Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Rainbow Rowell
Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Übersetzung: Brigitte Jakobeit

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Im Schatten des Magiers

Klappentext:
Simon Snow, der größte und mächtigste Zauberer, den es je gab, ist eigentlich eine Katastrophe. Ungeschickt bewegt es sich in der Zaubererwelt, die er doch eigentlich vor ihrem Untergang retten soll. So ist es jedenfalls prophezeit. Dabei kann er nicht mal seinen Zauberstab gerade halten.
Aber ein Talent hat Simon doch, nämlich das zur Freundschaft. Und hätte er seinen Kumpel Penelope, seine Dauerfreundin Agatha und seinen in herzlicher Abneigung zugewandten Zimmergenossen Baz nicht, hätte er die magische Welt schon längst in Schutt und Asche gelegt. Aber mit den dreien könnte es klappen, nicht nur den Mörder von Bazʼ Mutter zu entlarven, sondern auch die dunklen Mächte zu besiegen und die Welt zu retten.

Rezension:
Für Simon Snow beginnt sein letztes Jahr auf der magischen Schule Watford. Endlich kann er zum letzten Mal eines der Kinderheime verlassen, in welchen er in jedem Jahr die Sommerferien verbringen musste. Ob er sein letztes Schuljahr überleben wird, ist jedoch alles andere als sicher, versucht ‚der Schatten‘ doch schon, seit er erstmals nach Watford kam, ihn zu vernichten. Simons größtes Problem dabei: Niemand weiß, wer ‚der Schatten‘ ist, nicht mal ‚der Magier‘, Schuldirektor und ungekrönter Herrscher der magischen Welt Großbritanniens. Außerdem ist Simon zwar der mächtigste Zauberer aller Zeiten, er kann seine Kräfte aber nur äußerst unzureichend kontrollieren. Und obwohl ‚der Magier‘ ihn zu seinem Erben erklärt hat, ist er nur selten mal zu sprechen. Er muss schließlich ständig gegen ‚die Alten Familien‘ kämpfen, welche die alten Zustände aus der Zeit vor dem Aufstieg ‚des Magiers‘ wieder herstellen wollen.
Gibt es hier jemanden, der bei dieser Kurzbeschreibung nicht sofort an einen gewissen Harry Potter denkt? Wahrscheinlich nicht. Also schon wieder ein einfallsloser Harry-Potter-Clon? Nein, das kann man diesem Buch wirklich nicht vorwerfen, denn die Geschichte entwickelt sich nach anfängliche stark erscheinenden Parallelen in eine völlig andere – und überraschende – Richtung.
Doch bleiben wir zunächst beim Anfang. Der Leser lernt Simon kennen, als er das Kinderheim verlässt und sich auf die Fahrt nach Watford begibt. Währenddessen erinnert er sich ständig an diverse Vorfälle der vergangenen 7 Schuljahre zurück. Als Leser ist man hier ständig versucht, das Buch zur Seite zu legen und sich erst mal die vorhergehenden Bände zu besorgen. Die gibt es aber gar nicht! Simon Snow war eigentlich nur die literarische Lieblingsfigur der Protagonistin eines anderen Werkes der Autorin, „Fangirl“. Erst nach dem Erfolg dieses Buches entschloss sich Rainbow Rowell, Simon ein eigenes Buch zu gönnen. Für den Leser bleibt jedoch ein eigenartiges Gefühl, wenn ständig eine Vorgeschichte angedeutet wird, die es nie gab. (Nach Informationen von Lesern, die „Fangirl“ kennen, werden die genannten Ereignisse auch dort nicht thematisiert.)
Dass manches (ganz) anders ist, als es aus Simons Sicht wirkt, merkt der Leser spätestens, wenn spätere Kapitel aus der Sicht anderer beteiligter Personen geschildert werden. Dies ist allerdings ein Gestaltungsmittel, das auch verwirren kann, denn die Geschehnisse werden, egal aus wessen Blickwinkel sie gerade geschildert werden, immer in der Ich-Perspektive präsentiert. Das führt dazu, dass man sich an manchen Stellen nochmals schnell am Kapitelanfang informieren muss, wer da gerade „ich“ ist.
Ganz so humorvoll, wie der Klappen- (oder korrekter gesagt Rückseiten-)Text vermuten lässt, ist das Buch übrigens nicht. Im Gegenteil: Das Ende wirkt schon beinahe sentimental. Wem das nicht stört, erhält mit „Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow“ eine solide Urban Fantasy mit durchaus neuen Ideen und unerwarteten Plottwists.

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Fazit:
Ein überraschend anderer Zauberschüler in einer Welt, die sich als ganz anders herausstellt, als er (und auch der Leser) zunächst denkt.

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Die Unbestimmten – 1 – Die Staubgeborene

Jo Schneider
Die Unbestimmten – 1 – Die Staubgeborene

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Auf dem Weg zum wahren Ich

Klappentext:
Die 19-jährige Zianth kann ihren Augen kaum trauen, als sie einen der wertvollsten Edelsteine in den Händen hält, die es gibt! Endlich scheint ein Leben außerhalb der staubigen Minen für sie in greifbarer Nähe – ein Leben in absoluter Freiheit. Doch mit dem Fund erwachen ungeahnte Fähigkeiten in ihr, die sie an einen neuen Ort binden, eine Stadt der Magie. Hier wird sie zur Schülerin des vermutlich dunkelsten Magiers des Landes. Der Winteralb gilt als hart und unbarmherzig und um seine Vergangenheit ranken sich viele düstere Geheimnisse. Immer wieder stellt er Zianth vor Aufgaben, an denen sie zu zerbrechen droht. Bis ihre wahre Gabe ans Licht kommt…

Rezension:
Seit ihrer Kindheit lebt Zianth in den Minen. Als sie eines Tages einen Drachenstein findet, scheint ihre Freiheit in greifbarer Nähe zu liegen, wird jeder Finder eines solch wertvollen Steines doch in Freiheit gesetzt – heißt es zumindest. Doch ein Neider will ihr den Stein entreißen, um sich selbst freizukaufen. Beim Kampf um den Drachenstein kommt es zu einem magischen Ausbruch. Als Zianth wieder erwacht, befindet sie sich bei einer Heilerin, die ihr offenbart, dass sie eine Magierin ist – und fortan beim unfreundlichen Winteralb Aster in die Leere gehen soll.
In dieser Fantasy-Geschichte verfolgt der Leser den Weg einer jungen Frau zur ausgebildeten Magierin. Erst im Laufe der Handlung erfährt er, wie es überhaupt dazu kam, dass die Heldin schon als Kind zur Minen-Sklavin wurde. Auch Zianth muss erkennen, dass ihr bisher vieles über sich selbst unbekannt war. Der Weg, der vor ihr liegt, ist steinig. Auch am Ende dieses Buches sind noch nicht alle Zusammenhänge offenbart. Jo Schneider schont ihre Protagonistin nicht, sondern lässt sie jeden Schritt – teilweise im wörtlichen Sinn – blutig erkämpfen. Dabei gelingt es der Autorin, den Leser in Zianths Gefühlswelt hineinzuversetzen.
„Die Staubgeborene“ stellt den Auftakt zur 5-bändigen Reihe „Die Unbestimmten“ dar, welche in den kommenden Monaten in rascher Folge erscheinen soll. (Band 2 ist bereits erscheinen.) Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine der üblichen Fortsetzungsgeschichten, deren einzelne Bände meist ‚Heftroman‘-Länge aufweisen, sondern um 5 Bücher von Romanlänge.

Fazit:
„Die Staubgeborene“ führt den Leser in eine Welt, in der Alben und Menschen eher gezwungenermaßen zusammenleben.

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Die oberen Zehntausend

Thomas Kowa
Die oberen Zehntausend

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Vom Portier zur High Society

Klappentext:
Die Nacht der lebenden Toten
Ein Concierge, der endlich einmal auf der anderen Seite stehen will. Ein schmutziger Deal und ein paar Untote, die irgendwie nicht einsehen wollen, dass sie in dieser Geschichte eigentlich nichts zu suchen haben.

Rezension:
Was macht ein Portier, der sich zu höhere berufen fühlt? Er hat ständig mit den ‚feinen Leuten‘ zu tun, aber der eigene Aufstieg in diese Gesellschaft ist natürlich nicht ganz einfach. Es sei denn, man hilft mit ein paar nicht ganz so legalen Mitteln nach. Ob eine kleine Liebelei mit der schwerreichen Edeltraud von Schwerin den ultimativen Schritt darstellen kann? Hauptsache, diesem Plan stellen sich nicht irgendwelche Zombies in den Weg.
Thomas Kowas Kurzgeschichte, die sowohl solitär in diesem booksnack als auch als Bestandteil der Kurzgeschichtensammlung „Nehmen Sie am Saturnring die dritte Ausfahrt“ erschienen ist, erzählt in kompakter Form die Geschichte eines Betrügers und Hochstaplers. Dass dann die Zombies ins Spiel kommen, erscheint allerdings doch etwas konstruiert. Der für den Autor typische, teilweise etwas eigenwillige Humor spielt natürlich auch in dieser Geschichte eine große Rolle, erreicht aber nicht ganz das Niveau, dass man von anderen seiner Geschichten gewohnt ist. Trotzdem liegt auch diese Kurzgeschichte Niveau-mäßig über vielen vergleichbaren anderer Autoren.

Fazit:
Dieses humorvolle Zombie-Abenteuer wird Freunden etwas abstrusen Humors sicher Spaß machen.

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Tierisch verflucht

Jaqueline Mercedes
Tierisch verflucht

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Teuflische Probleme

Klappentext:
»Berühmte letzte Worte. Vielleicht solltest du darüber ein Buch schreiben, Sonni«, zog Ash ihn auf.
Als Hexe hat Ash Katzor alle Hände voll damit zu tun, Dämonen zurück in die Hölle zu schicken. Das stellt eigentlich keine allzu große Herausforderung für sie dar, wäre da nicht ihr kleiner Bruder Simon, der sich in jedes erdenkliche Unglück stürzt und ihr Leben damit gehörig auf den Kopf stellt.
Als Simon versucht, den Fürsten der Hölle zu bestehlen, wird er als Strafe für seine Tat in eine schwarze Katze verwandelt.
Ash ist außer sich vor Wut, hat sie doch eine extreme Abneigung gegen Katzen!
Als dann auch noch ein Dämon ins Spiel kommt, der versucht, ihr Herz im Sturm zu erobern, droht ihre Welt aus den Fugen zu geraten.
Ash muss sich entscheiden. Soll sie auf ihr Herz hören oder abermals ihren Bruder retten?

Rezension:
Ihr Bruder Simon hat sich in einen Kater verwandeln lassen! Ash ist so was von wütend, muss sie doch ständig hinter ihm aufräumen. Uns wie soll sie jetzt den Chef der Hölle überzeugen, die Verwandlung rückgängig zu machen? Natürlich stellt der Bedingungen. Zumindest will er das von Simon gestohlene magische Diadem zurückbekommen, doch das hat Simon schon verkauft. Und dann ist da auch noch dieser eine Dämon …
Hexen, Dämonen und die Hölle – all das gibt es in der Urban Fantasy recht oft. Dazu kommen Familienverhältnisse, die man wohl als etwas gestört bezeichnen muss. Ergänzt wird das alles mit einem Schuss Humor und einer Lovestory. In dieser Kombination unterscheidet sich dieses Buch schon von der Masse. Die Idee, die Jaqueline Mercedesʼ Geschichte zu Grunde liegt, ist durchaus originell.
Zu Beginn des Buches verstören den Leser eine ganze Reihe an (anscheinenden) Logikfehlern. Überraschenderweise klären diese sich im weiteren Verlauf der Handlung jedoch auf, sodass am Ende eine durchaus lesenswerte Geschichte übrig bleibt. Lediglich Ashs Gefühlswelt erscheint zumindest mir nach einer bedeutenden Wendung nicht nachvollziehbar.

Fazit:
Diese humorvolle Urban Fantasy hat ihren eigenen Reiz. Philosophische Tiefe sollte der Leser allerdings nicht erwarten.

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Frost & Payne – 8 – Nummer 23

Luzia Pfyl
Frost & Payne – 8 – Nummer 23

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Frosts Geburtstag

Klappentext:
Nach der Sache mit Kirkland liegt Jackson Payne schwer verletzt im Krankenhaus, doch die Sache ist ausgestanden und er in Sicherheit. Lydia Frost hofft, dass nun endlich wieder etwas Normalität in die Agentur kommt. Helen plant eine Geburtstagsparty und Dr. Baxter versucht, den mechanischen Arm nachzubauen.
Die ruhigen Tage dauern allerdings nicht lange an. Eine Mutter bittet Frost, ihren verschollenen Sohn, David, zu suchen, da Scotland Yard sich nicht dafür zu interessieren scheint. Frost nimmt den Auftrag an, doch sie hat nicht viel Hoffnung, den Jungen nach all der Zeit noch zu finden. Sie ahnt nicht, dass er der Schlüssel zu den mechanischen Kindern ist.
Der Mörder erweitert derweil das Spielfeld. Er hat eine ganz spezielle Geburtstagsüberraschung geplant…

Rezension:
Lydia Frost macht sich langsam ernsthafte Sorgen um ihren Partner Payne, der spurlos verschwunden ist. Doch endlich hat sie eine Spur gefunden. Derweil wird der Erschaffer der ‚mechanischen Kinder‘ wieder aktiv. Nach all den Jahren möchte er unbedingt seine verlorene Nummer 4 wiederfinden. Außerdem muss er das von Nummer 23 bei seiner Flucht zerstörte Labor ersetzen, und Scotland Yard ist ihm auch auf den Fersen.
Im inzwischen 8. Band ihrer „Frost & Payne“-Reihe, die mittlerweile ihre ganz eigene Dynamik entwickelt hat, überrascht Luzia Pfyl ihre Leser mit einer wohl kaum vorausahnbaren Wendung. Und diese Überraschung ist gelungen, denn damit hätte zumindest ich definitiv nicht gerechnet. Worum es sich dabei genau handelt, soll hier natürlich nicht verraten werden, auch wenn man sicher behaupten kann, dass das nicht allen Lesern gefallen wird.
Alles deutet darauf hin, dass sich die Reihe in den kommenden Bänden auf die Überführung des Kindesentführers und -mörders konzentrieren wird. Doch dieser ist sich sehr wohl bewusst, von wem ihm Gefahr droht. Es verspricht also, weiterhin interessant zu bleiben.

Fazit:
Mit einer schockierenden Überraschung geht das viktorianische Detektivabenteuer in die nächste Runde.

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Die Fährtenleserin

Karl Olsberg
Die Fährtenleserin

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Der Bestie auf der Spur

Klappentext:
Als die junge Fährtenleserin Andrin von einer hohen Belohnung hört, die für das Erlegen einer mörderischen Bestie ausgesetzt ist, hat sie keine Wahl, als sich der Jagdgesellschaft anzuschließen. Denn das Leben des Menschen, den sie am meisten liebt, steht auf dem Spiel. Doch nach und nach wird ihr klar, dass nichts so ist, wie es scheint, und offenbar jeder ihrer Gefährten seine eigenen, verborgenen Gründe hat, sich an der Jagd zu beteiligen. Während sie auf der Spur der Bestie immer tiefer in die menschenleere Wildnis gelangen, werden aus den Jägern mehr und mehr Gejagte, und Andrin sieht sich einer weit größeren Gefahr ausgesetzt, als sie ahnte …

Rezension:
Schon seit sie als Kind ihre besondere Gabe entdeckte, betätigt sich Andrin als Fährtenleserin – wozu keine wirklichen Fährten im eigentlichen Sinne erforderlich sind. Da sie jedoch gerade dringend Geld benötigt, meldet sie sich, als eine große Summe für die Erlegung einer mörderischen Bestie ausgelobt wird. Natürlich ist sie nicht die einzige Interessentin, und so bricht schon bald eine bunt gemischte Jägerschar auf. Jeder hat seine eigenen Gründe und Geheimnisse. Da stellt sich schnell die Frage, wem man wirklich trauen kann.
Karl Olsberg verlegt den Handlungsort seiner Fantasy-Geschichte in eine mittelalterlich geprägte Welt, was in diesem Genre nicht gerade ungewöhnlich ist. Allerdings wird der Leser die typischen Fantasywesen wie Elfen, Drachen oder Zauberer hier vergeblich suchen. Worin das phantastische Hauptelement liegt, soll hier nicht verraten werden, denn dies offenbart sich erst recht spät in der Handlung. Auch worum es sich bei der Bestie eigentlich handelt, erfahren die Protagonisten wie auch der Leser erst im hinteren Teil des Romans.
Während diese Suche nach der Lösung des Rätsels sehr interessant und spannend ist, werden in die Handlung immer wieder ‚Lagerfeuergeschichten‘ eingestreut, in denen den handelnden Personen Gelegenheit geboten wird, ihre eigene Lebensgeschichte zu erzählen. Da die meisten dieser Berichte jedoch in keinem Zusammenhang mit dem eigentlichen Abenteuer stehen, nehmen sie leider etwas Fahrt aus der Geschichte. Erst nach erfolgter ‚Abarbeitung‘ der persönlichen Vorgeschichten erreicht die Spannung ein konstant hohes Niveau.
Und am Ende sieht manches anders als gedacht aus …

Fazit:
Eine interessante Fantasy-Geschichte, die leider mehrmals in unbedeutende Nebenhandlungen abschweift.

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Bittere Liebe

Saskia Louis
Bittere Liebe

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Keine Lust auf Koffein

Klappentext:
Eine ungewöhnliche Liebes-Kurzgeschichte
Kennt ihr das, wenn man so verliebt ist, dass man unter Strom steht? Wenn die Zurückweisung bitter auf der Zunge schmeckt? Ich wette nicht so wie es bei mir der Fall ist.

Rezension:
Über die Handlung dieser Kurzgeschichte kann man eigentlich so gut wie nichts sagen, ohne damit den Gag zu verraten. Nur soviel sei gesagt: Eine Kaffeemaschine spielt hier eine nicht unwesentliche Rolle.
Saskia Louis lässt ihren ‚Hauptprotagonisten‘ hier über eine tragisch unerwiderte Liebe nachgrübeln. Erst im Laufe dieses kurzen booksnacks wird nach und nach deutlich, wer hier eigentlich von seiner Angebeteten verschmäht wird. Trotzdem werden selbst ausgesprochen gefühlsbetonte Leser ausnahmsweise auf das Bereithalten eines Taschentuchs verzichten können.

Fazit:
Speziell Freunden des eher stillen Humors könnte diese ‚Liebes-Tragödie‘ zusagen.

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Die Gabe der Geister

Sarah Wynde
Die Gabe der Geister

Übersetzung: Jessica Di Dio

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Der Beifahrer

Klappentext:
Akira hat Geheimnisse. Aber die hat auch der kleine Ort Tassamara.
Akira Malone glaubt an die wissenschaftliche Methode, Evolution und Einsteins Relativitätstheorie. Und an Geister.
Weder Logik noch Vernunft können sie vor der Wahrheit bewahren – sie kann Geister sehen und mit ihnen kommunizieren. Aber Akira ist sich sicher, dass ihre Fähigkeit nur eine genetische Laune ist, und dass die Geister, die sie trifft, nur übriggebliebene Energie sind. Gefährliche, elektromagnetische Energie.
Zane Latimer glaubt an Telepathie, Präkognition, Auren und daran, dass mit den Angestellen Halo zu spielen eine großartige Management-Technik ist. Er denkt auch, dass Akira seiner Familie vielleicht dabei helfen könnte, mit ihren verstorbenen Angehörigen in Kontakt zu treten.
Aber wird Akira jemals in der Lage sein, ihrer Angst ins Auge zu sehen und ihre Gabe zu akzeptieren? Oder werden Zanes Verwandte für immer zwischen Leben und Tod gefangen sein?

Rezension:
Akira ist Physikerin. Uns sie weiß, dass Geister existieren, denn sie kann sie schon von Kindheit an sehen. Eine unvorsichtige Erwähnung von ‚Geisterenergie‘ in einer wissenschaftlichen Arbeit ist Akiras Karriere jedoch alles andere als dienlich. Da kommt ihr eine Einladung an eine private ‚Forschungsfirma‘ in Florida gerade recht. Das liegt zwar fern ihrer Heimat an der Westküste, doch vielleicht hat sich ihr wissenschaftlicher Ausrutscher noch nicht bis dorthin herumgesprochen. Akiras Überraschung ist groß, als sie feststellt, dass man dort gerade an ihrer Forschung zum Thema ‚Geisterenergie‘ interessiert ist.
Diese Urban Fantasy, deren Schwerpunkt auf Geistererscheinungen liegt, wurde, wie die Autorin ausdrücklich bemerkt, von der TV-Serie „Eureka“ inspiriert. Ein Institut in einer Kleinstadt, in der das Außergewöhnliche normal ist, als Handlungsort unterstreicht diesen Hinweis natürlich. Damit erschöpfen sich die Parallelen aber auch schon weitgehend. Der Rest der Handlung, in der eine Liebesgeschichte zwischen der Protagonistin und ihrem neuen Chef eine nicht unwesentliche Rolle spielt, ist das eigenständige Werk Sarah Wyndes. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Natur der Geister, wozu Akira und ihr neuer Arbeitsgeber unterschiedlicher Meinung sind.
Leider erreicht die Übersetzung nicht ganz das Niveau der Handlung. Dass die Anreden mit „Herr“ und „Frau“ übersetzt wurden, kann man dabei noch akzeptieren, auch wenn es heutzutage zumindest ungewöhnlich ist. Einige Begriffe wurden aber schon sehr eigenwillig übersetzt. So ist zum Beispiel von einem Paragraphen in einer wissenschaftlichen Arbeit die Rede, in dem Akira Geisterenergie erwähnte. Da sollte man im Deutschen wohl besser von einem Absatz sprechen. (Oder ist dieser Ausdruck in solchen Arbeiten üblich?)

Fazit:
Alle, die eine Bildungslücke beim Thema „Geister“ besitzen, können dieses Buch zwecks Schließung derselben zu Rate ziehen.

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Better than Blood

Kara Steinnsuch
Better than Blood

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Vegetarier

Klappentext:
Das Leben als Vampir ist nicht immer einfach, das hat Claire nun oft genug am eigenen Leibe erfahren müssen. Doch ihr Durchhaltevermögen ist nach langer, langer Zeit endlich belohnt worden, denn in England hat sie für sich eine Art Paradies gefunden. Die in Essex gelegene Stadt Maple’s Hall hat genau die richtige Größe, um inkognito das Leben zu führen, das sie sich seit Jahrhunderten unter harten Bedingungen aufgebaut hat, und in der es sich ruhig und ohne große Zwischenfälle leben lässt. Ihr Glück wird allerdings immer wieder auf die Probe gestellt, denn ganz ohne Probleme geht es eben doch nicht. Da wäre zum Beispiel der fiese Ältestenrat, der ganz unvermittelt auftaucht; eine Welle Neugeborener, die die Straßen von Maple’s Hall unsicher machen sowie ihr ehemals bester Freund und dessen leidige Machtspielchen, die schnell tödlich enden können. Plötzlich wird ihr Leben als Vegetarierin und Menschenfreundin bedroht, ebenso die Stadt, die ihr so sehr ans Herz gewachsen ist. Als sie dann auch noch dabei ist, sich zu verlieben, ist das große Chaos perfekt.

Rezension:
Claire ist Vegetarierin – was unter Vampiren allerdings nur heißt, dass sie keine Menschen aussaugt. Ihre Nahrung beschafft sie sich aus Blutkonserven, ihren Jagdtrieb lebt sie an Waldtieren aus. Auch wenn sie nicht die einzige ‚Menschenliebe‘ ihrer Art ist, gibt es doch auch Vampire, die diese Lebensart als verweichlicht ablehnen – allen voran ‚der Rat‘, die Regierung der Vampire. Obwohl Claire mit ihren 1000 Jahren zu den ältesten Vampiren überhaupt gehört und alleine deshalb ein Anrecht auf einen Sitz im Rat hätte, lehnt sie dies ab und versteckt sich sogar vor dem Rat. Doch seit einiger Zeit treiben sich in ihrer Heimatstadt in England zunehmend ‚neugeborene‘ Vampire herum, die brutal auf Menschenjagd gehen. Claire und ihre Freunde versuchen alles, zumindest ‚aufzuräumen‘, bevor die Morde den Menschen auffallen. Als sie dann auch noch einen menschlichen Polizeipsychologen kennenlernt und sich in diesen verleibt, werden die Schwierigkeiten nicht weniger.
Vampirgeschichten sind nicht erst seit „Twilight“ ‚in‘. Trotzdem gibt es selbst in diesem Zweig der Urban Fantasy hin und wieder neue Ideen. Kara Steinnsuchs Roman gehört wohl dazu. (Wobei ich nicht ausschließen will, dass es doch auch hier schon ähnliches gab. Wer kann das Genre komplett überblicken?) Auf rund 380 Taschenbuch-Seiten schickt die Autorin ihre Heldin in ein Leben, dass sich eigentlich gar nicht so sehr von einem menschlichen unterscheidet. Auch bei den Vampiren um Claire gibt es nicht nur Weiß und Schwarz, sondern auch diverse Grautöne. Dabei gelingt es Kara Steinnsuch, ein nur schwer zu durchschauendes Intrigen-Geflecht aufzubauen. Lediglich die teilweise (zu) detailliert dargestellten Sexszenen mit Claires menschlichem Freund trüben den guten Eindruck etwas.
Die Bedeutung des Untertitels des Buches „Ein Blümchenbecher-Roman“ erschließt sich mir allerdings nicht, auch wenn Claire ihr Blut bevorzugt aus einem solchen Gefäß trinkt.
Auffallend ist das überraschend abrupte Ende des Romans, das allerdings verständlich wird, da mittlerweile eine Fortsetzung unter dem Titel „Madder than me“ veröffentlicht wurde.

Fazit:
Dieser Vampir-Roman geht ungewöhnliche Wege und ist für Vampir- und Urban-Fantasy-Liebhaber durchaus empfehlenswert.

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Im Zeichen des Lotus – 6 – Wenn Erinnerungen brennen

Valerie Loe
Im Zeichen des Lotus – 6 – Wenn Erinnerungen brennen

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Im Kerker

Klappentext:
Jede Nacht, ungesehen, unbemerkt von den Menschen, wird ein Krieg gefochten. Seit mehr als tausend Jahren treffen sich in den Schatten zwei Mächte, Chaos und Ruhe, Feuer und Eis, die ihre Schlachten schlagen bis zum Ende aller Zeit.
Sie ist vor der Kälte geflohen, aber der Schnee kommt näher, legt sich um sie, zieht die Schlinge um ihren Hals enger.
Penelope kann nicht weiter laufen. Sie wusste seit der ersten Begegnung, dass sie den Schatten wieder begegnen würde.
Der Moment der Konfrontation ist gekommen. Der Ausgang ungewiss.

Rezension:
Penelope hat genug vom Weglaufen. Sie beschließt, das wohl unvermeidliche Gespräch mit den Solani zu suchen. Doch die kommen ihr zuvor und erwarten sie schon in ihrem Haus. Werden beide Seiten jetzt endlich die schon so lange gesuchten Antworten erhalten?
Das Finale der 1. Staffel dieser Urban-Fantasy-Reihe ist erreicht. Wie schon gewohnt schlie0t die Handlung unmittelbar an das Ende des vorhergehenden Bandes an. Doch wie viel wird Valerie Loe preisgeben? Gewohnheitsleser der Reihe fiebern schließlich – genau wie die Heldin selbst – schon lange darauf, endlich etwas über Penelopes Hintergründe zu erfahren. Dass nicht alle Fragen beantwortet werden, ist wohl schon von vornherein klar, denn die Reise soll schließlich noch fortgesetzt werden.
Rückblickend kann nach Ende der Staffel gesagt werden, dass es der Autorin zweifellos gelungen ist, damit eine eigenständige, spannende Urban-Fantasy-Welt aufzubauen. Zusammen mit der Hauptprotagonistin hofft der Leser von Band zu Band, endlich mehr Informationen über diese zu erhalten. Doch auch die anderen beteiligten Parteien sind nicht uninteressant, wobei man speziell über die Hauptgegner, die Nim, noch über sehr wenig Hintergrundwissen verfügt. Alles in allem wohl Grund genug, der Geschichte auch in der kommenden 2. Staffel treu zu bleiben.
Der einzige wirkliche Kritikpunkt liegt die gesamte Staffel über darin, dass es relativ viele Flüchtigkeitsfehler bis ins veröffentlichte Buch geschafft haben. Hier wäre für den weiteren Verlauf auf Besserung zu hoffen.

Fazit:
Der Höhe- und Endpunkt der 1. Staffel. Leider schaffen es ziemlich viele offene Fragen bis in die nächste.

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