Die Mississippi-Bande

Davide Morosinotto
Die Mississippi-Bande

Übersetzung Cornelia Panzacchi

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Die kaputte Taschenuhr

Klappentext:
Alles begann mit dem Mord an Mr. Darsley. Oder vielleicht auch nicht. Wenn ich es mir recht überlege, begann es eigentlich ein paar Wochen zuvor. An dem Nachmittag, als wir durch die Sümpfe des Bayou paddelten, um ein paar Fische zu fangen. Was wir stattdessen fingen, war eine verbeulte Blechdose, in der drei Dollar lagen. Drei Dollar! Dafür würden wir uns etwas im Katalog bestellen. Noch ahnten wir nicht, dass wir mit dieser Bestellung das größte Abenteuer unseres Lebens auslösen würden …

Rezension:
Te Trois, wie Peter als 3. Sohn von allen gerufen wird, lebt mit seinen Brüdern und seiner verwitweten Mutter in den Bayous, der Sumpfwildnis in der Umgebung New Orleans’. Seine besten Freunde sind Eddie, der Sohn des örtlichen Arztes, und Julie, deren Mutter oft ‚Besuch‘ von fremden Männern bekommt, worin auch der Grund liegt, dass ihr kleiner Bruder Tit schwarz ist. Wegen deren unmoralischen Mutter ist es Te Trois und Eddie eigentlich auch verboten, Umgang mit Julie zu pflegen. Doch das hindert die 3 Freunde – 4, wenn man Tit mitzählt – natürlich nicht daran, möglichst viel Zeit zusammen in den Sümpfen zu verbringen. Beim Angeln ‚fangen‘ sie eine Blechbüchse mit 3 Dollar darin. Insbesondere für Te Troi und Julie ein unvorstellbares Vermögen! Sie beschließen, sich aus einem Versandhauskatalog gemeinsam einen Revolver samt Munition zu bestellen. Als das Päckchen endlich ankommt, liegt darinnen jedoch nur eine kaputte Taschenuhr. Nachdem ein Fremder versucht, ihnen diese Uhr zuerst mit Tricks und schließlich sogar mit Waffengewalt abzunehmen, beschließen die Freunde, persönlich das Versandhaus in Chicago aufzusuchen – eine Reise von über 800 Meilen Luftlinie, und das fast ohne Geld! Zu dem Zeitpunkt ahnen sie nicht, dass das ganze mit einem alten Mordfall zusammenhängt.
Mit dem Setting im Umfeld des Mississippis erinnert Davide Morosinottos Jugendabenteuer an Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer. Das ist natürlich kein Zufall und wird durch die künstlerisch hochwertige Gestaltung des Covers noch unterstützt. Ein Schriftsteller namens Mark Twain wird während der Flussreise der Freunde sogar am Rande erwähnt. Das Abenteuer der Misssissippi-Bande ist jedoch völlig eigenständig und bedient sich ansonsten kaum an Elementen des Vorbildes. Während Huckleberry bei Mark Twain eigentlich nur auf der Flucht ist, haben die Freunde hier ein konkretes Ziel.
Te Trois und in noch größerem Maße Julie und ihr kleiner Bruder stammen aus sozial zerrütteten Verhältnissen. Ihnen fällt es nicht schwer, ihre Heimat, die speziell Julie keine wirkliche Heimat ist, hinter ich zu lassen. Ihr Freund Eddie, der als einziger ein ‚richtiges‘ Elternhaus hat, schließt sich ihnen hauptsächlich aus Forscherdrang an. Die verschiedenen Abschnitte des Abenteuers werden dabei jeweils aus dem Blickwinkel eines der Freunde erzählt, was auch an den an die Interessen des jeweiligen Erzählers angepassten Kapitelbildern deutlich wird. Dabei kann die Geschichte ihren Leser von Anfang an fesseln, kann doch auch dieser die Zusammenhänge nicht so schnell erkennen.
Die auch stilistisch sehr gut verfasste, interessante Story, hätte eigentlich 5 Sterne verdient, wenn … ja, wenn da nicht das letzte Kapitel, das praktische einen Epilog darstellt, wäre. Dieses handelt mehr als 6 Jahrzehnte nach der abenteuerlichen Reise. Darin erfährt der Leser zwar, was aus den Freunden im Laufe ihres Lebens wurde, das Ende des eigentlichen Abenteuers wird darin jedoch nur in Kurzform und noch dazu unvollständig erzählt. Viele Fragen – wie zum Beispiel ob der Mörder eigentlich zur Rechenschaft gezogen wurde – bleiben unbeantwortet. Somit muss man leider feststellen, dass dieses misslungene Ende das ansonsten sehr gute Buch in gewisser Hinsicht etwas ruiniert. Schade. Der Rest des Buches ist es aber trotzdem wert, gelesen zu werden. Denn der ist wirklich gut.

Fazit:
„Die Mississippi-Bande“ ist ein gelungenes Jugendabenteuer in einem fast schon nostalgischen Setting – mit leider etwas schwachem Ende.

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Schweinerei an der Havelchaussee

Maryanne Becker
Schweinerei an der Havelchaussee

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Das Geheimnis des blutigen Messers

Klappentext:
Knackig, spannend und kriminell gut
Bernd bricht zur abendlichen Gassi-Runde mit dem Hund auf. Weil er seine Ruhe haben will, darf Charlotte ihn nicht begleiten. Frustriert steigert sie sich in die Vermutung hinein, Bernd habe sich mit einer jüngeren Blondine verabredet. Sie sinnt auf Rache und ertränkt ihren Ärger in Alkohol. Am nächsten Tag ist der Hund wieder zu Hause, von Bernd fehlt aber jede Spur …

Rezension:
Ihr Mann Bernd will den Hund unbedingt alleine ausführen. Chalotte kann sich nicht vorstellen, dass er wirklich nur seine Ruhe haben will, und während sie schon sehr konkrete Vorstellungen hat, mit welcher – deutlich jüngeren – Frau er sich unterwegs trifft, plündert sie die Weinvorräte. Geweckt wird sie erst durch wütende Nachbarn, die sich beschweren, weil der Hund seit Stunden bellt, um hereingelassen zu werden. Doch wo ist Bernd abgeblieben? Charlotte ist sich sicher, dass diese andere Frau ihre Hände im Spiel haben muss.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen. Maryanne Becker legt in ihrem Kurzkrimi gleich mehrere Spuren, bei denen der Leser zunächst natürlich nicht wissen kann, welche der Wahrheit mehr oder weniger näher kommt. Oder führen etwa alle in die Irre? Um das zu erfahren, muss man das (e-)Büchlein schon selbst lesen.
Für die Verhältnisse der booksnacks-Reihe gehört diese Kurzgeschichte schon zu den längeren Werken. Das führt unter anderem auch dazu, dass genügend Raum bleibt, Charlotte als Hauptfigur nach und nach aufzubauen. Das kommt einem wirklichen Spannungsaufbau, wie er bei manchen Ultra-Kurzgeschichten der Reihe gar nicht möglich wäre, natürlich entgegen. Wenn man dann die sehr realistisch beschriebene Gegend im Berliner Westen auch noch selbst kennt, stellt das beim Lesen einen zusätzlichen Bonus dar.

Fazit:
„Schweinerei an der Havelchaussee“ kommt als wirklich überraschende Kurzstory daher.

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Cornwall und Südengland

Kai-Uwe Küchler, Manfred Küchler
Cornwall und Südengland

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Der Süden Britanniens

Klappentext:
Cornwall, vom Golfstrom verwöhnt, bietet nicht nur liebliche Landschaften mit beinahe mediterranem Klima. Die zerklüfteten Felsen an der Atlantikküste vermitteln wilden Zauber, während die Strände am Ärmelkanal im Sommer zum Baden einladen. Cornwall und Südengland überraschen den Mitteleuropäer in ihrer Vielgestaltigkeit, berühmt sind die englischen Gärten, aber auch Natur pur, einsame Wanderungen entlang der zumeist unverbauten Küste oder im größten Naturpark Europas, dem Dartmoor, wo schon Sherlock Holmes mit seinem Partner Dr. Watson den Hund der Baskervilles entlarvte. Geschichtsträchtige Bauten und Städte künden von einer bewegten Vergangenheit und selbst aus prähistorischer Zeit sind rätselhafte steinerne Zeugnisse zu finden, so etwa das geheimnisvolle Stonehenge und natürlich König Artus Tintagel am Atlantik. Schlösser und Burgruinen sowie der Charme des ganzen Landstrichs verführten auch viele Filmemacher. Die Reise beginnt im Osten Südenglands, wo schon vor der Einfahrt in Dover die hellen Kreidefelsen mit der mächtigen Festung Dover Castle den Besucher begrüßen. Sie endet am südwestlichsten Zipfel Cornwalls an Land’s End. Herausragende Fotos und eine spannende Reiseerzählung mit sorgfältig recherchierten Fakten nehmen Sie mit auf die Fahrt kreuz und quer durch Cornwall und Südengland.

Rezension:
Dieser Bildband des Fotografen Kai-Uwe Küchler, der als Hardcover mit Schutzumschlag geliefert wird, zeigt die Schönheit des Südens Großbritanniens. Dabei folgt die Reise der Kanalküste von Ost nach West und begibt sich immer wieder auch etwas tiefer ins Landesinnere hinein, wobei London allerdings großräumig umgangen wird. Auch wenn Cornwall das Ziel der Reise ist, stellt es keinesfalls den alleinigen Schwerpunkt dar. Die erläuternden Texte werden vom Vater des Bildautors, Manfred Küchler, beigesteuert.
Fans der Gegend kennen deren landschaftlichen Reize natürlich längst. Diese werden dem Betrachter in qualitativ hochwertigen Bildern in einwandfreier Druckqualität auf gutem Hochglanzpapier präsentiert. Bedauerlich ist nur, dass sich überwiegend jeweils 4 Fotos 1 Doppelseite teilen müssen. Vom optischen Eindruck her wäre da weniger oftmals mehr gewesen. Zugutehalten muss man diesem Buch allerdings seinen für Bildbände dieser Qualität recht günstigen Preis.

Fazit:
Allen Fans der britischen Südküste kann dieser Bildband, der gute Druckqualität mit einem günstigen Preis verbindet, empfohlen werden.

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Das Gold der Dämonen

Cedric Balmore
Das Gold der Dämonen

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Der Dämon und seine Diener

Klappentext:
Kisten voller Gold, versteckt in einer Höhle auf einer kleinen Insel in der Karibik, die nur darauf warten, geborgen zu werden. Die Aussicht auf unermesslichen Reichtum lässt 3 Männer und 2 Frauen schon vor der Ankunft auf der Insel Mordpläne schmieden, um möglichst wenig von dem Gold abgeben zu müssen. Vor allem John Proone trägt sich mit dem Gedanken, den Schatz ganz alleine zu bergen. Glühende Augen, die nachts von der Insel übers Meer blicken, sollten den Abenteurern Warnung genug sein, dass ihr Vorhaben schwierig sein würde. Als sie den Schatz schließlich finden, müssen sie feststellen, dass dieser von einem Dämon bewacht wird, der nicht bereit ist, das Gold mit den Eindringlingen zu teilen. Wenn nötig, schickt er die Toten zurück ins Leben, um sich das Gold der Dämonen von Proone zurückzuholen …
In den 70er-Jahren belebte eine neue Generation von phantastischer Literatur das in Deutschland recht angestaubte Genre, die der Heftromane. Eine Vielzahl von Reihen und Serien bot jedem Geschmack die passenden Geschichten. Das Format des E-Books macht es nun möglich, die Kleinode deutscher Pulp-Fiction ins digitale Zeitalter hinüberzuretten und einer neuen Generation von Lesern zugänglich zu machen.

Rezension:
Das alte Tagebuch eines spanischen Schiffsoffiziers berichtet von einem unermesslichen Schatz, der auf einer kleinen Karibikinsel versteckt ist. 5 recht unterschiedliche Abenteurer machen sich auf den Weg, diesen zu heben. Doch schon bevor sie ankommen, überlegen alle, wie sich dieser Personenkreis verkleinern lässt. Überleben wird nur derjenige, der den anderen zuvorkommt. Doch bald zeigt sich, dass die ‚Kameraden‘ nicht die größte Gefahr darstellen.
Cedric Balmores „Das Gold der Dämonen“ beginnt als Abenteuer-Krimi, biegt dann jedoch bald ins Fantasy- und besonders ins Horror-Genre ab. Stilistisch ähnelt es ‚Groschenromanen‘. Dabei wird jedoch nicht eindeutig erkennbar, ob es lediglich im Stil der 70er-Jahre-Heftromane verfasst wurde oder die relativ kurze Geschichte wirklich einem solchen entstammt und hier nur eine eBook-Zweitverwerdung findet. Obwohl der Klappentext schon viel vom Inhalt vorwegnimmt, bleibt die Handlung im Detail interessant, da sich der Leser natürlich fragt, wer – wenn überhaupt – überlebt, und ob es jemanden gelingt, den Dämon auszutricksen und den Schatz zumindest teilweise an sich zu bringen.

Fazit:
Ein Horror-Abenteuer-Krimi vor exotischer Kulisse für die leichte Unterhaltung zwischendurch.

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eBook

Horizon – 1 – Aufbruch ins Ungewisse

Amanda Laurie
Horizon – 1 – Aufbruch ins Ungewisse

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Des Königs Bastard

Klappentext:
„Horizon – Aufbruch ins Ungewisse“ ist der Auftakt zur neuen Fantasy-Reihe von Amanda Laurie.
Nachdem er fernab der Heimat erzogen wurde, wird der sechzehnjährige Corin von seinem Vater, dem König, an den Hof nach Carbonn beordert. Widerwillig fügt er sich dieser Entscheidung.
Doch fühlt er sich auf Burg Carbonn nicht wohl. Selbst das Zusammensein mit seinem älteren Bruder ist für ihn eine Herausforderung, da beide nicht unterschiedlicher sein könnten.
Indes verfolgt der König große Pläne, die auch das Schicksal seiner Söhne mit einschließen. Denn das magiebegabte Volk von Lindoras ist seiner Familie noch einen Gefallen schuldig, und diesen möchte er endlich einfordern.
Als Corin schließlich von seiner besonderen Gabe erfährt, steckt er bereits mitten in einem großen Abenteuer ?

Rezension:
Corin wächst bei seiner Mutter, seinem Stiefvater und den Halbgeschwistern auf einem Bauernhof auf. Seinen leiblichen Vater, den König höchstpersönlich, mit dem seine Mutter einst eine Affäre hatte, hat er nur ein einziges Mal kennengelernt. Doch jetzt entschließt dieser sich überraschend, Corin an den Hof zu holen. Obwohl der sich dort überhaupt nicht wohlfühlt, bleibt ihm keine Wahl.
Amanda Laurie lässt ihren Helden Corin seine Abenteuer in einer mittelalterlich anmutenden Welt erleben. Im Vordergrund steht dabei Corins Entwicklung vom Bauernjungen zum Prinzen. Zumindest in diesem Auftaktband spielt das Fantasy-Element nur eine untergeordnete Rolle und trägt kaum zur eigentlichen Handlung bei. Vielmehr konzentriert sich diese auf das schwierige Verhältnis des Jungen zu seinem Vater und dessen anderen Sohn. Speziell gegen Ende wird dabei deutlich, dass Corins eigentliches Abenteuer gerade erst beginnt.
Auffallend ist, dass die Namen überwiegend französisch wirken, was bei deutscher Abenteuer- und Fantasy-Literatur eher eine Ausnahme ist. Der Schreibstil der Autorin bleibt stets angenehm ruhig und verzichtet größtenteils auf Action-Elemente. Dem Leser dieses Jugendabenteuers mit Fantasy-Elementen wird stattdessen die Gefühlswelt des Helden nahegebracht, wobei einzelne Szenen auch aus anderen Blickwinkeln erzählt werden. Der Aufbau der Geschichte führt dazu, dass man am Ende dieses Bandes fast zwangsläufig im nächsten weiterlesen möchte. Vielleicht bekommt die Fantasy in der weiteren Handlung ja noch einen größeren Stellenwert?

Fazit:
„Aufbruch ins Ungewisse“ stellt den gelungenen Auftakt einer neuen Jugendabenteuer-Reihe dar.

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Taschenbuch
eBook

Kaspar – Das Geheimnis von Eduan

Dan Gronie
Kaspar – Das Geheimnis von Eduan

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Der Kampf gegen Drawen

Klappentext:
Der zwölfjährige Sebastian Kaspar Addams und seine Freunde befinden sich in der Anderen-Welt. Zusammen mit dem Zauberer Balthasar sind sie auf der Suche nach den goldenen Drachentränen, mit deren Magie der schwarzmagische Zauberer Drawen ein für alle Mal besiegt werden kann. Der Weg führt sie nach Eduan. Von dort macht Kaspar sich auf den Weg zur sagenumwobenen weißen Stadt Ednu, um die Geisterwesen von ihrem Fluch zu erlösen …

Rezension:
Kaspar, der eigentlich Sebastian Kaspar heißt, ist zusammen mit seinen Freunden Niko, Lars und Juana zu Besuch beim Zauberer Balthasar in der Anderen-Welt. Ihr Ziel ist es, den bösen Zauberer Drawen, der vorübergehend in die Zwischenwelt verbannt ist, endgültig zu besiegen. Doch zunächst müssen sie sich erst mal um den Todbringer kümmern, der eine ganze Stadt bedroht. Die Wege sind jedoch weit, und da ist es günstig, über einen zahmen Drachen als Transportmittel zu verfügen, eine Fortbewegungsart, die nicht bei allen auf große Begeisterung stößt.
„Das Geheimnis von Eduan“ ist bereits der 3. Band der „Kaspar“-Reihe. Da rächt es sich natürlich, wenn man die Vorgänger nicht kennt, und es fällt anfangs nicht leicht, die Zusammenhänge zu verstehen. Doch das kann man dem Buch natürlich nicht vorwerfen. Wenn sich der Leser in die Handlung hineingefunden hat (oder er – noch besser – die vorherigen Bände kennt), wird ihm in Dan Gronies Jugend-Fantasy eine spannende Handlung geboten. Lediglich die Dialoge, besonders längere, erscheinen teilweise etwas ‚zäh‘, wie folgendes Zitat verdeutlicht:

„Wo ist Nox?“, fragte Juana.
„Er ist draußen bei Numba“, antwortete Balthasat.
Lars stand schweigend auf und ging zur Tür.
„Wo willst du denn hin?“, fragte Niko.
„Ich will mich waschen“, antwortete Lars.
„Was? Da draußen?“, fragte Niko verstört.
„Ja, natürlich da draußen“, sagte Lars.
„Es ist bitterkalt“, schüttelte Niko den Kopf.

„Seit wann ist denn da ein Bad?“, staunte Niko.
„Seit dieser Nacht“, antwortete Balthasar. „Nox hat es extra für euch gebaut“, erklärte Balthasar.

Derartige Dialog-Szenen hätten eine gründliche Überarbeitung verdient, um dem Niveau der sonstigen Handlung gerecht zu werden. Leser, die über diese Schwäche hinwegsehen können, bekommen mit diesem Buch (und vermutlich der kompletten Reihe) jedoch ein altersgerecht verfasstes Fantasy-Abenteuer geboten, das bei jungen und junggebliebenen Genre-Fans durchaus Gefallen finden dürfte.

Fazit:
„Kaspar – Das Geheimnis von Eduan“ ist ein interessantes Jugend-Fantasy-Abenteuer mit leider eher schwachen Dialogen.

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Taschenbuch
eBook

Schattenfeuer

Burkhard P. Bierschenck (Herausgeber), Petra Mattfeldt (Herausgeber)
Schattenfeuer

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Der DrachenStern-Fantastik-Preis

Klappentext:
Unwegsame Landschaften und seltsame Wesen. Rätselhafte Aufgaben und geheimnisvolle Begegnungen. Magie und Mutproben.
Ob die griechischen Versepen, die isländischen Sagas oder das Nibelungenlied – seit jeher beschäftigt sich Literatur mit abenteuerlichen und fantastischen Stoffen. Als im 20. Jahrhundert das Genre Fantasy entstand, erhielten diese alten Motive und Erzählstrukturen ein neues Gewand. Auch heute ist die Faszination für fantastische Geschichten ungebrochen und die Vielfalt der Fantasy-Stories beeindruckend, wie die vorliegende Anthologie beweist: Die hier veröffentlichten Texte haben es auf die Shortlist eines Kurzgeschichten-Wettbewerbs geschafft und zeugen von der Originalität und der Qualität zeitgenössischer Fantasy-Autoren.
„Schattenfeuer“ – die besten Fantasy-Kurzgeschichten von heute! In einer Anthologie zusammengefasst von Petra Mattfeldt und Burkhard P. Bierschenck.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
„Wenn der Mond im Blut erwacht“ – Wilfried Abels
„Auf die Größe kommt es an“ – Ulrich Borchers
„Die Auslöschung des Ghouls“ – Jens-Philipp Gründler
„Schwarzfeuer“ – Anke Höhl-Kayser
„Die Geburt des neuen Zeitalters“ – Jasper John
„Die Smooths“ – Simon Käßheimer
„Hoppla, eine Seele“ – Dana Lione
„Ignis“ – Valerie Loe
„Der Tempel auf der Teufelsley“ – Lyakon
„Böser Zwilling“ – Dörte Müller
„Nebelflammen“ – Patricia Rieger
„Das ewige Bernsteinfeuer“ – Barbara A. Roperts (Siegertitel des Wettbewerbs)
„Bauernopfer“ – Markus Sapel
„Warum Magier keine Familie haben“ – Boris Schneider
„Das Weibsstück“ – Angela Stoll
„Magie der alten Zeit“ – Claudia Timpen
„Merlin“ – Markus Veith
„Planet der Schmetterlinge“ – Alexander Weiz
Bereits 2015 lobte der DrachenStern Verlag den DrachenStern-Fantastik-Preis in den Kategorien Fantasy uns SciFi aus. Diese Anthologie beinhaltet alle 18 Beiträge, die es auf die Shortlist der Fantasy-Kategorie geschafft haben. Wie zu erwarten fällt die Bandbreite dabei natürlich enorm aus und reicht von märchenhaften Geschichten wie „Planet der Schmetterlinge“ über Urban Fantasy wie „Der Tempel auf der Teufelsley“ oder „Böser Zwilling“, humoristisch angelegte Geschichten wie „Warum Magier keine Familie haben“ und Jugend-Fantasy klassischen Stils wie „Auf die Größe kommt es an“ bis hin zu eher ‚abgehobenen‘ Beiträgen wie „Merlin“.
Was einem davon mehr oder weniger gefällt, hängt natürlich nicht zuletzt vom persönlichen Geschmack ab. Mir war „Merlin“ über eine Person, die rückwärts durch die Zeit lebt, beispielsweise zu surreal und „Bauernopfer“ schlichtweg unverständlich. Da fehlt jede für mich erkennbare Auflösung. Sehr gut gefiel mir dagegen „Der Tempel auf der Teufelsley“, wo der Autor eine lokale Sage als Grundlage seiner Geschichte nutzt. Mein Favorit ist zweifelslos „Auf die Größe kommt es an“. Hier leben die Menschen in Wolkenstätten, in denen jeweils entweder nur Jungen oder nur Mädchen geboren werden. Im Alter von 15 Jahren werden per Losentscheid diejenigen ausgewählt, die sich auf die lebensgefährliche Reise zu einer der anderen Städte machen müssen, um so den Erhalt der Menschheit zu sichern. Doch in der riesigen Ebene zwischen den Städten leben kaum besiegbare Drachen, die die jungen Menschen als willkommene Zwischenmahlzeit ansehen. So schaffen es jeweils nur wenige der Ausgesandten, eine der anderen Städte zu erreichen. Der Held dieser Kurzgeschichte wählt für seine Reise jedoch keine der klassischen Waffen. Stattdessen nimmt er seinen Kuscheldrachen mit.
In dieser Auswahl dürfte wohl für jeden Fantasy-Fan etwas dabei sein.

Fazit:
In dieser Anthologie wird wohl jeder Fan von Fantasy-Kurzgeschichten etwas für ihn passendes finden.

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Afrika im Doppelpack

Peter Haas
Afrika im Doppelpack

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Mit Rucksack und Sohn durch Afrika

Klappentext:
Mit Fischern durch die Inselwelt der Suaheli Küste. Auf die Gipfel der nebelverhangenen Virunga-Vulkane. Lebensmüde Busfahrer in Tansania und besoffene Hexenmeister in Südafrika. Verspielte Gorillas, die Flucht vor einem Elefanten und Stockkämpfe im Okawango-Delta. Aber auch: Tod, Angst und Drogen. Zusammen mit seinem anfangs erst neunjährigen Sohn Michael begibt sich Peter Haas auf drei Reisen durch den schwarzen Kontinent. In Südafrika, Botswana, Tansania, Ruanda, Uganda und Kenia kommen die beiden Weltenbummler den Menschen Afrikas, aber vor allem auch einander unerwartet nah. Peter Haas ist ein Süchtiger. Sein Rauschmittel ist das Reisen. Der Zauber fremder Kulturen mit ihren Geheimnissen und Versprechungen, aber auch die Abgründe des Unmenschlichen locken ihn ein jedes Mal aufs Neue hinaus in die Welt. Als Papa mit Kind an der Hand und dem Überlebensnotwendigen auf dem Rücken durch afrikanische Erlebniswelten – seine ganz persönliche Liebeserklärung an das Reisen. Nicht zuletzt soll dieses Buch reiselustige Eltern dazu ermutigen, die gesicherten Ferienanlagen mit organisierter Kinderbetreuung einmal zu verlassen und gemeinsam mit ihren Kindern in unbekannte Gebiete vorzustoßen.

Rezension:
Als sein Sohn 9 ist, kommt Peter Haas erstmals der Gedanke, mit ihm nach Afrika zu reisen – und zwar nicht auf eine gut durchorganisierte Safari, wie sie jedes bessere Reisebüro anbietet. Nein, er will Afrika zusammen mit seinem Sohn als Rucksacktourist erkunden. Obwohl ihm alle Bekannten und Verwanden davon abraten – schließlich wäre das viel zu gefährlich und speziell für das Kind auch zu anstrengend –, setzt er seinen Plan in die Tat um. Zusammen erleben die beiden ein Afrika, wie es Pauschaltouristen wohl nie kennenlernen werden.
In diesem Buch schildert der Autor die Abenteuer von 3 Reisen, die er zusammen mit seinem Sohn unternahm, während letzterer zwischen 9 und 13 Jahren alt war. Dabei werden die Reisen – im Gegensatz zu manch anderem Reisebericht – nicht Tag für Tag abgehandelt, sondern es werden einzelne eindrucksvolle Unternehmungen gezielt herausgegriffen. Während das einerseits natürlich den Fokus auf die wirklich interessanten Begebenheiten konzentriert, würden andererseits an manchen Stellen kurze Überleitungen, wie die beiden Reisenden von einem Ort zum nächsten gelangten, die Reise für den Leser nachvollziehbarer machen. Neben den mehr oder weniger abenteuerlichen Erlebnissen rückt der Autor auch immer wieder die sich auf diesen Reisen vertiefende Vater-Sohn-Beziehung in den Mittelpunkt.

Fazit:
Für Leser, die Reiseberichte im traditionellen Stil statt Anleitungen zum Hinterherreisen mögen, ist dieses Buch einen Blick wert.

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Su-Do-Q – Das Leuchtturmrätsel

Markus Westermann
Su-Do-Q – Die Rätselknacker -: #2 Das Leuchtturmrätsel

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Das rätselhafte Tagebuch

Klappentext:
Susan Smith, Dominic Cole und Quentin Keynes sind Su-Do-Q – Die Rätselknacker!
Gemeinsam haben sich die drei Freunde aus dem verschlafenen Küstenstädtchen Horseshoe Harbor nordöstlich von New York dem Lösen der härtesten gedanklichen Nüsse verschrieben, die ihnen der Alltag bietet.
Ein solches Rätsel entdecken sie in den mysteriösen Lichtzeichen, die ein alter, stillgelegter Leuchtturm an der schroffen Atlantikküste absendet.
Was hat es mit dem geisterhaften Leuchten auf sich, das nur in den dunkelsten Nächten erscheint, und welche Geheimnisse verbergen sich in dem Tagebuch des ehemaligen Leuchtturmwärters?
Su, Do und Q müssen sich gewaltig anstrengen, um längst vergangene, dunkle Machenschaften aufzudecken.
Doch von der zerschundenen Steilküste rund um den Leuchtturm droht eine verborgene Gefahr.

Rezension:
Als Dominic beim Joggen von einem Unwetter überrascht wird, macht er eine merkwürdige Beobachtung. Der eigentlich längst stillgelegte Leuchtturm sendet eigenartig unrythmische Lichtsignale aus. Natürlich erzählt er seinen Freunden schnellstmöglich davon, doch Quentin schockiert ihn mit der Mitteilung, dass sogar die Zeitung schon von ähnlichen Vorkommnissen berichtete. Spätestens als sich der Erbe des verstorbenen letzten Leuchtturmwärters mit der Bitte an die Freunde wendet, unerklärbare Einträge im Tagebuch seines Vaters zu entschlüsseln, ist dem Mysterium die Aufmerksamkeit der Rätselknacker sicher.
Autor Markus Westermann behält den beim 1. Band der Reihe eingeführten Erzählstil bei. Während die Beteiligten dort jedoch noch relativ ausführlich eingeführt werden mussten, wird diese Vorstellungsrunde hier recht kurz abgehandelt. Für Neuleser empfiehlt es sich deshalb, vor dem vorliegenden 2. Band den Vorgänger „Das Blütenrätsel“ zu lesen.
Die ‚Codierung‘ des Rätsels fällt auch in diesem Fall wieder relativ umständlich aus, bleibt für den Leser dabei jedoch interessant. Technisch/naturwissenschaftlich haben sich dabei allerdings einige unlogische Elemente eingeschlichen. Um den Auftreffpunkt eines Lichtstrahls zu ermitteln – um nur ein Beispiel zu nennen –, ist es natürlich unerheblich, die exakte Helligkeit der Lichtquelle zu kennen. Für die Spannung beim Lesen spielt das natürlich nur eine unbedeutende Rolle – fällt es vielen Lesern doch vielleicht gar nicht auf.

Fazit:
Die „Su-Do-Q“-Reihe bietet ein Jugend-Detektiv-Abenteuer im Stil der 3 Fragezeichen.

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Willkommen im Luhg Holiday

Christine Erdiç
Willkommen im Luhg Holiday

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Das Geheimnis um ‚Lugh‘

Klappentext:
Als Familie Kohlmann wegen eines vorausgesagten Schneesturms ganz spontan im Hotel Luhg Holiday einkehrt, ahnt sie noch nicht, was sie dort erwartet. In dem alten unheimlichen Haus scheint nichts mit rechten Dingen zuzugehen und schon bald finden sich die drei Kinder und ihre Eltern im unglaublichsten Abenteuer ihres Lebens wieder.

Rezension:
Die Kohlmanns wollen über Weihnachten – wie jedes Jahr – eine alleinstehende Tante besuchen. Als sie unterwegs jedoch in einen aufziehenden Schneesturm geraden, entschließen sie sich spontan, in einem einsamen Hotel zu übernachten. Doch dieses hat anscheinend nur sehr selten Gäste – kein Wunder bei dem ‚freundlichen‘ Empfang –, und auf dem neusten Stand ist die Einrichtung schon lange nicht mehr. Auf den Zimmern gibt es jeweils nur eine Schüssel Wasser zum Waschen. Als die Kinder eine nächtliche Erkundungstour unternehmen, stellen sie jedoch fest, dass sie doch nicht so ganz alleine im Hotel sind, wie sie dachten.
In Christine Erdiç’ Kurzgeschichte wird sowohl dem Leser als auch der 11-jährigen Sabrina, aus deren Perspektive die Geschichte in der Ich-Form erzählt wird, schnell klar, dass im Luhg Holiday irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Sabrina und ihr Bruder Jan beobachten auf einem nächtlichen Streifzug Wesen, die definitiv keine Menschen sind. Die Eltern und Sabrinas große Schwester wollen ihnen zunächst nicht glauben, doch schnell müssen sie einsehen, dass die Kleinen nicht lügen. Sind sie alle eventuell sogar in Gefahr? An eine schnelle Abreise ist jedenfalls nicht zu denken, da sie mittlerweile hoffnungslos eingeschneit sind.
Die Autorin erzählt ihre Urban-Fantasy-Story in relativ einfach gehaltener Sprache, was allerdings durchaus dazu passt, dass ein 11-jähriges Mädchen als Erzählerin auftritt. Trotzdem kann das unterhaltsame Weihnachtsabenteuer durchaus auch älteren Lesern gefallen, ist doch vieles überraschend anders, als es zunächst scheint.

Fazit:
„Willkommen im Luhg Holiday“ ist ein weihnachtliches Fantasy-Abenteuer für die ganze Familie.

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