Das magische Amulett – 88 – Todesfalle Regenwald

Jan Gardemann
Das magische Amulett – 88 – Todesfalle Regenwald

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Gefährliche Fazenda

Klappentext:
Diesmal führt das Abenteuer Brenda Logan, die Archäologin und Amulettforscherin, in den brasilianischen Regenwald. Professor Helen Rotherhide, die stellvertretende Museumsdirektorin des British Museum in London, hatte sie gebeten, sie bei ihrer Expedition zu begleiten, um ihre Forschung zu Ende zu bringen. Doch das ist nicht der wahre Grund, wie Brenda feststellen muss, als sie auf der Fazenda von Carlos Ruize eintreffen. Hier hört sie zum ersten Mal von den Wanoris, die Helen finden will. Und dann kommt es zu einem mysteriösen Vorfall, der Brenda fast das Leben kostet …

Rezension:
Brendas neue Chefin nimmt sie als einzige mit in den brasilianischen Urwald – keine anderen Forscher, keine Ausgrabungsausrüstung, absolut nichts, was man bei einer archäologischen Expedition erwarten sollte. Die Vermutung, dass es Professor Rotherhide in Wirklichkeit um etwas ganz anderes geht, liegt nahe. Dass jedoch schon ihre Dusche auf der Fazenda, die ihr Hauptquartier werden soll, lebensgefährlich wird, hätte sie dann doch nicht erwartet.
Die elektronische Heftroman-Reihe „Das magische Amulett“ ist bereits (mindestens) bei Band 127 angekommen, wovon der vorliegende jedoch der einzige ist, den ich bisher kenne. Demzufolge war mir auch die Heldin Brenda Logan bisher unbekannt. Trotzdem ist schnell zu erkennen, dass es sich bei ihr um eine Archäologin handelt, deren eigentliches Interessengebiet magische Amulette bilden. Was sie, um ihren wissenschaftlichen Ruf zu wahren, natürlich geheim hält. Vermutlich trifft sie in jedem Band auf ein solches. So auch hier.
Was an sich eine durchaus brauchbare Idee ist, erweist sich leider als eher lieblos heruntergeschriebene Massenware. Das verwundert natürlich weniger, wenn man bedenkt, dass alle Bände von Jan Gardemann verfasst wurden (falls es sich dabei nicht um ein Gemeinschafts-Pseudonym wechselnder Autoren handelt). Trotzdem hat die Geschichte ihren Reiz, weshalb sie sich für eine entspannende Lesestunde ohne viel Tiefgang durchaus eignet.

Fazit:
Eine unterhaltsame Urban-Fantasy-Unterhaltungs-Massenware ohne Tiefgang.

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Schleich Dich, Gift!

Miriam Rademacher
Schleich Dich, Gift!

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Der Knoblauch-Effekt

Klappentext:
Eine tödliche Seuche rafft die Vampire Mittelenglands dahin und zwingt die bissige Gesellschaft dazu, ungewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen. So werden der Detektiv McMallory und sein unheimlicher Gefährte Stephenson damit beauftragt, den um sich greifenden Todesfällen ein Ende zu machen, egal auf welche Weise.
Schnell wird auch die durch und durch menschliche Ärztin Clara Boyd Teil des Ermittlerteams, und dass sie ihr Herz an einen Blutsauger verschenkt, macht die Dinge nicht leichter.
Fieberhaft wird nach der Ursache geforscht, doch handelt es sich wirklich um eine Seuche? Gibt es den Erreger, der das nahezu Unsterbliche tötet? Oder steckt doch etwas völlig Anderes hinter den Vorfällen, etwa ein Anderer?
Gemeinsam trampeln McMallory und sein Team durch ein Abenteuer, das jedem von ihnen zum Verhängnis werden könnte…

Rezension:
Unter den Vampiren Englands geht die Angst um. Immer wieder fallen welche von ihnen ins Koma und zerfallen anschließend einfach zu Staub. Als es Lady Huntington gerade während Sir Hustings Party erwischt, beauftragt dieser McMallory, den einzigen Detektiv unter den Vampiren, die Hintergründe aufzuklären. Dessen Freund Stephenson, ein nicht übermäßig erfolgreicher vampirischer Wissenschaftler, bezweifelt jedoch, dass ein Virus die Ursache der Todesfälle ist. Als die beiden die Wohnungen der bisherigen Opfer untersuchen, fällt ihnen eine auffallende Gemeinsamkeit ins Auge.
Am treffendsten kann man Miriam Rademachers Buch wohl als humoristische Vampir-Detektiv-Story bezeichnen, wobei der Schwerpunkt eindeutig auf dem Humor liegt. Die einzigen, für die es hier gruselig wird, sind die Vampire. Dabei gelingt es der Autorin, nach all den verrückten Einfällen noch eine unerwartete Auflösung zu präsentieren. Die Handlung kann – im Gegensatz zum etwas unglücklich gewählten Titel – vollkommen überzeugen. Von diesen Vampiren könnte man durchaus mehr noch mehr vertragen.

Fazit:
Eine rundum gelungene Vampir-Detektiv-Geschichte mit einem großen Schuss Humor.

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Die Ruine (Bei Geistern zu Besuch 1)

Frank W. Werneburg

Die Ruine

Bei Geistern zu Besuch 1

Heute gibt es etwas besonderes zu feiern: Der 1. Band meiner Jugend-Urban-Fantasy-Kurzgeschichtenreihe „Bei Geistern zu Besuch“ mit dem Titel „Die Ruine“ ist ganz frisch erscheinen.

Worum geht es dabei? Das sagt der Klappentext:

Als die 7b während einer Klassenfahrt eine alte Ruine besucht, entdeckt Peter den Eingang eines Kellergewölbes. Da die Lehrerin ihn jedoch daran hindert, diesen näher in Augenschein zu nehmen, beschließt er, sich am Abend heimlich aus der Jugendherberge zu schleichen, um die Ruine in Ruhe zu erforschen. Leila schließt sich ihm spontan an. Was die beiden 13-Jährigen dabei erleben, hätten sie in ihren kühnsten Träumen nicht erwartet.
„Die Ruine“ stellt den Auftakt zur Urban-Fantasy-Kurzgeschichten-Reihe „Bei Geistern zu Besuch“ dar, in der Peter und Leila immer wieder auf Geister treffen werden.

Erhältlich ist „Die Ruine“ bei
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Hugendubel: http://bit.ly/2w9IEZm
Weltbild: http://bit.ly/2w6QljA
und zahlreichen anderen eBook-Händlern.

Bis zum 31.08.2017 gilt der Einführungspreis von 0,99 €, danach kostet das eBook 1,49 €.
„Die Ruine“ ist dauerhaft für 0,99 € erhältlich.

⇒ Mittlerweile ist auch Band 2 „Arthur Degenhard“ erhältlich. ⇐

Aus dem Leben eines Teufels

Andreas Herteux
Aus dem Leben eines Teufels

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Fränkische Variationen

Klappentext:
Ein Teufel hat es nicht leicht, denn auch die Hölle kennt soziale Auf- und Abstiege. Ein Weg, dem Elend zu entkommen, ist es, sich der satanischen Unterhaltungsbranche zu verschreiben, mit deren Hilfe die Wesen der unheimlichen Sphären mit Geschichten aus der Menschenwelt erfreut werden.
Zu diesem Zweck dürfen geeignete Kreaturen in die Welt der Menschen heraufsteigen, um dort „Beiträge“ zur Zerstreuung der Höllenbewohner zu generieren. Dass dieses nicht immer zur Erheiterung der Menschheit geschieht, dürfte sich von selbst verstehen, spielt aber keine Rolle, denn jene soll ja auch nur bedingt dadurch erheitert werden.
Unser bislang namenloser Beelzebub ist jedoch noch ein blutiger Anfänger. Für eine bestimmte Probezeit in die Menschenwelt entsendet, stellt er sich nun zitternd der Prüfung seiner Ergebnisse. War es eine gute Idee, die Spielregeln so zu ändern, dass ein einfacher Mensch plötzlich die Zeit anhalten konnte? War es richtig, Materie zu beleben? Einen Schneemann frieren zu lassen? Sterne vom Himmel zu holen? Jemanden durch die Hölle zu jagen? In der Weihnachtsnacht auf dem Friedhof zu verweilen oder die Augen für eine merkwürdige Liebe zu öffnen?
Ja, der Höllenbewohner hat so manches Chaos erzeugt, doch findet es Gefallen? In wenigen Minuten wird sich das große Tor öffnen und die Prüfung, die sein Schicksal entscheidet, kann beginnen.

Rezension:
Als Teufel hat man es auch nicht leicht. Schon gar nicht, wenn man die Aufgabe hat, zur Unterhaltung der höllischen Mitbewohner die Menschenwelt zu manipulieren. Da muss man sich schon etwas einfallen lassen, was neu ist. Und das auch noch, wenn man ausgerechnet Franken als Tätigkeitsgebiet zugeteilt bekommt. Wie wäre es zum Beispiel, einem Studenten die Macht zu verleihen, die Zeit anzuhalten? Wie wird der diese Fähigkeit nutzen? Oder sollte man lieber einer Frau die wahre Liebe schenken und sehen, was dann passiert? Am Ende bleibt ohnehin nur die Hoffnung, dass die höllische Prüfungskommission mit den Ergebnissen zufrieden ist.
Die Idee, einem Teufel die Welt manipulieren zu lassen, klingt interessant. Was Andreas Herteux in seinem Buch daraus macht, ist jedoch nicht einfach zu beurteilen. Manche seiner Einfälle sind wirklich gut, andere eher skurril – und manche einfach nur dämlich. Um das zu begründen, muss man etwas weiter ausholen: Der Teufel, der der Hauptprotagonist dieses Buches ist, steht vor der Prüfungskommission, der er seine unterhaltsamen Manipulationen der Menschen präsentieren muss. Manche führt er vor, über andere denkt er nur für sich nach, in beiden Fällen werden sie dem Leser erzählt. Und genau diese Geschichten und Geschichtchen sind es, die den eigentlichen Inhalt dieses Buches ausmachen. Leider sind nur wenige wirklich gut, manche durchaus lesbar und andere schlicht und einfach Zeitverschwendung. Dabei ist in viele sogar eine Kritik an unserer realen Welt eingewoben. Insgesamt gesehen kann das Buch jedoch nicht überzeugen.

Fazit:
Die wenigen guten Ideen können das Buch als Ganzes leider nicht retten. Dabei wäre die Grundidee durchaus tragfähig.

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Baker Street Tales – 6 – Sherlock Holmes und die Ruinen von Rougemont

Barbara Büchner
Baker Street Tales – 6 – Sherlock Holmes und die Ruinen von Rougemont

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Rätsel im Glashaus

Klappentext:
Spurlos verschwinden der Reihe nach neun Menschen in einem verfallenen Glashaus nahe den Klippen von Calais. Die Leute von Rougemont schreiben die Ereignisse dem bösartigen Geist des früheren Besitzers zu, während Doktor Watson einen Botaniker zum Seelenleben der Pflanzen befragt und Sherlock Holmes zur allgemeinen Überraschung einen Geisterbeschwörer engagiert. Eine körperlose Stimme verrät die Lösung…

Rezension:
Nahe der Kanalküste nehmen merkwürdige Ereignisse ihren Lauf. Nachdem ein Adliger seine ganze Familie und zum Schluss sich selbst umgebracht und dabei sein Anwesen restlos niedergebrannt hat, verschwinden im Glashaus, dem einzigen übriggebliebenen Gebäude, reihenweise Menschen. Die Dorfbewohner sind überzeugt, dass dort der Geist des einstigen Besitzers sein Unwesen treibt. Sherlock Holmes will von diesem Unfug nichts wissen, doch Mrs Hudson, deren Verwandte dort leben, kann ihn dann doch überzeugen, den Fall anzunehmen.
Wie bereits der 2. Band der „Baker Street Tales“, „Sherlock Holmes und der geheimnisvolle Mister Scrabb“, wurde auch dieser Band von Barbara Büchner verfasst. Dabei bleibt die Autorin ihrer Eigenart, Fantasy-Elemente in die Detektiv-Geschichte zu integrieren, treu. Obwohl dies natürlich nicht der Machart der klassischen Vorbilder entspricht, kann diese Kurzgeschichte doch mit der originalgetreuen Charakterisierung des Meisterdetektivs punkten. Auch der Schreibstil kommt Doyles Original nahe, sodass sich der Sherlock-Holmes-Fan zuhause fühlt.

Fazit:
Eine beinahe klassisch wirkende Sherlock-Holmes-Story mit Fantasy-Touch.

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Baker Street Tales – 2 – Sherlock Holmes und der geheimnisvolle Mister Scrabb

Barbara Büchner
Baker Street Tales – 2 – Sherlock Holmes und der geheimnisvolle Mister Scrabb

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Das Rätsel der Spanier

Klappentext:
Grässliches ereignet sich rund um das längst verlassene Mädcheninternat Glencreacht. Sind die Unfälle und Morde das Werk des dämonischen „Mister Scrabb“?
Sherlock Holmes und Doktor Watson müssen tief in der Vergangenheit graben, ehe sie den Schlüssel finden – einen erotischen Skandal am Hof von Maria Tudor, genannt „Bloody Mary“.

Rezension:
Die Zeitung berichtet von rätselhaften Vorkommnissen in einem abseits gelegenen Haus. Dort sollen mysteriöse Dinge vor sich gehen. Im Gegensatz zu seinem alten Gefährten Sherlock Holmes glaubt Dr. Watson an Übernatürliches. Und er kennt das fragliche Gebäude sogar. Ein alter Kriegskamerad ist seit längerem Hausmeister des ansonsten verlassenen Grundstücks. Spontan entschließt sich Watson, diesem mal wieder einen Besuch abzustatten. Doch zunächst ist dort nichts Ungewöhnliches festzustellen.
Nachdem der 1. Band der „Baker Street Tales“, „Sherlock Holmes und das Phantom von Charing Cross“, das typische Sherlock-Holmes-Feeling leider nicht annähernd einfangen konnte, gelingt dies Barbara Büchner im vorliegenden 2. Band erheblich besser. Auch wenn Watson merklich selbstständiger als in Arthur Conan Doyles Original-Abenteuern agiert, stimmt hier die Chemie des Detektivgespanns. Auch stilistisch schafft es die Autorin, dem Vorbild gerecht zu werden. Natürlich braucht es schließlich doch einen Sherlock Holmes, um die wahren Zusammenhänge enträtseln zu können. Ob man mit der Auflösung wirklich glücklich wird, ist dann freilich doch etwas Geschmackssache.

Fazit:
Dieser Neo-Holmes dürfte den Geschmack treuer Sherlock-Holmes-Fans durchaus treffen.

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Jakob Wolff – Der Alchemist: 1733

Lucian Caligo
Jakob Wolff – Der Alchemist: 1733

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Seltsame Rituale

Klappentext:
Jakob Wolff erhält von seiner Freundin Lilo einen Brief, dass er dringend nach Eberstadt kommen soll. Dort habe sie einen Arzt gefunden, der wohl eine Lösung gegen den Fluch sein könnte. Doch als Jakob dort ankommt, ist das Verhalten der Bewohner mehr als mysteriös. Wieso finden dort seltsame Rituale statt? Und wer ist der Doktor, der als Wohltäter in der Burg geradezu vergöttert wird? Auf der Suche nach den Antworten zu diesen Rätseln geraten Jakob und Lilo in tödliche Gefahr.

Rezension:
Der unsterbliche Hexenmeister Jakob lebt seit Jahrhunderten, doch um seine Seele nicht an den Teufel zu verlieren, muss er jedes Jahr jemanden finden, der ‚für ihn‘ stirbt. Gewöhnlich nutzt er dafür Verbrecher oder irgendwelche Leute, deren Tod ohnehin kurz bevorsteht. Doch unerwartet erreicht ihn ein Brief der ebenfalls unsterblichen Lilo, die einen Arzt gefunden zu haben glaubt, der diesen Fluch eventuell von Jakob nehmen könnte. In der genannten Stadt angekommen, stellt er jedoch fest, dass dort äußerst seltsame Rituale abgehalten werden.
Bei „Jakob Wolff“ handelt es sich um eine Art Heftroman-Reihe, nur dass diese in eBook-Form erscheint. In dieser wird Jakobs Weg durch die Jahrhunderte von wechselnden Autoren verfolgt. Wie der Titel verrät, besucht der Leser den Protagonisten in diesem Fall im Jahr 1733. Ich selbst kenne die anderen Bände der Reihe bisher nicht, doch es wird in der Handlung deutlich, dass Jakob die Gefahren der Inquisition gefühlsmäßig noch nicht ganz überwunden hat. Als er nach Eberstadt kommt und auf dem Marktplatz das Feuer eines obskuren Festes sieht, denkt er zuerst an eine Hexenverbrennung. Doch das Gegenteil ist der Fall: Die Einwohner scheinen der unkonventionellen Tätigkeit des auf der Burg residierenden ‚Arztes‘ auffallend offen gegenüberzustehen.
Auch ohne Kenntnis der vorhergehenden Abenteuer des Protagonisten findet man schnell in Jakobs Abenteuer hinein, was wohl nicht zuletzt auf Lucian Caligos gelungenen Schreibstil zurückzuführen ist.

Fazit:
Für Freunde historischer Fantasy ist diese Kurzgeschichte (und wahrscheinlich die ganze Reihe) einen näheren Blick wert.

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Land der Wächter (Gesamtausgabe)

Anne Brünjes
Land der Wächter (Gesamtausgabe)

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Javis Leben

Klappentext:
Diese Gesamtausgabe enthält die Romane:
„Das Haus des Wassers“, „Der Zorn des Uun“, „Die Schule von Haran“
Es ist Tradition in Shin´Ar, dem Land der Wächter, dass alle Kinder sich im Alter von 12 Jahren für einen Lebensweg entscheiden. Die meisten Mädchen entschließen sich Hausfrau und Mutter zu werden, manche werden Künstler und einige wenige Handwerkerinnen.
Die junge Javi aber wählt einen anderen Weg. Da sie schon immer eine besondere Verbundenheit zum Element Wasser spürte, wird sie Priesterin im Wassertempel der Hauptstadt Alumu.
Doch ein Schatten hängt über ihrer Heimat, und schon bald wird Javi von düsteren Visionen geplagt. Ihr Land wird bedroht, und die Wächter scheinen nichts zu sehen…

Rezension:
Javi ist 9, als ihre Schwester das Alter erreicht, in dem sie sich für ihren künftigen Lebensweg entscheiden muss. Schon in diesem Alter wird ihr klar, dass sie ihre eigene Zukunft im Gegensatz zu ihrer Schwester nicht als Hausfrau und Mutter sieht. Deshalb entschließt sie sich, als es für sie selbst soweit ist, Wasser-Pristerin zu werden, schließlich fühlte sie sich schon immer vom Bach hinter ihrem Elternhaus angezogen. Als junges Mädchen wird sie Pristerschülerin – ein Weg, der nicht immer leicht ist. Aber auch hier findet sie Freunde wie ihre Mitschülerin Nina oder die angehende Luft-Pristerin Eli. Für sie alle hält ihr zukünftiger Lebensweg viele Wendungen bereit.
Anne Brünjes führt ihre Leser in diesem Fantasy-Epos in die Welt von ShinʼAr und seiner Nachbarstaaten. Dabei wird Javis Weg über viele Jahre vom Kind bis zur erwachsenen Frau begleitet. Zusammen mit ihren Freunden und ihrem ganzen Heimatland durchlebt sie wechsel- und auch leidvolle Zeiten. Speziell sie selbst und Eli spielen schließlich eine bedeutende Rolle für die Zukunft ihrer Welt. Bei weitem nicht alle Handelnden werden das Ende des Buches er- und überleben.
Auch wenn Javi eindeutig die Hauptprotagonistin ist, werden zwischendurch ganze Kapitel und sogar Kapitelfolgen aus der Sicht anderer Personen erzählt.
Alleine vom Umfang her merkt man dieser Gesamtausgabe an, dass es sich ursprünglich um 3 komplette Bücher handelte. Besonders im vorderen Teil könnten einige Straffungen jedoch nichts schaden, da hier stellenweise doch ein sehr behäbiges Erzähltempo vorliegt. Es werden zahlreiche Details beschrieben, die für das Verständnis der Welt nicht uninteressant sind, den Verlauf der Handlung aber doch sehr bremsen. Erst im Verlauf des 2. Buches und speziell im 3. (alle in diesem Sammelband enthaltenen) kommt Spannung auf. Hier nimmt auch das Erzähltempo merklich zu.

Fazit:
Ein Fantasy-Epos, der zu beginn etwas Durchhaltevermögen erfordert, bevor die interessante Handlung schließlich an Tempo und Spannung zulegt.

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Die Helden-WG: 3 Zimmer, Küche, Axt

Ingrid Pointecker (Hrsg.)
Die Helden-WG: 3 Zimmer, Küche, Axt

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Helden unter sich

Klappentext:
Gemeinsam ist vieles einfacher. Egal, ob die Gründe dafür Verwandtschaftsverhältnisse, mangelnde Finanzen oder wenig heroische Notlagen sind: Wenn Helden sich zu Wohngemeinschaften zusammenschließen, ereignen sich manchmal merkwürdige Dinge. Vampirhühnchen, extradimensionale Schweinezwischenfälle oder ein kichernder Schimmelfleck können zum Schrecken für jede Hausverwaltung werden.
Manche Helden wohnen bereits zusammen, andere finden noch zueinander. Unter 16 verschiedenen Geschichtendächern tummeln sich jeweils mindestens drei Bewohner, die mit Axt, Schwert und Magie jede Form der Hausratsversicherung ad absurdum führen.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Michaela Meyer: Handwerker bevorzugt
Corinna Schattauer: Kevin
Marius Kuhle: Das sechsblättrige Kleeblatt
Isabel Schwaak: Drachentöter-Pension
Erya Veger: Drei sind einer zu viel
Yansa Brünnling: Ein Held von einem Barden
Sabrina Železný: Nur eine Formalität verwaltungstechnischer Art
Dahlia von Dohlenburg: Völlig versumpft
Magali Volkmann: Die Spinne im Schrank
Martin Ulmer: Helden, Henne und Helene
Robert von Cube: Schweine, Teller und Dämonen
Tina Skupin: Der Preis für Pizza
Matthias Ramtke: Ein Lied für Jamilla
Martin Riesen: Geliebter Feind
Mia Neubert: (K)eine Frage des Alters
Bettina Bellmont: Residenz Heldenruh
Wer sich an die letztjährige Anthologie des „Verlag ohneohren“ namens „Heimchen am Schwert“ erinnert, kann schon in etwa abschätzen, was ihn diesmal erwartet. Verlag und Herausgeberin sind bei „Die Helden-WG: 3 Zimmer, Küche, Axt“ nämlich dem dort bewährten Stil treu geblieben. Nur geht es diesmal um mehr oder weniger freiwillige Wohngemeinschaften ausschließlich männlicher Helden. Wie bereits beim Vorgänger ist auch hier die Bandbreite der einzelnen Geschichten sehr groß, sowohl was die thematische Auslegung der Vorgaben als auch die Qualität betrifft.
Ausgangslage vieler der Beiträge ist, dass ein mäßig erfolgreicher Held aus finanziellen Gründen Mitbewohner sucht. Fast alle Stories sind dabei augenzwinkernd ausgelegt, sei es ein Barde, der alles andere als ein Held im klassischen Sinne ist, seien es Mitbewohner, die in Wirklichkeit jeweils etwas gänzlich anderes als vom anderen erwartet sind. Auch eine Vampir-Henne spielt eine Rolle, und in mehreren der Geschichten haben die Helden ihre Blütezeit längst hinter sich gelassen.
Highlights der Zusammenstellung sind in meinen Augen die Geschichten „Nur eine Formalität verwaltungstechnischer Art“ von Sabrina Železný und „(K)eine Frage des Alters“ von Mia Neubert. Wie es in derartigen Anthologien jedoch fast unvermeidbar ist, bewegen sich leider nicht alle Kurzgeschichten auf diesem hohen Niveau. Trotzdem finden sich im Buch keine wirklichen Nieten.

Fazit:
Freunde humorvoller Urban Fantasy werden mit dieser Anthologie sicher ihr Vergnügen haben.

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Der Gentleman

Forrest Leo
Der Gentleman

Übersetzung: Cornelius Reiber

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Die Freundschaft des Teufels

Klappentext:
London, Pocklington Place, um 1850: Lionel Savage, Dichter, gerade einmal 22 Jahre alt, hat beschlossen, Selbstmord zu begehen, da er des Geldes wegen geheiratet hat und danach feststellen musste, dass er seitdem keine Zeile mehr zu Papier bringen kann. Er zieht seinen Butler Simmons zurate, weil er nicht weiß, wie er den Selbstmord genau angehen soll. Der einfachste Weg scheint ihm der Tod durch Kopfschuss zu sein. Doch Simmons gibt zu bedenken, dass dabei allerlei Körperflüssigkeiten austreten würden, die jemand aufwischen müsste. Da Savage seinem treuen Butler eine solche Schweinerei nicht zumuten will, muss er eine andere Lösung für sein Problem finden. Just in dem Moment spaziert ein freundlicher Gentleman in sein Arbeitszimmer, der sich als der Teufel höchstpersönlich entpuppt. Und bevor er sich versieht, hat Savage seine Ehefrau an ihn verkauft. So glaubt er zumindest. Doch kaum ist die Ehefrau verschwunden, stellt Savage fest, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Er muss sie wiederfinden. Nur wo zum Teufel soll die Hölle sein?
Faule Aristokraten, ein Butler, der Teufel, eine hinterlistige kleine Schwester, Duelle und Beinahe-Duelle, Arktisexpeditionen und Scotland Yard. „Der Gentleman“ ist ein rasanter Abenteuerroman und eine feine kleine Tollerei.
In seinem Debütroman gelingt es Leo, die Konventionen viktorianischer Fiktion zu parodieren. Wahnsinnig witzige Dialoge und komische Komplikationen runden die Geschichte ab.

Rezension:
Lionel Savage ist Poet, auch wenn der größte Teil seiner Mitmenschen ihn nicht annähernd für so begabt hält, wie er sich selbst einschätzt. Doch seit seiner Heirat, zu der er sich nur entschloss, um seine finanziellen Engpässe zu umgehen, bringt er nichts mehr zu Papier, was auch nur seinen eigenen Ansprüchen genügen würde. Während Lionel schon einen Selbstmord in Erwägung zieht, bekommt er den unerwarteten Besuch eines Gentleman, der sich als der Teufel persönlich herausstellt. Dieser besucht ihn, um sich – Lionel kann es selbst kaum glauben – bei ihm zu bedanken. Doch da er von den guten Manieren seines Besuchers begeistert und dieser hocherfreut darüber ist, von einem Menschen akzeptiert zu werden, schließen beide Freundschaft. Lionel schüttet dem Teufel sein Herz aus, dass er seit seiner Heirat nicht mehr er selbst ist. Und kaum ist der Gentleman-Teufel wieder gegangen, teilt der Butler Lionel mit, dass seine Frau während eines Maskenballs spurlos verschwunden ist. Als Lionel jedoch entdeckt, dass seine Frau selbst dichtete, verliebt er sich spontan in sie. Aber wie soll er sie jetzt zurückbekommen? Dass unerwartet seine jüngere Schwester, sie er fernab im Internat glaubt, und der Bruder seiner verschwundenen Frau auftauchen, vereinfacht sie Angelegenheit nicht.
Dieser Roman hält sich definitiv nicht an Schema F. Auch in keines der gängigen Genres will er so richtig passen. Trotz des persönlichen Auftretens des Teufels ist dieses Buch weitaus weniger Fantasy, als man denken könnte. Und obwohl die Handlung im viktorianischen London angesiedelt ist, kann man es wohl kaum als historischen Roman einstufen. Humor trifft das Genre auch nicht wirklich, auch wenn die Geschichte sicher alles andere als ernst ist und zahlreiche lustige Dialoge enthält. Angereichert wird das alles noch durch eine kleine Prise Steam Punk.
Auffällig ist bei der relativ dialoglastigen Handlung, dass sich die Szenen auf wenige Handlungsplätze konzentrieren und der Roman dadurch an ein Theaterstück erinnert. Bingo! Wie der Autor in seinen Danksagungen am Ende des Buches enthüllt, war es ein solches tatsächlich auch ursprünglich. Was nicht verwundert, da der Autor ursprünglich Schauspiel studierte.
Womit wir beim Autor angelangt wären. Bei „Der Gentleman“ handelt es sich um den Debütroman Forrest Leos, wobei der Name des Autors bereits ein kleines Rätsel darstellt. Auf Cover, Klappentext und bei den einschlägigen Onlinehändlern wird der Name als „Forrest Leo“ genannt, im Copyright-Vermerk des Impressums jedoch als „Leo Forrest“, was für mich eigentlich logischer klingt.
Wie bereits erwähnt, stützt sich der Roman hauptsächlich auf ausführliche Dialoge. Handlung im eigentlichen Sinne findet dagegen relativ wenig statt. Das stört beim Lesen allerdings kaum, denn gerade in diesen Dialogen liegt der Reiz des Buches. Dem Autor gelingt es, den Tonfall von Büchern, die wirklich aus dieser Zeitperiode stammen, gekonnt einzufangen und teilweise parodistisch zu überzeichnen, sodass sich der Leser in das viktorianische London, wie er es beispielsweise aus den „Sherlock Holmes“-Geschichten kenne, versetzt fühlt.
Wer sich auf das Experiment eines Buches, das alle gängigen Genres weiträumig umgeht, einzulassen bereit ist, sollte dem Teufel und seinem menschlichen Freund eine Chance geben.

Fazit:
Ein Buch abseits aller ausgetretenen Pfade. Und genau darin liegt der Reiz.

– Blick ins Buch –

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