Ein (fast) perfekter Muttertag

Bettina Wagner
Ein (fast) perfekter Muttertag

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Heute kochen andere

Klappentext:
Gibt es etwas Schöneres, als den Muttertag einmal so richtig zu genießen und sich von allen Seiten verwöhnen zu lassen? Jedenfalls denkt Sybille das zu Beginn auch …

Rezension:
Als Sybille am Muttertag aufwacht, stehen Mann und Kinder bereits in der Küche und bereiten das Mittagessen vor. Da kann sie die Gelegenheit doch nutzen, mal einen kleinen Entspannungsspaziergang zu machen. Dumm nur, dass keine ihrer Freundinnen Zeit hat. Und als sie zurückkommt, erkennt sie die Küche und ihre Lieben kaum wieder.
Bettina Wagner beweist in dieser Kurzgeschichte wiedermal ihr Gespür für den leisen Humor. Damit ist dieses eBüchlein genau das Richtige für eine kurze Entspannung zwischendurch.

Fazit:
Eine Kurzgeschichte für ein kleines Schmunzeln in der Pause.

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Die Novae Experimente – Elmsfire

Adrian MB
Die Novae Experimente – Elmsfire

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Die andere Art

Klappentext:
Als die Studentin Clarra eines Nachts eine Begegnung mit einem übernatürlichen Wesen hat, gerät sie in ein schier unglaubliches Abenteuer der ganz besonderen Art.

Rezension:
Als in den Medien Berichte vom Überfall anscheinend übernatürlicher Wesen auftauchen, hält Clarra das zunächst für Blödsinn. Als sie sich jedoch entschließt, noch einen abendlichen Spaziergang durch den Uni-Campus zu unternehmen, trifft sie auf einen Mann, den irgendetwas unnatürliches umgibt. Kurz darauf wird er von Kämpfern in schwarzer Tarnkleidung angegriffen. Bevor er stirbt, kann er Clarra noch eine Akte übergeben, mit der es dieser gelingt zu fliehen. Wie sich herausstellt, hat die US-Regierung diese Wesen mit besonderen Fähigkeiten einst gentechnisch geschaffen und versucht nun alles, die Kontrolle über ihre Schöpfung zu erlangen. Und Clarra mit der Akte, in der sich vermutlich die Regierung belastendes Material befindet, steht ganz weit oben auf der Abschussliste.
Mit diesem Buch ist dem Autor, der sich hinter dem Pseudonym Adrian MB verbirgt, ein von Anfang bis Ende fesselnder Fantasy-Thriller gelungen. Aus der wechselnden Sicht Clarras, des Chefs der CNA, der eilig zur Überwachung der Novae, wie diese Wesen genannt werden, geschaffenen Regierungsbehörde, einer Polizistin sowie verschiedener Novae verfolgt der Roman die sich überstürzenden Ereignisse über einen lediglich einige Tage umfassenden Zeitraum. Schnell wird klar, dass die Novae trotz ihrer sehr verschiedenen ‚übermenschlichen‘ Fähigkeiten charakterlich genau so unterschiedlich wie die Menschen sind. Wird es Clarra gelingen, den Skandal öffentlich zu machen? Kann sie den Novae, die sich ihr offenbaren, mehr trauen als der CNA?
Leider gibt es an diesem hochspannenden Buch auch Schattenseiten, wobei dieser nicht inhaltlicher, sondern handwerklicher Art sind. Die Kommata hat der Autor anscheinend nach dem Zufallsprinzip im Text verteilt. Dazu kommen zahlreiche Absatzumbrüche mitten im Satz, manchmal sogar mitten in einem Wort. Es ist schade, dass dieses ansonsten sehr gelungene Werk durch derartige Nachlässigkeiten verschandelt wird. Vielleicht kann sie der Autor ja zu einer entsprechenden Nachbesserung überwinden?

Fazit:
Höchst interessanter Fantasy-Thriller, der alle Fans der X-Files und ähnlichem begeistern dürfte – jedoch handwerklich verbesserungswürdig.

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Fantasy-Lesebuch 4

Ingrid Pointecker (Hrsg.)
Fantasy-Lesebuch 4

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Gute Stories – wenig Fantasy

Klappentext:
Was passiert, wenn sich eine Spinne für Mythologie interessiert?
Wie sicher kann man sich auf einem vermeintlich unbewohnten Planeten fühlen?
Wo verläuft die Grenze zwischen Vorsicht und Moral bei der Eindämmung eines Virus?
Warum beginnen manche Kämpfe erst nach dem Ende einer großen Schlacht?
Wie können 13 Briefe mehr als nur ein Leben verändern?
Die Antworten auf diese Fragen finden sich in dieser Anthologie. Klassische Fantasy, Science-Fiction, Dystopisches und Gänsehautmomente laden zum Schnuppern in unterschiedliche Subgenres ein – zum Lesen, Vorlesen und Nacherzählen. Fünf AutorInnen, fünf Geschichten und eine gewagte Mischung, die viel zu schade für die Schublade wäre.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Im Netz – Andrea Bannert
Die singenden Bäume – Corinna Schattauer
Typ B – Mia Neubert
Die letzte Aufgabe – Jacqueline Mayerhofer
Die 13 Briefe des Paulus Marinus – Fabian Dombrowski
Eine Spinne als Heldin, Gestrandete Raumfahrer, ein grassierender Zombie-Virus, ein Machtkampf zwischen Brüdern und Geisterforschung – so bunt ist die Mischung der mittlerweile 4. Ausgabe des Fantasy-Lesebuchs. Gemeinsam ist allen 5 Kurzgeschichten, dass sie stilistisch als durchaus gelungen eingeschätzt werden müssen. Doch damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon.
Während „Im Netz“, eine Geschichte aus der Perspektive einer intelligenten Spinne, und „Die 13 Briefe des Paulus Marinus“, wo die Ergebnisse ‚übernatürlicher Forschung‘ ausschließlich anhand von Briefen rekonstruiert werden, als Fantasy im eigentlichen Sinn aufgefasst werden können, trifft das auf die restlichen Geschichten weniger bis gar nicht zu. Bei „Die singenden Bäume“, einer SciFi-Geschichte um auf einem fremden Planeten gestrandete Raumfahrer, kann man die Entdeckung der Protagonisten eventuell noch als Fantasy einstufen, bei „Typ B“, einer Apokalypse nach Ausbruch eines Zombie-Viruses, tue ich mich allerdings schwer, dies noch als Fantasy zu betrachten. Spätestens bei „Die letzte Aufgabe“, einem historischem Abenteuer um verfeindete Brüder, ist jedoch keine Spur des Fantasy-Genres mehr zu entdecken. Im Gegensatz zu den anderen Beiträgen, die man zumindest noch unter Phantastik verbuchen kann, trifft selbst dies hier nicht zu. Auch wenn im Klappentext von „klassische Fantasy, Science-Fiction, Dystopisches und Gänsehautmomente“ gesprochen wird, passt diese Mischung nicht wirklich zum Titel „Fantasy-Lesebuch“.
Um nicht missverstanden zu werden: Die einzelnen Kurzgeschichten sind für sich genommen ausnahmslos gelungen und gut zu lesen. Meine Kritik bezieht sich ausschließlich auf die durch den Titel suggerierte Genre-Zuordnung. Unter einem solchen Titel sollten Herausgeberin und Verlag bei einer eventuellen nächsten Ausgabe doch etwas mehr auf zum Genre passende Beiträge achten.

Fazit:
Eine Anthologie mit gelungenen Beiträgen – doch Fantasy sind diese leider nur zum (kleinen) Teil.

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Alltagswahnsinn

Britta Meyer
Alltagswahnsinn

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Die Tücken des Alltags

Klappentext:
„Warum sind die Tomaten so teuer? Sind die zwischen den Brüsten römischer Jungfrauen gereift? Verfeinerten Ozelotpupse den Düngungsprozess? Hat der Dalai Lama an die Stauden gepinkelt?“
Ganz ehrlich, wer braucht schon ein Dschungelcamp? Der Alltag selbst ist die größte Herausforderung, findet Frau Meyer. Im Stil der Online-Omi Renate Bergmann bringt sie so manche Alltagssituation gelungen auf den Punkt und lässt uns über das Leben im Allgemeinen schmunzeln. In ihren Geschichten erzählt sie, wie sie die Welt sieht. Augenzwinkernd, warmherzig, nachdenklich, humorvoll und immer mit einer Portion Selbstironie.

Rezension:
Überteuerte Tomaten, nicht zu merkende Computer-Passwörter, nervende Kundenkarten, abgehobene Küchenmaschinen – die alltäglichen Probleme und Problemchen gehen Frau Meyer gehörig auf die Nerven. Doch was kann man schon dagegen machen?
Ungewöhnlich für die booksnack-Reihe sind in dieser Ausgabe gleich 3 Kurzgeschichten enthalten. In allen muss sich Frau Meyer mit den Tücken des Alltags auseinandersetzen. Und es sind Tücken, die wohl jeder Leser aus dem eigenen Leben kennt. Um es vorweg zu nehmen: Die Lösung dieser Probleme wird er auch nach der Lektüre dieser Kurzgeschichten nicht wissen – aber zumindest wird er beim nächsten Mal, das ihn selbst trifft, ein Lächeln auf den Lippen haben.
(Nebenbei bemerkt existiert die im Text genannte Internetseite wirklich.)

Fazit:
Die Problemchen des Alltags humorvoll genommen – nach dieser ‚Schock-Therapie‘ sind sie doch nur noch halb so schlimm.

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Bill Cnox – 10 – Das Geheimnis der Skelettinsel

Bill Cnox
Bill Cnox – 10 – Das Geheimnis der Skelettinsel

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Der Schmuck im Sarg

Klappentext:
Bei „Bill Cnox“ handelt es sich um eine weitere Serie aus den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts, die einen utopisch-phantastischen Hintergrund aufweist. 1922-1923 erschienen hier 28 Hefte um den – genveränderten(!) – Gummimenschen Bill Cnox, zumeist mit einer kriminalistischen Handlung.
Die Romanhefte aus der Reihe „Bill Cnox“ erscheinen jetzt in einer leicht bearbeiteten (eher: restaurierten) Neuausgabe. Vor allem wurden Rechtschreib-, Interpunktions und Grammatikfehler der Originalausgabe korrigiert sowie Ausdrücke, die heutzutage mißverständlich erscheinen, geändert.
Zudem wurden die Romane in eine gemäßigte Version der Rechtschreibungsreform von 2006 umgesetzt. Für den Leser, der das altertümliche Flair weitergehend erleben möchte, ist eine zweite Fassung in alter Rechtschreibung (bis 2000) ebenfalls im eBook enthalten.
Leider liegen derzeit nicht alle Hefte dieser Serie vor (die Hefte 2-9 und 11-14 sind verschollen/nicht vorhanden). Trotzdem haben wir uns dazu entschlossen, dem Leser diese (sehr kurzen) Romane nicht vorzuenthalten.

Rezension:
Der Milliardär Donald Rotschild gibt öffentlich bekannt, dass sein gesamter Schmuck nach seinem Tod mit ihm zusammen beerdigt werden soll. Da er der Presse auch verrät, wo er beerdigt werden möchte, befürchtet Bill Cnox schon beim Lesen der Meldung, dass Rotschilds Grab zu einer Pilgerstätte für ‚Schatzsucher‘ werden wird. Wie es der Zufall will, stirbt der Milliardär schon wenige Tage später an einem Herzschlag. Sein Privatsekretär findet jedoch, dass es besser wäre, den wertvollen Schmuck vorm Vergraben ‚zu retten‘ und ihn lieber in seinen Besitz zu bringen. Doch auf ihn wartet eine Überraschung. Der Schmuck findet doch seinen Weg in den Sarg – was schnell weitere ‚Interessenten‘ anlockt. Wird Bill Cnox den Sarg sicher zu seinem Ziel geleiten können?
Wenn man bedenkt, dass diese Kurzgeschichte annähernd 100 Jahre alt ist, wirkt sie überraschend modern. Etwas überraschend wirkt aus heutiger Sicht lediglich, dass der Autor den Namen seines Protagonisten als Pseudonym benutzt, obwohl die Geschichte nicht einmal in der Ich-Form verfasst ist. Auf die genveränderte Hauptfigur wird in diesem kurzen Werk, das nach heutigen Standards selbst für ein ‚Groschenheft‘ zu kurz wäre, nicht näher eingegangen. Dies wird anscheinend als aus den vorherigen Bänden bekannt vorausgesetzt. (War der Begriff „genverändert“ damals überhaupt schon üblich beziehungsweise bekannt?) In der Handlung dieser Geschichte spielen die besonderen Eigenschaften des Helden allerdings keine Rolle, da es sich um eine reine Detektivgeschichte handelt. Wie weit die im Klappentext erwähnten Modernisierungen reichen, kann man ohne Kenntnis des Originals natürlich nicht einschätzen. Wenn man den Geldwert der damaligen Zeit in Betracht zieht, könnte Rotschild im Original eventuell ein Millionär statt Milliardär gewesen sein. Aber das ist natürlich nur eine Vermutung.
Besonderen ‚Tiefgang‘ wird bei diesem Genre wohl niemand erwarten, doch ist das Abenteuer überraschend unterhaltsam zu lesen. Für die Pause zwischendurch ist es – schon alleine aus literaturhistorischem Interesse – durchaus zu empfehlen.

Fazit:
Ein Blick in die Anfänge der sogenannten Trivialliteratur, der Spaß macht.

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Sherlock Holmes und der Vampir im Tegeler Forst

Wolfgang Schüler
Sherlock Holmes und der Vampir im Tegeler Forst

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Eine Jagd durch die Jahrzehnte

Klappentext:
Schwarze Schatten, weiße Gesichter, rotes Blut – Mord am Set von »Nosferatu«
In seinem Cottage in Sussex verfasst Sherlock Holmes seine Memoiren. Aber es sind nicht nur Erfolgsgeschichten, auf die er zurückblicken kann. Im Laufe der Jahre entwischte ihm auch der größte Verbrecher seiner Zeit, den die Welt als irren Serienmörder kennt: Jack the Ripper! Nun fordert der gnadenlose Verbrecher seinen Widersacher Holmes ein letztes Mal heraus.
Eine blutige Spur führt nach Deutschland, zu den Dreharbeiten von »Nosferatu« in Berlin. Dort sind die Pioniere der Filmkunst mit der Umsetzung von Bram Stokers Roman »Dracula« befasst. Aber ein grausamer Mörder dezimiert das Filmteam nach Art der blutsaugenden Vampire. Im Tegeler Forst, in den Filmateliers in Berlin-Johannistal, in der Hafenstadt Wismar und in den Karpaten jagen Holmes und Watson nun den wahren »Vampir«, der hinter den bizarren Morden steckt.

Rezension:
Schon lange haben sich Holmes und Watson zur Ruhe gesetzt, als letzterer plötzlich Besuch von seinem alten Freund bekommt. Der Massenmörder, den die Öffentlichkeit als Jack the Ripper kennt und der ihm damals mehrfach entwischen konnte, fordert Holmes regelrecht zu einem letzten indelektuellen Duell heraus. Natürlich ziert sich Dr. Watson nicht lange und begleitet Holmes nach Berlin, wo der Ripper im Umkreis der Dreharbeiten zum Vampirfilm „Nosferatu“ zu suchen ist. Es dauert nicht lange, bis hier wirklich ein Mord passiert, der nicht der letzte bleiben wird.
Dem Autor Wolfgang Schüler muss bescheinigt werden, ‚seine Hausaufgaben‘ gemacht zu haben. Die interessanten historischen Hintergründe sind sorgfältig recherchiert und eng mit der fiktiven Handlung verwoben. Leider konnte er jedoch der Versuchung nicht widerstehen, seinen Lesern möglichst viele dieser Hintergründe detailliert darzubieten. So bestehen größere Abschnitte, teilweise ganze Kapitel nur aus solchen Erklärungen, was dann jeweils weit von der eigentlichen Detektivgeschichte abführt. Auch sonst werden ganze Kapitel aus der Sicht eines Erzählers erzählt, was für die originalen Sherlock-Holmes-Erzählungen Arthur Conan Doyles untypisch ist. So kommt das typische Holmes-Feeling nur in den Teilen des Buches auf, die die Erinnerungen Dr. Watsons wiedergeben. Das schmälert für der Sherlock-Holmes-Fan das Vergnügen an dieser ansonsten gut konstruierten Kriminalgeschichte leider etwas. Freunde historischer Detektivgeschichten, die keinen großen Wert auf einen typischen Holmes legen, dürften an diesem Fall jedoch ihre Freude haben.

Fazit:
Eine spannende Verbrecherjagd mit Sherlock Holmes und Dr. Watson, bei der jedoch nur selten das typische Sherlock-Holmes-Feeling aufkommt.

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Der Hexenfelsen

Annette Dressel
Der Hexenfelsen

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Die Nacht alleine

Klappentext:
Marita durchlebt eine schwere Zeit: Eine kaputte Ehe und eine Tochter, die den Kontakt zu ihr verweigert. Eines Nachts entschließt sie sich den Hexenfelsen zu erklimmen – jenen Felsen, an dem die Hexen vor der Verfolgung ihren Sabbat hielten. In der Nacht steigt sie den dunklen Pfad hinauf. Sie stolpert, doch sie steht auf, geht weiter und kehrt mit einer neuen Erkenntnis zurück..

Rezension:
Marita ist in ihrer Ehe nicht glücklich, und ihre eigene Tochter wirft ihr vor, dass sie ihren Mann noch nicht längst verlassen hat. Bei einem Besuch des Hexenfelsens entschließt sie sich, das in Angriff zu nehmen, was sie eigentlich schon ewig plante: den Felsen einmal nachts zu besuchen.
In Annette Dressels Kurzgeschichte geht es vordergründig um eben jenen nächtlichen Ausflug, den die Protagonistin dazu nutzt, zu sich selbst zu finden. Dabei geht es erheblich weniger abenteuerlich zu, als man bei einem solchen nächtlichen Soloausflug vermuten könnte. Was der Leser dieser stilistisch gut geschriebenen Story leider nicht erfährt, ist, woran die Ehe zerbrach. Somit ist auch Maritas schließlich getroffene Entscheidung kaum nachvollziehbar.

Fazit:
Ein interessanter Ausflug, dessen Gründe allerdings etwas im Dunkeln bleiben.

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Hollywood – Das goldene Zeitalter

Herbert von Korff
Hollywood – Das goldene Zeitalter

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Die Anfänge der Traumfabrik

Klappentext:
Hollywood und sein goldenes Zeitalter. Über die Anfänge der großen Zeit in Hollywood, über Studios, Stars und Sternchen. Wer waren sie und woher kamen sie – die großen Hollywood-Pioniere. Eine spannende Zeitreise, voller Anekdoten, Skandale und überraschenden Offenbarungen. Der Publizist Herbert von Korff hat selbst eine Zeitlang für die großen Studios in Hollywood gearbeitet. Sein Buch ist besonders für alle Einsteiger in die Materie geeignet.

Rezension:
Anfang der 20. Jahrhunderts etablierte sich Hollywood als Nabel der Filmwelt. Innerhalb weniger Jahre wurden mehrere große Filmstudios gegründet, die auch heute noch große Rollen im internationalen Kinomarkt spielen. Universal, Paramount, MGM, Warner und Columbia kennt wohl jeder. Während die großen Stars und auch Regisseure der Frühzeit des Kinos Cineasten auch heute noch – zumindest dem Namen nach – ein Begriff sind, kennen wohl nur wenige die ursprünglichen Bosse dieser Imperien. Auf deren Vorstellung liegt der Schwerpunkt dieses Buches. Es erstaunt, dass die Gründer all dieser Firmen aus eher bescheidenen Verhältnissen stammten – und mehr oder weniger bildungsfern waren. Manche waren (wenn man diesem Buch glauben darf) kaum in der Lage, ein Manuskript zu lesen. Um so despotischer gaben sie sich ihrem Personal gegenüber. Selbst die großen Stars und Regisseure dieser Zeit wurden zwar relativ gut bezahlt, aber wie Leibeigene behandelt. Autoren zählten nur als Rohstofflieferanten. All das änderte sich erst deutlich nach dem 2. Weltkrieg. Doch zu dieser Zeit waren die Gründer der Filmfabriken meist schon im Ruhestand oder gestorben.
Was Herbert von Korff hier ausführt, dürfte in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt sein. Neben den Studiobossen stellt er jedoch auch Schauspieler, Regisseure und Autoren dieses Zeitalters kurz vor und beleuchtet damit auch die andere Seite der Traumfabriken. Damit präsentiert er ein für Kinofreunde interessantes Werk. Ein etwas strukturierterer Aufbau des Buches würde die Übersichtlichkeit allerdings verbessern.

Fazit:
Eine interessante Zeitreise in die Frühzeit Hollywoods, die unbekanntes aus der Entstehungszeit der Traumfabrik verrät.

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Das Haus auf der Geisterklippe

Daniel Herbst
Das Haus auf der Geisterklippe

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Dem ‚Star‘ auf der Spur

Klappentext:
Ferien an der spanischen Mittelmeerküste: Das bedeutet alles andere als faul in der Sonne zu liegen! Siggi, Monique und Juanito werden durch Zufall in eine ganz große Sache hineingezogen. Weshalb sich ein mäßig begabter Schlagersänger als Gärtner und sein Freund als Baron ausgeben, ist den dreien zunächst ebenso unklar wie die Frage, was der nervöse, der im Haus auf der Geisterklippe wohnt, mit den beiden zwielichtigen Gestalten zu tun hat. Als Siggi, Monique und Juanito sich endlich einen Reim auf die merkwürdigen Vorgänge im gespenstischen Höhlensystem der Klippe machen können, sind sie dem Bösen schon in die Falle gegangen! Doch keine Bange: Unsere jungen Helden haben Köpfchen!

Rezension:
Siggi macht erstmals Urlaub ohne seine Eltern. Im Hotel der Eltern seines Freundes Juanito, der bis vor kurzem in Deutschland lebte, will er es sich gutgehen lassen. Dass sich ihnen die junge Belgierin Monique, die mit ihrer Gouvernante hier ist, ihnen anschließt, kommt ihm nur recht. Als sie sich die nahegelegene Geisterklippe ansehen, ist Monique überzeugt, in einem Gärtner des auf dieser gelegenen Hauses den Schlagerstar Tony zu erkennen – ein ‚Star‘, der – wie sich herausstellt – nur eine einzige erfolglose Platte veröffentlicht hat. Bei einer Besichtigung der Klippe von der Seeseite her machen sie jedoch eine mysteriöse Entdeckung: Die ganze Klippe ist von einem Höhlensystem durchdrungen, und in diesem finden sie Hinweise, die auf kriminelle Pläne hindeuten.
Daniel Herbstʼ spannend geschriebene Jugendabenteuer verwirrt zunächst in einigen Punkten. Beispielsweise hat Tony also eine Platte aufgenommen? Auch in anderen Punkten erscheint die Geschichte schon fast nostalgisch. Derartige vermeintliche Merkwürdigkeiten klären sich allerdings auf, wenn man entdeckt, dass dieses Buch ursprünglich 1989 veröffentlicht wurde und jetzt nur eine Neuverwertung als eBook erfährt. Leider muss man beim Lesen allerdings feststellen, dass das eBook zahlreiche ‚Tippfehler‘ enthält, die so wirken, als wäre das damalige Buch oder Manuskript eingescannt und ohne nachfolgende Korrektur durch eine Texterkennung gejagt worden. (Merkwürdigerweise ist die Rechtschreibung allerdings dem neuen Standard angepasst worden.) Das ist schade, denn inhaltlich kann dieser All-Age-Krimi durchaus überzeugen.

Fazit:
Dieses nostalgische Krimi-Abenteuer macht Spaß. Leider wurde bei der Aufbereitung des Textes wohl etwas Arbeit gespart.

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Ein Lollo Rosso für Sina

Jennifer Wellen
Ein Lollo Rosso für Sina

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Der Sauna-Club

Klappentext:
Lügen sind wie Ostereier
Das Pech klebt derzeit an Mariella wie ein alter Kaugummi. Ihr Mann ist vor Kurzem verstorben, sie weiß nicht, wie sie ihr Leben finanzieren soll und nun stirbt auch noch das Zwergkaninchen ihrer Tochter. Da sie der Kleinen aber nicht schon wieder einen Verlust zumuten möchte, erzählt sie ihr kurzerhand, der Osterhase hätte Widderdame Sina zum Helfen abkommandiert. Zudem erhält sie einen mysteriösen Brief, der das Abbild ihrer perfekten Ehe mit einem Schlag ins Wanken bringt. Deshalb begibt Mariella sich in der Zeit um Ostern nicht nur auf die Suche nach einer neuen Sina, sondern auch auf die Suche nach Antworten. Dabei muss sie allerdings erfahren, dass Tiere einzigartig und Lügen wie Ostereier sind. Je länger man nämlich daran festhält, desto schlechter werden sie …

Rezension:
Mariella ist selbst noch nicht über den Tod ihres Mannes hinweg, aber zum Glück hat sich zumindest ihre kleine Tochter mit dem Verlust ihres Vaters weitgehend abgefunden, indem sie ihre Liebe dem Kaninchen Sina schenkt. Doch eines Tages liegt dieses tot im Käfig. Mariella behauptet, es würde nur schlafen, weil es sich für seinen Aushilfsjob beim Osterhasen ausruhen müsse. Sie hofft, bis nach Ostern einen optisch identischen Ersatz beschaffen zu können. Wie sich herausstellt, ist das jedoch nicht so einfach. Hinzukommt, dass ihr eine an ihren toten Mann adressierte Rechnung eines ‚Sauna-Clubs‘ ins Haus flattert. Hatte der zu Lebzeiten etwa ein Leben, von dem sie nichts wusste? Und praktisch pleite ist Mariella auch noch.
Jennifer Wellen erzählt in dieser Short Story die Geschichte einer Frau, die vor Ruinen steht. Wo sie sich auch hinwendet, warten nur noch mehr Überraschungen auf sie – überwiegend negative. Viele dieser Wendungen dürften auch den Leser überraschen. Dabei ist diese nicht vorhersehbare Geschichte spannend und gut lesbar verfasst. Wird das alles ein gutes Ende für Mutter und Tochter nehmen?

Fazit:
Diese interessante booksnacks-Kurzgeschichte bietet für eine solche relativ viel Stoff zum Nachdenken.

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