Die Saat des weißen Drachen (Gesamtausgabe Die Savanten)

Uwe Eckardt
Die Saat des weißen Drachen (Gesamtausgabe Die Savanten)

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Von Computern zu Drachen

Klappentext:
Hast du dich schon mal gefragt, woher die Märchen und Legenden über Drachen, Trolle und all die anderen sagenhaften Geschöpfe eigentlich kommen?
Was wäre, wenn sie nicht nur der Fantasie der Geschichtenerzähler vergangener Zeiten entsprungen sind?
Was, wenn uns nur ein dünner Schleier von einer magischen Welt voller wundersamer Wesen trennt?
Hättest du den Mut, ihn zu zerreißen?
Um sein Leben zu retten, bleibt Finn keine Wahl. Er muss den Sprung durch den Schleier wagen und stolpert sogleich in ein turbulentes Abenteuer, von dessen Ausgang nicht weniger als die Zukunft einer ganzen Welt abhängt. Und als ob das nicht schon genug wäre, muss er sich auch noch mit den magischen Kräften auseinandersetzen, die überraschend in seinem Inneren erwachen. Ganz zu schweigen von dem weißen Drachen, der für seine Hilfe eine sonderbare Gegenleistung erwartet …

Rezension:
Nachdem Finn zusammengeschlagen wurde, entwickelt er plötzlich ein besonderes Verständnis für Zahlen. Lange kann er sich daran jedoch nicht erfreuen, denn er wird gerade wegen dieser Fähigkeit entführt. Auf einer einsamen Insel trifft er auf andere mit besonderen Begabungen, die im Auftrag eines nicht gerade zimperlichen Milliardärs von skrupellosen Wissenschaftlern erforscht werden sollen. Doch ihnen gelingt die Flucht in eine Paralleldimension, in der Magie real existiert. Hier geraten sie in Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Völkern und Wesen, in denen Drachen eine entscheidende Rolle zu spielen scheinen.
Was als SciFi-Thriller beginnt, wandelt sich nach dem Wechsel in die andere Dimension zu einem spannenden Fantasy-Abenteuer. Dieser Wechsel des Genres erfolgt recht abrupt, was die Geschichte ab dieser Stelle fast wie ein anderes Buch wirken lässt. So kann einem Leser, der dieses Buch nach Lesen des Klappentextes in Erwartung einer Urban-Fantasy-Geschichte liest, der Anfang schon etwas verwirren. Letztere nimmt jedoch den weitaus größten Tel der Handlung ein, womit die Erwartungshaltung dann doch befriedigt wird.
Während die anfängliche Vorstellung des Protagonisten noch etwas holprig wirkt, liest sich das eigentliche Abenteuer dann deutlich flüssiger. Der Autor Uwe Eckardt bringt bekannte Fantasywesen auf eine schlüssige Weise in die dargestellte (Parallel-)Welt ein. Man kann es sogar so ausdrücken, dass diese Welt der eigentliche Ursprung unserer Sagen ist. Dabei gelingt es dem Autor, durchaus, überraschende neue Ideen einzubringen.
Während Uwe Eckardt den Fokus zu Beginn ganz auf Finn konzentriert, wird dem Leser das Geschehen später aus der Sicht wechselnder Protagonisten erzählt. Durch den Trick, die Teilhandlungen aus wechselnder Perspektive zu betrachten, fällt das Geschehen recht komplex aus, führt aber erwartungsgemäß zu einem Finale, in dem sich alle Handlungsstränge wieder vereinen. Leider kommt das Ende dann relativ abrupt daher, und die Handlung der Reihe wird mit einem in der Zukunft angesiedelten Epilog abgeschlossen.

Fazit:
Dieses Fantasy-Abenteuer mit SciFi- und Thriller-Elementen kann mit überzeugenden Plotideen und überraschenden Wendungen punkten.

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Japan

Thomas Lang
Japan

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Als Exot unter Japanern

Klappentext:
Für alle Japan-Fans
Humorvoll und spannend beleuchtet Thomas Lang in Japan die Eigenheiten japanischer Kultur – und zwar nicht aus der Perspektive eines gewöhnlichen Touristen, sondern als Besatzungsmitglied auf einem Frachtschiff, wo er die seltene Chance erhält, ein japanisches Kollektiv über einen längeren Zeitraum begleiten zu dürfen.
Seinen Wirtschaftsthriller „Der Weg des Schwerts“ würzte Thomas Lang mit spannendem Hintergrundwissen über Japan. Seine Recherchen zu dem Japan-Thriller brachten ihn an aberwitzige Orte und in jede Menge verrückter Situationen, die er in Japan dem Leser mit viel Witz und Liebe zur Kultur nahebringt – ganz ohne touristische Klischees.

Rezension:
Als Journalist eines Automagazins gelingt es Thomas Lang nach mehreren erfolglosen Anfragen, einen japanischen Auto-Konzern zu überzeugen, ihn ein PKW-Transportschiff auf seiner ganzen Fahrt von Japan nach Europa begleiten zu lassen. Dabei erfährt er, dass die japanische Bürokratie der deutschen durchaus auf Augenhöhe begegnen kann. Die Mitfahrt eines ‚Gastes‘ auf einem japanischen Frachter ist beispielsweise gesetzlich unmöglich. Somit ist der einzige Weg, dem Journalisten seinen Wunsch zu erfüllen, ihn vorübergehend als Besatzungsmitglied aufzunehmen. Also heuert Thomas Lang offiziell als Supervisor des Autobauers auf dem Schiff an. Durch den Mantel der fernöstlichen Höflichkeit gibt ihm der Kapitän zu versehen, dass er ihn als Fremdkörper sieht. Das ändert sich erst nach einigen während der Fahrt gemeinsam ‚vernichteten‘ Alkoholika.
Mittels der Erlebnisse seine mehrwöchigen Schiffspassage vermittelt Thomas Lang seinen Lesern außergewöhnliche Einblicke in die japanische Kultur, die dem Touristen wohl größtenteils verborgen bleiben. In eingestreuten Rückblenden erzählt er auch die nicht ganz einfache Vorgeschichte dieser Reise, während derer ihm die japanischen Ernährungsgewohnheiten wohl am intensivsten im Gedächtnis bleiben. Dieser kurze Reisebericht bietet einen gänzlich ungewohnten Blick auf Japan.

Fazit:
Ein klassischer Reisebericht, der seinen Schwerpunkt auf die Erlebnisse des Autors statt auf eine Anleitung zum Nachmachen legt.

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Die letzte Fuhre

Gisela Maria Stiens
Die letzte Fuhre

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Der Fehler des Mörders

Klappentext:
Allein in tintenschwarzer Nacht
Regelmäßig fährt Hermann Waldbrunn in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts mit seinem Pferdegespann in die Stadt, um Kartoffeln zu seinen Kunden zu bringen. Waldbrunn führt auf der Heimfahrt immer eine gut gefüllte Geldtasche mit sich und treibt seine Pferde zu Eile an. Doch ausgerechnet die letzte Fuhre in einer kalten Herbstnacht wird ihm zum Verhängnis, und seine Pferde traben allein durch die Dunkelheit.

Rezension:
Alle Kartoffeln sind verkauft, das Portemonnaies des Kartoffelhändlers gut gefüllt, doch er wird nie zu Hause ankommen. Aber wer ist sein Mörder? Die Polizei hat keine Spur.
Gisela Maria Stiensʼ Kurzkrimi aus der booksnacks-Reihe kann trotz seiner Kürze weitgehend überzeugen. Auch wenn der Leser mangels Hinweisen keine Chance hat, den Täter vorherzuahnen, ist die Auflösung dann doch relativ überraschend. Nicht verschweigen sollte man allerdings, dass ein realer Verbrecher schon ausgesprochen dämlich sein müsste, um sich auf eine vergleichbare Weise zu verraten.

Fazit:
Ein unterhaltsamer Kurzkrimi, wenn auch mit etwas unrealistischer Aufklärung.

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Im Zeichen des Lotus – 11 – Familienbande

Valerie Loe
Im Zeichen des Lotus – 11 – Familienbande

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Kampf mit allen Mitteln

Klappentext:
Jede Nacht, ungesehen, unbemerkt von den Menschen, wird ein Krieg gefochten. Seit mehr als tausend Jahren treffen sich in den Schatten zwei Mächte, Chaos und Ruhe, Feuer und Eis, die ihre Schlachten schlagen bis zum Ende aller Zeit.
Drei Jahrhunderte lang wünschte sich Titus seine Schwester an seine Seite, doch als er sie wieder sieht, ist er am Ende seiner Kräfte und scheint den Verstand zu verlieren, denn sie ist tot.
Dennoch, er muss nach vorne gehen und gleichzeitig in die Vergangenheit blicken.
Welchen Plan verfolgt Cort, als er Penelope in Nizza alleine lässt? Was wird sie tun, nach Tagen mit dem Nim zusammen, wird sie fliehen oder dem Drang nachgeben, der sie seit Rom fest im Griff hat?

Rezension:
Während die Nim weiter versuchen, Penelope auf ihre Seite zu ziehen und damit zunehmend Erfolg zu haben scheinen, ist ihnen dies bei Sean anscheinend bereits gelungen. Doch die Silver beginnen langsam, sich nach der Niederlage wieder aufzurappeln. Auch Titus, ihr Anführer und König aller Solani, scheint während seiner Selbstfindungsreise wieder zu seinem kämpferischen Ich zurückzufinden. Doch was steckt hinter seinen Visionen?
In diesem Band der „Im Zeichen des Lotus“-Reihe wird deutlich, dass die Geschichte auf einen (vorläufigen) Höhepunkt hinausläuft. Ein großer Knall bereits im kommenden Band ist mehr als wahrscheinlich. Die Leser wird es nicht stören, enthält ihnen Autorin Valerie Loe doch schon seit geraumer Zeit die wirklich großen Antworten vor, die es dann wohl endlich (zumindest teilweise) geben wird. Einerseits trägt dies natürlich zur Aufrechterhaltung der Spannung bei, andererseits wünscht man sich natürlich auch hin und wieder ein paar Antworten. So bleibt den Fans wohl – schon wieder – nur, auf den kommenden Band zu warten, was bei dieser interessanten Urban-Fantasy-Reihe sicher lohnt.
Vom Schreibstil und den Grundlagen der Geschichte her hat sich natürlich nichts Grundlegendes geändert, sodass es wohl überflüssig ist, erneut darauf einzugehen. Für Reihen-Neulinge sind entsprechende Informationen in den Rezensionen der früheren Bände zu finden.

Fazit:
Ein Höhepunkt dieser spannenden Urban-Fantasy-Reihe scheint bevorzustehen.

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Die Unbestimmten – 3 – Die Lichtbringende

Jo Schneider
Die Unbestimmten – 3 – Die Lichtbringende

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Der Aufstand formiert sich

Klappentext:
Für die junge Magierin Zianth ist der Winteralb Aster längst so viel mehr als nur ihr Lehrmeister geworden. Bei ihm findet sie den Trost, den sie braucht, nachdem ihre gemeinsame Reise sie bereits so viel gekostet hat. Doch noch immer verbirgt der dunkle Magier ein Geheimnis vor ihr, durch das sie ihren einzigen Vertrauten zu verlieren droht…

Rezension:
Während Zianth und Aster weiterhin mit einer sehr gemischten Truppe unterwegs sind und dabei zahlreiche unangenehme und bedrohliche Situationen zu überstehen haben, macht sich der Magier Auril im Kaiserreich daran, einen Widerstand gegen seinen Onkel, den Kaiser höchstpersönlich, zu organisieren. Dieser trifft nämlich inzwischen offen Vorbereitungen für einen Krieg, der seinen Einflussbereich weiter vergrößern soll. Auril und seine Freunde hoffen, weitere Verbündete finden zu können.
Im mittlerweile 3. Band ihrer „Die Unbestimmten“-Reihe lässt Jo Schneider die Handlung auf eine Eskalation zulaufen. Dabei streut sie immer wieder Informationen ein, die den Leser zweifeln lassen, wie die wahren Zusammenhänge aussehen könnten. Während es zu Auril und seinem Umfeld jedoch zahlreiche neue Hintergründe zu erfahren gibt, bleibt die Beziehung zwischen Zianth und Aster ein Rätsel, das durch diverse Andeutungen eher vergrößert als verkleinert wird. Damit verdichtet sich die Vermutung, dass genau hierin die eigentlichen Beweggründe für das gesamte Geschehen der Reihe versteckt sein könnten. Trotzdem liegt der Handlungsschwerpunkt diesmal eindeutig auf dem Geschehen im Kaiserreich, wohingegen die Reise der beiden ursprünglichen Hauptprotagonisten eher als eine Nebenhandlung ohne große, das Abenteuer nennenswert voranbringende Fortschritte erscheint.
Am angenehmen, lesefreundlichen Stil der Autorin hat sich natürlich weiterhin nichts geändert. Sowohl die jeweils aktuellen Teilabenteuer als auch die rätselhaften Hintergründe halten den Leser weiter gefangen, auch wenn sich mancher ein etwas schnelleres Voranschreiten des Geschehens wünschen könnte.

Fazit:
Die Geschehnisse spitzen sich zu, die Spannung wächst – da möchte man schnellstmöglich weiterlesen.

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Schattenkrieger – Hüter des Steinernen Tors

Pia Guttenson
Schattenkrieger – Hüter des Steinernen Tors

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Die Suche nach dem Wolf

Klappentext:
Während eines Kampfes auf Leben und Tod, fällt der Formwandler Nikoma durch den Gezeitennebel der schottischen Parallelwelt Fenmar, und landet ausgerechnet im heutigen Schottland, unweit der Insel Skye.
Verletzt und vom Blutdurst halb wahnsinnig, hat er nur ein Ziel: Die Rückkehr in seine Welt. Einzige Hoffnung ist das Steinerne Tor, ein Portal zwischen den beiden Welten und die Hilfe der jungen Schottin Càtroina. Das Steinerne Tor weist ihn jedoch ab, bestimmt ihn stattdessen zu seinem Beschützer.
Denn mit ihm ist ein dunkleres, gefährlicheres Wesen durch den Gezeitennebel in die Welt der Menschen eingedrungen. Ein tödlicher Schatten, der in Gestalt einer betörenden Frau, Verderben und Tod in Edinburghs Gassen trägt. Nikoma setzt alles daran, die Welt der Menschen zu retten, doch seine inneren Dämonen sind stark und lassen seine dunkle, finstere Seite immer mächtiger werden. Càtroina ist die Einzige, die zwischen ihm und den Schatten steht.

Rezension:
Davon, dass das Steinerne Tor seine Welt mit unserer verbindet, weiß Nikoma, Formwandler, Krieger, Prinz seiner Heimat und nahezu unsterblich, schon immer. Besucht hat er unsere, ihm fremde Welt jedoch noch nie. Das ändert sich, als er schwer verletzt in den Gezeitennebel fällt und nahezu geheilt in unserer Welt, genauer gesagt auf der schottischen Insel Skye, erwacht. Dort findet ihn die 25-jährige Schottin Càtroina und nimmt sich seiner an. Die Rückkehr in seine eigene Welt stellt sich als problematisch heraus. Schon bald erfährt Nikoma jedoch, dass auch eine mächtige und skrupellose Gegenspielerin in unserer Welt gestrandet ist. Und die setzt alles daran, ihn endgültig zu vernichten.
Pia Guttenson setzt in ihrem Fantasy-Werk, dass stark in Richtung Romantasy tentiert, vordergründig auf die sich entwickelnde Beziehung zwischen dem vampirischen Formwandler und der der Gothic-Szene angehörigen jungen Schottin. Nikoma könnte manchen Lesern dabei bereits aus der „Das Steinerne Tor“-Trilogie (die ich jedoch nicht kenne) bekannt sein. Wenn man vom romantischen Aspekt absieht, liegt der Schwerpunkt der Handlung auf dem Zurechtfinden Nikomas in unserer Welt und der Suche nach einer Rückkehrmöglichkeit. Seine wahre Identität geheim zu halten, stellt sich dabei natürlich als zunehmend schwierig heraus. So ist es naturgemäß nur eine Frage der Zeit, bis zumindest Cat etwas auffällt.
Die Autorin benutzt einen gut und flüssig lesbaren Stil, der das Geschehen am Leser vorbeigleiten lässt. Schottisches Lokalkolorit tritt dabei immer wieder in den Vordergrund, sodass das Buch auch Freunden des Landes ohne ausgesprochener Fantasy-Affinität gefallen könnte. Auch der eigentliche Fantasy-Plot ist gelungen. Etwas störend sind in meinen Augen lediglich die Textabschnitte – teilweise ganze Kapitel –, die sich auf die erotische Annäherung zwischen den beiden Protagonisten konzentrieren.

Fazit:
Ein (fast) unsterblicher Vampir-Krieger aus einer anderen Welt trifft auf schottischen Grufti, Fantasy trifft auf Romance.

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Gruselmeer

Tinka Beere (Hrsg.)
Gruselmeer

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Gruslige Besucher

Klappentext:
Wenn die Abende dunkel werden und die Nächte kalt, ist die Zeit der Geister und Nachtmahre gekommen. Genau richtig, um sich mit einem guten Buch in finstere Welten entführen zu lassen. Mit unseren schaurig-schönen Geschichten taucht ihr mit uns ins Gruselmeer ein.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Klänge aus der Anderswelt – Anki
Die Brandruine – Myna Kaltschnee
Das Amulett von Whitby – Sabi Lianne
Das Haus in Athens – Florian Waldner
Am Salzmarkt – Katrin Scheiding
Der Ring des Raxoth – Madita Sternberg
Carnivorenexpress – Marija Kraujas
Ein Traum – Katherina Ushachov
Die steinerne Frau – Jill Noll
Wie man es bei Anthologien gewohnt ist, sind auch bei „Gruselmeer“ Geschichten unterschiedlicher Qualität und Herangehensweise ans Thema vereint. Wirklich gruslig im eigentlichen Sinn sind dabei die wenigsten. Die Bandbreite reicht von Jugendlichen, die in eine Brandruine einbrechen („Die Brandruine“), über eine beinahe klassische Geisteraustreibung mit humorvollem Unterton („Das Haus in Athens“) und einen verfluchten Gegenstand („Der Ring des Raxoth“) bis hin zu schon fast weltanschaulichen Themen („Die steinerne Frau“). Leider finden sich in dieser Sammlung auch Beiträge, bei denen sich der Leser mangels Aufklärung am Ende fragt, was der Autor eigentlich im Sinn hatte. Doch auch diesen Kritikpunkt teilt diese Anthologie mit vielen anderen.
Den qualitativen Höhepunkt bildet in meinen Augen eindeutig Florian Waldners „Das Haus in Athens“, in dem augenzwinkernd die Brücke zwischen falschem und echtem Spuk geschlagen wird. Auch „Das Amulett von Whitby“ von Sabi Lianne und „Am Salzmarkt“ von Katrin Scheiding können jedoch in ihrer jeweils eigenen Art überzeugen. Diesen herausgehobenen, gut und fesselnd geschriebenen Kurzgeschichten ist gemein, dass sie ein ‚echtes‘ Ende aufweisen.

Fazit:
Diese Anthologie vereint gruslige Kurzgeschichten, nach denen wohl jeder Leser noch gut schlafen kann.

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Lilly Flunker und der Heroldstab

Kristina Tiemann
Lilly Flunker und der Heroldstab

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Die Wahrheit hinter Klostermauern

Klappentext:
Lillys Welt liegt in Trümmern: ihre Eltern sind tot, die fremden Nonnen garstig und sie ist vollkommen allein. Bis sie eine neue verzauberte Welt entdeckt …
Lilly Flunker muss nach dem Tod ihrer Elter in die abgeschiedene Klosterschule „Auf der Tann“. Das sommersprossige elfjährige Mädchen mit dem feuerroten Haar ist tieftraurig und will eigentlich nur ihre Ruhe haben. Bis sie auf Victor trifft …
Zusammen mit ihrem neuen Freund entdeckt sie ein unglaubliches Geheimnis: Sie selbst ist im Besitz magischer Fähigkeiten und ihre Welt ist nicht die einzige. Es gibt noch viele andere Welten, bevölkert von fantastischen Wesen und Geschöpfen, die in Harmonie miteinander leben.
Doch der Frieden ist in Gefahr. Der böse Druide Severus verfolgt finstere Pläne und versucht mithilfe des Heroldstabs die Herrschaft über alle Völker an sich zu reißen. Fast hat er sein Ziel erreicht und die Zeit drängt. Nur Lilly und ihre Freunde können ihn jetzt noch aufhalten – wenn es nicht bereits zu spät ist …

Rezension:
Seit dem Unfalltod ihrer Eltern lebt Lilly in einem Klosterinternat. Gefallen tut es ihr dort nicht, denn das Leben der Schüler besteht außer dem Unterricht fast nur aus Pflichten. Die Nonnen sind streng, wirkliche Freundschaften konnte Lilly bisher nicht schließen. Das ändert sich erst, als Victor, ebenfalls frisch verwaist, ins Kloster kommt. Mit ihm freundet sie sich schnell an. Doch bald ändert sich noch viel mehr. Lilly muss feststellen, dass sich hinter den Klostermauern auch eine andere Welt verbirgt. Die Äbtissin ist eine der letzten Druidinnen, Elfen, Feen und Zwerge gehen hier ein und aus. Lilly erfährt, dass sie selbst druidischer Abstammung ist und durchaus noch lebende Verwandte hat. Und plötzlich liegt es in ihrer Hand, die traditionelle Welt der Druiden und Feen zu retten.
Eine Urban Fantasy, in der ein 11-jähriges Kind auf ein Internat und in eine magische Welt kommt – wen erinnert das nicht an Harry Potter? Trotz einiger Parallelen ist Kristina Tiemanns Werk jedoch keinesfalls als Harry-Potter-Klon zu verstehen. Lillys und Harrys Abenteuer haben bis auf die genannten Ähnlichkeiten kaum Gemeinsamkeiten vorzuweisen.
Die Autorin rückt im Anfangsteil ihres Buches die psychischen Probleme des Mädchens, dass unlängst ihre Eltern verloren hat, in den Vordergrund. Wirkliche Zuwendung findet es im Kloster nicht. Erst mir Victors Auftauchen, dem es ähnlich erging, findet Lilly einen Seelenverwandten und Freund. Viel Raum wird natürlich auch der magischen Parallelwelt, in die sie bald darauf eintaucht, gewidmet. Im Gegensatz zu vielen anderen Urban-Fantasy-Werken wird hier allerdings nicht von der Protagonistin gefordert, alle Geheimnisse vor ihrem Freund zu verbergen. So kann auch Victor mit ihr in das magische Abenteuer eintauchen. Während jedoch über weite Teile des Buchs Lillys und Victors Abenteuer im Focus der Handlung stehen, ändert sich das leider zum Finale hin. Hier wandert der Focus an den Königshof des Feenreichs, und die beiden Kinder spielen nur noch eine Nebenrolle. Dies finde ich bedauerlich.
Neben dem angenehm lesbaren Stil müssen unbedingt die gelungenen Illustrationen positiv erwähnt werden. Aufgelockert wird die Handlung immer wieder von Victors verdrehen Sprichwörtern. „Der Glaube versetzt Zwerge“, ist dabei wohl eines derer, die dem Leser bestimmt längerfristig im Gedächtnis bleiben werden.
Eine Fortsetzung unter dem Titel „Lilly Flunker – Victor und das Kristallherz“ ist bereits verfügbar, Band 3 in Vorbereitung.

Fazit:
Ein gelungener Auftakt einer Urban-Fantasy-Reihe (auch) für junge Leser.

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Räbeliechtli

Thomas Kowa
Räbeliechtli

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Polizeigriffe

Klappentext:
Kommissar Erik Lindberg steht vor einer ganz besonderen Herausforderung
Erik Lindberg zeigt sich von seiner privaten Seite – nicht als Ermittler in Gefahr, sondern als Mensch. Denn er weiß noch zu gut, wie es war, als Kind gehänselt zu werden. Er hatte in seiner Schulzeit nur ein paarmal die falschen Klamotten angehabt, schon war er zum Abschuss freigegeben worden. Als Leon, der Sohn seiner Nachbarin Isabel, mit einem Problem zu ihm kommt, ist Lindberg klar, dass er handeln muss.

Rezension:
Auch ein Kriminalpolizist hat sein Privatleben abseits von Mord und Totschlag. Dass die beiden Kinder seiner Nachbarin ihn als eine Art Helden sehen, stört Kommissar Lindberg dabei nicht. Als der 7-jährige Leon Ärger mit einem Klassenkameraden hat, zeigt er ihm den Polizeigriff. Dessen 8-jährige Schwester will ihrem kleinen Bruder natürlich nicht nachstehen und fordert, auch in Selbstverteidigung unterrichtet zu werden. Wenige Tage später sind beide Geschwister in eine Prügelei verwickelt, nach der ein Mitschüler Leons sogar ins Krankenhaus eingeliefert wird. Lindberg hat plötzlich alle gegen sich; Tante und Oma der Kinder und natürlich die Eltern des verletzen Jungen.
Bei dieser Kurzgeschichte handelt es sich um eine Nebenstory zu Thomas Kowas Thrillern um Kommissar Lindberg. Im Gegensatz zu diesen Thrillern (die ich nicht kenne) handelt es sich hier jedoch um eine eher ruhige Geschichte um menschliche Umgangsformen und das tägliche, mehr oder weniger friedliche Zusammenleben mit den ‚lieben‘ Mitmenschen. Man könnte das Ganze beinahe als Gesellschaftsroman in Ultra-Kurzform definieren.
Auch wenn es sich hier nicht um eine der üblichen Humor-Kurzgeschichten des Autors handelt, ist sein Stil doch unverkennbar.

Fazit:
Eine eher nachdenkliche Kurzgeschichte um das menschliche Zusammenleben.

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Aria, die Dämonenjägerin

Alena Coal
Aria, die Dämonenjägerin

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Dämonensalz

Klappentext:
Gesetzestreuer Polizist trifft illegale Dämonenjägerin
Das Böse hat keine Chance gegen Dämonenjägerin Aria Wenfield. Seit Jahren hat sie nur noch ein Ziel: ihren verschwundenen Bruder wiederzufinden. Sie ist sich sicher, dass er von einem Schattendämon entführt wurde. Aber dann stellt sich Aria das Gesetz in Form von Dan Howard in den Weg. Dan Howard, der in seiner Polizeiuniform verdammt heiß aussieht und Aria für nichts anderes als ein verwöhntes reiches Mädchen hält. Dennoch braucht er ihre Hilfe, um eine Reihe mysteriöser Todesfälle aufzuklären. Bald wird klar, dass weit mehr dahinter steckt als willkürliche Dämonenangriffe. Um der Sache auf den Grund zu gehen, müssen die beiden enger zusammenarbeiten, als ihnen lieb ist …

Rezension:
Als Tochter aus reichem Haus erwartet man von der gerade erst volljährigen Aria, dass sie eine höhere Schule besucht und einen guten Eindruck macht. Diese sieht ihre Lebensaufgabe jedoch darin, ihren verschwundenen Bruder zu finden und gegen Dämonen zu kämpfen. Leider wurde ihr die heimlich absolvierte Dämonenjäger-Ausbildung nicht anerkannt, da sie diese mit gefälschtem Geburtsdatum vor ihrem 18. Geburtstag absolvierte. Doch eines Tages wird sie vom jungen Polizisten Dan regelrecht erpresst, ihm bei inoffiziellen Ermittlungen zu helfen. Hinter den immer schlimmer werdenden Dämonen-Attacken scheint mehr als die bösartige Natur dieser Wesen zu stecken …
Alena Coals Dämonen-Fantasy oder besser -Romantasy spielt in einer Welt, die unserer zwar in vielem ähnelt, in der die Existenz verschiedener Dämonen allerdings allgemein bekannt ist. Den Schwerpunkt legt die Autorin dabei auf den Kampf der beiden Protagonisten gegen die allgemeine Bedrohung, wobei Arias Handlungsgebiet die Dämonen an sich, Dans die damit zusammenhängenden kriminellen Aktivitäten darstellen. Wie die Genre-Angabe bereits deutlich vermuten lässt, kommen sich beide nach Überwindung der gegenseitigen Vorurteile im Laufe der von Dan erzwungenen Zusammenarbeit schnell näher. Ignoriert er diesen Love-Plot jedoch, bekommt der Leser mit „Aria, die Dämonenjägerin“ eine ungewöhnliche Kombination aus Fantasy und Krimi, die durchaus zu gefallen weiß.
Sowohl stilistisch als auch vom Handlungsaufbau her kann dieses Buch überzeugen. Allerdings hätte ich es persönlich bevorzugt, wenn dem Beziehungsaspekt etwas weniger Raum eingeräumt worden wäre.

Fazit:
Fans von Fantasy-Krimis, die sich nicht an romantischen Abschweifungen stören, kann dieses Buch empfohlen werden.

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