Danas Abenteuer – 1 – Dana und das Geheimnis des magischen Kristalls

Thomas L. Hunter
Danas Abenteuer – 1 – Dana und das Geheimnis des magischen Kristalls

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Im Labyrinth der Höhlen

Klappentext:
Vor langer Zeit ist ein magisches Experiment schiefgegangen. Ein uraltes Volk, das es durchgeführt hatte, musste die Konsequenzen tragen. Die magische Explosion hat alle aus ihrer Zeit gerissen. Dana wurde als Baby dann von Zwergen gefunden und aufgezogen. Dort erfährt sie an ihrem zehnten Geburtstag von ihrer Herkunft und der ihres Volkes, das nicht nur sehr alt wurde, sondern auch außergewöhnliche Fähigkeiten besaß. Neugierig und voller Begeisterung versucht sie nun, mehr über sich und ihr Volk zu herauszubekommen. Während der Suche nach ihrer Vergangenheit trifft sie auf einen Geist. Dieser ist aus ihrem Volk, der sie anleitet und ihre Ausbildung zur Magierin überwacht. Sie lernt die alten Bücher zu lesen und wie sie Magie einsetzen kann. Er erzählt ihr, was damals passiert ist und sie möchte natürlich nach ihren Eltern und ihrem Volk suchen – selbst wenn sie die Zeit überlisten muss. Natürlich lernt sie auch, das Leben zu achten. Während der Ausbildung bekommt sie vom König der Zwerge den Auftrag, ihnen bei einem Problem im Gebirge zu helfen. Nach einer Katastrophe vor über einhundert Jahren kann keiner den Berg verlassen. Jeder, der sich damit beschäftigt hatte, war daran gescheitert. Die Zwerge hoffen nun, dass sie mit ihren magischen Fähigkeiten dieses Problem beheben könnte. Bei der Suche nach einer Lösung und nach ihrer Vergangenheit muss sie viele Abenteuer überstehen. Sie erfährt immer mehr von ihrer Herkunft und lernt bei ihren Nachforschungen immer mehr Charaktere kennen, die Kontakt zu ihrem Volk hatten und sie bei ihren Aufgaben mit Rat und Tat unterstützen. Zum Glück ist sie nicht alleine. Shari, ihre kleine Fee, und Gomek, der Zwergenjunge, begleiten und unterstützen sie tatkräftig. Ist diese Aufgabe überhaupt von einer Zehnjährigen und ihren jungen Freunden zu schaffen? Sie lassen sich jedenfalls nicht abschrecken und versuchen alles, um ihr Ziel zu erreichen.

Rezension:
Dana ist als Findelkind bei den Zwergen aufgewachsen. Über das Volk, dem sie eigentlich angehört, weiß sie so gut wie nichts. Als jedoch in einer entfernten Höhle etwas gefunden wird, was mit Danas Volk im Zusammenhang stehen könnte, nimmt ihr Vater sie mit. Vielleicht kann seine Ziehtochter irgendwie helfen, dabei ist an dem Tag doch gerade erst ihr 10. Geburts- beziehungsweise Auffindetag. Was sie sieht, weckt Danas Interesse, und so geraden sie und ihre
Freunde schon bald von einem Abenteuer ins nächste.
Wenn man das Alter der Protagonistin betrachtet, ist natürlich anzunehmen, dass sich Thomas L. Hunters Fantasy-Reihe auch primär an jüngere Leser wendet. Selbst in Jugend-Fantasy-Werken sind die Protagonisten schließlich meist etwas älter als Dana. Genau dieser Punkt ist allerdings etwas problematisch. Während man ganz am Anfang noch glauben könnte, das Buch wäre für Leser im Alter der Protagonistin geeignet, ändert sich das im Verlauf der Handlung deutlich. Sprachlich dürften die meisten Kinder dieses Alters wohl etwas überfordert sein. Auch wirkt Danas Sprech- und teilweise auch Handlungsweise auf mich nicht zu ihrem Alter von 10 Jahren passend. Ihre Formulierungen wirken – zumindest auf mich – oft viel zu erwachsen.
Wenn man allerdings bereit ist, diese Altersprobleme auszuklammern, bekommt man ein durchaus interessantes Fantasy-Abenteuer geboten. Die Zwerge, die seit einem magischen ‚Unfall‘ in ihrer unterirdischen Welt eingeschlossen sind, schöpfen aufgrund des jüngsten Fundes nämlich Hoffnung, ihr Pflegling könnte trotz des geringen Alters über die Fähigkeiten verfügen, ihnen ihre Freiheit wiederzugeben. Deshalb hindern sie die Protagonistin auch nicht daran, sich auf nicht ungefährliche Abenteuer einzulassen. Im Unterschied zu anderen Fantasy-Abenteuern mit jungen Helden, liefert die Story hier also einen nachvollziehbaren Grund, wieso einem sehr jungen Protagonisten gestattet wird, sich auf Gefahren einzulassen. Natürlich findet Dana im Laufe der Geschichte tatsächlich etwas über ihr Volk heraus. Wenn es nicht so wäre, würde das den Leser wohl auch verwundern.
Die Welt, in der Danas Abenteuer spielt, ist anders, als man es aus ähnlichen Büchern kennt, leben die Zwerge doch in einem gigantischen System von Höhlen. Allerdings stellt gerade das das Vorstellungsvermögen des Lesers teilweise auf die Probe. Sich alles, was man zusammen mit der Protagonistin erlebt und sieht, in Höhlen vorzustellen, fällt teilweise nicht leicht.
Der Stil des Autors ist gut lesbar, was allerdings – wie bereits erwähnt – weniger auf Leser im Alter der Protagonistin zutreffen dürfte, für die sowohl Satzbau als auch benutzte Begriffe eventuell etwas zu anspruchsvoll seien dürften. Da es sich um den 1. von unbekannt vielen Bänden handelt, bleibt das Ende natürlich relativ offen und harrt der Fortsetzung.

Fazit:
Dieses Fantasy-Abenteuer um eine sehr junge Protagonistin eignet sich eher für Leser, die merklich älter als diese sind.

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Das Erbe des Hexenjägers

Matthias J. Diaz
Das Erbe des Hexenjägers

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Showdown unterm Humboldhain

Klappentext:
Die Hexen sind nicht ausgestorben. Sie haben nur gewartet …
Berlin 2019. Der Student Robert Terwin staunt nicht schlecht, als sein entfremdeter Onkel Alois unter ungeklärten Umständen verstirbt und ihm seine Villa im schicken Stadtteil Zehlendorf vermacht. Einzige Bedingung: Er muss die Nacht vor Allerheiligen darin verbringen.
Was nach schnellem Reichtum klingt, stellt sich bald als unerwünschtes Eintauchen in die Phantasiewelt eines Wahnsinnigen heraus. Nicht nur behauptet Alois in seinen Aufzeichnungen, Hexenjäger aus einem Geschlecht von Hexenjägern zu sein, das zurückreicht bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Auch Robert selbst soll als jüngstem Spross einer gesegneten Blutlinie eine besondere Rolle im Kampf gegen die Hexen zukommen.
Das Ganze klingt nach Hirngespinsten, bis dunkle Mächte aus dem Reich des Aberglaubens höchstpersönlich vor der Haustür stehen und ein ziemlich eigenwilliges Team von Hexenjägern aus aller Welt auf den Plan tritt. Mit einem Mal geht es darum, die Vollendung eines Rituals zu verhindern, für das die Mongolenangriffe des 13. Jahrhunderts und die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl nur die Vorbereitung waren …

Rezension:
Als der Politikstudent Robert erfährt, dass sein Onkel ihm eine Villa im noblen Berliner Stadtteil Zehlendorf vererbt hat, wundert er sich. Schließlich hat er diesen Onkel nie kennengelernt, spricht sein Vater doch nie über seine Familie. Etwas verwundert ist er nur über die Bedingung, dass er die Halloween-Nacht in der Villa verbringen muss – und zwar alleine. Diese Nacht ist schon heute. In der Villa findet Robert heraus, dass die jeweils erstgeborenen Söhne seiner Familie seit Jahrhunderten Hexenjäger sind. Diesen Job hat er jetzt zusammen mit dem Haus geerbt. War sein Onkel verrückt? Eine dunkle Kreatur, die ihn durch einen Trick dazu bringt, sie einzulassen, überzeugt Robert schnell vom Gegenteil. Zum Glück melden sich schnell andere Hexenjäger bei ihm, um zu helfen und ihn auszubilden. Schnell stellt Robert fest, dass die Hexenjäger ein sehr bunter Haufen sind. Von einem russischen Mönch über einem Argentinier bis zu einer israelischen Soldatin findet sich so ziemlich alles in der Gruppe.
Geschichten über Hexen und auch Hexenjäger finden sich in der Urban Fantasy relativ häufig. Dass solche Abenteuer im heutigen Deutschland angesiedelt sind, ist schon seltener der Fall. Matthias J. Diaz siedelt sein Buch nun mitten in Berlin (und dessen näherer Umgebung) an. Da müssen schon mal bekannte Örtlichkeiten wie Schloss Charlottenburg oder der Bunker im Humboldhain als Schau- und Kampfplätze herhalten. Aber gerade das macht einen Teil des Reizes dieses Buches aus. Auch die sehr durchmischte Gemeinschaft der Hexenjäger hebt es von ähnlichen Werken ab. Um die Aufzeichnungen des gerade nicht greifbaren russischen Mönches zu übersetzen, muss da der beim Geheimdienst tätige Vater der Israeli schon mal den Kontakt zu einem Ex-NVA-General herstellen.
Damit wären wir allerdings bei einem Problem, das (wie auch in vielen anderen Büchern mit einer ähnlich bunten Protagonisten-Truppe) nicht thematisiert wird. Alle Beteiligten unterhalten sich völlig problemlos über alles Mögliche. In welcher Sprache sie dies tun, wird zwar nicht ausdrücklich gesagt, da aber auch alte Beschriftungen gelesen werden, dürfte es sich um Deutsch handeln. Woher können die Hexenjäger aus allen Winkeln der Welt alle fließendes Deutsch?
Interessante Einfälle abseits des in der Urban Fantasy Gewohnten und ein gelungener Stil mit augenzwinkerndem Unterton prägen das Buch. An manchen Stellen musste ich sogar laut lachen. Zitat gefällig?
„Muss echt sein“, erklärte sie. „Rate mal die E-Mail Endung.“
Er überlegte kurz. Deutscher. Im Ruhestand. „Aol.com?“
„Bingo! Kriegt man doch dazu, wenn man Rentenzahlungen beantragt, oder?“
(aus Kapitel 16 – Geheimnis)
Allen, die sich für nicht ganz bierernste Urban Fantasy mit Berliner Lokalkolorit begeistern können, kann dieses Buch nur empfohlen werden.

Fazit:
Hexenjäger, die sich außer mit Hexen auch mit der deutschen Realität abplagen müssen, sollen die Welt retten. Ob Berlin das überlebt?

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Schiff der Spione

Michael Schmidt (Hrsg.)
Schiff der Spione

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Quer durch die Phantastik

Klappentext:
Fantasyguide präsentiert: Schiff der Spione
Der fünfte Band der Anthologiereihe

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Mystery:
G. V. Anderson – Das Steingeschöpf
Merlin Thomas – Lesereise
Ellen Norten – Der Gipskopf von Pestum
Fantasy:
Nina Teller – Shinrais Gebet
Christel Scheja – Hedrels Fluch
Achim Hildebrand – Der Kopfgeldjäger
Michael Schmidt – Das Mädchen Jolanda
Galax Acheronian – Dunkelheit
Steampunk:
Torsten Scheib – Schiff der Spione
Andreas Flögel – Büro für Dämonenangelegenheiten – Sektion Berlin
Science Fiction:
Diane Dirt – Die Sitzung
Frederic Brake – Alte Spuren
Uwe Hermann – Der Aushilfswächter
Mack Reynolds – Er wusste Bescheid
Von einem Meuchelsänger, der sich schon wieder vor Verfolgern retten muss, von einer heiligen Hüterin eines magischen Artefakts, von einem Dämonenjäger in kaiserlichem Auftrag, von einer Welt, in der Lesen lebensgefährlich sein kann, und noch manch anderem handeln die Geschichten dieser Anthologie. Die Bandbreite erstreckt sich dabei von Mystery und Fantasy über Steampunk bis zu SciFi. Unter den Autoren begegneten mir gute Bekannte wie auch solche, von denen ich zuvor nie gehört hatte. Wie bei Anthologien gewohnt, gefallen einem natürlich nicht alle Beiträge gleichermaßen gut. Da es den Rahmen dieser Rezension sprengen würde, auf alle 14 enthaltene Kurzgeschichten einzeln einzugehen, picke ich hier nur die heraus, die mich besonders überzeugen konnten.
In „Der Kopfgeldjäger“ von Achim Hildebrand begegnet einem ein schon aus diversen Geschichten bekannter Protagonist wieder, der Meuchelsänger Niddel. Diesmal muss er sich vor einem Kopfgeldjäger in Sicherheit bringen. Dass die Stadt gerade von einem gegnerischen Heer belagert wird, was ihn daran hindert, diese einfach zu verlassen, macht das Unterfangen nicht einfacher. Wie gewohnt werden alle Niddel-Fans in dieser kurzen Fantasy-Story wieder gut unterhalten.
Christel Scheja erzählt in „Hedrels Fluch“ die Geschichte eines Mädchens, dass schon im Baby-Alter in einen von der Außenwelt isolierten Tempel gebracht wurde. Dort wuchs es auf, um zur Hüterin eines magischen Schwerts zu werden. Doch schon als Kind kommen Hedrel Zweifel an der Sache. Als sie erkennt, welche Bewandtnis es mit ihrem ‚Schützling‘ wirklich hat, ändert sich ihr Leben grundlegend.
Das „Büro für Dämonenangelegenheiten“ ist im kaiserlichen Deutschland für eben diese Wesen zuständig. Andreas Flögel erzählt uns vom Agenten Müller, der aus der Provinz ins Büro Berlin versetzt wird, wo sein Verständnis seiner Aufgaben mit einer unerwarteten Herausforderung konfrontiert wird. Auch wenn diese Kurzgeschichte hier unter der Kategorie „Steampunk“ aufgelistet wird, fällt sie wohl eher unter Fantasy.
Nicht vergessen werden soll natürlich auch Michael Schmidts „Das Mädchen Jolanda“, das dem Leser ein Wiedersehen mit der Fantasy-Welt Saramee bietet.
Allerdings muss ich auch die Geschichte erwähnen, die nach meiner Meinung den Tiefpunkt dieser Anthologie darstellt. Damit meine ich „Das Steingeschöpf“ von G. V. Anderson. In der Kurzgeschichte wird von einem jungen Bildhauer erzählt, der sich um belebte Steinfiguren kümmert. Nebenbei bekommt der Protagonist Schwierigkeiten mit den Nazis, beginnt die Geschichte doch im Deutschland des Jahres 1928. Dabei muss ich jedoch feststellen, dass ich weder den Fantasy-Part noch dessen Zusammenhang mit dem politischen Thema wirklich verstehe. Aber solche Schwachpunkte finden sich ja in beinahe jeder Anthologie.
Insgesamt muss hier aber wieder festgestellt werden, dass auch in der mittlerweile 5. Anthologie des Fantasyguide wohl jeder Fan phantastischer Geschichten für ihn passenden Lesestoff finden dürfte.

Fazit:
In dieser Anthologie, die auf ein spezielles Überthema verzichtet, versammeln sich Kurzgeschichten aller phantastischer (Sub-)Genres.

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Die Bibliothekare – 4 – Das dunkle Archiv

Genevieve Cogman
Die Bibliothekare – 4 – Das dunkle Archiv

 Übersetzung: André Taggeselle

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Die Minister-Kandidaten

Klappentext:
Irene Winters hat durch ihre Arbeit als Agentin der unsichtbaren Bibliothek schon einige Abenteuer erlebt. Nun bekommt sie einen brisanten Auftrag: Eine Drachin will, dass Irene ein wertvolles Buch für sie findet. Doch Irene weigert sich, denn die Bibliothek muss neutral agieren. Damit kein anderer Bibliothekar in Versuchung gerät, mit der Drachin zusammenzuarbeiten, machen sich Irene und ihr Lehrling Kai auf die Suche nach dem Buch. Eine rasante Jagd im Amerika der 1920er-Jahre beginnt!

Rezension:
Bibliothekarin Irene ist nicht gerade glücklich, dass sie statt neuer Bücher einen Kollegen, der die Statuten der Unsichtbaren Bibliothek verletzt hat, ausfindig machen soll. Doch dann wird sie unerwartet von einer Drachin kontaktiert, die sie überzeugen will, ihr ein seltenes Buch zu besorgen. Plötzlich sind Irene und ihr drachischer Assistent in interne Probleme der Drachen verwickelt. Genau da dürfen sich die Mitarbeiter der stets neutralen Unsichtbaren Bibliothek allerdings keinesfalls einmischen. Doch für ein Zurück ist es zu spät.
Genevieve Cogmans Fantasy-Reihe „Die Bibliothekare“ führt den Leser in die Welt der Unsichtbaren Bibliothek, deren Mitarbeiter durch Portale in Parallelwelten reisen, um dort rare Bücher zu besorgen. Andere würden diese Tätigkeit auch als Stehlen bezeichnen. Was mir allerdings nicht bewusst war, als ich mich in dieses Buch stürzte, war, dass es sich um den 4. Band der Reihe handelt. Das erleichtert den Einstieg in diese Welt natürlich nicht gerade. Manches ergibt sich natürlich aus der Handlung, wie zum Beispiel die Existenz von Drachen, die sich auch in menschlicher Gestalt zeigen können. Selbst der Assistent der Protagonistin gehört zu denen. Auch Elfen werden erwähnt, kommen in diesem Band allerdings nicht persönlich vor. Auch dass die Bibliothekare durch Portale in andere Welten reisen, bleibt einem Neuleser natürlich nicht verborgen, findet der Großteil der Handlung dieses Bandes doch in einer Welt statt, die der der 1920er ähnelt. Der eigentliche Aufbau dieser Vielwelten-Welt bleibt dagegen verborgen. Wahrscheinlich wurde der zu Beginn der Reihe näher thematisiert. Obwohl die Drachen in diesem Band eine grundlegende Rolle spielen, bleiben einem ohne Vorkenntnisse auch die eigentlichen Zusammenhänge der drachischen und elfischen Welten mit denen der Menschen verborgen. Auch die Grundlagen der strikten Neutralität der Bibliothek werden im vorliegenden 4. Band nicht näher begründet. Allerdings kann man das dem Buch natürlich nicht anlasten. Neben den nichtmenschlichen Wesen spielt auch Magie, die von den Bibliothekaren durch Anwendung ‚der Sprache‘ gewirkt wird, eine erwähnenswerte Rolle.
Die Autorin erzählt das interessante und nie vorhersehbare Abenteuer ihrer Protagonistin in der 3. Person. Die Welt der Unsichtbaren Bibliothek wirkt sehr interessant und kann bestimmt noch einer ganzen Reihe von Fantasy-Abenteuern als Kulisse dienen. Der Reiz liegt dabei neben der interessanten Handlung auch in der Andersartigkeit der sich deutlich vom ‚Standart-Fantasy-Setting‘ unterscheidenden Welt.

Fazit:
Das Setting dieser Fantasy-Welt wird besonders bibliophil veranlagte Fantasy-Fans begeistern können.

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Alia – 1 – Der magische Zirkel

C.M. Spoerri
Alia – 1 – Der magische Zirkel

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Die Nehil und der Elf

Klappentext:
Sie beherrscht keines der vier Elemente Wasser, Feuer, Luft oder Erde. Jeder in Altra kann es sie nicht. Da sie demnach zu keiner ansehnlichen Arbeit taugt, wird sie an ihrem sechzehnten Geburtstag als Dienerin in den Magierzirkel von Lormir geschickt. Dort soll sie den Rest ihres Lebens verbringen. Einen Tag vor ihrer Abreise erfährt sie ein Geheimnis. Ein Geheimnis, das ihr Leben für immer verändern wird.

Rezension:
Bis zum 13. Geburtstag erwacht in jedem seine Element-Begabung. Normalerweise. Wenn es mal bei jemanden etwas länger dauert, ist das auch kein großes Problem. Derjenige wird eben im folgenden Jahr in die Gilde seines Elements aufgenommen. Doch Alia ist schon 16 – und von einer Begabung nach wie vor keine Spur. Sie ist eine Nehil. In einem solchen Fall bleibt einem keine andere Wahl, als sich als Diener beim Magierzirkel zu verdingen. Um jedoch die Geheimnisse der Magier zu wahren, dürfen Diener den Zirkel nie wieder verlassen, ihre Angehörigen nie wiedersehen.
C.M. Spoerris Fantasy-Reihe ist in einer Welt angesiedelt, in der die Wenigen ohne Element-Begabung ein Nichts sind. Zu denen gehört die Protagonistin Alia, die es deshalb nicht leicht hat. Das Leben als Dienerin des Magierzirkels erweist sich als alles andere als angenehm, oft sogar als lebensgefährlich. Natürlich spielt auch ihre Liebe eine Rolle, wobei es der Autorin allerdings gelingt, diese fern des üblichen Kitschs zu thematisieren. Soweit hätte die Geschichte eigentlich alles, sich zu einem interessanten Fantasy-Abenteuer zu entwickeln. Leider passiert über weite Teile dieses Buches einfach zu wenig. Die beiden Lebensjahre von kurz vor Alias 16. bis kurz vor ihrem 18. Geburtstag weisen erheblich zu viele Längen auf, um das Interesse des Lesers aufrechtzuerhalten. Erst zum Ende des Bandes hin wird das Geschehen spannend. Fast gewinnt man den Eindruck, dieser 1. Band würde nur die Vorgeschichte erzählen. Dafür ist er mit rund 400 Seiten aber deutlich zu lang geraden. Ob sich der Verdacht, ab hier könnte die Geschichte interessant werden, bewahrheitet, lässt sich ohne Kenntnis der Folgebände natürlich nicht beantworten.
Die Autorin erzählt Alias Geschichte aus der Ich-Perspektive der Protagonistin. Der Stil ist an sich nicht schlecht, eine deutliche Straffung der Handlung würde dem Buch allerdings sehr guttun.

Fazit:
Dieser Auftakt einer Fantasy-Reihe zieht sich zu behäbig hin, um seine Leser bei Laune zu halten.

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Berlingtons Geisterjäger – 4 – Untotentanz

Amalia Zeichnerin
Berlingtons Geisterjäger – 4 – Untotentanz

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Flüche unter der Oper

Klappentext:
London, 1889. Der Privatdetektiv Eliott erhält den Auftrag, einige gestohlene altägyptische Antiquitäten aufzuspüren. Als ihn eine Spur nach Paris führt, trifft er dort nicht nur Victor Berlington und dessen Freund Alec, sondern auch die Hexe Fiona, die Künstlerin Nica und die Spiritistin Giselle. Wenig später bricht in der Stadt eine mysteriöse Krankheit aus, an der auch Eliott erkrankt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn mehrere Patienten sterben. Und schon bald müssen sich Berlington und seine Geisterjäger mit einem weiteren Rätsel befassen, das sie unter anderem in ein Opernhaus führt…
Viktorianische Urban Fantasy mit queeren Protagonist*innen. Dieser Band ist in sich abgeschlossen und kann auch unabhängig von den vorherigen Bänden gelesen werden.

Rezension:
Als Elliot den Auftrag erhält, verschwundene altägyptische Artefakte wiederzubeschaffen, führt ihn seine Suche nach Paris. Victor und Alec sind schon seit einiger Zeit in dieser Stadt untergetaucht, ein internationaler Magier-Kongress führt auch Fiona, die von Giselle und Nica begleitet wird, in die französische Hauptstadt. Dieses Zusammentreffen bietet ihnen allen eine willkommene Gelegenheit, weiter über die ins Auge gefasste Gründung einer Geisterjäger-Agentur nachzudenken. Schnell erfordert allerdings eine mysteriöse Seuche aller Aufmerksamkeit, denn Elliot gehört zu den Erkrankten.
Nach dem Ende von Band 3, der ursprünglich den Abschluss der Trilogie um „Berlingtons Geisterjäger“ bilden sollte, sind handlungsmäßig einige Monate vergangen. Hier setzt Amalia Zeichnerin mit ihrem neuen Abenteuer um die ungleiche Gruppe um Lord Berlington an, das trotz diverser Referenzen auf das bisherige Geschehen eine relativ unabhängige Handlung bietet. Nicht nur der Handlungsort ist von London nach Paris gewandert, auch die ‚Gegner‘ sind grundsätzlich verschieden. Waren es bisher (abgesehen von lebendigen Menschen) Geister und andere jenseitige Wesen, die den Geisterjägern Probleme bereiteten, ist es diesmal die Magie eines alten Artefakts, die für Unheil sorgt.
Trotzdem bleibt natürlich vieles beim Gewohnten. Die Protagonisten sind dem Leser mittlerweile gut bekannt, und auch der Erzählstil, der wechselweise unterschiedlichen, jeweils zu Beginn des Handlungsabschnitts namentlich genannten Charakteren folgt, bleibt erhalten. Ebenso wird weiterhin der jeweilige Handlungsort und -zeitpunkt genannt, was dem Leser das Zurechtfinden sehr erleichtert. Auch die für diese Rehe schon beinahe obligatorische, explizit dargestellte homoerotische Sexszene ist wieder vorhanden. (… und auch hier wieder für die Handlung eigentlich entbehrlich.)
Der bewährte Genre-Mix aus Urban Fantasy und Steampunk mit einigen anderen literarischen Elementen kann auch im 4. Band wieder überzeugen. Der gut lesbare Stil der Autorin trägt dazu sicher nicht unwesentlich bei. Auch wenn ein Band 5 am Ende nicht ausdrücklich angekündigt wird, ist ein solcher sicher zu erwarten. Noch harrt die Gründung der Geisterjäger-Agentur ja ihrer Verwirklichung.

Fazit:
Schon 4 Bände – und der im viktorianischen Zeitalter angesiedelte Urban-Fantasy/Steampunk-Mix funktioniert noch immer.

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Waldlandchroniken – 1 – Im Schatten des Bannwalds

Peter Erikson
Waldlandchroniken – 1 – Im Schatten des Bannwalds

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Das Erbe des Lindirs

Klappentext:
Leanne ist aus dem Waldland von Andaryia geflohen, doch eine uralte Magie zieht sie zurück.
Visionen eines blutigen Krieges, den sie auslösen und der ihr Volk vernichten wird, verfolgen Leanne in ihren Träumen. In der Hoffnung, dieses Schicksal zu verhindern, flieht sie mit ihrer Freundin Ellin aus ihrer Heimat.
Tagsüber verdienen sich die beiden ihren Lebensunterhalt als fahrende Händlerinnen auf den Märkten der Königreiche von Hamnar, nachts bricht Leanne in die Burgen ein und stiehlt Schmuckstücke, die die Grenzbarone auf ihren Raubzügen ins Waldland erbeutet haben. Der letzte Einbruch misslingt. Leanne und Ellin werden von einem sadistischen Adeligen gefangen genommen, der ihnen einen Handel anbietet. Ihr Leben gegen ein magisches Artefakt, das Leanne aus einer Festung im Waldland stehlen soll. Ist sie nicht innerhalb der gesetzten Frist zurück, wird ihre Freundin sterben.
Wenn Ellin nicht auf dem Scheiterhaufen brennen soll, muss Leanne die Auslöschung ihres Volkes riskieren.

Rezension:
Seit ihre Eltern ermordet wurden, zieht Leanne zusammen mit ihrer Freundin Ellin als Händlerin durch die Lande. Nur ihre Heimat, das Waldland, meidet sie, weil es ihr widerstrebt, das Erbe ihrer Mutter anzutreten. Trotzdem ist ihr ihre Heimat nicht egal. Wo immer sich eine Gelegenheit bietet, stiehlt sie den Adligen magische Gegenstände, die aus dem Waldland stammen. Als das schiefgeht und sie gefasst wird, wird ihr ein Handel angeboten: Ihre Freiheit gegen einen lebensgefährlichen Einbruch in eine Burg der Rotkutten, eines verhassten und gefährlichen Ordens. Dazu müsste sie allerdings tief ins Waldland vordringen und sich ihrem Erbe stellen.
Mit dem 1. Band der „Waldlandchroniken“ bringt Peter Erikson eine neue Fantasy-Reihe an den Start. In seiner Welt existieren zwar Magie, magische Gegenstände und Geisterwesen, auf die ‚üblichen Verdächtigen‘ wie Werwölfe, Zwerge, Feen und dergleichen wird zumindest bisher jedoch verzichtet. Der Fokus liegt dabei ganz auf der Protagonistin Leanne, deren Geheimnisse dem Leser erst nach und nach offenbart werden. Auch wenn ihr Abenteuer aus Sicht eines auktorialen Erzählers geschildert wird, folgt die Handlung stets ihr. Was an anderen Schauplätzen geschieht, erfährt man immer erst zusammen mit der Protagonistin.
Das Buch kann überzeugen. Einzig der Sinn einer Sexszene, die zur Handlung an sich nichts beiträgt, erschließt sich mir nicht. Das ist aber auch so ziemlich das einzige Negative, dass man über dieses Buch sagen kann.
Dem Autor gelingt es, seine Leser innerhalb weniger Seiten gefangenzunehmen. Der Wunsch, die Hintergründe der Protagonistin und ihrer Welt zu erfahren, fesselt schnell an das Buch. Die Geschichte ist dabei stimmig, die Akteure glaubwürdig und nicht vorhersehbar. So muss die Protagonistin erkennen, dass nicht alle, die sie für Feinde hält, wirklich ihre Gegner sind. Wie ihr weiterer Weg und damit der dieser Reihe verläuft, lässt sich am Ende des Bandes kaum vorausahnen.

Fazit:
Ein gelungener Einstieg in eine neue, teilweise geheimnisvolle Fantasy-Welt.

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Florence Fanning – 3 – Florence Fanning und die Totenarmee

Jo Romic
Florence Fanning – 3 – Florence Fanning und die Totenarmee

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Kopfgeldjäger und Skelette

Klappentext:
Florence, ihr Vater und Quinn konnten aus der Zwischenwelt fliehen und auch den übernatürlichen Kräften der Karrington-Brüder entkommen.
Doch die alte Monarchie Heavendawn ist alles andere als sicher und so suchen Tote, die von den Brüdern wiedererweckt und aus ihren Gräbern geholt werden, das Land heim.
Die einzige Chance, dem alten Reich wieder Frieden zu bringen, liegt in den Händen von Florence und Quinn. Sie müssen Flynns Bruder finden, den ehemaligen Herrscher von Heavendawn.
Ob er wohl noch lebt?

Rezension:
Zurück in unserer Welt müssen Florence, Quinn und Flynn einen Weg finden, die Karrington-Brüder aufzuhalten. Die erwecken mit ihren neuen Kräften Tote zum Leben, die von ihnen gesteuert Terror verbreiten. Florenceʼ Jugendfreund Sam hat sich schon den letzten Kräften der alten Monarchie angeschlossen, um seine Heimat zu verteidigen. Florence und ihre Begleiter werden bei den Streitkräften dagegen weniger herzlich aufgenommen. Sie können deren Anführer jedoch überzeugen, dass die einzige Chance darin besteht, Flynns Bruder, den verschwundenen Herrscher, zu finden. Florence macht sich auf die beinahe hoffnungslose Suche.
„Florence Fanning und die Totenarmee“ stellt den Abschluss von Jo Romics „Florence Fanning“-Trilogie dar. Wie bereits im 2. Band „Florence Fanning und die Zwischenwelt“ legt er den Fokus überwiegend auf das Fantasy-Abenteuer, während Steampunk-Elemente zwar eine nicht unwichtige Rolle spielen, aber nur selten handlungstragend in Erscheinung treten. Trotzdem fallen sie schon allein deshalb auf, weil die Kombination von Steampunk mit einer von unserer gänzlich unabhängigen Fantasy-Welt selten anzutreffen ist. Am Ende der Trilogie kann man allerdings feststellen, dass diese Welt funktioniert.
Dieser 3. Band stellt einen würdigen Abschluss der vom Autor komplett aus Sicht eines Beobachters erzählten Geschichte dar. Diesmal liegt der Erzählfokus bei einer Reihe von Kapiteln auf Sam, den der Leser gleich zu Beginn der Trilogie in „Florence Fanning und die Steampirates“ kennenlernte und der jetzt im Finale zum Co-Protagonisten aufsteigt.
Auffällig ist, dass Band 3 im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern im Flattersatz gedruckt ist, was beim Lesen etwas gewöhnungsbedürftig wirkt.

Fazit:
Die Trilogie endet, wo sie begann. Damit bildet dieser Band einen runden Abschluss.

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„Lord Breakinghams Geheimnis“, der von Rezensenten gelobte Jugendroman um einen Jungen, der unerwartet auf ein Internat gehen muss und Schockierendes über seine eigene Herkunft erfährt, ist in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen. Ein Entwicklungsroman über den Wert der Freundschaft.
Nähere Infos zum Buch findet ihr hier: https://lordbreakingham.wordpress.com/
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Den Werwolf Verhexen

Caroline Hanson
Den Werwolf Verhexen

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Der Werwolf und die Hexe

Klappentext:
Als die freiberufliche Hexe Megan Stephens den Auftrag erhält, dem örtlichen Werwolfrudel-Führer dabei behilflich zu sein eine Partnerin zu finden, denkt sie, der Job würde einfach werden. Hingehen, ihm helfen einen hoch zu kriegen und verschwinden. Doch als sie Zack Connor trifft, wird ihr bewusst, dass es in ihrer Zukunft sehr viel mehr Hundewitze geben könnte, als sie sich je hätte träumen lassen.

Rezension:
Die Hexe Megan erhält den Auftrag, dem Alpha eines Werwolfrudels magisch zu einer Partnerin zu verhelfe. Natürlich vermutet sie zunächst, der wäre impotent. Doch falsch gedacht! Der Typ findet bei seinen One-Night-Stands nur nicht die Richtige fürs Leben. Dumm nur, dass sie selbst ihn verdammt heiß findet.
Dass Caroline Hansons Kurzgeschichte in den Bereich der Urban Fantasy fällt, verrät natürlich schon der Titel. Doch leider sagt der eigentlich auch schon alles aus. Die Handlung besteht aus nicht viel mehr, als daraus, wie die Protagonistin versucht, ihren ‚Kunden‘ davon zu überzeugen, dass sie selbst die Richtige ist. Dass die magische Begabung einer Hexe sie zur idealen Partnerin des Alpha-Wolfes macht, vollendet den Kitsch. Ich glaube, das fällt nicht mal mehr unter die Bezeichnung Romantasy. Auch der wirklich gute Schreibstil der Autorin, die die Geschichte aus der Ich-Perspektive ihrer Protagonistin erzählt, kann da nichts retten.

Fazit:
Hexe will Werwolf ins Bett bekommen – wozu braucht man da noch eine Handlung? Chinesische Gebrauchsanleitungen sind meist unterhaltsamer.

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Milten & Percy – 1 – Das Schloss der Skelette

Florian C. Booktian
Milten & Percy – 1 – Das Schloss der Skelette

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Das Erdmännchen und die Kellnerin

Klappentext:
Detective Percy Meercat bekommt einen Praktikanten an die Backe: Milten Greenbutton, einen jungen, aber bisher erfolglosen Erfinder. Percy, seines Zeichens stolzes Erdmännchen, will Urlaub machen und kehrt seinem Job den Rücken. Er landet mit Milten in der Kleinstadt Sharpytown und nach einem ausgelassenen Fest bei einer gut aussehenden Pensionsbesitzerin im Bett. Doch der Schein trügt, bald wendet sich alles Gute zum Schlechten, und der Detective steht alleine in der menschenleeren Stadt und fragt sich, was überhaupt passiert ist.
Tauchen Sie ein in die Galaxy #590B, dem neuen Fantasy-Universum von Florian C. Booktian. Voll mit kuriosen Kreaturen, einzigartigen Schauplätzen und zwei unvergesslichen Freunden: Milten und Percy.

Rezension:
Die Bewohner der fernen Galaxie #590B wünschten sich nichts sehnlicher, als eine Kopie des Planeten Erde zu besitzen. Da das Geld jedoch knapp war, musste diese Erde mit Teilen eines anderen Planeten kombiniert werden, sodass sich auf ihr neben Menschen auch allerlei andere Wesen tummeln. So dient in der dortigen London-Kopie ein sprechendes Erdmännchen namens Percy als Polizist. Gerade als der endlich mal Urlaub machen will, bekommt er einen menschlichen Erfinder als Praktikanten untergejubelt. Kein Problem, dann nimmt er den halt einfach mit in den Urlaub. Im Provinzkaff seiner Wahl angekommen, stecken beide aber sofort mitten in einem Kriminalfall, bei dem lebende Skelette noch die harmloseren Mitwirkenden sind.
Die kurze Inhaltsangabe verrät wohl schon eindeutig, dass es in Florian C. Booktians Buch ziemlich skurril zugeht. Da fällt es schwer, es in eine Schublade einzuteilen. Fantasy, weil es Wesen wie sprechende Tiere, untote Skelette und auch Vampire gibt? SciFi, weil offensichtlich weiterentwickelte Wesen (die wir allerdings nicht kennenlernen) in der Lage sind, unseren (halben) Planeten zu klonen? Beides etwas und doch auch wieder nicht. Da das Kopieren der Erde nur ganz am Anfang erwähnt wird und inhaltlich keine Rolle spielt, tentiere ich eher in Richtung Fantasy. Aber auch sonst setzen sich die Skurrilitäten durchs ganze Buch fort.
Auch durch den recht angenehmen Stil des Autors bedingt, kann diese ungewöhnliche Geschichte durchaus überzeugen, vorausgesetzt, man ist bereit, sich auf ein solches Experiment, wie es dieses Buch ist, einzulassen. Dass er sich selbst nicht ganz erst nimmt, verrät der Autor auch mit seiner Autorenvita, aus der ich nur diese wenigen Sätze zitieren möchte: „Florian C. Booktian (ausgesprochen Buk-tschiän) ist der Erbe des Zaargen Unendlichkeitsbleistifts aus purem Lederholz, der Verwalter der Duduranischen Belustigungsbibliothek mit über 6583 Büchern (von denen er Dutzende selbst verfasst hat) und der Besitzer des Trididudu: ein Handtuch, das von alleine trocknet (…) Auf seinem Heimatplaneten in der Galaxie #590B verkaufte der 24-Jährige bereits mehr als 150 Millionen Bücher. Seinen großen Erfolg verdankt er vor allem seiner tüchtigen Schreiberei, zu hohen Auflagen und mehreren eiskalten Wintern, in denen es an Brennholz mangelte.“
Wie der Titel verrät, soll „Das Schloss des Skelette“ wahrscheinlich nicht das einzige Abenteuer der beiden Helden „Milten & Percy“ bleiben. Band 2 ist übrigens unter dem Titel „Der Tod des Florian C. Booktian“ angekündigt.

Fazit:
Ein sehr skurriles Fantasy-Krimi-Abenteuer aus einer fernen Galaxie. Mögen alle Erdmännchen mit euch sein!

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