Jim Tayler – 1 – Jim Tayler und das Geheimnis der Planeten

Alex Hill
Jim Tayler – 1 – Jim Tayler und das Geheimnis der Planeten

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Der mysteriöse Hauslehrer

Klappentext:
Ende des neunzehnten Jahrhunderts lebt der fünfzehnjährige Waisenjunge Jim Tayler auf der Straße. Als drei üble Gestalten Jim auf ein Schiff verschleppen wollen, rettet ihn Lord James Nightingale und nimmt ihn bei sich auf. Beide geraten in ein Abenteuer, das mit der Vergangenheit Lord Nightingales zusammenhängt, und in dem der mysteriöse Lord Blackwood eine undurchsichtige Rolle spielt. James und Jim ahnen nicht, dass ein dunkler Dämon im Hintergrund die Fäden zieht, dessen Ziel es ist, sieben Steine in seinen Besitz zu bringen, die die Kräfte von sieben Planeten in sich vereinen.
Ein spannendes Fantasy-Abenteuer für jedes Alter, abgeschlossener Band 1 der vierteiligen Reihe.

Rezension:
Seit er aus dem Waisenhaus geflohen ist, lebt der 15-jährige Jim auf den Straßen Londons. Als ein paar fragwürdige Typen ihn gewaltsam für ein Schiff anheuern wollen, kommt ihm unerwartet der reiche Lord Nightingale zu Hilfe, der zu später Stunde im Hafengebiet unterwegs ist, weil in letzter Zeit wiederholt in seine Lagerhäuser eingebrochen wurde. Der beschließt, Jim bei sich aufzunehmen. So gerät Jim zusammen mit seinem Gönner in ein mysteriöses Abenteuer um die magischen Planetensteine, die aus einem Kloster im Himalaya gestohlen wurden.
Im 1. Band seiner Jugend-Urban-Fantasy-Abenteuer-Reihe führt uns Alex Hill ins London des späten 19. Jahrhunderts. Das Leben für elternlose Straßenkinder ist her nicht nur hart, sondern auch gefährlich. So kann der Protagonist dieser Reihe froh sein, dass ihn ein reicher Adliger unter seine Fittiche nimmt. Soweit könnte das Buch ein ‚normales‘ historisches Jugendabenteuer sein. Die Fantasy-Elemente werden dem Leser erst etwas später bewusst. Magische Steine, ein Dämon und eine Sibylle bilden die Hintergründe der sich ergebenden Fantasy-Handlung, in die der Titelheld der Reihe und sein väterlicher Freund verstrickt werden. Trotzdem steht das historische Abenteuer zumindest in diesem Band stärker im Fokus als der phantastische Background. Der Angabe im Klappentext, dass sich Jims Abenteuer auch für erwachsene Leser eignet, kann man dabei durchaus zustimmen.
Der Autor lässt seinen Protagonisten den größten Teil der Geschichte in der Ich-Form erzählen. Lediglich in Szenen, in denen Jim nicht anwesend ist, wechselt er zu einem Beobachter, der in der 3. Person berichtet.
Die relativ kurze Geschichte bietet eine weitgehend abgeschlossene Handlung. Trotzdem darf man auf die 3 angekündigten weiteren Abenteuer Jims gespannt sein.

Fazit:
Diese jugendliche Urban Fantasy in der Kulisse des viktorianischen Londons kann auch ältere Leser unterhalten.

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Traumzeichen – 2 – Freund oder Feind?

Lara Kessing
Traumzeichen – 2 – Freund oder Feind?

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Rettung vor der Trübtraum-Welt

Klappentext:
Während Lina versucht zu verstehen, was die Traumwächter dazu antreibt, die Klarträumer vom bewussten Träumen abzuhalten, kämpft Diana darum, weiter klarträumen zu dürfen. Der große Konflikt zwischen Traumwächtern und Klarträumern ist dabei nicht das einzige Hindernis. Auch Feindschaften innerhalb der Crews sorgen dafür, dass sie sich fragen muss: Wer ist Freund und wer ist Feind? In so einer Lage findet Diana es nicht ratsam, für jemanden Gefühle zu entwickeln, deshalb zwingt sie sich dazu, dagegen anzukämpfen.
Lina findet immer mehr Gefallen daran, von Rick für ihre Fähigkeiten als Traumwächterin gelobt zu werden. Doch auch wenn sie sich langsam in seiner Traumwächtercrew einlebt, Zweifel sind ihr ständiger Begleiter. Steht sie auf der richtigen Seite? Wer ist Freund und wer ist Feind?

Rezension:
In der Traumwelt müssen Lina und Diana weiterhin darauf achten, nicht als Neuträumerinnen enttarnt zu werden. Während Lina jedoch zu einer Traumwächterin geworden ist, muss Diana sich entscheiden, ob sie sich doch einer Klarträumer-Gruppe anschließen sollte. Doch auch im Wachleben haben beide weiterhin ihre Probleme.
Nachdem Lara Kessing ihre Leser in Band 1 („Wer träumt mit mir?“) neben der eigentlichen Handlung auch in die Welt des luciden Träumens eingeführt hat, konzentriert sich die Handlung dieses Bandes auf den Fantasy-Aspekt. Die Probleme im realen Leben der beiden Protagonistinnen führen dazu, dass sie sich gerne in die Welt der Klarträume zurückziehen. Doch auch hier häufen sich die Probleme, was dazu führen könnte, die Fähigkeit des Klarträumens zu verlieren. Während sich beide in der Traumwelt zwar kennengelernt haben, allerdings auf unterschiedlichen Seiten stehen und deshalb keinen engeren Kontakt haben, sind sie sich in der realen Welt noch nicht begegnet. Meine Vermutung läuft allerdings darauf hinaus, dass sich das in den kommenden Bänden noch ändern dürfte. Schließlich scheinen sie in der (nicht namentlich benannten) selben Stadt zu wohnen.
Obwohl die Handlung auf der Traumebene zweifellos phantastische Züge hat und in das Genre der (Urban) Fantasy gehört, fehlen klassische Fantasy-Elemente wie Magie oder magische Wesen komplett.
Unverändert wechselt die Autorin zwischen beiden Protagonistinnen sowie zwischen Traum- und Realwelt hin und her, erzählt das Geschehen dabei aber immer in der 3. Person.

Fazit:
1 Mal Traumwelt und zurück – und das in jeder Nacht. Das Leben in 2 Welten verdoppelt aber auch die Probleme der Protagonistinnen.

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Codex 632. Wer war Christoph Kolumbus wirklich?

J.R. Dos Santos
Codex 632. Wer war Christoph Kolumbus wirklich?

Übersetzung: Viktoria Reich

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Der rätselhafte Seefahrer

Klappentext:
Den Geschichtsbüchern zufolge hat ein ungebildeter Seidenweber aus Genua es geschafft, die Spanischen Könige von seinem kühnen Plan zu überzeugen: Er wollte gen Westen segeln, um einen neuen Seeweg nach Indien zu finden.
Wer sich mit den Details befasst, kann die Ungereimtheiten dieser Theorie kaum ignorieren. Doch weshalb waren sowohl Kolumbus selbst als auch zwei konkurrierende Königshöfe daran interessiert, die wahre Identität des großen Admirals und Seefahrers um jeden Preis zu verschleiern?
J.R. Dos Santos zeigt anhand zahlreicher Indizienbeweise und handfester Fakten auf, was gegen die offizielle Version der Entdeckung Amerikas spricht und warum dieses Geheimnis seit 500 Jahren so streng gehütet wird.

Rezension:
Tomás Noronha ist Professor für Geschichte. Unerwartet bekommt er einen Anruf von einer „Stiftung für die gesamtamerikanische Geschichte“. Diese will ihn beauftragen, die Forschungen eines kürzlich verstorbenen Professors zur Geschichte der Entdeckung Brasiliens fortzuführen. Eigentlich will Tomás ablehnen, doch die angebotene Bezahlung ist fürstlich. Das Geld könnte er gut gebrauchen. Bei der Überprüfung des vorliegenden Materials findet Tomás heraus, dass die Arbeiten seines Vorgängers wenig mit Brasilien zu tun haben. Stattdessen scheint der Gestorbene auf rätselhafte Widersprüche in Kolumbusʼ Biografie gestoßen zu sein. Die Angelegenheit weckt sein Interesse.
J.R. Dos Santosʼ Roman verbindet in mir bisher unbekannter Weise geschichtswissenschaftliche Erkenntnisse mit Spekulationen und einer Romanhandlung. Man könnte das Buch auch als ein in eine Romanhandlung eingebettetes Sachbuch bezeichnen, denn gerade diese Romanhandlung stellt den schwächsten Aspekt des Buches dar. Die geschichtlichen Fakten, die weit über das allgemein über den großen Entdecker Bekannte hinausgehen, sind dagegen hochinteressant. Inwieweit der Leser den aus diesen abgeleiteten Spekulationen folgen will, muss jeder selbst entscheiden. Es wird allerdings betont, dass die Inhalte der im Text vorkommenden alten Urkunden und sonstigen Schriftstücke authentisch wiedergegeben sind. Und da treten wirklich einige grundlegende Widersprüche zutage.
Der Autor erzählt seine Geschichte in der 3. Person, wobei die geschichtlichen Informationen und Spekulationen in Unterhaltungen verpackt präsentiert werden. Wie bereits erwähnt, konnte mich die schwache Rahmenhandlung wenig überzeugen, während die Diskussion der Ungereimtheiten in Kolumbusʼ Biografie mich durchaus begeistern konnten. Eventuell könnte man sich deshalb fragen, ob die Darreichung des Stoffs in Romanform wirklich den idealen Weg darstellt. Allerdings sind die dargestellten Fakten wirklich so interessant, das sich das Lesen des Buches alleine aus diesem Grund lohnt.

Fazit:
Eine außergewöhnliche Mischung interessanter geschichtlicher Fakten mit denkenswerten Spekulationen und einer eher schwachen Rahmenhandlung.

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Die Totenbändiger – 1 – Unheilige Zeiten

Nadine Erdmann
Die Totenbändiger – 1 – Unheilige Zeiten

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Kinderschreie

Klappentext:
Stell dir vor, du lebst in einer Welt, in der Geister zum Alltag gehören. Jeder sieht sie und jeder weiß, wie gefährlich sie uns Menschen werden können. In dieser Welt gibt es Verlorene Orte, die man den Geistern überlassen musste, und Unheilige Zeiten, in denen die Toten besonders gefährlich sind.
Camren Hunt ist ein Junge ohne Vergangenheit. Im vergangenen Unheiligen Jahr fand man ihn im Keller eines verlassenen Herrenhauses – umgeben von Leichen mit durchschnittenen Kehlen. Niemand weiß, was dort passiert ist, nicht einmal Camren selbst.
Jetzt, dreizehn Jahre später, schlagen sich die Menschen durch ein weiteres Unheiliges Jahr, in dem Geister und Wiedergänger noch gefährlicher sind als sonst. Plötzlich tauchen erneut Leichen mit durchschnittenen Kehlen auf …

Rezension:
Im London einer Parallelwelt gehören Geister zum Alltag. Leider, denn eine Begegnung mit Menschen kann für letztere leicht tödlich enden. Die einzigen Menschen, die sich wirksam gegen Geister verteidigen können, sind die Totenbändiger. Trotzdem oder gerade deshalb werden diese von den meisten normalen Menschen gemieden. Zu ähnlich sind ihre Fähigkeiten denen der Geister. Der 17-jährige Camren wuchs zusammen mit anderen Adoptivkindern bei einer Familie auf, die auch kleinen Totenbändigern eine Chance gibt. Doch gerade jetzt nehmen Ereignisse ihren Lauf, die an Camrens eigene Geschichte erinnern.
Zum Star ihrer neuen Fantasy-Reihe über „Die Totenbändiger“ führt uns Nadine Erdmann in eine sehr düstere London-Variante ein, in der Geister verschiedener ‚Evolutions-Stadien‘ eine ernsthafte Gefahr darstellen. Trotzdem befindet sich der Handlungsort auf dem aktuellen technischen Stand. PCs und Smartphones gehören zum Alltag. Das Setting erinnert in mancher Hinsicht an die „Lockwood und Co.“-Reihe. Handlung und handelnde Personen unterscheiden sich jedoch grundlegend von dieser. Die Protagonisten sind die (Adoptiv-)Kinder der Familie Hunt, die zur ‚Problemgruppe‘ der Totenbändiger gehören und von vielen ihrer Mitmenschen wie Aussätzige behandelt werden. Während die älteren als Geisterspezialisten für die Polizei arbeiten, kommen die jüngeren nach langem Kampf endlich in den Genuss, eine öffentliche Schule besuchen zu dürfen – für junge Totenbändiger ein Privileg. Die Autorin thematisiert in der Handlung sowohl die persönlichen Probleme der gesellschaftlichen Außenseiter als auch die bedrohliche Situation in der Stadt, die einem Höhepunkt zuzustreben scheint. Auf welchen Schwerpunkt sich das Geschehen im weiteren Verlauf der Reihe konzentrieren wird, bleibt abzuwarten.
Der Fokus der Geschichte wechselt ständig zwischen verschiedenen der Geschwister hin und her, wobei die Perspektive immer die eines Beobachters bleibt. Ein Urteil zu bilden fällt nach diesem ‚Kennenlern-Band‘ schwer, jedoch spricht vieles für ein eher düster ausgerichtetes Fantasy-Krimi-Abenteuer, dem weiter zu folgen sich zumindest vorerst lohnen dürfte.

Fazit:
Ein von Geistern bedrohtes London und eine ausgegrenzte Personengruppe stehen im Fokus dieser düsteren Fantasy-Reihe.

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Das Erbe der Macht – 21 – Schattentanz

Andreas Suchanek
Das Erbe der Macht – 21 – Schattentanz

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Im ewigen Eis

Klappentext:
Die Kämpfer Merlins nähern sich der Zuflucht, ihr Angriff steht kurz bevor. Während die Verteidiger sich vorbereiten, tritt ein Schläfer auf den Plan, der Chloe befreien soll.
Unterdessen ersinnt Alex einen Plan, der einen Ausweg bieten könnte. Um ihn umzusetzen, müssen die Freunde jedoch an einen Ort zurückkehren, der dunkle Erinnerungen bereit hält.

Rezension:
Die Geflohenen sind im alten Castillo nicht mehr sicher. Ein Verräter hat Merlin dessen Standort verraten. Doch wer ist es? Vorerst scheint ein gewagter Plan die einzige Möglichkeit zu sein, gegen Merlins Übermacht zu bestehen. Dazu wird allerdings Noxanith benötigt. In aller Eile wird eine Expedition nach Antarktika in der Hoffnung gestartet, dort welches finden zu können. Wird der Plan rechtzeitig gelingen?
Langsam bewegt sich die 2. Staffel von Andreas Suchaneks Urban-Fantasy-Reihe auf das Staffelfinale zu. In diesem Band beschränkt sich die Handlung mit dem alten Castillo und der Antarktis auf nur 2 Schauplätze. Trotzdem wird die Gesamtsituation zunehmend unübersichtlich. Immer wieder werden vergangene Ereignisse angesprochen, die der Leser kaum noch konkret im Gedächtnis hat. In dieser Hinsicht wäre es wünschenswert, wenn Teilhandlungen noch vor dem Staffelfinale abgeschlossen würden. Dies würde es sehr erleichtern, in der nach wie vor sehr spannenden und interessanten, aber auch sehr komplexen Handlung die Übersicht zu behalten. Erfahrungsgemäß ist aber damit zu rechnen, dass spätestens am Ende von Band 24 wieder eine überschaubare Situation vorliegt.
Stilistisch muss man zum Autor (incl. Co-Autorin) sowie der Reihe wohl nichts sagen. Wer mit diesem Band liebäugelt, dürfte beides ohnehin bekannt sein. Ein Neueinstieg an dieser Stelle der Handlung wäre keinesfalls zu empfehlen, da ein Neuleser definitiv nicht in das Geschehen hineinfinden würde. Neulingen wäre dringend ein Einstieg mit dem Beginn der Staffel in Band 13 oder noch besser mit Band 1 zu empfehlen.

Fazit:
Trotz der momentan etwas unübersichtlichen Situation behält die Reihe weiterhin Suchtpotenzial.

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Mein großes Weihnachts-eBook

Antonia Stahn
Mein großes Weihnachts-eBook

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Mit dem Airbus ins Märchenreich

Klappentext:
Mein großes Weihnachts-eBook FÜR ALT UND JUNG! Lesen und vorlesen – NICHT NUR zur Weihnachtszeit…

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
24 Schritte bis zum Fest
Auch Hexen feiern Weihnachten
Der kleine Riese Riesengroß
Wo geht’s denn hier nach Weihnachten?
Dinarella – Königstochter aus dem Regenbogenland
Robin im Glück
Der liederliche Jan
Die verlorenen Kinder
‚Einstein‘, der A 380 und die Weihnachtsinseln
Der gestohlene Nikolaus-Schlitten
SternLicht I – IX
Nimm’s nicht so schwer, kleines Ding!
Hieronymus Speckstein
Der kleine Engel, der einen Flügel verlor
Nicht alle Jahre wieder
Nur ein Augenblick
Weihnachtszeit – Geschichtenzeit. Dieses „Weihnachts-eBook“ stellt eine Art Geschichten-Adventskalender dar, wobei die Geschichten „Sternlicht I“ bis „Sternlicht IX“ jeweils als einzelne Beiträge gezählt werden müssen. Verfasst wurden alle von Antonia Stahn. Entgegen der Bemerkung im Klappentext zielen die meisten Kurzgeschichten aber doch auf recht junge Kinder ab und sind für Erwachsene oder auch etwas ältere Kinder wohl zu kindlich-niedlich ausgerichtet. Speziell im Fall der 9 „Sternlicht“-Geschichten kann man sie schon fast als Märchen betrachten. Im Gegensatz dazu stehen andere Beiträge, die die sentimentalen Weihnachtsgefühle thematisieren und deshalb für kleinere Kinder schwer verständlich sein dürften. Hierzu gehört beispielsweise „Hieronymus Speckstein“, wo Lebensleid im Umfeld eines Weihnachtsmarktes und gänzlich ohne übernatürliche Elemente erzählt wird.
Leider macht es diese Mischung schwer, eine geeignete Zielgruppe für diesen ‚eAdventskalender‘ zu definieren, obwohl man einzelne der Stories durchaus als weihnachtliche Fantasy bezeichnen könnte.

Fazit:
Die Geschichten dieses Adventskalenders sind thematisch zu abwechslungsreich ausgelegt, um ein für alle passendes Zielpublikum zu finden.

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OBJEKTIV!?: Die Wartburg im Spiegel der Fotografien des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts

Wartburg-Stiftung, Grit Jakobs (Hrsg.)
OBJEKTIV!?: Die Wartburg im Spiegel der Fotografien des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts

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Von fotografierenden Malern zu Fotografie-Übermalern

Klappentext:
Als der Wartburgkommandant Bernhard von Arnswald 1858 schwärmte „Die Photographie gehört zu den wenigen Erfindungen der Menschen, die dem Schaffen des Schöpfers nahekommen“, war die Burg bereits auf mehreren Fotografien zu bewundern. Im Jahr 1855 wurden die ersten bekannten Lichtbilder auf Geheiß Großherzogs Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach geschaffen, um den Stand der Wiederherstellung der Burg seiner Ahnen für die Nachwelt festzuhalten. Während einige von bemerkenswerter Qualität sind, haben beherzte Hände von Malern auf anderen frühe Formen der heute allgegenwärtigen Bildbearbeitung hinterlassen.
Diese bis zu 165 Jahre alten Aufnahmen sind Bestandteil der fotografischen Sammlung der Wartburg, aus der hier bislang kaum bekannte Schätze präsentiert werden. Mehr als 150 Zeugnisse aus den ersten 60 Jahren Wartburgfotografie berichten von der Entwicklung der Lichtbildnerei, vom Anspruch an „Wahrheit“ und Objektivität, der sich manches Mal dem idealen Eindruck des Motivs zu beugen hatte.
Stereoskopische Aufnahmen mit beeindruckenden räumlichen Effekten, Porträts in Form von Visitenkarten und die ersten Farbfotografien gewähren einen eindrucksvollen Blick auf die altehrwürdige Burg mit ihrer einstigen Architektur und Ausstattung. Die Fotografien der mit ihr verbundenen Menschen zeichnen zugleich ein sehr lebendiges Bild des früheren Burglebens, zeigen den Burgherrn Carl Alexander und seinen jährlichen Jagdgast Kaiser Wilhelm II. ebenso wie die Angestellten und Besucher und die illustren Kostümfeste, die Burghauptmann Hans Lucas von Cranach veranstaltete. Als der begabte Amateurfotograf zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Burg mit seinen Autochromen erstmals in natürlichen Farben erstrahlen ließ, sorgte das für Furore beim Publikum.
Die Wartburg im Spiegel der Fotografien des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts zu betrachten, verspricht einen besonderen Ausflug in ihre Vergangenheit. Geschichte und Geschichten, sonst in schriftlichen Quellen, Zeichnungen und Gemälden erzählt, werden um ganz eigene, oft ungewöhnliche Eindrücke bereichert.

Rezension:
Dass die Wartburg, so wie wir sie heute kennen, das Ergebnis der Restaurierungs-, Um- und Neubaumaßnahmen der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ist, ist vielen ihrer Besucher gar nicht bewusst. Erst unter der Herrschaft des Großherzogs Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach entstand die Burganlage, die heute jedem zumindest von Bildern her vertraut ist. Speziell die 1850er und 1860er Jahre waren von einschneidenden Veränderung des Erscheinungsbildes geprägt. Gerade in diese Zeit fiel auch der Aufschwung der Fotografie von der Liebhaberei weniger Enthusiasten zum Massenmedium. Da der Großherzog selbst von der neuen Technik überzeugt war, wurden die Baumaßnahmen von Anfang an in seinem persönlichen Auftrag fotografisch dokumentiert. Von dieser Zeit bis etwas zum Beginn des 1. Weltkriegs reichen die Bilder aus dem Archiv der Wartburg-Stiftung, die in diesem Jahr (2019) erstmals öffentlich in einer Sonderausstellung auf der Wartburg präsentiert wurden. Als Begleitung dieser (mittlerweile beendeten) Ausstellung erschien dieser Bildband. In ihm ist nicht nur die Veränderung des Erscheinungsbildes der Burg zu verfolgen, sondern auch die rasante Entwicklung der Fototechnik. Wurden viele der Bilder aus den 1850ern noch deutlich erkennbar retuschiert, fertigte der damalige Wartburg-Hauptmann Hans Lucas von Cranach Anfang des 20. Jahrhunderts schon eigenhändig Farbaufnahmen an. Allerdings erschien auch zu dieser Zeit noch ein monumentaler Bildband der Wartburg, dessen Abbildungen von Retuscheuren so massiv ‚geschönt‘ worden waren, dass man im Vergleich mit dem jeweiligen Originalfoto kaum glauben kann, dass dieses der Ursprung des ‚fertigen‘ Bildes war. Selbst stereoskopische Bilder der Wartburg wurden im späten 19. Jahrhunderts bereits angefertigt und verkauft.
Dieser Bildband vereint rund 6 Jahrzehnte der Burggeschichte mit der der Fotografie dieser Zeit. Somit stellt er sowohl für Burgen-Fans (und ganz besonders solche der Wartburg) als auch für an der Entwicklung der Fotografie Interessierte ein interessantes Werk dar. Entsprechende Erläuterungen fehlen natürlich auch nicht.
Beeilen beim Kauf dürfte sich lohnen, da das Buch nach Ende der Ausstellung bestimmt nicht längerfristig im Handel bleibt.

Fazit:
Dieser Bildband sollte bei keinem an der Wartburg und/oder der Fotografiegeschichte Interessiertem im Regal fehlen.

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Diana & Julius und das Buch der Katastrophen – 1 – Die Wasserhexe

Daniela Muthreich
Diana & Julius und das Buch der Katastrophen – 1 – Die Wasserhexe

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Das vergessliche Skelett

Klappentext:
Diana konnte nicht ahnen, dass sie die Geschichte, die sie im Buch ihrer Freundin gelesen hatte, selbst erleben würde. Auch war ihr nicht klar, dass sie in diesem Moment den Zugang zu einer geheimen Verbindung in die Zwischenwelt öffnete und damit die Geister der Katastrophen weckte. Ihr bisheriges Leben veränderte sich vollkommen. Bei der Suche nach den Ursachen für eine Katastrophe, die ihr Dorf heimsuchte, erlebt sie mit ihrem Freund Julius eine unglaubliche Geschichte, welche die beiden ins Mittelalter zurückführt. Sie treffen auf magische Wesen, kämpfen gegen Verbündete des Bösen und schließen Freundschaften mit fabelhaften Geistern. Ihre Aufgabe ist es, mithilfe von Zauber-Rätseln eine längst vergangene Katastrophe zu verhindern, um das gegenwärtige Schicksal ihres Dorfes umzukehren. Doch können sie es schaffen, sich und ihre Freunde und Verwandten zu retten?
Dank seiner Zauberkräfte ist es Ascaiton, dem Herrscher der hellen Geister gelungen, eine Formel zu entwickeln, die Menschen den Zutritt zur Zwischenwelt ermöglicht. Ihm steht sein treuer Katastrophen-Verhinderer Maquafi zur Seite. Beide setzen sich für das Gute ein und wollen Elend von den Menschen fernhalten. Ihre Gegenspieler sind Rachsascan, der Herrscher der dunklen Geister, und dessen ergebenen Katastrophen-Stratege Zöbögress. Diese versuchen in den Besitz der Zauberformel zu kommen, damit niemand ihre Zwischenwelt erreicht und sie die Vorherrschaft auf der Erde übernehmen können. Katastrophen, Pech und Unglück sind ihnen bei der Verwirklichung ihre Ziele willkommen.
Helle und dunkle Geister versuchen in dieser Fantasy-Geschichte, Diana und Julius‘ Pläne entweder zu unterstützen oder sie zu vereiteln.
Ihr erstes Abenteuer führt Diana und Julius in die Zeit des Mittelalters. Hinter den Mauern eines Klosters spielen sich seltsame Dinge ab, denen die beiden auf die Spur kommen müssen, um eine Katastrophe zu verhindern. Schon bald stellen sie fest, dass das Kloster zur Gefahr wird …

Rezension:
Diana und Julius leben 1950 in den schweizer Bergen. Beide sind befreundet und verbringen gerne Zeit miteinander, doch über allzu viel Freizeit verfügen sie nicht, da sie im Haushalt beziehungsweise der Landwirtschaft mithelfen müssen. Zufällig gerät die 14-jährige Diana an ein mysteriöses Buch, das sie und ihren Freund in eine magische Parallelwelt bringt, in der sie im Jahr 1515 eine Katastrophe verhindern müssen, die auch Auswirkungen auf die Gegenwart hätte, falls sie stattfindet. Im Mittelpunkt des gefährlichen Geschehens scheinen ein Kloster und sein Prior zu stehen.
Im Auftakt ihrer Jugend-Urban-Fantasy-Abenteuer-Reihe schickt Daniela Muthreich ihre beiden jungen Protagonisten über den Umweg einer magischen Dimension auf eine Zeitreise. Am Ziel treffen sie auf eine Welt, in der unterschiedlichste magische Kräfte wirken. Auf Genre-typische Fantasy-Wesen wird allerdings vollständig verzichtet. Um die drohende Katastrophe zu verhindern (und überhaupt erst herauszufinden, welcher Natur diese wäre), müssen die Protagonisten einige Rätsel lösen, wobei sie auf die Geister verschiedener historischer Personen treffen, von denen sie Hinweise erhalten. Die Zusammenhänge der Bedrohung sind relativ komplex angelegt und auch für den Leser erst nach und nach zu durchschauen. Jedes Kapitel der Geschichte wird von Konferenzen der dunklen und der hellen Seite eingeleitet. Im Gegensatz zum eigentlichen Abenteuer sind diese Szenen in einer Art abstrusen Humor gehalten, der Geschmackssache ist. Er dürfte wohl eher jüngere Leser ansprechen, während er auf die meisten Leser in Dianas Alter (14 Jahre) oder Erwachsene etwas albern wirken dürfte. Das Abenteuer an sich ist dagegen mehr auf Spannung ausgelegt.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte aus dem Blickwinkel eines auktorialen Erzählers. Die Haupthandlung folgt dabei wechselweise der beiden Protagonisten Diana und Julius. Einzelne Abschnitte begleiten allerdings auch andere Charakter. Hinzu kommen die bereits erwähnten ‚Konferenz-Berichte‘ an den Anfängen der Kapitel.
Am Ende wird eindeutig klargestellt, dass die beiden Hauptpersonen in folgenden Bänden noch weitere Katastrophen verhindern sollen. Zu welchen Örtlichkeiten und Zeiten sie du diesem Zweck reisen werden, darf man gespannt sein.

Fazit:
Dieses Zeitreise-Abenteuer mit Fantasy-Elementen lässt seine jungen Protagonisten zahlreiche Rätsel lösen.

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„Lord Breakinghams Geheimnis“, der von Rezensenten gelobte Jugendroman um einen Jungen, der unerwartet auf ein Internat gehen muss und Schockierendes über seine eigene Herkunft erfährt, ist in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen. Ein Entwicklungsroman über den Wert der Freundschaft.
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Gräfin Anna – 1 – Gräfin Anna und die Rache der Verdammten

Anke Dietrich
Gräfin Anna – 1 – Gräfin Anna und die Rache der Verdammten

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Das Rätsel der leeren Kanopen

Klappentext:
Der Start der neuen Buchreihe. Im ersten Teil trifft Abenteuerlust auf Archäologie und Mythen – mit einer Prise Fantasy.
Ägypten, Dezember 1912
Der Hinweis auf einem antiken Papyrusfetzen führt Anna und Karl Friedrich von Erlebach nach Mittelägypten. Zusammen mit Lord Rutherford, einem befreundeten Engländer, wollen sie ein Pharaonengrab aufspüren. Doch in Amarna graben bereits die Deutschen. Die Ägyptologen pochen auf ihre Rechte und wollen die abenteuerlustigen Aristokraten zwingen, die Schlucht zu verlassen. Dann finden sie durch Zufall das Grab und erwecken damit das Grauen in der Schlucht. Was vor Jahrtausenden prophezeit wurde, erfüllt sich nun, und niemand kann seinem Schicksalsspruch entfliehen.
Jedes Buch ist in sich abgeschlossen und stellt ein neues Abenteuer dar, das die Welt des beginnenden 20. Jahrhunderts mit Elementen aus den Bereichen des Übernatürlichen und der Mythen vergangener Epochen verwebt.

Rezension:
Wegen dessen Lungenleidens verbringt Gräfin Anna die Winter stets mit ihrem Mann in Ägypten. Eines Abends taucht ein Fellache im Nobelhotel auf und übergibt ihr einen alten Papyrus. Auf diesem ist angeblich ein antikes Grab verzeichnet. Zusammen mit dem befreundeten britischen Lord Rutherford gelingt es Anna, ihren Mann zu einer Expedition zu überreden. Am auf dem Papyrus bezeichnetem Ort angekommen, versuchen allerdings in der Nähe tätige Archäologen und ein ägyptischer Beamter die Erforschung des dort tatsächlich vorgefundenen Grabes zu verhindern. Doch dann kommt es du Todesfällen, bei denen den Opfern Organe entnommen werden.
Im 1. Band ihres historischen Fantasy-Archäologie-Abenteuers um die junge Gräfin Anna schickt Anke Dietrich diese zusammen mit den Lesern in die Welt der ägyptischen Mythologie. Dabei bettet sie die Handlung in die reale Geschichte der Ägyptologie des frühen 20. Jahrhunderts ein. Über längere Handlungsabschnitte bewegt sich die Story sogar deutlich in Richtung eines Grusel- beziehungsweise Horror-Abenteuers. Die Titelfigur Anna erweist sich dabei als für eine Frau dieser Zeit außergewöhnlich wissenschaftlich interessiert und tatkräftig. Trotzdem führt der Titel der Reihe und dieses Bandes etwas in die Irre. Gräfin Anna ist zwar in die Angelegenheit verwickelt und durchaus aktiv beteiligt, sie ist aber keineswegs ‚die‘ zentrale Person des Buches, wie es der Titel suggeriert. Genaugenommen gibt es eine solche eigentlich gar nicht. Ein größerer Personenkreis wirkt in dieser Hinsicht praktisch gleichwertig.
Am Ende dieses Bandes lässt sich kaum absehen, in welche Richtung sich die Reihe entwickeln wird. Dass Gräfin Anna dem Leser als Titelfigur weiterhin erhalten bleibt, kann natürlich vorausgesetzt werden. Wer von den anderen Charakteren einem wiederbegegnen wird, kann man allerdings kaum vorhersagen. Zumindest ihr Mann dürfte in diesem Punkt aber zu den heißen Kandidaten gehören.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte aus Beobachterperspektive. Der Stil ist dabei gut lesbar und bleibt auch in den kritischen Situationen unaufgeregt. Die Hauptzielgruppe zumindest dieses Bandes dürften Fans von Archäologie-Abenteuern sein, wobei die Handlung natürlich auch Fantasy-Fans bedient.

Fazit:
Dieses Archäologie-Abenteuer aus dem frühen 20. Jahrhunderts stößt mit Fantasy- und Grusel-Elementen in die altägyptische Mythologie vor.

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– Blick ins Buch –
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„Lord Breakinghams Geheimnis“, der von Rezensenten gelobte Jugendroman um einen Jungen, der unerwartet auf ein Internat gehen muss und Schockierendes über seine eigene Herkunft erfährt, ist in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen. Ein Entwicklungsroman über den Wert der Freundschaft.
Nähere Infos zum Buch findet ihr hier: https://lordbreakingham.wordpress.com/
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Eisenach und Umgebung: Ein Stadtführer aus dem Jahr 1898

Frank W. Werneburg (Hrsg.)
Eisenach und Umgebung: Ein Stadtführer aus dem Jahr 1898

Eisenach_und_Umgebung

Heute kann ich etwas ganz Besonderes präsentieren: einen historischen Stadtführer meiner Heimatstadt Eisenach aus dem Jahr 1898. Ich selbst habe ihn in Form eines Reprints neu aufgelegt, weil ich fand, dass es dieses Stück Heimatgeschichte wert ist, nicht vergessen zu werden:

Im Jahr 1898 erschien ein Stadtführer
„Eisenach und Umgebung“,
herausgegeben vom bekannten Verleger Philipp Kühner. Für die damalige Zeit war dieser außergewöhnlich gut bebildert.
Viel hat sich in den seit damals vergangenen mehr als 120 Jahren geändert. Die enthaltenen Fotos zeigen teilweise Ansichten, die heute nicht mehr zu finden oder kaum noch wiederzuerkennen sind. Aber gerade das macht den historischen Führer auch für heutige Leser – egal ob Einheimischer oder Besucher der Stadt – interessant. Und genau deshalb liegt dieser interessante Stadtführer jetzt in einem aufwändigen Reprint vor.
Lernen Sie ein Eisenach kennen, das es so nicht mehr gibt! Staunen Sie über Informationen, die für uns heute kaum noch vorstellbar sind.

Eine Leseprobe als PDF gibt es hier:
Eisenach und Umgebung – Leseprobe

Zusätzliche Informationen finden sich auch in diesem PDF:
Eisenach und Umgebung – Marketing

Um es kurz zu machen, folgt hier das Vorwort aus dem Reprint:

Manchmal führt eins zum andern, ohne dass man es zuerst auch nur erahnen wür­de. So war es auch bei diesem Buch. Am Anfang stand ein Besuch auf einem Floh­markt, auf dem mir ein Exemplar eines alten Stadtführers in die Hände viel: „Eisenach und Umgebung“ aus dem Jahr 1898. Soweit kein großes Wunder. Eisenach hatte zu dieser Zeit schon einen regen Fremdenverkehr aufzuweisen, weshalb derartige Bücher auch damals keine besondere Seltenheit darstellten und auch heute öfters antiquarisch zu finden sind. Hier treffen allerdings mehrere Besonderheiten aufeinander. Zum einen ist dieser Führer für die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert außergewöhnlich umfangreich bebildert, anderer­seits wies das Exemplar einen für sein Alter von immerhin mehr als 120 Jahren über­raschend guten Erhaltungszustand auf. Abnutzungsspuren sind fast nur am Ein­band vorhanden. Eine Freude für jeden Liebhaber alter Bücher – insbe­sondere, wenn diese auch noch die eigene Heimatstadt behandeln! Zudem zeigen die enthaltenen Fotografien nicht nur die damals wie heute immer wieder abge­bildeten ‚Pflichtmotive‘ eines Stadtführers, die in den letzten Jahrzehnten schon in diverse Sammlungen alter Stadtansichten abgedruckt wurden, sondern auch Motive, von denen wenige bis gar keine alten Bilder in Umlauf sind. Nachdem ich ein paar meiner Ansicht nach besonders bemerkenswerte Abbildungen in den sozialen Medien gezeigt hatte, führten diese zu großem Interesse und teilweise umfangreichen Diskussionen. Und das führte wiederum dazu, das ich begann, über ein Reprint nachzudenken. Die Urheberrechte des Originals sind schließ­lich längst abgelaufen.
So kam es zum vorliegenden Buch. Aus einem alten Buch ein neues zu machen, erfordert allerdings trotz des guten Erhaltungszustandes einiges an Arbeit. Viele Entscheidungen sind zu treffen. Soll versucht werden, die kleineren Schäden wie beispielsweise leichte Flecken auszubessern? Oder sollten die sichtbar bleiben? Soll die Neuauflage neu gesetzt und dabei heutigen Gepflogenheiten angepasst wer­den? Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile fiel die Entscheidung, den alten Stadtführer in Faksimile-Form zu veröffentlichen, damit alle zeit­genös­si­schen Eigenheiten erhalten bleiben. Das bedeutet natürlich, dass auch die origi­nale Rechtschreibung erhalten bleibt. Mache Schreibweise wirkt also etwas antiquiert, liegen zwischen Erscheinen dieses Buches und heute doch (je nach Sichtweise) 2 oder sogar 3 Rechtschreibreformen.
Auch wenn ich anfangs erwähnte, dass „Eisenach und Umgebung“ für seine Zeit außergewöhnlich umfangreich bebildert ist, hält es Vergleichen mit modernen Stadtführern in dieser Hinsicht natürlich nicht stand. Ist es der moderne Tourist gewohnt, praktisch auf jeder Seite farbige Fotos vorzufinden, sind es in diesem histo­rischen Führer ‚nur‘ 33 – selbstredend in schwarz/weiß. Von den auf der Titel­seite genannten 2 Karten war in dem auf dem Flohmarkt erworbenen Exem­plar leider nur die der Villenkolonie „Marienhöhe“ enthalten, die hier auf den Sei­ten 12/13 wiedergegeben wird. (Die leichte Unschärfe von Teilen der Karte ist auch im Original enthalten und wahrscheinlich dem damaligen Stand der Farb­drucktechnik geschuldet.) Was die andre Karte zeigte, ist leider nicht ersicht­lich.
Auch inhaltlich gibt es deutliche Unterschiede. Moderne Führer konzentrieren sich normalerweise auf die Geschichte des Ortes und dessen Sehenswürdigkeiten sowie Unterkunftsmöglichkeiten. Damals wurde der Bogen deutlich weiter ge­spannt. Beispielsweise enthält dieses Buch ein komplettes Verzeichnis aller Schulen inklusive der jeweiligen Schulgebühren. Die Beschaffenheit der Wasser­versorgung wird ebenfalls einschließlich der Wasserpreise erläutert. Auch das, was wir heute als Behördenwegweiser bezeichnen würden, ist integriert. Sogar Klimadaten werden aufgelistet. Ein Vergleich mit den heutigen Werten wäre sicher interessant.
Manches, was hier vom Ende des 19. Jahrhunderts berichtet wird, wirkt heute beinahe unglaublich. So wird aufgelistet, welche Speisefische in Hörsel und Nesse vorkommen. Und wenn aus dem (damals schon historischem) Jahr 1843 berichtet wird, dass es in Eisenach 68 Straßenlaternen gab, „womit wir nicht allein jeden Winkel der Stadt, sondern auch die Vorstädte bis an die letzten Häuser vollkommen erleuchten“, dürfte das – auch wenn man die damals noch deutlich geringere Ausdehnung berücksichtigt – den heutigen Vorstellungen einer be­leuch­teten Straße nicht einmal annähernd nahekommen.
Auf der letzten Seite des Originals (hier Seite 186) finden sich übrigens einige Druck­fehlerkorrekturen. Das war bei der damaligen Technik anscheinend ein­facher, als die Fehler auf den fertig gesetzten Seiten zu korrigieren.

Erhältlich ist dieser historische Stadtführer direkt beim Verlag oder bei Amazon, bei Hugendubel, anderen Online-Buchhändlern und natürlich in jeder gut sortierten Buchhandlung. Sollte er nicht vorrätig sein, kann er vom Buchhandel unter der ISBN 9783750403611 bestellt werden. (Das Buch ist im „Verzeichnis lieferbarer Bücher“ gelistet. – Jeder Buchhändler kann mit diesem Hinweis etwas anfangen.)

Update: Ab sofort ist dieses Buch auch in Hardcover-Ausführung erhältlich: Unter der ISBN 9783759285409 ist es bei Amazon, anderen Online-Buchhändlern und natürlich in jeder gut sortierten Buchhandlung zu haben.

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