Reisende zwischen den Welten – 1 – Das Portal

Henry Brodersen
Reisende zwischen den Welten – 1 – Das Portal

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Königliche Geheimnisse

Klappentext:
Der Student Finn fällt eines Nachts aus allen Wolken, als plötzlich die geheimnisvolle Decora, eine Lunata, in sein Leben eindringt und von einem schrecklichen Wesen verfolgt wird. Auf ihrer Flucht geraten Finn und Decora bald schon an einen ihnen unbekannten Ort. Der junge Mann und die junge Frau aus verschiedenen Welten schmieden einen verzweifelten Plan: Um die Rätsel in Decoras Heimat zu lösen und Finn einen Weg zurück zur Erde zu ermöglichen, müssen sie es schaffen, ein Portal aufzurufen. Doch wie fängt man so etwas an, in einer fremden Welt, voll von seltsamer Magie und merkwürdigen Bewohnern? Glücklicherweise treffen die beiden auf den Bacariten Raukelunk und erhalten dort Informationen, die ihnen vielleicht weiterhelfen können.

Rezension:
Als der Student Finn Ritter gerade im Bad ist, dringt aus seinem Wohnzimmer ein heller Lichtschein zu ihm. Dort hat sich ein Portal geöffnet, aus dem ihm eine junge Frau vor die Füße fällt. Viel schlimmer ist jedoch ihr Verfolger, eine Art Pferd in Menschengestalt. Finn und die Fremde, die sich ihm als Decora vorstellt, müssen durch das Portal fliehen und landen in einer fremden Welt. Haben sie den Verfolger abgeschüttelt? Und wie soll Finn wieder zurück kommen? Decora erklärt ihm nämlich, dass das benutzte Portal in dieser Richtung eine Einbahnstraße war.
Nachdem Henry Brodersen seine Leser gleich zu Beginn des Buches gemeinsam mit dem Protagonisten in eine fremde Welt entführt, geht es ans Kennenlernen derselben. Zum Glück ist die aus wieder einer anderen Welt stammende Decora dabei, die den Protagonisten und mit diesem den Leser zumindest grundlegend mit den rätselhaften Vorgängen vertraut machen kann. Dass es sich bei der Reihe „Reisende zwischen den Welten“ um eine Urban Fantasy handelt, ist damit natürlich schon klar. Auch wenn die Grundidee sicher nicht ganz neu ist, verspricht sie doch Potenzial. Nach dem rasanten Auftakt verliert sich die Handlung jedoch zunächst in ausführlichen Erklärungen Decoras und einer detailliert beschriebenen, aber relativ ereignisarmen Reise der beiden Schicksalsgefährten. Leser und Held lernen so zwar das fremde Land kennen, doch passiert nicht wirklich etwas. Erst etwa zur Mitte des Buches nimmt das Geschehen Fahrt auf und wird damit wieder interessant. Ab hier entwickel sich die Handlung interessant weiter, um dann in einem Cliffhanger zu enden.
Der Autor erzählt das Abenteuer seines Protagonisten aus der Sicht eines auktorialen Beobachters. Dabei beweist er, dass er mit seinem Stil durchaus fesseln kann. Bei den bereits erwähnten Längen im vorderen Teil des Buches wäre eine deutliche Straffung allerdings wünschenswert. Nach der deutlich stärkeren 2. Hälfte ist man als Leser aber gespannt, zu erfahren, wie es mit den mittlerweile 4 Reisegefährten weitergeht.

Fazit:
Trotz einiger Längen im vorderen Teil des Buches kann dieses zum Ende hin überzeugen und das Interesse an der Fortsetzung wecken.

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Die Totenbändiger – 2 – Die Akademie

Nadine Erdmann
Die Totenbändiger – 2 – Die Akademie

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Die Idee von Newfield

Klappentext:
Seit 17 Jahren lebt Jaz in der Akademie der Totenbändiger und hat sich widerwillig mit Mentalität und Erziehungsmethoden, die dort herrschen, arrangiert. Die neusten Pläne ihres Schulleiters treiben sie allerdings endgültig in die Flucht. Doch das Leben auf den Straßen Londons ist alles andere als ungefährlich …

Rezension:
Anders als die Adoptivkinder der Hunts wuchs die junge Totenbändigerin Jaz(lin) in der ‚Akademie‘ auf. Dass sie sich dort jemals zuhause gefühlt hätte, wäre eine Lüge. Als sie allerdings auf ein ‚Dorf‘ der Totenbändiger verlegt werden soll, hat sie genug. Sie verlässt die Akademie. Doch was soll eine obdachlose junge Totenbändigerin machen, um zu überleben und obendrein noch den Schulabschluss nachzuholen?
In Band 1 „Unheilige Zeiten“ führte Nadine Erdmann ihre Leser in die Welt ihrer neuen Fantasy-Reihe um ein Großbritannien voller Geister und Totenbändiger ein. Wir lernten die Probleme letzterer, die vom Großteil der normalen Menschen gemieden werden, obwohl nur sie Geister wirksam bekämpfen können, kennen. In diesem 2. Band lernt der Leser allerdings auch die andere Seite der Medaille kennen. Nicht alle Totenbändiger haben nämlich den Wunsch, als gleichberechtigte Mitbürger Seite an Seite mit der Normalbevölkerung zu leben. Hier lernen wir Angehörige dieses speziell befähigten Menschenschlags kennen, die ihren Mitmenschen allen Grund geben, Vorurteile zu hegen. Damit erlangt diese Reihe eine ganz neue Dynamik. Das nach dem Auftaktband so offensichtlich erscheinende Schema von Richtig und Falsch wirkt plötzlich nicht mehr so eindeutig. Diese Welt gewinnt damit an Tiefe. Die beim 1. Band erwähnten Parallelen zur „Lockwood und Co.“-Reihe sind jetzt nicht mehr wahrnehmbar.
Die Autorin wechselt auch diesmal wieder zwischen den Perspektiven unterschiedlicher Akteure hin und her. Hauptprotagonistin dieses Bandes ist allerdings eindeutig der neu eingeführte Charakter Jaz. Damit verbunden überwiegt in Band 2 auch der Jugendbuchcharakter der Handlung, während der Krimi-Plot momentan auf Eis liegt. Derzeit liegt die Vermutung nahe, dass im weiteren Verlauf auch die Meinungsverschiedenheiten unter den Totenbändigern verstärkt in den Fokus der Reihe rücken könnten.

Fazit:
Mir Band 2 läuft sich die Fantasy-Reihe frei und wirkt jetzt deutlich runder und mehrschichtiger.

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Sasha Urban Serie – 1 – Das Mädchen, das sieht

Dima Zales
Sasha Urban Serie – 1 – Das Mädchen, das sieht

Übersetzung: Grit Schellenberg

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Lauter Cogniti

Klappentext:
Ich bin eine Illusionistin, keine Hellseherin.
Im Fernsehen aufzutreten, soll meine Karriere vorantreiben, aber die Dinge laufen schief.
Schief, wie Vampire und Zombies, die irgendwie fehl am Platz sind.
Mein Name ist Sasha Urban, und so habe ich erfahren, was ich bin.

Rezension:
Hauptberuflich arbeitet Sasha bei einem Fond, doch abends wird sie zur Bühnenillusionistin. Sie träumt von einer großen Karriere. Als sie einen Fernsehauftritt bekommt, scheint dieser Traum in greifbare Nähe zu rücken. Gerade bei diesem Auftritt geht jedoch alles schief. Zuerst wird sie vor laufenden Kameras bewusstlos – und dann scheint sie auch noch echte Vorahnungen zu bekommen. Lebende Leichen scheinen ihr nach dem Leben zu trachten, und selbst gute Bekannte wissen anscheinend mehr als sie.
Was macht eine ‚Hellseherin‘, die plötzlich den Eindruck gewinnt, wirklich hellsehen zu können? Zumal sie selbst nicht an echte Magie glaubt. Mit dieser interessanten Frage startet Dima Zales in dieses Buch, das den Beginn einer ganzen Reihe um die Protagonistin Sasha Urban darstellt. (In der deutschen Übersetzung liegen bisher 5, im englischen Original 6 Bände vor.)
Die Grundidee, eine ‚Zweiflerin‘ als Ich-Erzählerin in den Mittelpunkt der Handlung zu stellen, fand ich interessant. Dass das Kommende auch für den Leser zunächst schwer nachzuvollziehen ist, dürfte natürlich Absicht sein. Aber das ändert sich im Lauf der Handlung. Alles wird sowohl für die Protagonistin als auch für den Leser nachvollziehbar, ohne das Logiklücken zurückbleiben. Gerade letzteres finde ich speziell im Genre der Urban Fantasy sehr wichtig. Da dieser ‚Erkenntnisprozess‘ am Ende dieses Bandes allerdings abgeschlossen zu sein scheint, stellt sich mir allerdings die Frage, in welcher Richtung sich die Reihe in den folgenden Bänden entwickeln könnte.
Den Stil des Autors und besonders das Stilmittel, seine Protagonistin an allem zweifeln zu lassen, finde ich überzeugend. Wenn es ihm gelingt, dies in den folgenden Bänden aufrechtzuerhalten (siehe meine Anmerkung dazu weiter oben), könnte sich die „Sasha Urban Serie“ zu einer interessanten ‚etwas anderen‘ Urban-Fantasy-Reihe entwickeln.

Fazit:
Eine außergewöhnliche Urban Fantasy, die trotz weiblicher Heldin (zumindest bisher) ohne Lovestory auskommt.

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Forbidden Artefacts – 1 – Das Grimoire

Frauke Besteman
Forbidden Artefacts – 1 – Das Grimoire

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Das geheime Ich

 

Klappentext:
Als Daria sich nicht damit abfinden kann, dass ihr ehemals bester Freund Noah Selbstmord begangen haben soll, beschließt sie selbst nachzuforschen. Daraufhin findet sie ein ominöses, uraltes Buch in Noahs Geheimversteck und gerät unweigerlich zwischen die Fronten eines bereits ewig andauernden Krieges dreier Fraktionen, von der eine ein Geheimbund ist, dem ihre eigene Familie seit Generationen angehört. Doch das Grimoire ist nicht das, was es auf den ersten Blick zu sein scheint und offenbart Daria Wahrheiten, die ihre Welt vollkommen auf den Kopf stellen. Und die alles bedrohende Dunkelheit, die ihre Familie seit Generationen als sogenannte Krieger des Lichts bekämpft, zeigt sich ihr ganz unverhofft in Form von zwei lapislazuli-farbenen Augen.

Rezension:
Darias Familie gehört einem Geheimbund an. Das weiß sie schon lange. Trotzdem hat sie sich dagegen entschieden, in die Fußstapfen ihrer Eltern zu treten und sich als Kämpferin ausbilden zu lassen. Stattdessen studiert sie, auch wenn ihre universitäre Ausbildung doch nicht ganz dem normalen Studiengang entspricht, denn ihr Dozent gibt ihr heimlich einen Spezialunterricht. Als Darias bester Freund allerdings Selbstmord begeht, ist sie sich aufgrund der Umstände sicher, dass es einen Zusammenhang mit dem Geheimwissen gibt, von dem er als Normalo eigentlich gar nichts wissen dürfte. Und außerdem hätte er niemals Selbstmord begangen! Daria gerät in ein Abenteuer, dass ihr offenbart, dass die Geheimnisse, von denen sie von Kindheit an wusste, nur die Spitze eines Eisbergs sind.
Frauke Besteman geht in ihrer neuen Urban-Fantasy-Reihe den recht seltenen Weg, eine Protagonistin zu verwenden, für die die Existenz der besonderen ‚Welt‘ nichts überraschend Neues ist. Dass sie längst nicht so umfassend eingeweiht ist, wie sie dachte, offenbart sich ihr erst im Verlauf der Handlung. Die Geschichte führt den Leser in die Welt der Mythen und Geheimbünde. Wie sich im Laufe der Handlung herausstellt, enthalten die Mythen weit mehr Wahrheit als selbst die Protagonistin trotz ihres Vorwissens für möglich hällt. Und doch ist alles ganz anders, als die Menschen denken. Daran, worin die Geheimnisse der Familie und des Geheimbundes eigentlich bestehen, wird der Leser relativ lange im Unklaren gelassen. Anders ist (zumindest in diesem Band 1) auch, dass bei einer Heldin dieser Altersgruppe keine Lovestory im Hintergrund läuft.
Die Autorin überlässt ihrer Protagonistin das Wort, ihre Abenteuer selbst zu erzählen. Der Stil ist angenehm lesbar, auch wenn man bedingt durch die Erzählstruktur einige Zeit benötigt, in die eigentliche Handlung hineinzufinden. Spätestens am Ende des Bandes wird allerdings klar, worum es geht und in welche Richtung sich das zukünftige Geschehen in etwa entwickeln könnte.

Fazit:
Ein interessanter Reihenauftakt, der seine Leser in die Welt der Geheimbünde und übersinnlicher Mythen führt.

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Pfad des Schicksals – 3 – Tränen der Vergangenheit III

Brienne Brahm
Pfad des Schicksals – 3 – Tränen der Vergangenheit III

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Waldland-Probleme – Seeland-Probleme

Klappentext:
Irays Erkenntnisse über die schmerzliche Vergangenheit seines Volkes erschüttern ihn zutiefst. Muss er seine Heimat mit anderen Augen sehen?
Die Gastfreundschaft der Seenländer ist legendär und doch wird die Reise von Vorkommnissen überschattet, welche alle schaudern lassen. Eine unheilvolle Plage schwappt an die Ufer der Seelande und bringt dunkle, längst vergessene Erinnerungen hervor.
Rahavarys Grausamkeit kennt keine Grenzen mehr. Tzara wird gezwungen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen, und kämpft darum, ein junges Leben aus den unbarmherzigen Krallen des Todes zu zerren. Wird das Opfer der Liebe seinen Preis wert sein?

Rezension:
Iray und Saphina sind weiterhin auf ihrer Reise in Richtung Seelande. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten verläuft die Schiffsreise jetzt eher ruhig. Doch eines Nachts hat Iray einen Traum. Er sieht Geschehnisse in seiner Heimat, die aber wahrscheinlich längere Zeit zurückliegen. Allerdings gibt es dort auch in der aktuellen Zeit Schwierigkeiten, von denen Iray nichts ahnt.
Auch im 3. Band ihrer Fantasy-Reihe verfolgt Brienne Brahm weiter die Reise ihres Protagonisten Iray. In diesem Haupthandlungsstrang geht es diesmal allerdings eher ruhig zu. Für Aufregung sorgen dagegen die Geschehnisse in Irasy Heimat, den Waldlanden. Während sich an diesen beiden Schauplätzen keine größeren Auflösungen der offenen Fragen ergeben, tun sich in den Seelanden, die der Leser jetzt neu kennenlernt, schon wieder einige neue auf. Die Zusammenhänge bleiben für den Leser weiterhin unklar.
Etwas unübersichtlich ist die Benennung der Bände dieser Reihe. Hießen die Bände 1 und 2 „Wille des Orakels I“ und „Wille des Orakels II“, was wahrscheinlich darin begründet ist, dass diese auch zusammen als Taschenbuch unter dem Titel „Wille des Orakels“ erschienen sind, ist dieser 3. Band mir „Tränen der Vergangenheit III“ betitelt. Da ich davon ausgehe, dass es sich wieder um 2 Folgen handelt, die zusammen ein Taschenbuch bilden, wäre für den Band 3 der „Pfad des Schicksals“-Reihe wohl eher der Titel „Tränen der Vergangenheit I“ logisch passend.
Zu Stil und grundlegendem Handlungsaufbau gilt das in den beiden bisherigen Bänden gesagte natürlich weiterhin. Ein Neueinstieg zu diesem Handlungszeitpunkt wäre ohnehin definitiv nicht zu empfehlen.

Fazit:
Die Handlung wird immer komplexer, eine Entwirrung ist noch nicht in Sicht.

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Götterverse – 1 – Arthemos‘ Klagelied

Christina Krüger
Götterverse – 1 – Arthemos‘ Klagelied

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Eier-Sorgen

Klappentext:
Die Zwillinge Siran und Avina haben sich die Studienreise mit ihrem Lehrmeister, dem Heiler Haron Salbwis, deutlich harmloser vorgestellt. Doch durch einen ungeschickten Dieb, den spitzohrigen Akhari-Prinzen Darian, werden sie mitten in eine königliche Verschwörung verstrickt. Darian ist auf der Flucht vor seinem Onkel, der ihm den Mord an seinem Vater angehängt hat. Der Prinz ist nun auf die Hilfe der Menschen angewiesen, die er von seiner Unschuld überzeugen kann. Werden sie es aus diesem Strudel unglücklicher Zufälle und unverhoffter Begegnungen herausschaffen? Begleite die jungen Helden durch eine raue Fantasy-Welt voller Gefahren und mystischer Kreaturen.

Rezension:
Nachdem sein Vater ermordet wurde, wird Prinz Darian des Vatermordes verdächtigt. Er muss vor seinem Onkel, der es selbst auf den Thron abgesehen hat, fliehen. Schwerverletzt wird er von den Zwillingen Avina und Siran, die sich zusammen mit ihrem Lehrmeister auf einer Studienreise befinden, gefunden. Sie glauben an seine Unschuld und beschließen, ihn mitzunehmen. Die Reise wird abenteuerlich, woran Sklavenhändler, Drachen und Silberfang-Wölfe nicht unschuldig sind.
Die Fantasy-Welt, in der Christina Krüger ihre mit diesem Band startende „Götterverse“-Reihe ansiedelt, wirkt einerseits typisch für derartige Fantasy-Stoffe, unterscheidet sich andererseits aber doch deutlich vom Gewohnten. Diese Welt einer Zeitepoche zuzuordnen, fällt schwer. Obwohl sie nicht neuzeitlich wirkt, fehlen auch die in der Fantasy sonst verbreiteten mittelalterlichen Elemente größtenteils. Während die 16-jährigen Zwillinge menschlich sind, ist der Prinz ein Akhari, was in vielem an die im Genre beliebten Elfen erinnert. Intrigen am akharinischen Königshof treffen auf die Probleme ‚normaler‘ Leute.
Interessanterweise ist es beim gemischten Zwillingspaar das Mädchen, dem die Autorin die abenteuerlustige Rolle zukommen lässt. Ansonsten wirken die 3 Protagonisten bisher etwa gleichwertig und -wichtig. Obwohl sich die Handlung stellenweise natürlich einem der Reisegefährten zuwendet, kann man vom Handlungsaufbau her kaum von einem Point-of-View-Wechsel sprechen. Ohnehin erzählt die Autorin ihre Geschichte komplett aus einer Beobachterperspektive.
Nachdem das interessante Fantasy-Abenteuer über den Großteil der Geschichte fast lückenfrei erzählt wurde, wirkt das Ende des Bandes beinahe etwas gehetzt. Man könnt hier den Eindruck gewinnen, dass die Autorin schnell zum Cliffhanger kommen wollte, der auf den nächsten Band vorbereitet. Auf diesen darf der Leser allerdings durchaus gespannt sein.

Fazit:
Ein Fantasy-Abenteuer um 3 junge, charakterlich deutlich unterschiedliche Charaktere, die auf menschliche und tierische Gefahren treffen.

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Die Glas-Trilogie – 1.5 – Lügen haben spitze Zähne

Heiko Hentschel
Die Glas-Trilogie – 1.5 – Lügen haben spitze Zähne

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Der bebende Wagen

Klappentext:
Ravenbrück, 22. Dezember 1811: Schon seit Tagen arbeitet Moritz an einem Weihnachtsgeschenk für seine 6-jährige Schwester Konstanze, dankbar für die Ablenkung von den albtraumhaften Erlebnissen auf dem schwarzen Schiff der Komtesse. Konstanze erfindet haarsträubende Geschichten, um Moritz von seinem Arbeitsplatz wegzulocken und einen Blick hinter den Vorhang werfen zu können. Das ruft allerdings ein Monster der ganz anderen Art auf den Plan, das schon bald sein Unwesen im Dampfwagen treibt …

Rezension:
Nach den abenteuerlichen Erlebnissen auf dem Schwarzen Schiff lebt Moritz zusammen mit seiner kleinen Schwester und Helene im Dampfwagen. Eigentlich will er für Konstanze ein Weihnachtsgeschenk basteln, doch plötzlich geht alles drunter und drüber. Rückt ihnen etwa schon wieder ein Monster auf die Pelle?
Nach dem Reihenauftakt „Das hungrige Glas“ schiebt Heiko Hentschel diese Kurzgeschichte als vorweihnachtlichen Pausenfüller für die Wartezeit bis zu Band 2 der Reihe ein. Nachdem sie in Band 1 eher eine Randfigur – wenn auch Moritzʼ Motivation – war, nimmt die kleine Konstanze in dieser Geschichte eine etwas aktivere Rolle ein. Nach den Gefahren des regulären Bandes hat das Monster dieser Kurzgeschichte einen etwas augenzwinkernden Charakter.
Am Stil des Autors ändert das natürlich wenig. Allerdings eignet sich diese Shortstory auch für jüngere Leser, denen die Abenteuer in Band 1 vielleicht noch etwas zu gruselig wären.

Fazit:
Die kleine Schwester des Protagonisten ist nicht das Monster – aber schuld an diesem.

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Nighthunter – 5 – Das Geheimnis von Bright Hope

Anton Serkalow
Nighthunter – 5 – Das Geheimnis von Bright Hope

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Das Ritual

Klappentext:
Auf seiner Jagd nach einer entflohenen Hexe kommt der Pinkerton-Agent Horace Whittmore mitten in den verschneiten Gegenden von Montana in die kleine Siedlung Bright Hope.
Und hier stößt er auf die Legende des Banditen Mel »Sixshot« Booker, der in Bright Hope für seine Verbrechen vor Jahren hingerichtet wurde.
Doch scheint Booker nicht tot zu sein und der Agent wird in dem kleinen Örtchen mit Ereignissen konfrontiert, die seinen Verstand an die Grenzen bringen.
Um dem Grauen dieses Ortes zu entkommen, ist er ausgerechnet auf die Hilfe seines Erzfeindes, dem Vampir Louis Royaume und dessen indianischen Gefährten Geistwolf angewiesen.

Rezension:
Ausnahmsweise ist der Pinkerton Whittmore nicht den Nighthuntern auf den Fersen, sondern verfolgt eine Frau quer durch den Wilden Westen. Wie kann es sein, dass eine Frau anscheinend weniger Probleme in der winterlichen Wildnis hat als er? Doch diese Frage muss er sich für später aufsparen, denn mittlerweile hat er andere Sorgen. Er kämpft ums blanke Überleben. Mit letzter Kraft erreicht er das Wild-West-Kaff Bright Hope, wo der Entkräftete freundlich aufgenommen wird. Kaum hat er sich etwas erholt, muss Whittmore allerdings feststellen, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint. Das geht so weit, dass er schließlich froh ist, seine Erzfeinde Royaume und Geistwolf wiederzusehen.
Nachdem Anton Serkalow in Band 4 („Die Posaunen von Jericho“) einen Abstecher in die Vergangenheit seiner Protagonisten unternahm, bewegen wir uns in diesem Band wieder in der Zeit der Haupthandlung. Genau genommen nimmt der Verfolger der beiden Titelhelden diesmal die vorübergehende Rolle des Protagonisten ein, denn es ist Horace Whittmores Geschichte, um die es in diesem Band geht. Trotz aller Vorbehalte bleibt ihm kaum etwas anderes übrig, als die Existenz des Übernatürlichen langsam doch in Betracht zu ziehen. Ob sich mit dem erneuten Aufeinandertreffen der Reihen-Protagonisten mit ihrem bisherigen Antagonisten eine längerfristige Annäherung beider Parteien anbahnt, bleibt natürlich abzuwarten. Immerhin wird die Liste der übersinnlichen Gefahren immer umfangreicher, denn auch in diesem Band tritt den Menschen des Westens wieder eine neue Bedrohung entgegen.
Mit der zunehmenden Komplexität wird die Geschichte immer besser. Ein Grund könnte darin liegen, dass sich der Autor selbst immer besser in seine Welt des von übernatürlichen Wesen bedrohten Wilden Wesens ‚einlebt‘.

Fazit:
Der außergewöhnliche Genre-Mix aus Fantasy, Horror und Western, wie immer garniert mit etwas Humor, kann auch im 5. Band wieder überzeugen.

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Hexentöchter

Mona Vara
Hexentöchter

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#Hexentöchter #NetGalleyDE

Verhexter Sex

Klappentext:
London um 1850: Charlotta, Tochter einer Hexe, ist auf der Suche nach ihrem Bruder, der zum Vampir wurde, nach London gereist. Sie hofft, ihn dort zu finden und ihm einen Weg aus der Dunkelheit weisen zu können. Während ihres Aufenthaltes lebt sie bei ihrer Tante Hagazussa, Inhaberin des Bordells „Chez Haga“, in dem die übersinnlichen Wesen der Stadt ein und aus gehen.
In den dunklen Gassen Londons begegnet Charlotta der ebenso mächtige wie geheimnisvolle Lord Cyrill Veilbrook, vor dem selbst die Vampire ehrfürchtig zittern. Veilbrook ist fasziniert von Charlotta, die er für eine Succuba hält, und bietet ihrer Tante viel Geld, wenn Charlotta ihm exklusiv zur Verfügung steht. Denn laut einer Legende soll die erste Liebesnacht mit einer Succuba die ultimative Lust erzeugen. Charlotta ist empört, doch als ihr Bruder in Gefahr gerät, hilft Veilbrook ihnen nur unter der Bedingung, dass Charlotta seine Mätresse wird.
Allerdings gibt es noch mehr Wesen, die an Charlotta interessiert sind: Dunkle Kreaturen wollen sich in London etablieren sowie die Herrschaft an sich reißen, und Charlotta ist der Schlüssel zur Macht. Der einzige, der ihnen Einhalt gebieten kann, ist Veilbrook. Doch dieser ist vollauf mit der Verführung seiner störrischen Hexe beschäftigt …

Rezension:
Nachdem ihr Bruder sich freiwillig zum Vampir machen ließ, folgt die Hexe Charlotta ihm nach London, wo sie vorübergehend bei ihrer Tante lebt, die ein dämonisches Bordell betreibt. Zufällig lernt sie den mächtigen adligen Vampir Cyrill Veilbrook kennen, der sie unbedingt besitzen will. Nach anfänglichem Sträuben ändert Charlotta jedoch schnell ihre Meinung.
Dass in Mona Varas Fantasy-Roman Erotik eine Rolle spielt, war nach dem Klappentext natürlich zu erwarten. Allerdings hatte ich doch eine Fantasy-Story als tragende Haupthandlung erwartet. Die Idee einer Hexe, die ihren zum Vampir gewordenen Bruder ‚zurückholen‘ will, klingt nämlich durchaus interessant. Leider ist diese Story jedoch nur ein Gerüst, um die beiden Protagonisten von einer Sexszene in die nächste zu treiben. Immer, wenn man beim Lesen denkt, die Fantasy-Geschichte würde jetzt doch langsam interessant, kommt stattdessen eine Wendung, die auf direktem Weg in die nächste Sexszene führt. Dabei geht die Tendenz teilweise schon in Richtung Porno. Hätte ich zuvor dem Namen des Verlages (Plaisir d’Amour Verlag) einen Blick gegönnt, wäre ich vielleicht gewarnt gewesen.
Der Schreibstil der Autorin ist durchaus angenehm zu lesen, weshalb das Buch bei an erotischer Literatur Interessierten eventuell Gefallen finden könnte. Fantasy-Fans kann ich allerdings nur davor abraten. Für sie ist Enttäuschung garantiert.

Fazit:
Eine Wanderung von Sexszene zu Sexszene. Die Fantasy-Handlung ist dabei nur ein bedeutungsloses Gerüst.

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Nähere Infos zum Buch findet ihr hier: https://rezicenter.blog/2019/11/12/eisenach-und-umgebung-ein-stadtfuehrer-aus-dem-jahr-1898/

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Die Bibliothekare – 5 – Das tödliche Wort

Genevieve Cogman
Die Bibliothekare – 5 – Das tödliche Wort

Übersetzung: Dr. Arno Hoven

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#DastödlicheWort #NetGalleyDE

Zwischen Äpfeln und Bomben

Klappentext:
Irene Winters ist Agentin der unsichtbaren Bibliothek, die jenseits von Raum und Zeit als Tor zwischen den Welten existiert. Seit undenklichen Zeiten werden diese Welten von einer erbitterten Feindschaft zwischen Drachen und Elfen erschüttert. Doch nun kommen beide Parteien im Paris des Fin de Siècle zusammen, um unter Führung der Bibliothek einen Friedensvertrag auszuhandeln. Es sieht nach einem Durchbruch aus, bis ein wichtiger Verhandlungsführer der Drachen ermordet wird. Der Täter muss schnellstens gefunden werden! Eine Abordnung – unter ihnen die Agentin Irene Winters – soll den Mörder aufspüren.

Rezension:
Kaum von ihrem Abenteuer bei den intriganten Drachen zurückgekehrt, erwartet Irene eine Überraschung. Unter größter Geheimhaltung wurden Verhandlungen zu einem Friedensvertrag zwischen Drachen und Elfen unter Beteiligung der Unsichtbaren Bibliothek angebahnt. Unter strengster Geheimhaltung, versteht sich, denn Störungen durch Gegner des geplanten Abkommens waren zu befürchten. Tatsächlich wird ein Mitglied der drachischen Delegation ermordet. Um die Verhandlungen zu retten, soll eine Kommission, bestehend aus jeweils 1 Angehörigen der Drachen, der Elfen und der Bibliothek, den Mord aufklären. Und ausgerechnet Irene soll die mitwirkende Bibliothekarin sein.
Die Handlung des 5. Bandes ihrer Fantasy-Reihe „Die Bibliothekare“ lässt Genevieve Cogman direkt an die des 4. („Das dunkle Archiv“) anschließen. Diesmal führt die Haupthandlung die Protagonistin in das Paris einer Welt, deren Entwicklungsstand etwa dem Ende des 19. Jahrhunderts in unserer entspricht. Die Grundidee dieser Parallelwelten, die unserer alle mehr oder weniger ähneln, sich jedoch in unterschiedlichen geschichtlichen Perioden befinden, kann überzeugen. Der Zwang der Anpassung der reisenden Bibliothekare an die jeweiligen Gegebenheiten macht einen erheblichen Anteil am Reiz dieser Geschichten aus.
Auch in diesem Band geht es wieder um die Aufklärung verbrecherischer Aktivitäten, durch die die Unsichtbare Bibliothek Schaden nehmen könnte. Inoffizielle Unterstützung bekommt die Protagonistin diesmal von einem befreundeten Detektiv aus einer dem viktorianischem England ähnelnden Parallelwelt, dem erkennbar Sherlock Holmes als Vorbild diente. So gesehen handelt es sich also wieder um ein Fantasy-Krimi-Abenteuer. Nachdem dieses Buch mit einer kurzen Episode beginnt, in der Irene ein Buch aus einer mittelalterlich/früh-neuzeitlichen Welt ‚besorgen‘ muss, frage ich mich, ob nicht auch ein reiner Fantasy-Abenteuer-Band ohne Krimi-Elemente nach diesem Muster funktionieren würde.
Auch in diesem Band erzählt die Autorin Irenes verwicklungsreiche Erlebnisse wieder aus Beobachter-Perspektive. Insgesamt kann mich dieses Abenteuer sogar noch etwas besser als der Vorgänger überzeugen.

Fazit:
Drachen, Elfen und eine Weltenreise in ein historisches Paris – dieses bibliophile Fantasy-Abenteuer hat seinen ganz eigenen Reiz.

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