Geschichten aus Barathrum – 3 – Das Kraftwerk des Grauens

Nikolaus Jankowitsch
Geschichten aus Barathrum – 3 – Das Kraftwerk des Grauens

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Lobotomisiert

Klappentext:
Die Soldaten und ihre Angehörigen der zerstörten Garnison in New York suchen – wie alle Menschen der neuen Welt – einen sicheren und intakten Wohnort. Unter der Führung ihres Kommandanten Captain Peter Walker gelangen sie am Ende ihrer Odyssee zu einem scheinbar perfekten Ort – einem abgeschieden gelegenen, voll funktionierenden Wasserkraftwerk. Doch der Ort, der sauberes, warmes Wasser, Strom und hohe Lebensqualität bietet, birgt ein dunkles Geheimnis. Wird es Peter Walker schaffen, einen sicheren Ort für die Menschen in seiner Obhut zu schaffen – oder werden sie alle Opfer des Kraftwerks des Grauens werden?
„Das Kraftwerk des Grauens“ ist die dritte Geschichte der neuen Kurzgeschichten-Reihe „Geschichten aus Barathrum“, welche bekannten und teilweise neuen Figuren auf ihren Abenteuern in der Welt von Barathrum – bekannt aus den vier Romanen der gleichnamigen Serie – folgt.
Auch hier werden sich LeserInnen wieder fragen: wie würde ich handeln?

Rezension:
Nach der Zerstörung der Militärbasis in New York sind die übriggebliebenen Militärs selbst auf der Suche nach einen sicheren, möglichst komfortablen Unterschlupf. Nach mehreren Orten, die sich als nicht so sicher wie erwartet erwiesen, kommen sie zu einem alten Kraftwerk. Der einzige Techniker, der dort noch lebt, bietet ihnen bereitwillig Unterschlupf an. Doch plötzlich verschwinden Menschen spurlos.
Waren Angehörige des nach der großen Katastrophe übriggebliebenen Militärs in Nikolaus Jankowitschs „Barathrum“-Reihe immer die Bösen, entpuppen sich einige Angehörige dieses im 3. Band des Kurzgeschichten-Spinoffs „Geschichten aus Barathrum“ als Protagonisten, die selbst nach einem Weg zum Überleben suchen. Dabei handelt es sich um die Überreste der New Yorker Garnison, die in „Barathrum – 3 – Konfrontation“ von Joshua und seinen Mitstreitern aufgerieben wurde. Joshua oder andere Protagonisten aus „Barathrum“ beziehungsweise den beiden bisherigen „Geschichten aus Barathrum“-Bänden tauchen hier überhaupt nicht auf. Auch die bisher zahlreich vorkommenden Gewaltexzesse spielen in der Handlung dieser Kurzgeschichte keine unmittelbare Rolle. All diese Veränderungen führen dazu, dass diese Geschichte auch ohne Kenntnis der Hauptreihe und der bisherigen Kurzgeschichten les- und verstehbar ist.

Fazit:
Diese Kurzgeschichte aus der post-apokalyptischen Welt von Barathrum zeigt einen neuen Blickwinkel auf den Überlebenskampf.

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Die andere Seite der Realität

A.P. Glonn
Die andere Seite der Realität

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Jagd auf den Dunklen Wandler

Klappentext:
London 1888. Als Inspector Seth Aspen in Whitechapel über eine Frauenleiche stolpert, ist das erst der Auftakt einer ungeheuren Mordserie, welche ganz London erschüttert. Der Mörder scheint ein nicht fassbares Phantom, von der Presse bald als Jack the Ripper betitelt. Um ihn zu stellen, verfolgt Aspen den Täter quer über den Atlantik, durch die USA und Kanada und darüber hinaus zur anderen Seite der Realität … nach Innes, einer Welt, aus welcher der Ripper seine Macht schöpft. Obwohl selbst als Fremdling verfolgt, bleibt ihm Aspen auf den Fersen; mit nur einem Ziel: Den Ripper zu finden koste es, was es wolle.

Rezension:
Als Inspector Seth Aspen von Scotland Yard eine übel zugerichtete Frauenleiche findet, ist er selbst als erfahrener Polizeimitarbeiter schockiert. Doch diese Leiche soll nicht die einzige bleiben. Seine Vorgesetzten versetzen Aspen deshalb nach Whitechapel, wo anscheinend ein irrer Mörder umgeht, der bald einen Namen bekommt: Jack the Ripper. Die Polizei tritt auf der Stelle. Jeden Verdächtigen muss sie wieder laufen lassen, weil er sich entweder als unschuldig erweist oder man ihm zumindest keine Schuld nachweisen kann. Als ein Mann, von dessen Schuld Aspen überzeugt ist, ein Schiff nach Amerika besteigt, nimmt er mit der inoffiziellen Erlaubnis seines Vorgesetzten die Verfolgung auf. In New York ist die Jagd jedoch noch nicht beendet, denn Jack the Ripper flieht weiter nach Kanada und von dort sogar in eine andere Welt. Aber Aspen verfolgt ihn sogar dorthin.
A. P. Glonns Buch teilt sich in 2 sehr unterschiedliche Teile. Während sich der 1. als historischer Krimi im viktorianischen London präsentiert, kommt der 2. (umfangreichere) als Fantasy-Abenteuer in einer mittelalterlich wirkenden, magischen Parallelwelt daher. Der Protagonist, ein im Waisenhaus aufgewachsener, noch relativ junger Police Inspector, nimmt seinen Job sehr ernst. Dass der Fall der bestialischen Morde nicht aufgeklärt werden kann, geht ihm deshalb persönlich nah, weshalb er weit mehr Arbeit in die Ermittlungen investiert, als es seine Pflicht wäre. Als ihn die Verfolgung des Verdächtigen sogar in eine magische Welt führt, deren Moralvorstellungen sich erheblich von denen des viktorianischen England unterscheiden, gibt er deshalb nicht auf, auch wenn er hier als einziges nicht-magische Lebewesen zum selbst gejagten Außenseiter wird, der gegen den mächtigen Täter eigentlich sowieso keine Chance hat.
Diese Aufteilung der Handlung in verschiedene Genres wirkt beim Lesen zuerst etwas verwirrend. Das einzige verbindende Element ist das Duo aus Prota- und Antagonisten. Ansonsten hat man das Gefühl, es mit unterschiedlichen Büchern zu tun zu haben, wobei sich beide in jeweiligen Genre als interessante, gut lesbare Geschichten erweisen. Diese Idee kann man vielleicht passend als experimentell bezeichnen – ein Experiment, dass ich als durchaus gelungen einschätze. Allerdings schränkt sich die Leserschaft dadurch auf die Schnittmenge ein, die sowohl Fantasy als auch historische Kriminalromane mag. Angehörigen dieser Schnittmenge kann ich dieses Buch allerdings empfehlen.

Fazit:
Zuerst historischer Krimi, dann Fantasy-Abenteuer – die unterschiedlichen Teile ergeben ein interessantes Ganzes.

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Ein Fall für Wells & Wong – Mordfälle und Sahnetörtchen

Robin Stevens
Ein Fall für Wells & Wong – Mordfälle und Sahnetörtchen

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Übersetzung: Nadine Mannchen

Das Detektivdasein und andere Sorgen

Klappentext:
Mord ist nichts für junge Damen, Teestunde mit Todesfall, Mord erster Klasse, Feuerwerk mit Todesfolge, Mord unterm Mistelzweig – Daisy Wells und Hazel Wong sind berühmt für die Mordfälle, die sie gelöst haben! Für alle, die nicht genug bekommen können von den spannenden Detektivgeschichten, gibt es nun den ultimativen Fanband!
In diesem Buch lüften Daisy und Hazel ihre bestgehütetsten Geheimnisse und erklären, wie ein guter Detektiv Fälle löst, wie man selbst eine Detektei gründet oder einen Code knackt. Sie erzählen von berüchtigten historischen Spionen wie Mata Hari, echten ungelösten Mordfällen wie den Verbrechen von Jack the Ripper und den großen Detektiven der Literaturgeschichte wie Hercule Poirot, Miss Marple und natürlich Sherlock Holmes.
Außerdem öffnen Hazel und Daisy ihr Fallbuch mit weiteren mysteriösen Rätseln aus dem Internat Deepdean, vor allem ihrem ersten Fall: Lavinias verschwundene Krawatte. Die beiden verraten ihre besten Rezepte für süßes Gebäck, und auch die Autorin Robin Steven selbst kommt zu Wort und offenbart, welche berühmten Detektive sie zu den Abenteuern von Daisy und Hazel inspiriert haben.
Voller genialer Mini-Rätsel, mit weiteren brandneuen und nie veröffentlichten Geschichten und gewürzt mit Daisys und Hazels eigenen Tipps, Tricks und Fakten ist dieses Buch perfekt für alle Fans der preisgekrönten Well & Wong-Reihe.

Rezension:
Eine Krawatte verschwindet, der Freund einer älteren Mitschülerin behauptet in der Antwort auf ihren Brief, sie gar nicht zu kennen, und eine neue Schülerin der Deepdean-Schule soll angeblich eine Vampirin sein. Hazel und Daisy erzählen von ihren weniger spektakulären Fällen, in denen es keinen Mord gab. Auch Alexander und George steuern eines ihrer kriminellen Erlebnisse bei, und sogar Küken und Kitty haben von unheimlichen Ferienerlebnissen zu berichten. Ergänzt wird das ganze von Fakten zur Geschichte des Kriminalromans sowie echter Mordfälle. Und Robin Stevens höchstpersönlich gibt Einblicke hinter die Kulissen der Buchreihe.
Schon der Klappentext dieses Buches verrät, dass dies nicht der 6. Band der „Ein Fall für Wells & Wong“-Reihe, sondern ein Fan-Band außerhalb der eigentlichen Reihe ist. Während die enthaltenen kurzen Fälle dem entsprechen, was der Fan der Reihe erwartet, kommen die Hintergrund-Beiträge prinzipiell anders daher. Robin Stevens gelingt es dabei gut, den individuellen Erzählstil des jeweils Erzählenden zum Charakter passend zu treffen.
Wie ich in den Rezensionen zu den bisherigen 5 Bänden wiederholt erwähnte, können die Detektivgeschichten, die von deutschen Verlag (Knesebeck) für Leser zwischen 12 und 15 (bei „Teestunde mit Todesfall“ komischerweise 10 bis 12) empfohlen werden, auch erwachsenen Lesern gefallen. Trotz des jungen Alters der beiden Hobby-Schnüfflerinnen erinnern sie sehr an die „Miss Marple“-Geschichten Agatha Christies (worauf in diesem Fan-Band auch eingegangen wird). Da verwundert es doch etwas, wenn die Autorin bei den enthaltenen Rezepten für in den Büchern erwähnte Backwaren die Leser wiederholt darauf hinweist, bei kochendem Wasser oder heißen Backöfen unbedingt die Hilfe Erwachsener hinzuzuziehen. Selbst bei der Benutzung eines Handrührgerätes empfiehlt sie, dies nur in Anwesenheit Erwachsener zu tun. Da fragt man sich natürlich, in welchem Alter Robin Stevens ihre Leser einordnet. Für 12- bis 15-Jährige erscheinen diese Warnungen doch etwas übertrieben. Beim Blick auf die englischsprachigen Originale der Bücher fällt dann auch auf, dass der dortige Verlag (Puffin) die Bücher für Leser ab 9 empfiehlt. Das erklärt natürlich die Warnungen, passt meiner Meinung nach aber nicht wirklich zum Inhalt der Bücher. Da kommt mir die deutsche Altersempfehlung doch deutlich realistischer vor. Das führt dazu, dass ich die hier enthaltenen Fälle genau wie die Romane als auch für Erwachsene geeignete Jugendliteratur einschätze, während die ‚Hintergrundberichte‘ inhaltlich teilweise doch eher Kinderbuchcharakter aufweisen. Trotzdem könnte auch für ältere Leser manches neu sein.
In eines von Hazels Rätseln ist übrigens ein kleiner Hinweis auf den für März (deutsche Ausgabe) angekündigten 6. Band der Reihe versteckt.

Fazit:
Fans der Detektiv-Abenteuer-Reihe mit den beiden jungen Protagonistinnen sollten auf diesen Fan-Band nicht verzichten.

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Das Grauen im Wald

Heiko Grießbach
Das Grauen im Wald

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Höhlenfrauen

Klappentext:
Endlich Urlaub! Mit der Familie! Für die Karibik oder Mallorca hat es nicht gereicht, aber ein Wanderurlaub in Deutschlands Mitte, in Thüringen, Im Hainich, das verspricht doch Ruhe, gute Luft, Entspannung pur.
Aber manchmal werden Versprechen gebrochen. Und was bedeutet die Warnung des Einheimischen? „Geht nicht in den Wald! Im Wald herrscht das Böse …“

Rezension:
Die 90er Jahre*. Zu Tinas Endtäuschung fahren ihre Eltern mit ihr im Urlaub nur nach Thüringen, an den Rand eines Waldes, der sich Hainich nennt. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Ein paar Satellitenschüsseln sind das einzige, woran man hier die Wende erkennen kann. Die Einheimischen wollen ihre Gäste überzeugen, auf keinen Fall den Wald zu betreten. Als Tinas Familie dies trotzdem tut, nimmt das Unheil seinen Lauf. Auch ein junger Journalist, der im Hainich auf eine gute Story hofft, verschwindet plötzlich. Den Einheimischen ist ohnehin klar, dass es im Wald nicht mit rechten Dingen zugeht.
Horror steht eigentlich weniger auf meinem üblichen ‚Speiseplan‘. Wenn die Handlung jedoch in der näheren Nachbarschaft, in diesem Fall im Hainich, angesiedelt ist, werde ich dann doch neugierig. In dieser Hinsicht wurde ich leider enttäuscht. Obwohl das Geschehen im Hainich spielt, die Familie beziehungsweise der Journalist in Kammerforst und Craula übernachten und auch sonst konkrete Örtlichkeiten genannt werden, kommt kein Lokalkolorit auf. Dazu kommt, dass der lokale Dialekt nicht annähernd getroffen wird. Teilweise benutzen die Dörfler typisch bayrische Ausdrücke. Dass Tina ständig auf ihrem Kindle liest, obwohl der erst Ende 2007 vorgestellt und sogar erst ab 2009 in Deutschland verkauft wurde, fällt ebenfalls negativ auf. Da hätte der Autor wohl etwas besser recherchieren sollen.
Ansonsten liefert Heiko Grießbach, was ich von ihm gewohnt bin, nämlich gut lesbare Unterhaltung ohne allzu viel Tiefgang; das Popcornkino der Literatur, um es so auszudrücken. Das soll keinesfalls negativ verstanden sein. Der Leser wird gut unterhalten, ohne zu sehr mitdenken zu müssen. Horror in der Tradition der ‚Groschenromane‘ eben. Die Gedanken und Gefühle der Betroffenen werden durchaus nachvollziehbar dargestellt, was in diesem Genre nicht unbedingt selbstverständlich ist.

* (22.01.2020) Der Autor wies mich darauf hin, dass das Buch etwa 2012 handelt. Ich kann mich leider nicht mehr genau erinnern, was mich zur Annahme brachte, es wären die 1990er.

 

Fazit:
Dieses Soft-Grusel-Abenteuer wird gut erzählt. Eine gründlichere Recherche wäre allerdings wünschenswert.

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Berlingtons Geisterjäger – 1 – Anderswelt

Amalia Zeichnerin
Berlingtons Geisterjäger – 1 – Anderswelt

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Gespaltene Persönlichkeiten

Klappentext:
London, im Herbst 1887. Als zwei Männer kurz nach Halloween in London spurlos verschwinden, untersucht der amerikanische Privatdetektiv Eliott Breeches den Fall – gemeinsam mit dem wohlhabenden jungen Erben Lord Victor Berlington, der irischen Hexe Fiona, der Künstlerin Nica und der älteren Spiritistin Giselle. Schon bald stoßen sie auf übernatürliche Phänomene. Lord Berlington macht außerdem die Bekanntschaft eines verführerischen Dandys, der ihn schon bald in seinen Bann zieht…
Die Buchreihe „Berlingtons Geisterjäger“ vereint viktorianische Urban Fantasy mit einem Hauch Steampunk und einer leicht düstere Atmosphäre wie in der klassischen Schauerliteratur. Gewürzt wird das mit ein wenig gleichgeschlechtlicher Romantik (schwul und lesbisch).

Rezension:
Der junge Lord Bellington braucht Hilfe. Seit seine Eltern gestorben sind besuchen sie ihn immer wieder als Geister, um ihn zu überzeugen, seinen Lebensstil zu ändern und endlich zu heiraten. Deshalb hat er 2 Frauen zu sich eingeladen. Nein, nicht um sie zu heiraten. Beide sind Mitglieder der „Friends of the Departed“, einer spiritistischen Gesellschaft, und sollen ihm helfen, die Geister loszuwerden. Zusammen mit mehreren anderen Personen kommen sie dem Verschwinden von 2 Männern auf die Spur, das wohl nicht mit rechten Dingen geschah. Gemeinsam machen sich die Angehörigen verschiedenster Gesellschaftsschichten auf den Weg, die Verschwundenen zu finden, und entdecken dabei eine Passage in die Anderswelt. Ein Besuch dieser, um die beiden Männer zu retten, stellt ein gewagtes Unterfangen dar – das alle Beteiligten aus unterschiedlichen Gründen auf sich nehmen.
Amalia Zeichnerin verbindet Elemente der historischen Urban Fantasy mit solchen von Mystery und Horror sowie des Steampunk zu diesem durchaus empfehlenswerten Buch, das die Grundlage einer Trilogie um den Lord und seinen sich hier ausbildenden neuen Freundeskreis bildet. Freunde der Phantastik werden dabei sicher nicht enttäuscht, bietet das Buch doch ein interessantes Abenteuer, dass auf einen Großteil der üblichen Fantasywesen gänzlich verzichtet. Ob der kräftige Schuss (Homo-)Erotik wirklich nötig war, ist wohl Geschmackssache. Ich zumindest hätte auf die recht detaillierten Sexszenen verzichten können, bringen sie die ansonsten fesselnde Handlung doch überhaupt nicht voran.
Beim Erzählen ihrer Geschichte bedient sich die Autorin ständig wechselnder Perspektiven, wobei alle Protagonisten in den Genuss kommen, wiederholt im Fokus zu stehen. Da die aktuell im Mittelpunkt stehende Person genau wie der jeweilige Handlungsort stets ausdrücklich genannt werden, kommt beim Leser trotzdem keine Verwirrung auf. Da dieses Buch einen kompletten Handlungsabschluss ohne offene Enden bietet, ist zu vermuten, dass die beiden Folgebände zum Zeitpunkt seiner Entstehung noch nicht (fest) geplant waren.
Allen Fans historischen Fantasy-Abenteuer, die sich nicht an explizierten Sexdarstellungen stören, kann dieses unterhaltsame Buch empfohlen werden.

Fazit:
Diese im viktorianischen England angesiedelte Mischung unterschiedlicher phantastischer Genres ist einen Blick wert.

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Hexeninternat – Entführt ins Wolfcamp

Heiko Grießbach
Hexeninternat – Entführt ins Wolfcamp

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Bei den Werwölfen zu Gast

Klappentext:
Das Buch ist ein Crossover meiner beiden Serien Hexeninternat und Wolfcamp. Es kann auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden, aber um alle Zusammenhänge voll verstehen zu können, sollte man die Serien doch kennen.
Drei Monate nach den verhängnisvollen Ereignissen in Hexeninternat Party des Todes ist Tanja plötzlich verschwunden. Wurde sie entführt? Verzweifelt macht sich ihr Mann Alex auf die Suche nach seiner schwangeren Frau und holt sich jede Hilfe, die er bekommen kann. Schließlich sorgt er sich nicht nur um Tanja selbst … Urban Fantasy für jung und alt.

Rezension:
Zusammen mit ihrem Mann Alex lebt Tanja in Potsdam und arbeitet für die WWWF, die World Wide Witch Foundation. Beide freuen sich auf ihr gemeinsames Kind, denn Tanja ist im 4. Monat schwanger. Sorgen macht derzeit nur, dass überall Kinder verschwinden. Die WWWF hat bisher keine Spur zu den Tätern. Als Alex von einer Dienstreise zurückkommt, muss er jedoch schockiert feststellen, dass Tanja anscheinend entführt wurde. Selbst die eiligst aus München angereisten, telepathisch begabten Zwillinge Susi und Susa können sie nicht erspüren.
Wie der Autor schon im Klappentext erwähnt, handelt es sich bei dieser Geschichte um ein Crossover zwischen der „Hexeninternat“- sowie der „Wolfcamp“-Reihe. Während ich bei ersterer zumindest Band 1 und Band 2 kenne, ist mir letztere bisher völlig fremd. Ist die Protagonistin Tanja in den mir bekannten Bänden noch ein Teenager auf einem Internat, ist sie mittlerweile erwachsen und verheiratet. Das irritiert zuerst natürlich etwas. In dieser Hinsicht gefielen mir die jugendlichen Geschichten besser, zumal Tanja in diesem Buch größtenteils eine eher passive Rolle einnimmt. Mit dem Auftreten der Werwölfe (die anders, als der Titel vermuten lässt, nicht ihre Entführer sind – was dem Leser allerdings schon bei der Entführung bekannt ist) wird die Handlung jedoch deutlich besser und interessanter.
Stilistisch bleibt sich Heiko Grießbach treu. Anders als bei den mir bisher bekannten Bänden wechselt der Fokus hier jedoch zwischen Tanja und ihren Entführern, den sie Suchenden und den jungen Werwölfen hin und her. Am Ende deutet sich an, dass die beiden Reihen (falls sie fortgeführt werden) eventuell miteinander verschmelzen könnten.

Fazit:
In diesem Crossover der beiden Urban-Fantasy-Reihen erfahren Hexen und Werwölfe überraschend von ihrer gegenseitigen Existenz.

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Rynestig – 2 – Veilchenherbst

Margarethe Alb
Rynestig – 2 – Veilchenherbst

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Tiefenforschung

Klappentext:
„Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“ So oder so ähnlich müssen die Autoren von diversen Sagen – oder Märchenbüchern gedacht haben, als sie einfach irgendwelche Halbwahrheiten abdruckten.
Damit wird ab sofort aufgeräumt.
Aber total.
Aus diesem Grund entschloss sich eine der letzten Waldelfen die Erinnerungen an ihr langes Leben aufzuschreiben. Ihr habt bis jetzt geglaubt, weiße Frauen zu beobachten wäre lustig? Wölfe verspeisten nur so zum Spaß Menschen?
Oder Zwerge sind kleine, goldgierige Stinker? Na gut, sind sie. Einige von ihnen jedenfalls.
Als Kräuterfrau und Halbelfe war Margarethe ein turbulentes Leben garantiert. Wer kann denn außer ihr schon von sich behaupten, auf einem Werwolf geritten oder von einer Nymphe aufgeklärt worden zu sein.
Nach den Aufregungen des ersten Bandes war Margarethes Elfendasein echt im Eimer. Da kam frau aus den engen Tunneln der Zwerge endlich wieder ans Tageslicht, war der Gefahr durch die Bleichen vorerst entronnen, da schien doch das grüne Haus der Kräuterfrauen verloren. Einfach so abgebrannt. Wenigstens stand Clemens fest an meiner Seite. Dachte ich. Bis ich eines Tages erwachte und war allein. Mein Lieblingswolf war verschwunden. Noch dazu wurden die Bleichen um Aeola immer stärker und deren Abwehr verlangte außergewöhnlich dämliche Maßnahmen.
Immer auf die Elfe. Fand ich mich doch plötzlich zwischen Schlangen und sogar auf einer oder zwei Hochzeiten wieder. Der Kälte aber, wurden wir kaum Herr. Nicht einmal mit dem heißen Kerl, der sich mit Vorliebe vor meinem Fenster herumtrieb. Wenn nicht ein Wunder geschah, würde unsere Welt in Trauer und Frost versinken.

Rezension:
Kaum der Entführung ins unterirdische Reich entkommen, muss Margarethe feststellen, dass ihr Clemens spurlos verschwunden ist. Sein eigener Vater, Anführer des örtlichen Werwolf-Clans und Burgherr, hat ihn fortbringen lassen, um die ‚unmögliche Verbindung‘ mit der Halbelfe zu verhindern. Und weil das Haus ihrer Tante von den Bleichen abgefackelt wurde, müssen diese und Margarethe auch noch auf seiner Burg Unterschlupf suchen. Als dann die Bedrohung durch Aeola und ihre Bleichen immer stärker wird, soll unsere Halbelfe sogar ‚freiwillig‘ in Aeolas Unterwelt zurückkehren, um den Gegnern einen vernichtenden Schlag zuzufügen. Und das soll gutgehen? Das erscheint mehr als fraglich.
Unter dem Pseudonym ihrer Protagonistin setzt die Autorin die in „Wolfsmohn“ begonnene Handlung um die Abenteuer der Halbelfe im südlichen Thüringen beinahe nahtlos fort. Die ständige Erwähnung realer Orte und Gegenden, welche unweit der eigenen Heimat liegen, macht für den Leser natürlich gerade im Fantasy-Genre einen besonderen Reiz aus. Meist lernt man in der Literatur ja nur Werwölfe, (Halb-)Elfen und ähnliche magische Wesen kennen, die ihr Revier in weit entfernten Gegenden haben. Aber auch unabhängig von diesem geographischen Aspekt zieht diese abenteuerliche Geschichte den Leser immer tiefen in ihren Bann. Im Gegensatz zu vielen anderen Fantasy-Stories verstehen sich die unterschiedlichen Wesen hier – abgesehen von gelegentlichen, eher freundschaftlichen Geplänkeln – meist recht gut. Die Verflechtungen innerhalb dieser magischen Welt sind komplex, tauchen neben den allbekannten doch auch eher atypische ‚Arten‘ wie Werottern und Feuerdämonen auf, die alle (bis auf die Weisen Frauen und ihre Anhänger) mehr oder weniger notbedingt zusammenarbeiten. Dem Reihencharakter der „Rynestig“-Geschichte entsprechend endet auch „Veilchenherbst“ wieder offen, sodass man wohl nicht umhinkommt, sich früher oder später auf den nächsten Band zu stürzen.

Fazit:
Das Handlungsgeflecht dieser spät-mittelalterlichen Urban Fantasy aus thüringischen Landen wird immer komplexer.

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Anastasis

Robert Boehm
Anastasis

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Die Macht der 3 Steine

Klappentext:
Ein Massenmörder plündert Leichenberge. Ein zynischer Söldner foltert für Alkohol. Ein geisteskrankes Mädchen kämpft unter Hinterwäldlern ums Überleben.
Sie alle sind Einwohner von Braxland, der verrotteten Nation am Ende der Welt. Ihr Leben ist roh, hart und kompromisslos.
Von Verachtung getrieben machen sie Jagd aufeinander.
Bei dem Gemetzel gibt es nichts zu gewinnen – nur einen bitteren Ausweg aus dem Abgrund ihres Lebens.

Rezension:
In Braxland gilt nur das Recht des Stärkeren. Nach dem Zerfall des Kaiserreiches kämpfen unzählige Klein- und Kleinststaaten ums Überleben. Menschenleben zählen da wenig. Da wundert es nicht, dass auch die ‚kleinen Leute‘ versuchen, sich gegenseitig über den Tisch zu ziehen. Doch alle 100 Jahre taucht am Himmel der Blutkomet auf, und wenn man zu dieser Zeit die 3 Blutsteine in einer verlassenen und verwünschten Stadt zusammenfügt, sollen sie dem, dem das gelingt, jeden Wunsch erfüllen. Mehrere Stadtstaaten, die jeweils im Besitz eines der Steine sind, schicken Heere und Söldnerhorden aus, die beiden anderen Steine zu besorgen und so dem eigenen Staat per magischem Wunsch die Herrschaft über ganz Braxland zu sichern. Natürlich versuchen auch Abenteurer ihr Glück, und die Heerführer haben jeweils ihre eigenen Pläne.
In Robert Boehms Fantasy-Roman geht es wiederholt recht brutal zu. Wer nicht von blutigen Morden und Verstümmlungen lesen mag, dem kann dieses Buch nicht empfohlen werden. Dabei wird das Geschehen aus der Sicht zahlreicher wechselnder Charaktere geschildert. Auf diese Weise bekommt der Leser Einblick in das Geschehen bei den unterschiedlichen beteiligten Parteien. Irritiert der ständige Perspektivenwechsel zu Anfang, vermittelt gerade dieser im Verlauf der Geschichte ein umfassendes Bild des Geschehens. Der jeweils Handelnde sowie der Handlungsort werden zu Beginn eines jeden Kapitels ausdrücklich genannt. Es sind außergewöhnlich viele Charaktere – von Protagonisten kann man eigentlich nicht sprechen, da beinahe ausnahmslos alle eher Antagonisten und dem Leser schnell unsympathisch sind –, aus deren Blickwinkeln sich das Puzzle langsam zusammensetzt. Zusammen mit dem gelungenen Stil des Autors ergibt das am Ende eine runde, gelungene Geschichte. Lediglich das unmittelbare Ende irritiert, da es nicht aufgelöst wird. Allerdings gibt es keinerlei Hinweis auf eine eventuell geplante Fortsetzung.

Fazit:
Diese gelungene, wenn auch ungewöhnliche Fantasy-Geschichte verzichtet gänzlich auf einen Sympathieträger.

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Florence Fanning – 2 – Florence Fanning und die Zwischenwelt

Jo Romic
Florence Fanning – 2 – Florence Fanning und die Zwischenwelt

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Colemans Geschichte

Klappentext:
Gefangen in einer mysteriösen Zwischenwelt werden Florence und ihr Vater Flynn von einem Stamm merkwürdiger Wesen entführt, während Coleman entkommen kann. Nach anfänglichen Kommunikationsproblemen schwindet jegliche Hoffnung von Vater und Tochter auf eine Rückkehr in ihre Welt.
Doch dann erfahren sie, dass es einen Bewohner der Zwischenwelt gibt, der sich tief im Wald verborgen hält und vielleicht eine Möglichkeit kennt, wie sie ihrer Gefangenschaft entfliehen könnten.
Florence macht sich so schnell wie möglich auf den Weg, um diesen Eremit, aber auch Coleman zu finden. Neben all den Gefahren, die sie dabei überstehen muss, stellt sich ihr immer wieder eine Frage: Wird sie ihre Freundin Quinn jemals wiedersehen?

Rezension:
Nachdem sie im Finale von „Florence Fanning und die Steampirates“ einen mystischen Durchgang passiert hat, findet sie sich mit ihrem Vater sowie Coleman in einer fremden Welt wieder. Letzterer gelingt es jedoch, sich abzusetzen, während Florence und ihr Vater von den eigenartigen Bewohnern dieser Welt gefangen genommen werden. Diese zeigen kein Interesse, ihnen bei der Rückkehr in ihre Welt behilflich zu sein. Eines der Wesen vertraut Florence jedoch an, dass ein Ausgestoßener, der in den Tiefen der Wälder lebt, eventuell helfen könnte. Das Unterfangen stellt sich allerdings als weit komplizierter als erwartet heraus. Wird es Florence gelingen, in ihre eigene Welt und damit zu Quinn zurückzukehren?
Lag der Fokus des 1. Bandes auf den Steampunk- und Abenteuerelementen, legt Jo Romic den Schwerpunkt diesmal auf den Fantasy-Aspekt. Dies gilt zumindest für den Handlungsstrang, der sich auf Florenceʼ Abenteuer in der fremden Welt konzentriert. Allerdings existieren in diesem Band noch 2 weitere, mehr oder weniger parallel erzählte Stränge. Zum einen werden darin Quinns Bemühungen, ihrer Freundin die Rückkehr zu ermöglichen, gezeigt, zum anderen die Entwicklung geschildert, die Coleman zu der unsympathischen Person machte, als die Florence und wir Leser sie kennen. Damit bekommen auch die anderen beiden Frauen, die im Zentrum des Geschehens stehen, einen persönlicheren Hintergrund. Als Titelheldin und Hauptprotagonistin bleibt Florence aber natürlich weiterhin der Dreh- und Angelpunkt der Handlung.
Auch wenn Steampunk natürlich oft mit Abenteuer und Fantasy kombiniert wird, wirkt das Setting dieser Reihe doch ungewohnt. Anders als üblich verlegt der Autor seine Steampunk-Handlung ganz in eine fremde (Fantasy-)Welt, statt sie wie gewohnt in einer historisierenden Variante unserer realen anzusiedeln. Nachdem man sich (schon in Band 1) an diesen Weltenbau gewöhnt hat, wirkt dieser jedoch stimmig. In welche Richtung sich die Entwicklung im ausstehenden 3. Band entwickeln könnte, ist allerdings noch nicht erkennbar. Die Neugierde darauf ist jedenfalls geweckt.

Fazit:
Dieses interessante Steampunk-Fantasy-Abenteuer gewinnt mit diesem Band an Tiefe.

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Das Erbe Bereliens – 1 – Die Legende vom steinernen Buch

Silke Katharina Weiler
Das Erbe Bereliens – 1 – Die Legende vom steinernen Buch

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Ein Junge namens Bleir

Klappentext:
Die junge Rune überlebt nur knapp einen Überfall, bei dem ihr Vater ermordet und Haus und Hof niedergebrannt werden. Ihr Vater ist jedoch nicht das zufällige Opfer einer der zahlreichen marodierenden Banden. Vielmehr hängt der Angriff mit seiner Vergangenheit zusammen, einer Vergangenheit, die ihn nach zwanzig Jahren schließlich eingeholt hat.
Ihres Zuhause beraubt, schlägt sich Rune zu Fionn Higgins durch, einem Freund ihres Vaters, von dem sie sich Antworten auf die Fragen erhofft, warum ihr Vater sterben musste und wer dafür verantwortlich ist. Als Fionn endlich mit der Sprache herausrückt, ist Rune wie vor den Kopf gestoßen. Er speist sie mit einer Legende ab – der Legende vom steinernen Buch:
Einst ein magisches Buch, dessen Macht in die Lage versetzt, Tore durch Raum und Zeit hindurch zu öffnen, wurde es Jahrhunderte zuvor in drei Teile gespalten, die versteinerten und allmählich zu fantastischen Artefakten in Liedern und Geschichten verblassten. In Wahrheit existieren die Bruchstücke noch heute und es ist das Wissen um ihren Verbleib, das Runes Vater zum Verhängnis wurde. Fügt man die drei Teile nämlich zusammen, ersteht das Buch erneut und mit ihm seine ganze unberechenbare Macht.
Rune sieht sich außerstande, Fionn Glauben zu schenken. Sie will den wahren Grund für den Tod ihres Vaters herausfinden. Ihre Suche führt sie an den Königshof von Berelien, zu Königin Ioarín, der alle Mittel recht sind, um in den Besitz der Buchfragmente zu gelangen, und zu deren Leibwächter Galen, dessen Leben mit dem seiner Herrin viel enger verknüpft ist, als Rune es sich ausmalen kann. Auf der Königsfestung muss Rune nicht nur einsehen, dass Fionns Erzählung der Wahrheit entspricht – vor allem in Lady Ioarín steckt bedeutend mehr, als auf den ersten Blick erkennbar. So rückt das Unheil immer näher, je weiter sich Ioarín mit Hilfe ihrer Gefolgsleute zu den Fragmenten vortastet. Als Rune, die sich ihr verbissen in den Weg stellt, endgültig zu scheitern droht, erweist sich aber auch, dass Gefolgschaft nicht grenzenlos ist, und dass ein scheinbarer Sprung ins Nichts zu einem neuen Anfang führen kann.
Erster von zwei Bänden, in dem die Jagd auf das steinerne Buch eröffnet wird, eingebettet in eine Geschichte, die von Narben erzählt und von Wunden, die nie verheilen; von Schuld und der Suche nach Vergebung; von der Bereitschaft zu lieben, obwohl man nur noch verlieren kann.
… und von einer uralten Kreatur, deren Zeit nun endlich gekommen ist …

Rezension:
In Berelien herrscht Königin Ioarín mit äußerster Brutalität. Ihren Mann, den König, hat sie schon lange praktisch entmachtet. Was ihr zur absoluten Macht noch fehlt, ist das steinerne Buch, doch dessen 3 Teile wurden vor Jahren von ihren Gegnern versteckt. Ioaríns ganzes Streben ist darauf gerichtet, die 3 Männer, die die Verstecke der Teile kennen, aufzufinden und an deren Wissen und damit an die Teile zu gelangen. Arken Daal ist einer dieser Männer. Als er schließlich aufgespürt wird, ist das sein Todesurteil, doch seine Tochter, Rune, kann fliehen. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit und nimmt den beinahe hoffnungslosen Kampf gegen die Königin auf.
In ihrer Fantasy-Dilogie „Die Legende vom steinernen Buch“ entwirft Silke Katharina Weiler eine komplexe mittelalterlich/vorindustrielle Welt, die ganz von der brutalen Willkürherrschaft der Regentin geprägt ist. Dass der Kampf gegen diese Herrschaft das Hauptthema der Bücher ist, verwundert da natürlich nicht. Nachdem der Anfangsteil des Buches die Brutalität von Ioaríns Herrschaft recht drastisch schildert, beginnt der Hauptteil mit dem Aufbruch der jungen Protagonistin vom zerstörten väterlichen Hof. Bei der Suche nach Informationen und ihrem Vorhaben, die Pläne der Königin zu durchkreuzen, muss Runde zahlreiche lebensgefährliche Abenteuer bestehen. Dabei muss sie lernen, dass es oft nicht einfach ist, zu erkennen, wer auf ihrer Seite steht. Dieser Hauptteil bildet zweifellos auch den spannungsmäßigen Höhepunkt des Buches. Leider endet dieser abrupt, und dieser Band wird mit einem auffallend langen Schlussteil beendet, in dem der Kampf gegen die herrschende Willkür der Königin kaum noch eine Rolle spielt und stattdessen Runes Gefühlsleben in den Mittelpunkt gerückt wird. Hier wäre eine deutliche Straffung wünschenswert.
In den Dialogen benutzt die Autorin eine bewusst altertümlich wirkende Ausdrucksweise, die gut zum Setting ihrer Welt passt und somit ein gut abgerundetes Gesamtbild ergibt.
Somit bleibt zu hoffen, dass das Abenteuer-Element sowie der Fantasy-Aspekt im 2. Band wieder eine zentralere Rolle einnehmen und der nicht so ganz gelungene Ausklang dieses Bandes eine Ausnahme bleibt.

Fazit:
Dieses Fantasy-Abenteuer kommt teilweise recht brutal daher. Zum Ende des Bandes hin flacht der Spannungsbogen leider stark ab.

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