A Fairy Tale: Die Suche nach dem blauen Herz

Anja Stephan
A Fairy Tale: Die Suche nach dem blauen Herz

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In den Tiefen von Paris

Klappentext:
Aus ist es mit seinem ruhigen Leben im Quartier Latin in Paris! Als Scott McKenzie seiner Erzfeindin aus Jugendtagen über den Weg läuft, weiß er sofort, dass es das Schicksal nicht gut mit ihm meint. Dabei hat sich der Halbelf aus einst hohem Hause in den letzten hundert Jahren mit einem gut gehenden Antiquariat eine ausgezeichnete Reputation aufgebaut. Aber nun zieht ihn die eigenwillige Gwendolyn von Cleve in ein Abenteuer in die Pariser Unterwelt hinein, das ihn völlig überfordert. Auf der Suche nach dem blauen Herzen muss er sich mit der Vergangenheit der beiden verfeindeten Familien auseinandersetzen und sich gegen einen unbekannten Feind behaupten. Dabei wird ihm bewusst, dass sich sein Leben für immer verändern wird – und das Fräulein von Cleve ist schuld daran.

Rezension:
Der Halbelf Scott lebt als Antiquar ein ruhiges Leben. Ganz im Gegenteil dazu lebt die Hochelfe Gwendolyn immer im Fokus der Gesellschaft – und der elfischen Skandalpresse. Da ihre Familien schon seit Ewigkeiten verfeindet sind, reagieren beide nicht erfreut, als sie sich plötzlich immer wieder über den Weg laufen. Hinzukommt der Standesunterschied, da Scotts Vater wegen der nicht standesgemäßen Ehe mit einer Menschenfrau einst aus seiner Familie verstoßen wurde. Und dann gibt es da noch ein peinliches Geheimnis aus ihrer Schulzeit … In der vor normalen Menschen verbogenen magischen Parallelwelt von Paris bahnen sich Turbulenzen an, die schließlich dazu führen, dass die beiden so verschiedenen Elfen plötzlich gemeinsam auf der abenteuerlichen Suche nach einem blauen Glasherz sind.
Elfen ‚leben‘ meist in der High Fantasy. In der Urban Fantasy trifft man sie dagegen relativ selten an. In Anja Stephans Roman leben sie unerkannt zwischen den Menschen. Dabei wagt die Autorin den Spagat zwischen einem Urban-Fantasy-Abenteuer, einer Love Story sowie einer Familien- beziehungsweise Gesellschaftssaga. Als Romantasy würde ich die Geschichte dabei allerdings nicht bezeichnen – zumal beide Protagonisten nicht gerade besonders romantisch veranlagt sind. Leider verlagert die flüssig und in angenehmen Stil erzählte Geschichte ihren Schwerpunkt stellenweise sehr auf die Beziehungsprobleme Scotts und Gwens und vernachlässigt das sehr interessante magische Abenteuer über längere Abschnitte etwas. Am Ende werden jedoch alle offenen Fragen aufgelöst. Lediglich wieso die deutschen von Cleves und die schottischen McKenzies offenbar schon seit Jahrhunderten in Frankreich leben, bleibt unbeantwortet.

Fazit:
Urban-Fantasy-Fans, die ich an einer etwas umfangreicheren Love Story nicht stören, kann dieses Buch empfohlen werden.

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Sieben Mörder

Bettina Wagner
Sieben Mörder

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Von Mördern umgeben

Klappentext:
Eine falsche Entscheidung
Nach dem Tod ihres Vaters kann Melissa niemandem mehr trauen, schon gar nicht ihren Verwandten. Der freundliche Mann, der sie in seinem Wagen mitnimmt, scheint ihre einzige Rettung zu sein …

Rezension:
Ihre Verwandten wollen Melissa um ihr Erbe bringen, doch es gelingt ihr, vor ihrer geldgierigen Sippschaft zu fliehen. Zum Glück kann sie auf der Straße ein Auto anhalten, dessen Fahrer sie mitnimmt. Unterwegs erzählt sie dem Mann die Geschichte bis zu ihrer Flucht. Wie wird dieser reagieren?
In der Kürze dieser Geschichte liegt auch ihr Reiz. Bettina Wagner lässt ihre Protagonistin die Geschehnisse knapp und klar berichten, ohne sich dabei in allzu viele Details zu vertiefen. So viele Mörder, aber gibt es überhaupt eine Leiche? Um die überraschende Auflösung dieser Frage zu erfahren, muss man diese Kurzgeschichte schon selbst lesen.

Fazit:
Ein Kurzkrimi, wie er sein soll: spannend und mit interessantem Ende.

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Das Geheimnis einer Insel

Dalia Winter
Das Geheimnis einer Insel

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Hundelos

Klappentext:
Rist – die kleinste der ostfriesischen Insel birgt ein dunkles Gehemnis, das Mia verzweifelt versucht herauszufinden. Doch am Ende wünscht sie sich nichts sehnlicher, als alles wieder rückgängig machen zu können.

Rezension:
Schon seit 2 Jahren lebt Mia auf der kleinen Insel Rist, und trotzdem konnte sie noch nicht herausfinden, wieso es auf der ganzen Insel keinen einzigen Hund gibt. Selbst ihre besten Freunde weichen entsprechenden Fragen stets aus. Als ihr dann auffällt, dass sie in der ganzen Zeit noch keinen Friedhof gesehen hat und alle der entsprechenden Frage auch ausweichen, entschließt sich Mia, der Sache auf den Grund zu gehen.
In ihrer Horror-Kurzgeschichte führt Dalia Winter ihre Leser in die Nordsee. Was harmlos beginnt, wird innerhalb der wenigen Seiten dieser Geschichte schnell spannend, bis die Protagonistin zu einer schockierenden Erkenntnis gelangt.

Fazit:
Dieser Horror in Nordseekulisse funktioniert trotz seine Kürze.

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Der Gentleman

Thomas Kowa
Der Gentleman

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Gentleman bleibt Gentleman

Klappentext:
Ist es richtig, dass jemand eine Bank überfällt, die ihn um sein Geld gebracht hat? Der Gentleman, eine Geschichte über Heimweh, Moral und nicht ausbruchssichere WC-Fenster.

Rezension:
Weil die Bank sein Geld veruntreut hatte, hat Walter Seiler einen Geldtransport überfallen – allerdings ohne dem Fahrer auch nur ein Haar zu krümmen. Das ist 30 Jahre her, doch erst jetzt kommt er im Alter von 94 Jahren zurück in seine Heimat, die Schweiz. Das Problem ist nur, dass er dabei Handschellen trägt. Wie wird der Arzt, der seine Haftfähigkeit beurteilen soll, wohl entscheiden?
Thomas Kowas Kurzgeschichte ist kaum in ein gängiges Genre einzuordnen. Ein bisschen Krimi, etwas Drama, oder doch eher Humor? Von allem hat die Geschichte etwas. Eines ist jedoch eindeutig klar: Wie man es vom Autor schon gewohnt ist, ist auch dieser kleine Lesehappen sehr flüssig lesbar. Für die kleine Pause zwischendurch ist diese Kurz-Literatur genau das richtige.

Fazit:
Diese Shortstory passt zwar in kein Genre, unterhält aber gut.

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Wien abseits der Pfade Band II

Georg Renöckl
Wien abseits der Pfade Band II

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Ab durch die Durchhäuser

Klappentext:
Entdecken Sie in Band II von Wien abseits der Pfade die verborgenen Winkel der Innenbezirke, lernen Sie den letzten Klavierbauer Wiens kennen und begleiten Sie Musiker auf neuen Wegen weitab von Donauwalzer und Schrammelquartett. Georg Renöckl lässt Sie hinter die touristischen Fassaden blicken und führt Sie zu einsamen Rummelplätzen im Süden Wiens und zu einer Perle des Jugendstils ganz im Westen, die man freilich nicht erreicht, ohne in die Abgründe der Wiener Seele geblickt zu haben.

Rezension:
Wien kennt jeder – und wenn es nur aus dem Fernsehen ist. Doch auch die, die schon (öfters) dort waren, kennen oft nur die touristischen Hotspots. Aber was ist mit versteckten Oasen, die teilweise in unmittelbarer Nähe der bekannten Sehenswürdigkeiten liegen? Manch versteckten Laden, der beinahe unverändert aus früheren Zeiten überdauert hat, kennen wohl selbst die meisten Einheimischen nicht. Am Weg liegen auch immer wieder gemütliche Cafés oder rustikale Gaststätten, an denen der Autor nur selten vorbeigehen kann, ohne dort eine Pause einzulegen. Immer wieder gibt es dazu auch ein passendes Rezept, das den Weg in diesen außergewöhnlichen Wien-Führer gefunden hat. Aber Vorsicht: Als hochdeutscher Leser braucht man bei der Zutatenliste manchmal ein Wörterbuch! Wer weiß außerhalb Österreichs schon, was er sich unter Dirndlmarmelade vorzustellen hat?
Georg Renöckl beschreibt die einzelnen Spaziergänge in einem lockerem Plauderton. Nur selten kommen auch etwas ernstere Themen zu Wort. Leider sind die zahlreichen Abbildungen im Text nur in schwarz/weiß wiedergegeben, was aus preislichen Gründen wohl nicht zu vermeiden war. Wünschenswert wäre es allerdings, die Stadtplanausschnitte etwas größer abzudrucken, da sie zumindest teilweise kaum zu entziffern sind.

Fazit:
Dieser Stadtführer empfiehlt sich vorwiegend für Wienbesucher, die die bekannteren Ecken bereits kennen und auf der Suche nach neuem sind.

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Magische Meriten – 1 – Gefunden

Dennis Frey
Magische Meriten – 1 – Gefunden

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Zwischen An’ya und Kukura

Klappentext:
Florence trifft in einem Wald im Allgäu auf den Magier Claude und seinen Lehrling Ivan. Bald darauf wird sie von einem mächtigen Wesen verfolgt, das es auf mehr als nur ihr Leben abgesehen hat. Kann sie auf die Hilfe der Magier zählen?
Die Reihe Magische Meriten erzählt die Geschichte der Magier seit den 20er Jahren in Dennis Freys Universum der Fremden.
Leser seines Debütromans „Fremdes Leben“ und seiner Kurzgeschichten, können im Lauf der Serie einige alte Bekannte wiedertreffen.

Rezension:
Die 16-jährige Engländerin Flo(rence) verbringt den Urlaub zusammen mit ihrer Familie im Allgäu. Als sie im Wald ein eigenartiges Leuchten bemerkt, folgt sie diesem. Dort trifft sie auf die Magier Ivan und Claude, die erkennen, dass sie selbst eine noch nicht erweckte Magierin ist. Während Claude einem gefährlichen Wesen folgt, werden Flo und sein Schüler Ivan von einem noch gefährlicherem angegriffen, das es speziell auf Flo abgesehen hat.
Mit diesem Einstieg in seine neue Urban-Fantasy-Reihe führt Dennis Frey seine Leser in die Welt eines magischen Ordens. Band 1 verfolgt dabei den Erstkontakt eines 16-jährigen Mädchens mit ihren eigenen magischen Fähigkeiten, von denen sie bisher nichts ahnte. Dass die magische Welt nicht gerade ungefährlich ist, muss sie dabei schnell erkennen. Auch ein paar Reminiszenzen an typische High-School-TV-Serien lässt der Autor nicht aus. Dass sich zwischen Flo und dem nur wenig älteren Ivan schnell ‚etwas anbahnt‘, verwundert Leser des Genres wohl kaum. Verlautbarungen des Autors verraten allerdings, dass sich die kommenden Bände vorerst auf andere Angehörige des Ordens konzentrieren werden, statt Flos und Ivans Weg weiter zu verfolgen.
Vom Stil her kann dieses Buch gefallen Fans jugendlicher Urban Fantasy finden hier eigentlich alles, was sie in diesem (Sub-)Genre erwarten können. Das Lesen macht Spaß – und darauf kommt es doch an.

Fazit:
Diese Jugend-Urban-Fantasy stellt den gelungenen Auftakt einer neuen Reihe dar.

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Perchtenlauf

Andreas Brugger
Perchtenlauf

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In der Höhle der Perchten

Klappentext:
Mit dem Buch Perchtenlauf schuf Andreas Brugger nicht nur eine ganz neue Art des Lesevergnügens, er startete damit auch eine vielversprechende Buchbandreihe, denn das nächste Buch ist bereits in Arbeit.
In aufeinanderfolgenden Szenenbildern verschiedener Kameras begleitet der Leser ein Studententeam bei dessen Untersuchung mysteriöser Ereignisse im Alpenland. Ihre studienmäßige Projekt-Recherche führt das Team in ein Dorf in den österreichischen Alpen, um über lokales Brauchtum und Sagen einen Dokumentarfilm zu drehen. Die Einheimischen erzählen Geschichten über verschwundene Kinder, verstümmelte Tiere und dunkle Gestalten. Böse Streiche, Jägerlatein und Aberglaube, so scheint es. Doch dann wird mitten in den Raunächten – den Nächten vom 25. Dezember bis zum 6. Jänner – ein weiterer Mensch vermisst, und das Kamerateam beginnen zu erahnen, dass hinter den uralten Legenden mehr steckt, als es irgendjemand für möglich halten würde …
Noch während der Vorbereitungen gestaltete sich die Idee, dieses Buch im Dialekt und in Hochdeutsch zu veröffentlichen. So entstand die Lösung, dass der hochdeutsche Text auf den geraden Seiten und der Originaltext auf den ungeraden Seiten zu lesen ist.

Rezension:
Eine Gruppe von Studenten besucht – ausgerüstet mit mehreren Kameras – ein Alpendorf, um dort einen Projekt-Film über den Brauch des Perchtenlaufs zu drehen. Laufen die Dreharbeiten anfangs noch erwartungsgemäß, erzählen ihnen schon bald einige Einwohner Geschichten von wirklich stattgefundenen mysteriösen Vorkommnissen. Nicht nur in ferner, sondern auch in recht naher Vergangenheit sind hier immer wieder sowohl Menschen als auch Vieh verschwunden. Wenn es überhaupt Spuren gab, waren diese unheimlicher Natur. Die Einwohner schafften es jedoch immer, diese Vorfälle vor der breiten Öffentlichkeit geheim zu halten. … und dann müssen die Studenten miterleben, wie zuerst ein Mädchen aus dem Ort und schließlich sogar einer von ihnen verschwinden.
Erinnert diese Handlung nicht an diverse Horror-Filme? Genau. Und genau wie ein solcher ist auch dieses Buch aufgebaut. Die gesamte Handlung liest sich wie die Beschreibung eines ‚Found Footage‘-Streifens. Das geht so weit, dass bei jeder Szene zuerst beschrieben wird, was gerade zu sehen ist, und diese immer mit „Das Bild wird schwarz.“ endet.
Alleine das zeigt natürlich schon, dass Andreas Bruggers Fantasy-Buch außergewöhnliche Wege geht. Da braucht der Leser natürlich ein paar Seiten, bis er sich in diesen Rhythmus hineingelesen hat. Auch die Tatsache, dass sich auf jeder Doppelseite hochdeutscher und Dialekttext gegenüberstehen, ist ungewohnt, wobei diese Doppelung eigentlich relativ unnötig ist, da der erzählende Text und auch die wörtlichen Reden vieler der Protagonisten sowieso (fast) hochdeutsch sind. Für den hochdeutschen Leser schwer verständlicher Dialekt tritt eigentlich nur bei den wörtlichen Reden älterer Einwohner auf. Da hätte sich sicher eine sinnvollere Art der Übersetzung finden lassen.
Die Handlung an sich ist jedoch nicht zu kritisieren. Nach einem relativ gemächlichen Aufbau der Basis wird die Geschichte bis zum Finale immer spannender. Die Idee, in diesem und mehreren weiteren geplanten Büchern alte Sagen zu ‚entstauben‘ und zeitgemäß aufzubereiten, ist durchaus begrüßenswert. So werden aus den immer seltener wieder- und weitergegebenen volkstümlichen Mythen moderne Fantasy-Werke.

Fazit:
Hier werden alte Mythen erfolgreich in die moderne Zeit transferiert. Ob die recht extremen Stilmittel nötig sind, ist eher Geschmacksfrage.

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Fiery & Tinder – 1 – Und das Geheimnis der Göttin

J.J. Blackwood
Fiery & Tinder – 1 – Und das Geheimnis der Göttin

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Auf der Suche nach den Genen

Klappentext:
Der neue, fantasievolle Reihenauftakt von J.J. Blackwood, der alle Grenzen überwindet.
Als Kronprinzessin des Feuervolkes wird Fiery eines Tages über das gesamte Land herrschen, welches ihr Vater regiert. Als immer mehr Stimmen den Untergang der Welt prophezeien, entdeckt Fiery ein mystisches Geheimnis, das die Zerstörung der Welt verhindern könnte…
Von seinem Stamm ausgestoßen irrt Tinder allein durch den gefährlichen Dschungel, in dem jeder Schritt den Tod bedeuten kann. Zufällig stößt er auf einen Stamm von vollkommen fremdartigen Wesen und begibt sich auf eine lange, abenteuerliche Reise.
Was passiert, wenn zwei Kämpfernaturen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, plötzlich aufeinandertreffen und gegen alle Regeln versuchen, gemeinsam die Welt zu retten?

Rezension:
Fiery ist die Kronprinzessin des Feuervolkes, doch als die Vulkane zu erkalten drohen, steht ihre Zukunft plötzlich auf der Kippe. Als sie etwas findet, mit dem sie hofft, ihr Volk retten zu können, macht sie sich auf eine Reise jenseits der Welt, die sei kennt. Tinder ist ein junger Jäger eines Waldstammes. Als er einen verhängnisvollen Fehler begeht, wird er aus seinem Stamm ausgeschlossen. Auf der Flucht vor geheimnisvollen Wesen, erreicht er schließlich das Meer. Es kommt, wie es kommen muss: Tinder und Fiery treffen aufeinander – und sehen schließlich ein, dass sie wohl nur gemeinsam ihre Welten retten können.
J.J. Blackwoods Roman beginnt wie eine Fantasy-Saga, doch im Laufe der Handlung stellt sich nach und nach heraus, dass es sich viel mehr um eine SciFi-Dystropie handelt. Die verschiedenen Völker sind die letzten Überlebenden der Menschheit, die jegliche Erinnerung an kulturelle Errungenschaften und Technik verloren haben. Für die auf Steinzeitniveau Lebenden stellen gelegentliche Funde von Überbleibseln der alten Kultur wie Scheren oder Sonnenbrillen wahre Wunder dar. Merkwürdige Hinweise auf etwas, was sich „Gene“ nennt, können sie nicht deuten. Liegt hier etwa das Geheimnis der Naturveränderungen, die ihr Leben bedrohen? Die Autorin lässt ihr Buch mit einem überraschenden Cliffhanger enden.
Leider enthält die ansonsten flüssig geschriebene und spannende Geschichte ein paar Widersprüche. So pendelt beispielsweise Fiery zwischen einer kaum zu besiegenden Kämpferin und einem ängstlichen Mädchen, dass sich zitternd in starke Männerarme rettet, hin und her – je nachdem, was für die Szene gerade passt. Das ergibt natürlich keinen glaubhaften Charakter. Die Figur des Tinder, der eine Entwicklung vom etwas ungeschickten Beinahe-Erwachsenen zur selbstbewussten Persönlichkeit durchläuft, erscheint da schon erheblich gelungener. Bei derartigen Inkonsistenzen liegt definitiv noch Verbesserungspotential, und es ist zu hoffen, dass dieses in den kommenden Bänden der Reihe noch genutzt wird. Sieht man von diesen Schwachpunkten ab, stellt dieser Band jedoch den Beginn eines interessanten Abenteuers dar, dessen weitere Entwicklung noch nicht vorherzuahnen ist.

Fazit:
Diese SciFi-Dystropie mit Fantasy-Touch ist ein gelungener Reihen-Start, beinhaltet jedoch noch ein paar logische Stolpersteine

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The Roxbury Haunting

Robin G. Austin
The Roxbury Haunting

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Geister und Polizisten

Klappentext:
Jack Raven is a Psychic Medium who has been talking to spirits since she was a child. Now, she owns Raven Eradications and her job is to assist the dead in moving onward– up or down as the case may be with her partner Mojo, a Tamaskan wolfdog.
Just before Christmas, she’s called to the home of Dorothy Matthews to get rid of the man who’s living in the woman’s attic. Alexander Jenningsworth, the home’s first owner, has increased his ghostly activity and has no plans on going anywhere. Dorothy though has already left the building.
Determined to learn why Alexander remains earthbound years after his death, Jack discovers secrets from his and Dorothy’s lives that defy the time that separates them. With help from Detective Clayton Acker, Jack battles an angry spirit for the truth that uncovers past and present mysteries.
The Roxbury Haunting is the first in the Jack Raven Ghost Mystery Series. This is a clean, cozy, supernatural series.

Rezension:
Jack Raven ist Geisterjägerin. Wegen ihres Vornamens muss sie fast jedem erst beweisen, dass sie wirklich die gesuchte Person ist. Als sie nach Texas gerufen wird, weil sich eine alte Frau von einem immer aktiver werdenden Geist in ihrem Haus belästigt fühlt, findet sie ihre Klientin bei der Ankunft jedoch nur noch mit gebrochenem Genick am Fuß der Treppe liegend vor. Ist der Geist etwa tätlich geworden, oder hatte da der Schwiegersohn der Frau, der sich auffällig für das Gebäude interessiert, seine Fingen im Spiel? Zu Jacks Überraschung scheint der ermittelnde Polizist die Geister-Angelegenheit im Gegensatz zu den meisten ihrer Mitmenschen ernst zu nehmen.
Geschichten über Geisterjäger sind in der Literatur bekanntlich nicht gerade selten, auch wenn es sich dabei meistens um Männer handelt. Zumindest in diesem Punkt gehört Robin G. Austins Protagonistin Jack einer Minderheit an. Doch nicht nur in diesem. Nach eigenen Angaben hat die Heldin zu 30 Prozent Navajo-, zu 50 Prozent englische Wurzeln. Die restlichen 20 Prozent kann sie selbst nicht zuordnen. Trotzdem verlässt sie sich im Zweifelsfall auf den Großen Geist.
In diesem Genre verwundert es natürlich nicht allzu sehr, dass es sich bei dieser Geschichte um den Start in eine neue Reihe handelt. Weniger Genre-typisch ist es dagegen, dass der Grusel-Faktor hier eine eher kleine Rolle spielt. Vielmehr nehmen das Krimi-Element und die Aufdeckung der Geschichte des Menschen, der später zum Geist wurde, einen erheblichen Stellenwert ein. Auch das familiäre Umfeld der verstorbenen Klientin erweist sich als nicht unwichtig. Auch relativ ungewöhnlich erscheint es in diesem Genre, dass die Story in Zeiten von Handys und Facebook angesiedelt ist und die Geisterjägerin sich ihr Honorar per Paypal überweisen lässt.
Insgesamt betrachtet ist es der Autorin gelungen, dem Geisterjäger-Genre eine durchaus interessante neue Note hinzuzufügen. Man kann gespannt sein, wie sich diese Reihe weiter entwickelt.

Fazit:
Diesem Geisterjagt-Krimi-Mix gelingt es, die klassische Geisterjägergeschichte erfolgreich in moderne Zeiten hinein weiter zu entwickeln.

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Tod unter Gurken

Kai Magnus Sting
Tod unter Gurken

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„Noch was Sülze?!“

Klappentext:
Tote, die zum Leben erweckt werden, ein Verrückter, der in seinem Keller Leichen sammelt, ein Mann, der am Schreibtisch seines Arbeitszimmers ertrinkt, ein scheußlicher Fund unter den Ruinen eines alten Hauses, eine explosive Weihnachtsgans und ein Tod, der auch mal Erholung braucht.
Alfons Friedrichsberg, Privatier und Hobbydetektiv, ist alt, hochintelligent, trinkt gern, isst noch lieber und freut sich über alles Abwegige und Mörderische, was seine Neugier und seinen großen Geist weckt. Und so blickt er in die Abgründe seiner Mitmenschen. Denn nichts liegt näher als ein heimtückischer Mord.
Die mit absurdem Witz, rabenschwarzem Humor und sprachlicher Finesse geschriebenen skurrilen Kriminalgeschichten jagen einem kalte Schauer über den Rücken und lassen einen im gleichen Moment herzhaft lachen.

Rezension:
Als Rentner könnte es sich Alfons Friedrichsberg eigentlich den ganzen Tag über gemütlich machen und seinen Lieblingshobbys Essen und (Alkohol) Trinken nachgehen. Doch leider stolpert er immer wieder über eigenartige Mordfälle. Intelligent wie er ist, löst er diese – manchmal mit Hilfe seiner Freunde – meist auch schnell. Dabei sind die Morde, auf die er auf die eine oder andere Art stößt, fast immer ziemlich skurril. Hier trifft er zusammen mit einem Auftragskiller, der nie jemanden ermordet hat, auf eine Leiche, dort lädt ihn ein Mann zu sich ein, um ihm die Sammlung seiner Mordopfer zu zeigen. Oder er setzt sich nichtsahnend auf eine Parkbank, nur um festzustellen, dass sein Sitznachbar offenbar kürzlich gegen seinen Willen ‚entlebt‘ wurde. Und immer kommt er der Lösung recht zügig auf die Spur.
Bei „Tod unter Gurken“ handelt es sich um eine Sammlung von Kurzgeschichten um den Hobbydetektiv Alfons Friedrichsberg aus der Feder (oder wohl eher Tastatur) des Autors Kai Magnus Sting. Der Fokus liegt dabei auf den Marotten des Protagonisten. Der – teilweise etwas makabere – Humor steht dabei weit mehr im Mittelpunkt als die Auflösung der einzelnen Mordfälle. Das wird auch daran deutlich, dass der gute Alfons die Täter bei weitem nicht immer an die Polizei verpetzt.
Freunden derartiger Geschichten kann dieses Buch ausdrücklich empfohlen werden, passt der Schreibstil des Autors doch sehr gut zu dieser Art humorvoll-makaberer Detektiv-Abenteuer.

Fazit:
Mordopfer serienweise und dazu ein kräftiger Schuss Humor – das ist das Leben Alfons Friedrichsbergs. Was braucht der Leser mehr?

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