Land ihrer Vorfahren mütterlicherseits, ins traditionelle Land des Ojibwe-Stammes. Begleitet wird sie nur von ihrer jüngsten Tochter im Babyalter und auf Teilstrecken von deren Vater, einem Ojibwe-Medizinmann.
Diese Reisebeschreibung führt den Leser in eine hierzulande und wohl auch in den dichtbevölkerten Regionen Nordamerikas kaum bekannte Gegend an der US-amerikanisch-kanadischen Grenze. Kern des Ojibwe-Landes ist ein großes Seengebiet mit zahlreichen Inseln, auf denen die alten Ojibwe ihre Felszeichnungen hinterlassen haben. Auch die Informationen zur Sprache der Ojibwe sind interessant, hat diese doch einen sehr ungewöhnlichen Aufbau (siehe Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Ojibwe_%28Sprache%29).
Während die Autorin die landschaftlichen und geographischen Gegebenheiten sehr interessant und bildlich darstellt und dem Leser so die Region nahebringt und Interesse weckt, lässt sie ihre Gedanken zwischendurch leider immer wieder zu Themen abgleiten, die in keinem Zusammenhang zu den Örtlichkeiten oder den Ojibwe stehen. Diese Gedankengänge kann man zwar teilweise fast als philosophisch bezeichnen, doch stören sie den Lesefluss sehr. Deshalb kann man dieses Büchlein auch eher Lesern empfehlen, die Gefallen am Philosophieren finden, als solchen, die sich primär für Land und Leute interessieren.

Fazit:
„Von Büchern und Inseln“ ist eine Reisebeschreibung für eher philosophisch interessierte Leser.

gebundenes Buch
Taschenbuch

Fremdes Leben

Dennis Frey
Fremdes Leben

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Die Leben des Cormac Flynn

Klappentext:
Cormac Flynn entschließt sich, seinem Leben ein Ende zu setzen. Doch statt zu sterben, wird er von einem Fremden zurückversetzt, um seinem Leben eine bessere Richtung zu geben.
Als er in einem Versteck auf versiegelte Magie stößt und sie befreit, ändert sich alles, und für Cormac beginnt ein verzweifelter Kampf um das Gleichgewicht der Welt. Zu allem Übel, mischt sich auch noch der Fremde ein, der ihn ständig zu beobachten und mehr Gründe für sein Einmischen zu haben scheint, als er zugeben möchte.

Rezension:
Cormac Flynn, ein Mann nicht genau bekannten Alters, steht auf einer Klippe – und springt. Kurz darauf wird er im Bett seines alten Kinderzimmers wach. Es ist wieder der 13. November 1992, und er ist wieder 15. Bei ihm ist ein eigentümliches Wesen ohne Augen. Dieses eröffnet Cormac, dass es ihm eine Chance gibt, sein verpfuschtes Leben neu und besser zu leben. Cormac erinnert sich, dass er damals – oder jetzt, je nachdem, wie man es sieht – gerade mit seinen Eltern in die Stadt gezogen und gleich anschließend länger krank gewesen war. Doch an seiner neuen Schule bekommt Cormac gleich Ärger mit dem Schulrowdy und dessen Freunden. Nach einer auch in diesem Leben nicht besonders angenehmen Zeit erleidet Cormac durch deren Schuld einen Unfall – und erwacht am 13. November 1992. Ob dieses Leben endlich besser wird?
Dieser kurzen Inhaltsangabe kann man wohl schon ansehen, dass Dennis Freys „Fremdes Leben“ in gewisser Weise an den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erinnert. Immer wenn Cormac sein Leben vergeigt hat – woran er allerdings meist nicht selbst die Schuld trägt –, wacht er wieder als 15-jähriger am 13. November 1992 auf. Bei den Lokalitäten greift der Autor auf tatsächlich existierende Orte seiner Wahlheimat Irland zurück.
Das Leben, das Cormac nach seinem Selbstmord führt, füllt fast 25% des Buches. Leider ist gerade dieses Leben für den Leser das langweiligste. Sein darauf folgendes Leben ist bis kurz vor dessen Ende auch nicht wirklich interessant. Bis zu dieser Stelle erscheint das Buch eher wie eine Sozial-Problem-Story. Erst jetzt kommen (abgesehen vom mehrmaligen Reset seinen Lebens) erstmals Fantasyelemente ins Spiel. Allerdings ist der Leser an dieser Stelle auch schon fast in der Mitte des Buches angekommen. Ab hier wird das Buch auch für Fantasy-Freunde erheblich interessanter, was sich bis zum Ende weiter steigert. Während jedoch das relativ uninteressante ‚Vorspiel‘ sehr in die Länge gezogen erscheint, werden die Höhepunkte, die es gegen Ende definitiv gibt, um so kürzer abgehandelt.
Genau hier liegt das Problem bei der Einschätzung des Buches. Wer gerne Bücher über soziale Konflikte ließt, wird wahrscheinlich auch am vorderen Teil des Buches Gefallen finden, denn stilistisch ist dieses durchaus gelungen. Wer jedoch primär eine Fantasy-Story erwartet, dessen Geduld wird arg auf die Probe gestellt. Zum Ende hin dominiert das Fantasy-Element die Handlung jedoch immer stärker. Hier kann der Autor mit einigen überzeugenden Einfällen punkten, und die Auflösung ist durchaus überraschend. Zusammengefasst kann man vielleicht sagen, dass dem Buch eine deutliche Straffung des vorderen, magiearmen Teiles guttun würde.

Fazit:
Nach einem schwachen Start steigert sich „Fremdes Leben“ zum Ende hin zu einer spannenden Fantasy-Geschichte.

eBook

Mira Magica – Böse und Gut

Jannes C. Cramer
Mira Magica – Böse und Gut

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Weißer Zirkel oder Bruderschaft?

Klappentext:
Mira ist ein ganz normaler Teenager mit ganz normalen Problemen. Zumindest bis sie auf ein Wesen von seltsamer Gestalt trifft. Vigil, der schon viele Jahre nach ihr sucht, zeigt Mira eine magische Welt, die ohne ihr Wissen bereits Teil ihres Lebens ist.
Doch Vigil ist nicht der Einzige, der auf das Mädchen aufmerksam geworden ist. So werden die Sorgen und Pflichten ihres Teenagerdaseins bald zu Miras geringstem Problem und sie erlebt Dinge, die sich oft nur schwer mit ihrem bisherigen Alltag vereinbaren lassen.
Schon bald lernt Mira die junge Magierin Luisa kennen und glaubt, in ihr eine Freundin und Weggefährtin gefunden zu haben …
„Mira Magica – Böse und Gut” ist ein Urban Fantasy Roman.
Die Handlung spielt in der heutigen Zeit in einem deutschen (Fantasie-)Ort namens Dorwingen.
Auch wenn es sich beim Roman im Kern um ein Jugendbuch handelt, ist es durchaus für Erwachsene geeignet, die sich für spannende Bücher dieses Genres interessieren.

Rezension:
Mira ist eine 16-jährige Schülerin, die ihre Freizeit meist mit ihren beiden Freundinnen verbringt. Zumindest bis sie ‚zufällig‘ ein kleines Kätzchen findet. Sobald die beiden alleine sind, beginnt das Kätzchen plötzlich mit menschlicher Stimme zu sprechen, nur um sich kurz darauf in ein eigenartiges Wesen mit 3 Augen zu verwandeln, welches sich Mira als ihr Wächter Vigil vorstellt. Er eröffnet ihr, dass sie eine Magierin ist und er sie ausbilden wird. Ähnlich erging es vor wenigen Jahren Luisa, nur dass ihr Wächter ein alter Mann war. Natürlich treffen die beiden jungen Magierinnen bald aufeinander – und wecken das Interesse 2er magischer Gemeinschaften, des Weißen Zirkels und der Bruderschaft. Schnell weiß Mira nicht mehr, wer es gut und wer es böse mit ihr meint.
Wie viele Urban-Fantasy-Werke es gibt, an deren Anfang Mädchen oder Jungen in jugendlichem Alter überraschend erfahren, dass sie über besondere Fähigkeiten verfügen, kann wohl niemand zählen. Und trotzdem funktioniert dieses Schema immer wieder, wie auch dieses Buch erneut beweist.
Nachdem die Handlung zu Beginn etwas steif und fast schon steril wirkt, kommt spätestens mit Luisas Geschichte Spannung auf, welche sich im weiteren Verlauf des Buches immer weiter steigert. Miras Schwierigkeiten, ihren Freundinnen und Eltern gegenüber möglichst unverändert zu erscheinen, werden dabei vom Autor immer wieder in den Mittelpunkt der Handlung gerückt. Ihr Erfolg, Familie und Freundeskreis vorzuspielen, mit ihr hätte sich nicht wirklich etwas verändert, wirken allerdings teilweise nicht sehr glaubhaft. Auch die dazu im Rahmen der Handlung gegebene Begründung erscheint wenig überzeugend. Überhaupt werden die Menschen aus Miras bisherigem Umfeld recht oberflächlich dargestellt. Im Gegensatz dazu werden die Zerwürfnisse in der Mira zunächst noch fremden magischen Welt intensiver beleuchtet. Hier gibt es, wie die junge Magierin schnell feststellen muss, nicht nur Schwarz und Weiß,. Auch alle möglichen dazwischenliegenden Grautöne sind vertreten. Und genau hier erreicht die Handlung ihren spannenden Höhepunkt. Lange ist weder der Heldin noch dem Leser klar, welche Kräfte welche Ziele verfolgen, wer Mira helfen oder wer ihre Fähigkeiten nur ausnutzen will.
Auch wenn am Schluss des Buches – was wohl niemanden wirklich überraschen wird – zumindest die unmittelbaren Gefahren vorläufig neutralisiert sind, erscheint das Ende irgendwie offen. Der Leser hat den Eindruck, dass Miras Geschichte hier noch nicht zu ende sein kann. Allerdings findet sich weder im Buch selbst noch in der Webpräsenz des Autors irgendeinen Hinweis auf eine geplante Fortsetzung.

Fazit:
Eine Urban Fantasy, deren magischer Anteil (im Gegensatz zum real-menschlichen Umfeld) durchaus überzeugen kann.

Taschenbuch
eBook

Magische Realitäten: Die verkannte Gabe des Mr. Plummer

Peggy Weber (Hrsg.)
Magische Realitäten: Die verkannte Gabe des Mr. Plummer

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Ein skurriles Sammelsurium

Klappentext:
Da, wo sich die Grenzen von Fantasie und Realität überschneiden, wo das Magische mit dem Alltäglichen sich vereint, da ist unsere Anthologie angesiedelt. Eine Sammlung von 23 bisher unveröffentlichten phantastischen Kurzgeschichten nimmt Sie mit auf die Reise zu den Welten, die im Geheimen und Verborgenen liegen, voller Rätsel und Mystik. Wir präsentieren 17 Autoren, die sich in diesen unheimlichen Bereich vorgewagt haben: Matthias Falke, Jacqueline Montemurri, Peggy Weber, Dr. Olaf Lahayne, Vertigo Stray Cat, Christoph Steven, Laura Mench, Kevin Cegla, Regine Bott, Tobias Reckermann, Susanne Ulrike Maria Albrecht, Christian Künne, Julia Annina Jorges, Regina Schleheck, Sebastian Görlitzer, Senta Kuharsky, Rico Gehrke

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Julia Annina Jorges: Das Abflussphänomen
Matthias Falke: Atropos oder Das Holzhaus am Alten See
Peggy Weber: Katzenwolken
Dr. Olaf Lahayne: Die letzte Jagd
Vertigo Stray Cat: Frauenmuseum
Christoph Steven: Das seltsame Schweigen der Reichen
Laura Mench: Diagnose
Kevin Cegla: Das Cellospiel
Vertigo Stray Cat: Krähenflug
Regine Bott: Die verkannte Gabe des Mr. Plummer
Tobias Reckermann: Schattenschürer
Jacqueline Montemurri: Die Galerie des Herrn Mevis Tofeles
Susanne Ulrike Maria Albrecht: Lass mich hinübergehen!
Christian Künne: Die graue Hütte
Jacqueline Montemurri: Begegnung
Christoph Steven: Der Abtrünnige
Regina Schleheck: Jim Herrenlos
Sebastian Görlitzer: Die Insel
Vertigo Stray Cat: Hoffnungsvoll verloren
Senta Kuharsky: Wenn der Kreis sich schließt
Senta Kuharsky: Parallelen
Senta Kuharsky: In der Stille
Rico Gehrke: Wo bist du?
Peggy Weber: Nichts
Rico Gehrke: Die eiserne Schere
Rico Gehrke: Kriech um dein Leben

Hier findet der Leser thematisch fast alles. Der Bogen dieser Anthologie reicht von den einzigartigen Erlebnissen einer Schülerin über die Probleme eines Arztes und unheimliche Abenteuer im ländlichen Amerika bis hin zum Kennenlernen einer Regenwörmin. Eine Inhaltsangabe aller enthaltenen Geschichten würde den Rahmen dieser Rezension sprengen.
Die (incl. Bonus) 26 Kurzgeschichten dieser Anthologie unterscheiden sich gleich in mehrfacher Hinsicht ausgesprochen stark voneinander.
Zuerst wäre da das Genre zu nennen. Obwohl Titel und Klappentext auf Magie und damit Fantasy deuten, spielen magische Elemente (zumindest im wörtlichen Sinn) in kaum einer der Geschichten eine Rolle. Auch sonst kann man nur die wenigsten der enthaltenen Kurzgeschichten der Fantasy zuordnen. Einen erheblich größeren Anteil nehmen SciFi- und Horror-Themen ein. Und dann wäre da noch ein nicht gerade kleiner Anteil, der eigentlich in kein Genre passt. Diese Stories kann man eigentlich nur als skurril bezeichnen.
Auch die Erzählformen der einzelnen Geschichten sind sehr unterschiedlich, und leider muss man das auch von der schriftstellerischen Qualität sagen. Während es hier durchaus ein paar Highlights gibt („Die letzte Jagd“, „Krähenflug“, „Die Galerie des Herrn Mevis Tofeles“, „Jim Herrenlos“), kann man einen Großteil der Stories leider nur als mittelmäßig bezeichnen. Einzelne gehören sogar in die Kategorie „Müll“.
Wie soll man ein solches Sammelsurium nun bewerten? Das ist natürlich alles andere als einfach. Während durchaus einzelne Kurzgeschichten enthalten sind, die für sich alleine überzeugen können und denen eine Veröffentlichung in einer Sammlung gleichwertiger Werke zu gönnen wäre, hinterlässt ein anderer – leider deutlich größerer – Teil einen eher gemischten Eindruck. Und dann die Beiträge, die einfach nur schlecht sind …

Fazit:
Eine Anthologie, die alle Bereiche der Phantastik abdeckt, aber leider nur wenige Höhepunkte bietet.

eBook

Glut und Gewittersee

Barbara Marčinko
Glut und Gewittersee

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Zu den Göttern

Klappentext:
Der Weltuntergang droht. Die letzte Hoffnung sind Fey und Laina, die aus verfeindeten Völkern kommen. Sie müssen gemeinsam die Welt Faliene bereisen und Aufträge erfüllen, um den Weltuntergang abzuwenden. Doch die Aufträge bergen grausame Überraschungen und die Reise führt sie zu einem noch größeren Abenteuer…
*… er darf die Reise nicht alleine antreten. Er wird von einer ebenso Auserwählten begleitet, einer… jungen Forlindin.‘ Stille breitete sich aus.
In jedem Gesicht in der Masse konnte man einen etwas anderen Gesichtsausdruck erkennen. Abscheu, Panik, Resignation, Trauer, alles Mögliche was die mimische Klaviatur der Schmerzen hergab. Forlinde, das Nachbarland, mit dem es schon mehrere Kriege gegeben hatte, den letzten erst vor zehn Jahren. Forlinde und Nevrine waren vehement verfeindet, wie zwei Länder nur miteinander verfeindet sein konnten. Deja dachte nicht viel. Wie kann man auch, wenn das Lauffeuer Hoffnung plötzlich einen ganz üblen Geruch bekam. Forlinde… Der infernalische Gestank des einst so heilenden Lagerfeuers in ihrem Herzen verätzte alles.
Ein romantischer und actionreicher Fantasyroman mit dichter Story und Tragik, der mit den Erwartungen des Lesers spielt.

Rezension:
Faliene wird untergehen. In 7 Tagen schon. Niemand weiß so recht, was er in diesen letzten Tagen noch machen soll. Doch dann geben die Götter dieser Welt noch eine Chance. Der junge Mann Fey aus Nevrine und die junge Frau Laina aus Forlinde müssen gemeinsam 6 Aufgaben erfüllen, die die Götter ihnen stellen. Wenn sie das schaffen, wollen die Götter Faliene mit allem Leben darauf verschonen. Dumm nur, dass die beiden Völker verfeindet und Fey und Laina in diesem Punkt ganz Kinder ihrer jeweiligen Völker sind. Aber es kommt noch schlimmer: Die Aufgaben der Götter sind dermaßen unmenschlich, dass die beiden Prüflinge zumindest in diesem Punkt schnell einer Meinung sind.
Der wichtigste Satz im Klappentext dieses Buches ist zweifellos der letzte. Genauer gesagt sogar dessen abschließender Gliedsatz, denn mit den Erwartungen des Lesers spielt die Autorin wiederholt. Anders ausgedrückt, enttäuscht sie dessen Erwartungshaltung immer wieder vorsätzlich. Beispielsweise dürfte wohl fast jeder Leser erwarten (oder sogar befürchten), dass Fey und Laina im Laufe des Buches ein Paar werden. Zunächst erweckt der Text auch diesen Eindruck – nur um kurz darauf in eine gänzlich andere Richtung abzudrehen. Ähnliche für den Leser völlig unerwartete Wendungen wiederholen sich ständig. Dass es am Ende doch noch eine in sich schlüssige Erklärung gibt, überrascht dabei fast. Ob ein solcher ständige Wandel der Handlung den eigenen Geschmack trifft, muss wohl jeder Leser für sich entscheiden.
Anders als die Handlung, die – wie bereits gesagt – keine logischen Fehler aufweist, erscheint das Cover unglücklich gewählt. Das Bild wirkt fast wie eine Kinderzeichnung und könnte deshalb falsche Erwartungen wecken, denn für Kinder ist dieses Buch wohl kaum geeignet.

Fazit:
Eine zweifellos ungewöhnliche Fantas-Story, bei der sich der potentielle Leser vor dem Kauf anhand der Leseprobe ein Bild machen sollte.

eBook

Sveta und der Junge aus dem Wald

Ramona Mädel & Axel Saalbach
Sveta und der Junge aus dem Wald

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In einer eigenartigen Zukunft

Klappentext:
Die sechzehnjährige Sveta lebt mit ihren Eltern in Berlin. Nachdem ihr boshafter Vater bei seinen Dienstherren in Ungnade fällt, wird er zum Vorsteher eines kleinen Örtchens in der abgelegenen Provinz degradiert und muss die Stadt verlassen. Noch am gleichen Abend kommt es zum Zerwürfnis zwischen Svetas Eltern, woraufhin ihr Vater sofort aufbricht und Sveta gegen ihren Willen mitnimmt. Ohne zu wissen, wohin ihre Tochter verschleppt wird, bleibt die Mutter zurück. In ihrer neuen Heimat »Dunkeltann« wird Svetas Leben von Tag zu Tag trister, bis es eines Morgens zu einer Begegnung kommt, die ihr Leben verändern wird …

Rezension:
Man schreibt das Jahr 2193. In Berlin, der Hauptstadt des Deutschen Oblast von Russisch-Europa, diente Sergej Maximow lang Jahre in der Garde. Doch gerade jetzt, als seinen Dienstherren die Transporthoheit zuerkannt wird und sich damit auch für ihn die Chance auf eine Beförderung böte, fällt er wegen seiner Brutalität und seines Jähzorns in Ungnade und wird als Ortsvorsteher ins hinterwäldlerische Dunkeltann, einem Vorort von Rudatgard versetzt. Als auch noch ein Streit mit seiner Frau eskaliert, lässt er diese einfach zurück und nimmt nur seinen Sohn Jan und – gegen ihren Willen – seine Tochter Svetlana, genannt Sveta, mit in seine neue Heimat. Während er in seinem Sohn seinen Nachfolger sieht, behandelt er seine Tochter nur als unbezahlte Haushaltshilfe. Schließlich muss man für die Erlaubnis ein Kind zu bekommen, eine hohe Abgabe an den Zaren entrichten, und diese hatte er damals nur gezahlt, weil er auf einen weiteren Sohn gehofft hatte. Zusammen mit seinem Sohn und den beiden ihm unterstellten Gardisten behandelt der neue Ortsvorsteher die extrem ärmlich lebenden Einwohner Dunkeltanns wie Abschaum. Um sich bei seinen Dienstherren wieder beliebt zu machen, versucht er, brutal alles nur Mögliche aus dem Dorf herauszupressen. Doch dann begegnet Sveta einer Gruppe illegaler – dass heißt ohne die Abgabe zu entrichten gezeugter – Kinder und Jugendlicher. Die Lage eskaliert …
Das Jahr 2193, Deutscher Oblast von Russisch-Europa, Abgaben an den Zaren; alleine diese Angaben dürften beim Leser dieser Rezension wohl schon für verwirrte Gesichter sorgen. Wie man im Laufe des Romans merkt, handelt diese Geschichte nicht in einer anderen Realität, sondern in unserer Zukunft. Rudatgard ist das ehemalige (bzw. jetzige) Weimar. Etwa 100 Jahre vor der Zeit der Handlung hat die Armee des russischen Zaren fast ganz Europa überrannt. So weit – so gut. Oder eher schlecht. Wo am Ende des 21. Jahrhunderts ein Zar herkommt, erwähnt das Buch leider nicht. Auch sonst erscheinen viele Details nicht gerade schlüssig. Zur Fortbewegung dienen Gleiter, die anscheinend nur von Reichen oder in offiziellen Diensten Stehenden benutzt werden, und die einerseits eine gewisse Ähnlichkeit mit Autos zu haben scheinen, ansonsten aber nicht näher erklärt werden. Abgesehen von diesen Gleitern scheint die Technik jedoch komplett auf den Stand des 19. Jahrhunderts zurückgefallen zu sein. Zur Kommunikation diesen ausschließlich (mit Federn geschriebene) Briefe. Telefon, Funk oder andere moderne Kommunikationsformen scheinen nicht nur nicht existent, sondern sogar völlig in Vergessenheit geraden zu sein. Ein auch nur halbwegs schlüssiges Bild ergibt das nicht.
Das Buch liest sich gut und weiß den Leser durchaus zu fesseln. Dass sich Sveta natürlich in den ‚Jungen aus dem Wald‘, einen der Illegalen, verliebt, ist genretypisch und deshalb wohl kaum der Erwähnung wert. In diesem Punkt muss allerdings wohlwollend erwähnt werden, dass diese Liebesgeschichte eine Nebenhandlung bleibt und sich nicht in den Vordergrund drängt.
Worum handelt es sich nun bei „Sveta und der Junge aus dem Wald“? Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Obwohl die Handlung in der Zukunft angesiedelt ist, kann man es bei den darin herrschenden, beinahe technikfreien Verhältnissen wohl kaum als SciFi bezeichnen. Dystopie passt da schon deutlich besser, wenn auch nicht wirklich perfekt. Am ehesten vielleicht dystropisch-utopischer Abenteuerroman?

Fazit:
Eine Abenteuergeschichte in einer dunklen Zukunft, die bei Lesern, die gerne mal etwas abseits des Üblichen unterwegs sind, Gefallen finden könnte.

Taschenbuch
eBook

Sherlock Holmes and the Baker Street Dozen

Val Andrews
Sherlock Holmes and the Baker Street Dozen

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Holmes light

Klappentext:
Join one of the world’s greatest detectives and his assistant as they help to solve the unsolvable with Lestrade and his team at the metropolitan police.
Follow Holmes and Watson as they traverse the streets of London and take on cases from the most unlikely of clients in these thirteen short mysteries.
In Val Andrews’ Sherlock Holmes and the Baker Street Dozen you will find marvellous tales of intrigue and mystery….

The Lobster Quadrille
Colonel Archibald Fanshawe, from Watson’s Afghanistan days, bumps into his old comrade and proceeds to invite Watson and Holmes for dinner with him and his wife. As the dinner is in full swing and the main course gets underway it is apparent to Holmes that something is afoot after Fanshawe falls gravely ill at dinner…

The Gantry Point Wreckers
Take a trip away from Baker Street whilst Holmes recuperates on doctor’s orders and has some well-earned rest in the North Devon town of Bideford. Not too long after arriving in the town Holmes’ rested mind begins to work overtime as he soon begins unravelling the mystery of sinking ships in the next town along.

Sherlock Holmes and the Gypsy Switch
Mrs Joan Moran’s trip out to Streatham to ogle at Middle Eastern oddities culminates in a new case for Holmes and Watson. They must discover how her husband, who has been dead for some time, is able to gift her with gold coins from beyond the grave in this chilling tale.

The Kinema Mystery
In an unusual case Holmes must save the owner of several kinemas from a thief who is able to walk through walls and disappear without a trace. Leaving in their wake a series of robberies targeting the kinema owner and stealing valuable objects, Holmes must use all his nous to solve this case.

The Baker Street Conjurer
George Dean, proprietor and owner of the tavern ‘Cold Cut and Tankard’ requires the help of Holmes and Watson to ascertain how a conjurer who entertains his paying guests may or may not be magically stealing his earnings from right under his nose.

Plus many more stories.

Sherlock Holmes and the Baker Street Dozen is a new collection from Val Andrews that is packed full of vibrant tales of London’s finest detective.

Val Andrews (15 February 1926 – 12 December 2006) was a music hall artist, ventriloquist and writer. Andrews was a prolific writer on magic, having published over 1000 books and booklets from 1952. He also authored Sherlock Holmes pastiches and Houdini’s novels.

Rezension:
Da die Urheberrechte Arthur Conan Doyles bekanntlich schon seit einer ganzen Reihe von Jahren abgelaufen sind, findet sich mittlerweile eine größere Anzahl ‚neuer‘ Sherlock-Holmes-Abenteuer anderer Schriftsteller auf dem Markt. (Wobei in dieser Betrachtung die Geschichten, die Holmes’ Abenteuer in die heutige Zeit verlegen oder in anderer Weise bewusst stark von der Vorlage abweichen, ausgeklammert bleiben sollen.) Wie die meisten Autoren derartiger Werke versucht auch Val Andrews in der vorliegenden Kurzgeschichtensammlung den Stil des Originals zu treffen. Was ihm – wenn man den Sprachstil betrachtet – weitgehend gelingt.
Nicht ganz so gut treffen die in seinen Geschichten beschriebenen Fälle das originale Holmes-Feeling. Während Sherlock Holmes und sein nicht wegzudenkender Helfer Watson bei Arthur Conan Doyle fast ausschließlich Klienten aus der Ober- oder zumindest der gehobenen Mittelschicht zu helfen haben und die niedrigeren Bevölkerungsschichten höchstens als Zeugen aus der Dienerschaft vorkommen, spielen sich viele der hier abgehandelten Fälle eher im Milieu der einfachen Leute ab. Auch was die Raffinesse der zu untersuchenden Taten angeht, reichen die hier dargestellten Fälle meist nicht an das Original heran. Dass beispielsweise ein Trickbetrüger einen unauffälligen Helfer hat, ist nun wirklich keine überraschende Wendung. In einem anderen der Fälle hat Watson ‚zufällig‘ keine Zeit, persönlich dabei zu sein, und bekommt die (auch hier nicht sonderlich überraschende) Auflösung nur von Holmes erzählt.
Fans des Detektivgespanns aus dem viktorianischen England bieten diese Kurzgeschichten eine leichte Zwischendurch-Unterhaltung, ohne die eigenen grauen Zellen zu sehr anstrengen zu müssen – englische Sprachkenntnisse selbstverständlich vorausgesetzt. Zu hohe Erwartungen sollte der Leser allerdings nicht stellen.

Fazit:
Diese ‚Neo-Holmes‘-Abenteuer eignen sich als leichte Bettlektüre für Fans des wahrscheinlich berühmtesten Detektivs der Literaturgeschichte.

eBook