Finn und der Kristall der Zeit

Martina Konrad
Finn und der Kristall der Zeit

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Wer ist Finn?

Klappentext:
Im Jahre 1916 wird ein Baby auf den Stufen einer kleinen Kirche ausgesetzt. Finn, wie der kleine Junge genannt wird, wächst im Waisenhaus auf und ist dort – dank der liebevollen Fürsorge der Waisenhausleiterin – recht glücklich.
Eines Tages, als er knapp zehn Jahre als ist, kommt ein Ehepaar in das Waisenhaus und beschließt, den Jungen zu adoptieren. Natürlich freut sich Finn, weil er endlich seine eigenen Eltern bekommen soll – aber ist das Paar wirklich das, was es zu sein vorgibt?
„Finn und der Kristall der Zeit“ ist eine spannende und phantasievolle Geschichte für junge und jung gebliebene Leser.

Rezension:
1925 in einer Kleinstadt irgendwo in Deutschland. Der 9-jährige Finn lebt in einem Waisenhaus, seit er als wenige Wochen altes Baby auf den Stufen einer Kirche gefunden wurde. Weil er in der Schule sehr gut ist, will die Leiterin des Waisenhauses sogar versuchen, die finanziellen Mittel zu beschaffen, um ihn auf eine höhere Schule schicken zu können. Doch dann kommt es plötzlich anders. Ein offensichtlich sehr wohlhabendes Ehepaar taucht auf, um eines der Kinder zu adoptieren. Unter den neidischen Blicken aller Mitbewohner fällt die Wahl auf Finn. Als der jedoch kurz darauf ein Gespräch seiner neuen Eltern belauscht, stellt sich heraus, dass diese mit der Adoption offenbar ganz andere Ziele verfolgen, als einen Sohn zu bekommen.
Was als das Abenteuer eines Jungen in den 1920er Jahren beginnt, nimmt schnell dramatische Wendungen, die schließlich in eine ausgewachsene Fantasy-Story münden. Natürlich erfährt Finn im Laufe der Handlung seine wahre Herkunft – und damit eine riesengroße Überraschung, mit der er nie im Leben gerechnet hätte. Martina Konrad lässt den Leser zusammen mit der Hauptfigur immer tiefer in die Rätsel um Finn eintauchen. Dass es sich dabei um eine Fantasy-Geschichte handelt, wird erst relativ spät offensichtlich.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte in einem sehr angenehmen Stil, der den Leser schnell gefangen nimmt und dann nicht wieder loslässt. Etwas unglücklich ist lediglich die Altersangabe für Finn und seine gleichaltrigen Freunde. Die Gespräche und Empfindungen wirken für 9-Jährige einfach zu erwachsen. In dieser Hinsicht wäre es sicher besser gewesen, Finn als 11- oder 12-Jährigen zu definieren. Die Geschichte hätte damit genauso gut funktioniert. Auch für das Ende könnte man sich eine bessere Idee wünschen. Bei einer Geschichte, die so gut durchdacht ist und jeden Logikfehler gekonnt vermeidet, hätte dieses etwas einfallsreicher ausfallen können.
Trotzdem ist „Finn und der Kristall der Zeit“ für Freunde von Fantasy im frühen 20. Jahrhundert, die sich nicht an jungen Helden stören, eine unbedingte Leseempfehlung wert.

Fazit:
Diese Zeitreise-Fantasy mit jungen Protagonisten kann auch erwachsenen Lesern empfohlen werden.

eBook

Revolver Tarot

R. S. Belcher
Revolver Tarot

 (Übersetzung: Dennis Frey)

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Der große Wurm im Silber-Berg

Klappentext:
Nevada, 1869: Am Rand der gnadenlosen Vierzigmeilenwüste liegt Golgotha, eine kleine Stadt, in der hinter verschlossenen Türen große Geheimnisse verborgen liegen. Der Sheriff trägt die Narben des Stricks am Hals und manche sagen, er sei ein toter Mann, dessen Zeit noch nicht gekommen ist. Golgotha ist der Ort, an dem sich die Gesegneten und die Verdammten sammeln. Schwärze flutet über die Welt und wenn der Sheriff und seine Leute sie nicht aufhalten, hat Golgotha seinen letzten Sonnenaufgang gesehen … und mit ihr die gesamte Schöpfung.
Ein außergewöhnliches Abenteuer zwischen Western, Steampunk und Fantasy, das die Leben verschiedenster Persönlichkeiten auf einen gemeinsamen Kampf zuführt, dessen Wurzeln viel tiefer liegen, als sie sich vorstellen können.

Rezension:
Jim ist 15 – und auf der Flucht, weil er steckbrieflich gesucht wird. Mitten in der Wüste scheint die Flucht zu Ende zu sein, als ihm und seinem Pferd das Wasser ausgeht. Der Halbindianer Mutt, Deputy in der einsamen Stadt Golgotha inmitten des Wilden Westens, findet beide gerade noch rechtzeitig. Doch in dieser Stadt gehen eigenartige Dinge vor sich. Unheimliches geschieht hier, wird von den meisten Einwohnern jedoch aus Gewohnheit ignoriert. Fast jeder hier scheint Geheimnisse zu haben.
Der Autor dieses Fantasy-Westerns, R. S. Belcher, lässt dich zunächst recht viel Zeit, die wichtigen Charaktere vorzustellen und auch deren Vergangenheit gründlich zu durchleuchten. Neben Jim lernt der Leser auf diese Weise auch verschiedene Einwohner Golgothas näher kennen – und erfährt so manches, was auch deren engste Freunde und Nachbarn nicht ahnen. Bis hier behält eindeutig das Westernelement die Oberhand, bevor im weiteren Verlauf die Fantasy in den Vordergrund tritt. Viele Handlungsstränge, die bisher nichts gemeinsam zu haben scheinen, treffen jetzt zusammen. Im Finale geht es um nichts Geringeres als die weitere Existenz nicht nur Golgothas, sondern des ganzen Universums. Diese Erzählweise kann durchaus begeistern, erschließen sich dem Leser die Zusammenhänge so doch sehr eindrucksvoll und überraschen logisch.
Der Klappentext spricht von einem Abenteuer aus Western, Steampunk und Fantasy. Während Western und Fantasy in der Handlung jedoch tragende Rollen spielen, kommen Steampunkelemente praktisch überhaupt nicht vor. Im ganzen Buch kommt kein einziges Gerät vor, dass per Dampfkraft angetrieben wird. Lediglich ein einziges Gerät, das für die eigentliche Handlung jedoch keine nennenswerte Rolle spielt, könnte man zumindest ansatzweise in Richtung der Steampunk-Kultur deuten. Reine Steampunk-Fans sind hier also nicht gut aufgehoben. Lesern, deren Interesse primär auf außergewöhnlichen Fantasy-Geschichten liegt, kann „Revolver Tarot“ dafür um so mehr empfohlen werden.

Fazit:
Fanrasy im Wilden Westen – für Genre-Interessierte bekommt „Revolver Tarot“ eine eindeutige Leseempfehlung.

Softcover
eBook

Eibe und das Buch der Schatten

Liliana Wildling
Eibe und das Buch der Schatten

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Der Feuerdämon – Freund oder Feind

Klappentext:
Eibe ist sechzehn. Quirlig, naiv und … eine Hexe. Das Wort Chaos und ihr Name werden häufig in einem Atemzug genannt. Dabei ist es meist nicht ihre Schuld, wenn etwas explodiert. Manche Experimente sind eben schwer zu kontrollieren.
Selbst Magnus, ihr Meister, hat während seiner Anfänge das eine oder andere Kämmerlein in die Luft gejagt. Zumindest hat Angelus ihr das erzählt …
Als ein neuer Lehrling aufgenommen wird, freut sie sich darüber. Endlich ein Hausbewohner in ihrem Alter! Doch die Freude währt nicht lange. Lumen ist ein gefährliches Feuerwesen und als Lehrling völlig ungeeignet; der Meister wirkt plötzlich verändert. Zudem zaubert die tollpatschige Hexe versehentlich ein seltsames Tier herbei, dessen Herkunft ungewiss ist. Rat findet sie bei Maja, aber auch ein schreckliches Geheimnis, das sie lieber nicht entdeckt hätte.

Rezension:
Seit ihre Eltern bei einem Autounfall starben, lebt Eibe bei Magnus, der sie aufzog und in der Nutzung der Magie ausbildete. Als bei Magnus ein neuer Schüler auftaucht, führt das schnell zu Chaos und lebensgefährlichen Zwischenfällen. Wer ist dieser Lumen wirklich? Wessen Zielen dient er? Und steht „der Rat“, für den Magnus früher arbeitete, wirklich auf ihrer Seite?
Liliana Wildlings (mit diesem Buch nicht abgeschlossene) Geschichte bietet eine durchaus interessante Handlung, jedoch auch ein paar Schwächen. Die Story um das verwickelte magische Mächtespiel um Magnus, Eibe und ihre Mitbewohner birgt (auch für die zu erwartende Fortsetzung) durchaus Potential. Dem Leser offenbart sich das Interessengeflecht der verschiedenen Parteien erst nach und nach.
Leider gelingt es der Autorin nicht ganz überzeugend, diese Handlung schriftstellerisch darzubieten. Für den Aufbau dieser Welt wichtige Informationen werden mehrmals erst nachträglich gegeben. Das im Klappentext erwähnte chaotische Wesen Eibes sorgt ganz am Anfang für ein paar lustige Szenen, ist im Rest der Geschichte aber spurlos verschwunden, obwohl das Buch nur den Zeitraum weniger Tage abdeckt. Im Vorwort wird außerdem erwähnt, dass die Isle of Skye der Handlungsort ist, jedoch passen die Landschaftsbeschreibungen nicht annähernd zu dieser rauen Insel in Schottlands hohem Norden. Einen dichten Wald, durch den man stundenlang schnell reiten muss, um sein Ziel zu erreichen, dürfte es dort und auch auf dem benachbarten Festland kaum geben.
Falls es der Autorin jedoch gelingt, die genannten Schwächen in der (den) Fortsetzung(en) auszumerzen, könnte diese Reihe durchaus den Geschmack vieler Urban-Fantasy-Fans treffen.

Fazit:
„Eibe und das Buch der Schatten“ ist der Beginn einer interessanten neuen Urban-Fantasy-Reihe, der jedoch noch ein paar Schwächen birgt.

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Die Elementarsturm-Chroniken 2: Die Zitadelle

Kieran L. McLeod
Die Elementarsturm-Chroniken 2: Die Zitadelle

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Die geheimen Bibliothek

Klappentext:
Ein Geheimnis, das 600 Jahre überdauert und auf eine fremde Welt führt: Eigentlich wollte Stuart nur mit seinem Freund Marten an einer Ausgrabung teilnehmen. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Verfolgungsjagden, die Ausgrabungsstätte wird überfallen, ein uraltes Druidentor erwacht und Stuart und Martens Leben wird sich für immer verändern …
„Er blieb stehen und reckte das Amulett in die Höhe. Sein dunkler Kurzmantel umwehte seine Statur, die sich im schillerenden Sonnenuntergang abzeichnete. Stuart überkam das eigenartige Gefühl eines Déjà-vus. Für einen flüchtigen Moment sah er nicht Marten, sondern einen hochgewachsenen, alten Mann mit grauen, wallenden Gewändern im Steinkreis stehen. Der Fremde zeigte mit einer Handbewegung, Stuart solle zu ihm zu kommen. Vorsichtig, Schritt für Schritt kam Stuart der Aufforderung nach.“

Rezension:
Marten überredet seinen alten Freund Stuart, ihn zu dessen Ausgrabungsstätte zu begleiten. Doch schon auf dem Weg heften sich Verfolger an ihre Fersen, deren Ziel es offensichtlich ist, zumindest Merton zu töten. Stuarts Tod würden sie dabei als Kollateralschaden anscheinend jederzeit in Kauf nehmen. Erst an ihrem Zwischenziel erfährt Stuart, was sein Freund eigentlich gefunden hat. Aber erkennt der selbst eigentlich die Tragweite seines Fundes?
Im 2. Band seiner Reihe „Die Elementarsturm-Chroniken“ legt Autor Kieran L. McLeods den Handlungsschwerpunkt auf die Geschehnisse in der Gegenwart. Die kurzen Ausflüge in die Handlung um die Dunkle Kirche in Gaetan und die noch kürzeren in den Mittelalter-Handlungsstrang erlauben es dem Leser noch nicht, die Zusammenhänge dieser komplexen Geschichte wirklich zu durchschauen. Trotzdem – oder gerade deshalb – wünscht man sich natürlich, schnell zu erfahren, wie es weitergeht. Diese Reihe macht definitiv Lust auf mehr.
Eine interaktive Abstimmung zur weiteren Handlung, wie sie seit Beginn der Reihe angekündigt ist, erfolgte bisher nicht, sodass man sich mit der Beurteilung in dieser Hinsicht noch gedulden muss.

Fazit:
Diese immer komplexer erscheinende Geschichte kann (Urban-)Fantasy-Fans fesseln.

eBook

Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen

Lars Simon
Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen

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Die Macht des Gewitters

Klappentext:
Lennart Malmkvist führt ein ganz und gar normales Leben in Göteborg. Das ändert sich auf recht merkwürdige Weise, als der ungeliebte Mops seines Nachbarn mit ihm zu sprechen beginnt – und mit einem Mal hält das Magische Einzug in Lennarts Leben. Dabei hatte er mit Magie bisher überhaupt nichts am Hut! Als dunkle Mächte drohen, erkennt Lennart wie nützlich der eine oder andere Zaubertrick doch sein kann …

Rezension:
Lennart Malmkvist arbeitet als recht erfolgreicher Unternehmensberater in Göteborg und ist mit seinem Leben zufrieden. Doch als der alte Buri Bolmen, der im Erdgeschoss seines Wohnhauses einen Scherzartikel- und Zauber-Laden führt, plötzlich verschwindet, wahrscheinlich sogar tot ist, erbt Lennart nicht nur diesen Laden, sondern auch noch dessen ständig sabbernden Mops. An beiden hat er jedoch keinerlei Interesse. Als er kurz darauf überraschend seinen gutbezahlten Job verliert, entscheidet sich Lennart doch, einen Neuanfang mit Laden und Mops zu wagen. Diese Entscheidung wird sein Leben einschneidend verändern!
Lars Simon würzt seinen Fantasy-Krimi nicht nur mit sehr viel Humor, sondern auch mit reichlich Lokalkolorit. Der Leser ist ständig versucht, die beschriebenen Örtlichkeiten auf Google Earth mitzuverfolgen. Allerdings können die zahlreichen schwedischen Straßennamen und sonstigen Begriffe den der Sprachen nicht mächtigen Leser mitunter etwas im Lesefluss stolpern lassen. Dafür wirkt die Geschichte jedoch um so authentischer. Der Autor verwendet einen sehr flüssigen Schreibstil, wobei er humorvolle Kommentare so geschickt in den Text einwebt, dass sie den Leser immer wieder fast überraschen. Zu Beginn wird die Handlung relativ langsam aufgebaut, sodass sie stellenweise etwas behäbig erscheint. Im weiteren Verlauf nimmt das Tempo jedoch deutlich zu, um bis zum Finale immer mehr Spannung aufzubauen. Über manches wird der Leser genauso erstaunt sein wie Lennart, für den die reale Existenz von Magie einen echten Schock darstellt.
Und dann ist das Buch relativ plötzlich zu Ende, obwohl doch noch so viel Geschichte übrig ist. Was dem Buch am Anfang nicht anzumerken ist und auch im Klappentext nicht erwähnt wird: „Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen“ ist der Auftakt einer ganzen Buchreihe. Am Ende dieses Buches wird wohl jeder Leser unbedingt weiterlesen wollen, denn es muss ja noch so viel aufgeklärt werden!

Fazit:
Für Fans humorvoller Urban Fantasy erhält „Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen“ eine eindeutige Leseempfehlung.

Taschenbuch
eBook
Hörbuch

Rynestig: Glaskugelliebe

Margarethe Alb
Rynestig: Glaskugelliebe

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Das Ungeheuer aus dem Inselsberg

Klappentext:
Eigentlich hatten sich der Glasmacher Gallus und seine Haushälterin einfach nur ineinander verliebt. Aber Sybilla wollte ihm einfach nicht in dessen ferne Heimat folgen. Dann verschwandt die geheimnissvolle Magie, welche unter dem Glasmacherhaus tief im Berg hauste. Jene Zauberkraft, welche einem solch fürchterlichen Wesen gehörte, dass es nicht nur die magische Welt des Rynestig, sondern auch die Dörfer der Menschen vernichten würde, wäre es einmal den Fesseln entsprungen. Einmal mehr müssen Elfen, Mondwölfe und all die anderen Wesen der anderen Welt zusammenkämpfen. Und nebenbei der Liebe einen Weg bahnen.

Rezension:
Der Venezianer Gallus will in seine Heimat zurückkehren, doch Sybilla, die gleichzeitig seine Geliebte als auch die Hüterin des Feuers ist, möchte ihn nicht in die Fremde begleiten. Niedergeschlagen, wie sie ist, verliert sie die Kontrolle über das Feuer, das sie hütet. Doch damit kommt ein gefährliches Wesen frei. Die Halbelfe Magarethe und ihre Freunde wie die (Werwolf-)Ritter der nahegelegenen Burg und sogar die Zwerge, die nicht wirklich zu ihren Freunden gehören, müssen versuchen, gemeinsam ihre thüringische Heimat zu retten.
In den Büchern der „Rynestig“-Reihe erzählt die Halbelfe Margarethe Alb höchstpersönlich aus ihrem jahrhundertelangen Leben. Die Autorin, die im wirklichen Leben wohl Osanna Stephan heißt (Quelle: lesen.net)*, verarbeitet in den Büchern dieser Fantasy-Reihe diverse geographische Gegebenheiten und Legenden der Gegend zwischen Schmalkalden und dem Rennsteig (=Rynestig) zusammen mit überregionalen Fantasy-Elementen wie beispielsweise Werwölfen. Diese Idee ist (meines Wissens) zumindest für den thüringer Raum neu. Für Leser, die diese Gegend kennen, stellt das zusätzlich zum üblichen Fantasy-Feeling einen zusätzlichen Reiz dar.
Die Autorin erzählt Magarethes Abenteuer in einem gut lesbaren Stil, auch wenn es einige Tippfehler bis ins fertige Buch geschafft haben.

* Wie ich zwischenzeitlich informiert wurde, ist diese Information nicht ganz richtig. Die Autorin heißt in Wirklichkeit Susanne Koch, und Osanna Stephan ist neben Margarethe Alb nur ein weiteres ihrer Pseudonyme.

Fazit:
Diese historical Urban Fantasy mit thüringer Lokal-Touch macht vor allem für (halbwegs) ortskundige Fantasy-Fans Lust auf mehr.

eBook

Drachenkrypta

Jessica Bernett
Drachenkrypta

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Nachts auf dem Friedhof

Klappentext:
Charlie ist Besitzerin eines kleinen Buchladens. Leider laufen die Geschäfte nicht allzu gut. Und dann taucht auch noch dieser mysteriöse Mann auf und verlangt ein ganz bestimmtes Buch…

Rezension:
Charlie führt einen kleinen Buchladen, der sich seit Generationen in Familienbesitz befindet. Als sie diesen eines Abends durch die Hintertür verlässt, steht plötzlich ein Fremder vor ihr, der sich als Bekannter ihres Großvaters vorstellt. Er möchte ein Buch von ihr, dass sich schon seit der Zeit, als ihr Großvater den Laden noch führte, in diesem befindet. Als Charlie ihm das Buch gerade anvertrauen will, ruft ihre Tante sie an und warnt sie, genau dies nicht zu tun.
Jessica Bernetts Kurzgeschichte erzählt die Geschichte einer Frau, die völlig überraschend in eine Familientradition eingeweiht wird. Worum es dabei genau geht, soll hier nicht gesagt werden, weil es zu viel vorwegnehmen würde. (Wenn man jedoch den Titel betrachtet, könnten Drachen dabei eine Rolle spielen.) Die Autorin erzählt die Geschichte in einem flüssigen, angenehm zu lesenden Schreibstil. Obwohl „Drachenkrypta“ in sich abgeschlossen ist, würde sich das Ende für eine (eventuell längere) Fortsetzung anbieten. Potential dazu hätte die Idee zweifellos.

Fazit:
„Drachenkrypta“ ist eine Urban-Fantasy-Kurzgeschichte, der Genre-Fans einen Blick gönnen sollten.

eBook

Werwolfsjagd

Hannah Siebern
Werwolfsjagd

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Der Werwelpe

Klappentext:
Cassandra ist Nachtjägerin.
Für Geld jagt sie Vampire, Werwölfe und andere Monster. An Halloween erhält sie jedoch einen ganz besonderen Auftrag: Ein Werwolf-Welpe ist von seinem Rudel ausgerissen und hat sich unter die verkleideten Menschen gemischt. Zusammen mit dem Dämon Lester, ihrem ehemaligen Lehrmeister und Geliebten, macht Cassandra sich kurzerhand auf die Suche nach dem Welpen. Mit den Werwölfen hat sie nämlich noch eine ganz besondere Rechnung offen.
Doch die Nacht verläuft ganz anders, als sie erwartet hätte.
Dieses Ebook ist bereits 2012 unter dem Namen „Peter und der Werwolf- Eine Halloweengeschichte“ erschienen.

Rezension:
Seit sich seine Eltern getrennt haben, lebt der 12-jährige Peter bei seinem Vater und dessen neuer Frau. Doch alle paar Wochen muss er für ein paar Tage zu seiner Mutter, was er überhaupt nicht mag, da er dort über Nacht immer in seinem Zimmer bleiben muss. Und diesmal ist der Besuch auch noch über Halloween. Statt mit seiner extra gebastelten Maske durch die Straßen zu ziehen, ist er wieder im Zimmer eingesperrt. Aber heute entschließt sich Peter, doch heimlich loszuziehen. Noch im Haus entdeckt er jedoch ungeheuerliches. In Panik flieht er und verläuft sich im Halloween-Getümmel.
Diese Kurzgeschichte führt den Leser in die Welt der Nachtjägerin Cassandra ein, die sich ihr Geld mit der Jagd auf die Wesen der Nacht verdient. Während sie mit Vampiren und Dämonen jedoch durchaus auskommen kann, hasst sie Werwölfe inbrünstig. Anscheinend war diese Geschichte ursprünglich als One Shot konzipiert und wurde erst nachträglich durch andere Abenteuer Cassandras im Rahmen der „Die Nachtjägerin“-Reihe ergänzt.
Die Autorin erzählt die Geschichte wechselweise aus Peters und aus Cassnadras Sicht. Obwohl die Story gut erzählt ist und durchaus unerwartete Wendungen bietet, fehlt ihr leider irgendwie der letzte Pep, um den Leser wirklich mitzureißen.

Fazit:
„Werwolfsjagd“ ist eine Halloween-Geschichte, der leider das letzte Etwas fehlt um wirklich spannende oder gar gruselig zu sein.

eBook

Das Erbe der Macht – 2 – Essenzstab

Andreas Suchanek
Das Erbe der Macht – 2 – Essenzstab

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Erkenntnisse beim Unum

Klappentext:
Um voll auf seine Fähigkeiten zugreifen zu können, benötigt Alexander Kent einen Essenzstab. Doch als er und Jen nach dem Stabmacher suchen, stellen sie überrascht fest, dass dieser verschwunden ist. Eine Jagd beginnt.
Gleichzeitig wollen die Lichtkämpfer im Castillo endlich erfahren, was der Rat ihnen verheimlicht. Hierfür schmieden sie einen waghalsigen Plan. Niemand ahnt, dass das Böse in ihrer aller Mitte darauf lauert, erbarmungslos zuzuschlagen.
Das Erbe der Macht erscheint monatlich als E-Book und alle drei Monate als Hardcover-Sammelband.

Rezension:
Endlich ist es soweit, Alex wird seinen Essenzstab (= Zauberstab) bekommen. Doch bevor er – begleitet von Jen – beim Stabmacher, hinter dem sich niemand geringerer als Nostradamus höchstpersönlich verbirgt, ankommt, erhält dieser den ungebetenen Besuch der Schattenfrau. Bei deren Interesse für Alexander kann das natürlich kein Zufall sein. Und während sich im Castillo die Geschehnisse um die Geheimnisse der Unsterblichen und den Wechselbalg zuspitzen, erfahren Alex und Jen mehr voneinander, als sie gut finden.
Schon in diesem 2. Band der „Das Erbe der Macht“-Reihe zieht Andreas Suchanek den Spannungsbogen deutlich an. Die Zahl der noch zu klärenden Rätsel steigt spürbar an – natürlich ohne dass er bisher erwähnenswerte Antworten bietet. Mit anderen Worten: Der Meister der offenen Fragen ist wieder mal in Hochform. Aber das kennen seine Leser ja schon zur Genüge! Es werden wohl noch einige Bände ins Land gehen, bevor wirklich wichtige Fragen eine Antwort finden. Wie man es von diesem Autor kennt, ist auch diese Geschichte (hoffentlich) logisch widerspruchsfrei ausgearbeitet und bis ins kleinste Detail geplant. Da hilft nur eins: Warten auf den nächsten Band.

Fazit:
Spannend geht es in der „Das Erbe der Macht“-Reihe weiter.

eBook
Sammelband Bände 1 bis 3 als Hardcover

Halloween Tales

LYX Storyboard Autoren
Halloween Tales: We treat, you read

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Im Banne von Dämonen

Klappentext:
Halloween – das Fest, an dem der Schleier zur Anderswelt fällt.
Die Zeit der Hexen und Rituale, der Unsterblichen und Beschwörungen, in der die Geister geliebter Menschen gerufen werden und andere spurlos verschwinden. Die Nacht, in der die Hölle ihre Pforten öffnet, verschlafene Dörfer sich als Albtraum entpuppen und nicht nur Vampirjäger ihre Bestimmung finden. In der Monster, Fabel- und Schattenwesen Wirklichkeit werden und die Grenze zwischen Raum und Zeit verschwindet. Es ist die Nacht der Toten, der ruhelosen Seelen, in der die Liebe stärker ist als der Tod.
Mit 20 Kurzgeschichten bringen die LYX Storyboard Autoren Halloween auch zu dir!

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Carmen Gerstberger – A Supernatural Halloween
Lillian Dark – Geisterkuss an Halloween
J.D. Grönhoff – Seelensplitterküsse
Lydia Kincaid – Der Junge von nebenan
Katja Schnee – Nacht der Seelen
Rica Aitzetmüller – Magische Verführung
Jessica Bernett – Blutsüchtig in Prag
Hannah Marten – Das Grauen von Laurendale
Agnes Albrecht – Zwillingsblut
Darian Dawn – Der Junge von den Corrals
Kelly de Wulf – Eine Séance an Halloween
Ly Fabian – Das Ritual
Sunya Grace Bold – Vanisfluch
Natscha Kuchner – Dark Cinderella
Lizzy Black – Gute Geister, böse Geister
Sarah Neumann – Schatten über Samhain
Marc Short – Halloween in der Unterwelt
Samantha Steuer – Underworld
Christin C. Mittler – Monster der Zeit
Talia Taylor – Ripped Heart
Halloween – was verbindet man mit diesem Tag? Grusel, Übernatürliches, Monster. Und all das findet sich in den in dieser Anthologie enthaltenen Kurzgeschichten. Wie unterschiedlich diese Grundelemente jedoch gemischt werden können, kann durchaus überraschen. Die Bandbreite reicht dabei von eigentlich überhaupt nicht grusligen Vampiren, Werwölfen, Mumien und Dämonen, die ihr ruhiges Leben in einem Monster-Altenheim auflockern möchten, indem sie sich an Halloween unerkannt unter die Menschen mischen, über diverse Begegnungen mit Geistern oder eine Dämonen-Prinzessin, die sich zu Halloween in der Menschenwelt vergnügen will, bis hin zum (Kurz-)Psychothriller. Bei einer solchen Bandbreite entscheidet natürlich auch der persönliche Geschmack, welche Stories die eigenen Favoriten sind. Ungeachtet dessen differiert das schriftstellerische Niveau, wie man das von Anthologien gewohnt ist. Einige der Geschichten haben ein (sehr) offenes Ende, doch auch das ist natürlich zum Teil Geschmackssache. Über alles betrachtet, muss man jedoch allen enthaltenen Kurzgeschichten bescheinigen, dem Thema „Halloween“ aus ihrem jeweiligen Blickwinkel gerecht zu werden.
Besonders herausgehoben aus der Vielfalt seien diese beiden Geschichten:
In „A Supernatural Halloween“ erlebt der Leser auf sehr humorvoller Weise die Halloween-Abenteuer der oben bereits erwähnten Bewohner eines Monster-Altenheimes. Auch wenn sich der Gruselfaktor hier nahe der Nulllinie bewegt, gehört diese Story eindeutig zu den Höhepunkten der Anthologie.
Ein anderes Highlight der Sammlung stellt „Dark Cinderella“ dar, worin sich die Enkelin von Luzifer persönlich ins Wiener Halloween-Getümmel stürzt. (Oder muss man das in diesem Fall „Hallo Wien!“ schreiben?) Wie könnte sie vorher auch ahnen, dass Menschen-Männer so interessant sein können? Und woher sollte ein österreichischer Student ahnen, was sich hinter dem zarten Mädchen verbirgt, das ihm direkt neben dem Stephansdom über den Weg läuft?

Fazit:
Diese monothematische Anthologie ist einen Blich wert!

Taschenbuch
eBook